7. Mai 1945: Flüchtlingsstrom schwillt an

7. Mai 1945: Flüchtlingsstrom schwillt an
Deutsche Vertriebene, 1946 - Bundesarchiv, Bild 183-1983-0422-315 / Donath, Otto / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 DE]

+++ EREIGNISSE VOR 75 JAHREN +++

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Zeitungen zum 07.05.1945
Unter Zurücklassung ihrer Habe fliehen Millionen Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, dem Sudetenland und Ungarn.

Dem Elend und der Brutalität der Vertreibung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten (7.5. 1945) folgen die Gefahren der Flucht und die Ungewissheit der Zukunft. Angesichts der zunehmenden Flüchtlingszahlen beschließt der Alliierte Kontrollrat am 20. November einen Umsiedlungsplan für 6,3 Mio. Flüchtlinge.

Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten stellt die vier Besatzungszonen Deutschlands vor schwere Probleme. Wohnraum und Arbeitsplätze sind angesichts ausgebombter Städte kaum vorhanden. Etwa 40% der Wohnungen sind zerstört. In einigen Städten liegt der Anteil noch höher: In Dortmund sind 65%, in Würzburg 75% des Wohnraums vernichtet. Für die Flüchtlinge gehören Baracken und Kellerunterkünfte zur Normalität. Bis Oktober 1946 leben in den Westzonen bereits 5 878 500, in der sowjetischen Zone 3 598 400 Flüchtlinge. Außerdem verschärft sich durch die Vertriebenen die Ernährungslage. Die landwirtschaftliche Anbaufläche ist durch die Abtrennung der Ostgebiete um rd. ein Drittel geschrumpft.

Flüchtlingstrecks: In notdürftig zusammengezimmerten Wagen führt die Flucht mit dem Rest der Habe in Richtung Westen. Eisige Kälte, Erschöpfung und die ständige Gefahr sowjetischer Angriffe machen die Flucht zu einem Martyrium.