31. Mai 1945: Forscher lehnen Schuld ab

31. Mai 1945: Forscher lehnen Schuld ab
Robert Oppenheimer (ca. 1944) Department of Energy, Office of Public Affairs [Attribution]

+++ EREIGNISSE VOR 75 JAHREN +++

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Zeitungen zum 31.05.1945
Das geheime Projekt »Manhattan« zum Bau der Atombombe erhielt 1942 von US-Präsident Franklin D. Roosevelt oberste Priorität.

Unter dem Vorzeichen des Weltkriegs wurde die erstmals 1938 vom Berliner Chemiker Otto Hahn entdeckte Möglichkeit der Energiefreisetzung durch Kernspaltung bald auch unter dem Aspekt der militärischen Nutzung untersucht.

Viele Forscher sind sich über die Konsequenzen ihrer Arbeit im Klaren. Die meisten lehnen die Verantwortung für die Folgen ab. Robert Oppenheimer erklärte am 31. Mai 1945 im Namen seiner Wissenschaftler: »Wir erheben keinen Anspruch auf besondere Zuständigkeit für die Lösung politischer, gesellschaftlicher und militärischer Probleme, die sich im Gefolge der Atomenergie einstellen.« Bereits 1941 stellte US-Präsident Roosevelt unbegrenzte Geldmittel für Forschungsarbeiten zur Verfügung. Für das streng geheime Projekt »Manhattan« wurde 1943 in der Wüste New Mexicos die Barackenstadt Los Alamos errichtet.

Dort arbeiteten unter Leitung des US-Physikers Oppenheimer bis zu 5000 Wissenschaftler aus aller Welt an der Bombe. Vor allem auch emigrierte europäische Forscher stellten sich in den Dienst des US-Atomprogramms, darunter die Ungarn John von Neumann und Edward Teller, der Österreicher Otto Robert Frisch sowie der Italiener Enrico Fermi.

Am 16. Juli 1945 gelang der erste erfolgreiche Test eines nuklearen Sprengkörpers. Die Kosten für die Entwicklung der Atombombe lagen bei 2 Mrd. Dollar.