5. Juli 1960: Kultfilm »Außer Atem«

5. Juli 1960: Kultfilm »Außer Atem«
Die Brasserie „Le Select“ am Boulevard du Montparnasse in Paris, einer der Drehorte - Airair [CC BY-SA]

+++ EREIGNISSE VOR 60 JAHREN +++

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Zeitungen zum 05.07.1960
Mit seiner Hommage an die frühen US-Gangsterfilme wird der französische Regisseur Jean-Luc Godard zur Leitfigur der »Nouvelle Vague«.

Bei der Berlinale wird der Filmemacher Jean-Luc Godard für seinen Film »Außer Atem« mit einem Regiepreis bedacht. Jean-Paul Belmondo spielt seine erste Hauptrolle.

Der Film zeigt das Schicksal des Ganoven Michel Poiccard, der auf der Flucht einen Polizisten tötet. Michels vorrangiges Interesse gilt der amerikanischen Zeitungsverkäuferin Patricia (Jean Seberg). Sie findet Gefallen an ihm, doch als ihre ehrgeizigen Pläne in Gefahr geraten, verrät sie ihn. Michel lässt sich daraufhin von der Polizei erschießen – bis zum Ende darauf bedacht, so zu handeln wie sein Idol Humphrey Bogart.

Erzählt wird diese Geschichte in einer Filmsprache, die mit etablierten Regeln der Gestaltung bricht: Abrupte Bild- und Tonschnitte eröffnen neue Perspektiven auf die Figuren. Eingeschobene Interviews, Filmzitate und dokumentarische Szenen entwerfen ein zeitgenössisches Gesellschaftsbild.

Godard etabliert sich mit »Außer Atem« als Leitfigur der »Nouvelle Vague«. Zwei weitere Begründer der Welle, François Truffaut und Claude Chabrol, arbeiten ebenfalls mit.

Im Jahr 1982 dreht Jim McBride eine amerikanische Neufassung von »Außer Atem«, die unter dem Titel »Atemlos« in die Kinos kommt. Godards Held Michel, dargestellt von Richard Gere, erscheint als Rock ‘n’ Roll-besessener Außenseiter in Las Vegas.

Neuverfilmungen, sog. Remakes, sind vor allem in den USA ein beliebtes Mittel, ausländische Erfolge an den heimischen Kinokassen zu wiederholen. Auch ältere Klassiker werden als Vorlagen herangezogen.