29. August 1958: China wagt den »großen Sprung nach vorn«

29. August 1958: China wagt den »großen Sprung nach vorn«
Offizielles Porträt Mao Zedongs am Tor des Himmlischen Friedens. By Zhang Zhenshi (1914–1992). Mao Zedong portrait attributed to Zhang Zhenshi and a committee of artists (see [1]). [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

+++ VOR 60 JAHREN +++

Mit einem nationalen Entwicklungsprogramm will China zu den Industrieländern aufschließen.

Im Zentralkomitee der KP der Volksrepublik China kann sich Parteichef Mao Tse-tung mit seinem Konzept des großen Sprungs nach vorne durchsetzen.
Das Programm soll eine Wirtschaftsentwicklung ankurbeln, die es China ermöglicht, ökonomisch und technisch unabhängig zu werden. Vor allem die Schwerindustrie soll gefördert werden. Geplant ist bis 1968 ein Wachstum der Industrieproduktion von jährlich 45%. Die Landwirtschaft soll in dieser Zeit pro Jahr um 20% wachsen.
Das Land koppelt sich wirtschaftlich und politisch von der Sowjetunion ab. Die Volksrepublik China soll als erstes Land den Sozialismus überwinden und in den Kommunismus eintreten. Damit macht China der Sowjetunion die Führungsrolle im sozialistischen Lager streitig.
Am 30. August wird eine Neuordnung der chinesischen Landwirtschaft angeordnet. Volkskommunen sollen an die Stelle der nach sowjetischem Vorbild gestalteten Kolchosen treten. Jegliches Privateigentum wird abgeschafft. Private Häuser werden abgerissen und durch Gemeinschaftssiedlungen ersetzt. Nach einigen Jahren »harter Arbeit« sollen für die Bauern dann »zehntausend Jahre Glück« folgen.

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Zeitungen zum 29.08.1958