6. August 1945: Erste Atombomben zwingen Japan in die Knie

6. August 1945: Erste Atombomben zwingen Japan in die Knie
Zerstörte japanische Stadt Hiroshima: Blick nach Nordwesten, vom Rotkreuz-Krankenhaus in Hiroshima 1945. By US government, Post-Work: User:W.wolny [Public domain], via Wikimedia Commons

+++ EREIGNISSE VOR 75 JAHREN +++

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Zeitungen zum 06.08.1945
Der Abwurf der ersten Atombombe macht deutlich, dass das Grauen des Krieges durch das nukleare Inferno eine neue Dimension er. reicht hat. Die USA zwingen Japan mit dem Einsatz der verheerenden Waffe zur Kapitulation.

Die US-Luftwaffe wirft über der japanischen Stadt Hiroschima eine Atombombe ab. Durch die Explosion und die freigesetzte radioaktive Strahlung kommen mindestens 110 000 der 300 000 Einwohner ums Leben, 80% der bebauten Fläche der Großstadt werden völlig zerstört. Bei einem zweiten Atombombenabwurf über Nagasaki werden am 9. August mindestens 36 000 Menschen getötet. 40 000 weitere schwer verletzt. Abwurf: Als die zehnköpfige Besatzung des B 29-Bombers »Enola Gay« unter Kommandant Paul W. Tibbets gegen 8.16 Uhr die Bombe »Little Boy« ausklinkt und nach weiteren 45 Sekunden zündet, explodiert der Nuklearsprengsatz in einer Höhe von 600 m über Hiroschima. Nach einem grellen Blitz bildet sich eine rote, pilzförmige Rauchwolke. In dem Atompilz herrschen hoher Druck und Temperaturen von mindestens 15 Mio. °C.

Folgen: Durch die von der Bombe erzeugte enorme Hitze entsteht innerhalb weniger Sekunden ein Feuersturm, der sich mit einer Geschwindigkeit von 1200 km/h ausbreitet. In einer Entfernung bis zu 1,5 km vom Explosionsherd stürzen durch die von der Detonation verursachte Druckwelle sämtliche Gebäude ein.

Opfer: Die freigesetzte radioaktive Strahlung wirkt innerhalb von einem Kilometer sofort tödlich. Menschen, die sich in größerer Entfernung vom Explosionsort aufhalten, sterben einen langsamen, qualvollen Tod infolge der Strahlung sowie durch Verbrennungen. Ein Augenzeuge berichtet: »Männer am ganzen Körper blutverschmiert, und Frauen … schrien vor Schmerzen und sprangen in den Fluss … Auf der Insel Ninoshima lagen überall Menschen herum, die so schlimm verbrannt waren, dass man ihre Gesichter nicht mehr erkennen konnte.« Spätschäden: Die freigesetzte radioaktive Strahlung bzw. verstrahlte Partikel wie z.B. Staub werden nach der Explosion durch den Wind über weite Strecken verteilt und sinken langsam zu Boden. Dieser sog. Fallout verseucht über einen längeren Zeitraum die Umgebung. Deshalb erhöht sich die Zahl der Atombombenopfer in den folgenden Jahren kontinuierlich. Radioaktivität bewirkt je nach Intensität der Strahlung erhebliche Gesundheitsschäden. Vor allem die blutbildenden Organe des Menschen werden geschädigt und Geschwulstbildungen (Krebs) hervorgerufen. Diese krankhaften Veränderungen zeigen sich erst nach einer größeren Zeitspanne.

Kinder und Jugendliche leiden unter Entwicklungshemmungen und Wachstumsstörungen. Da radioaktive Strahlung auch das menschliche Erbmaterial schädigt, sind bei Neugeborenen der Betroffenen Missbildungen zu erwarten.

Reaktion: Die japanische Regierung reagiert auf den Abwurf der Bombe mit Ratlosigkeit. Da in Tokio nicht bekannt ist, was für eine neuartige Bombe die USA besitzen, erkennt das japanische Oberkommando noch nicht die aussichtslose Lage. Erst die zweite Atombombe »Fat Man« auf Nagasaki führt zur Kapitulation.