3. März 2009: Kölner Stadtarchiv eingestürzt

3. März 2009: Kölner Stadtarchiv eingestürzt

+++ VOR 10 JAHREN +++

Es dauert nur wenige Sekunden, dann stürzt das Historische Stadtarchiv in der Kölner Südstadt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Rettungskräfte bergen erst nach Tagen zwei Leichen aus den Trümmern.

Binnen weniger Augenblicke verwandelt sich das vierstöckige Gebäude, das eines der bedeutendsten Stadtarchive Deutschlands beherbergt, in einen Schuttberg. Angrenzende Gebäude werden ebenfalls beschädigt. Das Historische Archiv der Stadt Köln galt als eines der größten Stadtarchive in Deutschland. Neben zahlreichen Dokumenten der kölnischen, rheinischen und preußischen Geschichte beherbergte es auch den Nachlass von Heinrich Böll. Ursache für das Unglück ist der angrenzende U-Bahn-Bau; der Tunnel verläuft direkt neben der Unglücksstelle an der Severinstraße. Obwohl bereits mehrfach auf deutliche Senkungsrisse im Keller des Archivs hingewiesen wurde, ging der U-Bahn-Bau weiter. Schließlich nimmt das Unglück durch einen hydraulischen Grundbruch, eine durch Grundwasser verursachte Verschiebung von Erdreich, seinen Lauf. Schon im Vorjahr hatte es Grundwasserprobleme an der U-Bahn-Baustelle gegeben. Nun ist der Boden unter dem Archiv instabil geworden, weil zu viel Wasser und Kies in der U-Bahn-Baugrube abrutschen. Zwei junge Männer kommen bei dem Einsturz ums Leben. Sie wohnten im Dachgeschoss eines der Nachbarhäuser des Archivs, die bei dem Unglück mit in die Tiefe gerissen wurden.

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Zeitungen zum 03.03.2009