30. März 2009: Mehdorn tritt zurück

30. März 2009: Mehdorn tritt zurück

+++ VOR 10 JAHREN +++

Bahnchef Hartmut Mehdorn bietet nach massivem Druck wegen der Datenaffäre des Konzerns seinen Rücktritt an. Er hat wegen der letzten Enthüllung in der Regierung den Rückhalt verloren.

Mehdorn stand bereits seit Freitag unter Druck, als die Bahn-Sonderermittler Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihre Ergebnisse zur Datenaffäre vorgelegt hatten. Dem Bericht zufolge soll die Bahn jahrelang die E-Mails von 70 000 bis 80 000 Mitarbeitern systematisch gefiltert haben, täglich bis zu 145 000.

Am Wochenende musste der Konzern dann auch zugeben, dass im Herbst 2007 E-Mails mit einem Streikaufruf der Lokführergewerkschaft GDL gestoppt wurden. Daraufhin war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Mehdorn abgerückt. Die Bahngewerkschaften GDBA, Transnet und GDL sowie die SPD und die Oppositionsparteien hatten schon zuvor seine Ablösung verlangt. Auch im internen Bahn-Management hat Mehdorn an Rückhalt verloren.

Vor seiner Rücktrittsankündigung stellt der Bahnchef die Jahresbilanz des Unternehmens vor: Trotz Wirtschaftskrise konnte die Deutsche Bahn 2008 das Geschäft ausbauen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um 4,8 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro. Mehdorns Nachfolger wird der bisherige Daimler-Manager Rüdiger Grube.

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Zeitungen zum 30.03.2009