30. Mai 1949: Ost-Berlin: Geburtsstunde der DDR

30. Mai 1949: Ost-Berlin: Geburtsstunde der DDR

+++ VOR 70 JAHREN +++

Als Reaktion auf die Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland wird auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik gegründet. DDR-Verfassung:

Eine Woche nach der Verkündung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland billigt der am 15./16. Mai gewählte dritte Deutsche Volkskongress in Ost-Berlin die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) mit 1999 gegen eine Stimme. Zudem werden die 330 Mitglieder des Volksrats (Nationalparlament) gewählt. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) verfügt hier mit 210 Abgeordneten über die absolute Mehrheit.

DDR-Gründung:

Auf ihrer neunten Tagung proklamiert der Deutsche Volksrat am 7. Oktober die Deutsche Demokratische Republik, deren Grundlage die Verfassung vom 30. Mai ist. Der Volksrat beschließt die Schaffung eines provisorischen Parlaments und einer provisorischen Regierung. Das Parlament – die provisorische Volkskammer – wird der Volksrat selbst.

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Zeitungen zum 30.05.1949

Pieck und Grotewohl:

Per Akklamation wählen Volkskammer und Länderkammer der DDR am 11. Oktober in einer gemeinsamen Sitzung im ehemaligen Luftfahrtministerium in Ost-Berlin den 73-jährigen SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck einstimmig zum ersten Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik. Pieck sagt, nur die DDR habe die Legitimation, für das gesamte deutsche Volk zu sprechen. Am 12. Oktober bestätigt die Volkskammer die vom ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl (SED) vorgelegte Kabinettsliste.

Hintergrund: Moskau dirigiert

Mit der Übertragung von Verwaltungsfunktionen auf die DDR-Regierung verzichtet die UdSSR auf einen Teil der Besatzungsrechte, setzt aber mit einer Kontrollkommission ein Gremium ein, mit dem sie die politische Entwicklung in der DDR steuern kann. Die UdSSR hat mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die nicht nur die DDR-Regierung, sondern auch Massenorganisationen kontrolliert und sich an der KPDSU orientiert, ein Instrument der Einflussnahme.