3. Februar 1969: Arafat führt die PLO

3. Februar 1969: Arafat führt die PLO
Die in der DDR weilende Delegation der palästinensischen Befreiungsorganisation unter Leitung des Vorsitzenden des Exekutivkomitees, Jassir Arafat (4.v.r.), besuchte am 2. November 1971 die Grenze zwischen West- und Ostberlin am Brandenburger Tor. Bundesarchiv, Bild 183-K1102-032 / Franke, Klaus / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de]

+++ VOR 50 JAHREN +++

Mit Jassir Arafat tritt ein Führer der Palästinenser ins Rampenlicht, der die Geschicke seines Volkes in den folgenden Jahren bestimmt.

Auf einer Sitzung des Palästinensischen Nationalkongresses wird Jasir Arafat zum Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) gewählt. Arafat, Chef der größten palästinensischen Widerstandsorganisation Al Fatah, tritt die Nachfolge des Rechtsanwalts und früheren jordanischen Außenministers Yahja Hammouda an.

In einer Erklärung weist Arafat (*27.8.1929 in Jerusalem) die Möglichkeit einer friedlichen Verständigung mit Israel zurück. Er kündigt an, dass in Zukunft die Kommandounternehmen der palästinensischen Widerstandsorganisationen verstärkt würden.

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Zeitungen zum 03.02.1969

Die Übernahme der PLO durch die palästinensischen Widerstandsorganisationen mit der Al Fatah an der Spitze spiegelt die Eskalation im Nahostkonflikt der letzten Jahre wider. Nach der arabischen Niederlage gegen Israel im Juni-Krieg 1967 weiteten die Widerstandsorganisationen ihre Guerillatätigkeit gegen Israel aus. Im Gegensatz zu den regulären Armeen der arabischen Staaten sind sie nicht durch eine militärische Niederlage in Misskredit geraten. Ihr Ansehen unter den Palästinensern wuchs entsprechend. Seit Juli 1968 sind die Widerstandsorganisationen auch in der PLO vertreten. Der vierte Palästinensische Nationalkongress der PLO vom Juli 1968 übernahm bereits ihre politische Linie, die den bewaffneten Kampf als einziges Mittel zur Befreiung Palästinas von der israelischen Besetzung ansieht.