29. April 2009: Schweinegrippe ausgebrochen

29. April 2009: Schweinegrippe ausgebrochen
Koloriertes, elektronenmikroskopisches Bild einiger Influenza-A/H1N1-Viren (Quelle: CDC). By Photo Credit: C. S. Goldsmith and A. Balish, CDC [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ VOR 10 JAHREN +++

Die schnelle Ausbreitung der Schweinegrippe löst weltweit Besorgnis aus. Bereits wenige Tage nach dem Nachweis der Krankheit in Mexiko werden Verdachtsfälle in Nordamerika, Ozeanien und Europa gemeldet.

Die Epidemie hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Mexiko bislang 942 Menschen infiziert, 29 Menschen starben an ihr. In den USA sind 642 Menschen erkrankt. In Kanada gibt es 201 bestätigte Fälle. In Deutschland wird die zehnte Erkrankung gemeldet. Weltweit gibt es damit bereits knapp 2000 bestätigte Fälle. Laut WHO-Direktorin Margaret Chan hat der Virus »das Potenzial für eine Pandemie«.

Daher wird am 29. April die pandemische Warnperiode auf die zweithöchste Phase 5 angehoben. Laut WHO handelt es sich um einen neuen Subtyp des bekannten Schweinegrippe-Erregers H1N1. Diese neu aufgetretene Grippeart wird effektiv von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Erkrankung von Schweinen wurde nicht beobachtet und die Infektionsquelle nicht bestimmt.

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Zeitungen zum 29.04.2009

Hintergrund: A/H1N1

Bei dem als Schweinegrippe-Virus bezeichneten Erreger aus Mexiko handelt es sich um eine neu entstandene Variante des Typs H1N1, eine Kombination aus zwei Schweineviren, einem Geflügelvirus und einem Menschenvirus. Daher der Name »Schweinegrippe«, der wissenschaftliche Name ist »Influenza A (H1N1)«. Generell ist ein neuartiger Virus-Subtyp wie A/H1N1 deshalb gefährlich. weil das Immunsystem noch nie mit ähnlichen Viren konfrontiert wurde und deshalb keinen Schutz gegen die Infektion bietet – und weil tierische Viren, die sich an den Menschen anpassen, äußerst ansteckend sind. Kanadischen Wissenschaftlern ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, den Erreger der Schweinegrippe genetisch zu entschlüsseln.