30. April 1970: Vietnamkrieg zieht immer weitere Kreise

30. April 1970: Vietnamkrieg zieht immer weitere Kreise
Soldaten der Vietnam Air Force des 211. Hubschraubergeschwaders bei einem Kampfeinsatz am 18.7.1970. - Photo by Sgt. Robert W. Ingianni [Public domain]

+++ EREIGNISSE VOR 50 JAHREN +++

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Zeitungen zum 30.04.1970
Vietnamkrieg zieht immer weitere Kreise Militärisch erfolglos verlaufen US-Offensiven gegen Kambodscha und Laos, die auf Nachschubwege nordvietnamesischer Truppen zielen.

Auf Befehl von US-Präsident Richard Nixon marschieren US-Truppen gemeinsam mit ihren südvietnamesischen Verbündeten in das Nachbarland Kambodscha ein, Zweck der Aktion ist die Bekämpfung von nordvietnamesischen Truppen und Vietcong-Einheiten, die auf kambodschanischem Gebiet Nachschublager und Stützpunkte haben.

Trotz des großen Einsatzes – an der Invasion sind bis zu 50 000 Soldaten beteiligt – bleibt die Aktion weitgehend erfolglos. Ein angebliches Hauptquartier des Gegners wird nicht gefunden. Sein Nachschub kann nicht entscheidend gestört werden. Nur rd. 30% der gegnerischen Waffen- und Nahrungsmittelvorräte fallen in US-Hand.

Die neuerliche Ausweitung des Krieges stößt in den USA auf heftigen Widerstand. Weite Kreise der Bevölkerung sind für eine rasche Beendigung des US-Engagements.

Laos:

Am 8. Februar 1971 eröffnen 22 000 südvietnamesische Soldaten in Südlaos die dritte Front des Vietnamkrieges. Sie werden von US-amerikanischen Jagd- und Fernbombern des Typs B 52 sowie von US-Hubschraubergeschwadern unterstützt. Ziel der Großoffensive ist es, den sog. Ho-Chi-Minh-Pfad zu zerstören.

Zum Schutz der kriegswichtigen Nachschubverbindung hat Hanoi 35 000 Soldaten im Süden von Laos zusammengezogen. Erst nach vierwöchigen, erbitterten Kämpfen gelingt den Angreifern die Einnahme der Stadt Tschepone, die das Hauptziel der Operation war. Die Alliierten stellen jedoch bald fest, dass mit der Einnahme einer Stadt die Verbindung zwischen Hanoi und seinen südlichen Nachbarn nicht unterbrochen werden kann. Nach 35 blutigen Kampftagen wird die Laos-Offensive erfolglos abgebrochen.

STICHWORT: Ho-Chi-Minh-Pfad

Der nach dem Staatspräsidenten von Nordvietnam benannte Pfad bildet für Nordvietnam den wichtigsten Korridor zur Versorgung seiner Truppen in Kambodscha und Südvietnam. Er verläuft in Nord-Süd-Richtung durch Laos. Der Pfad besteht aus einem Netz von befahrbaren Straßen, Fußpfaden und Kanälen.