7. Mai 1945: Krieg beendet: Nazi-Deutschland kapituliert

7. Mai 1945: Krieg beendet: Nazi-Deutschland kapituliert
Berlin, zerstörtes Varieté „Wintergarten“ - Bundesarchiv, Bild 183-J31399 / Unknown / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 DE]

+++ EREIGNISSE VOR 75 JAHREN +++

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Zeitungen zum 07.05.1945
Die Unterzeichnung der deutschen Gesamtkapitulation beendet in Europa den zerstörerischsten Krieg der Weltgeschichte und besiegelt die politische, militärische und moralische Niederlage des Deutschen Reichs.

Im Hauptquartier des US-Generals Dwight D. Eisenhower, des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte in Europa, unterzeichnen die deutschen Generäle Alfred Jodl (Heer), Hans-Georg von Friedeburg (Marine) und Wilhelm Oxenius (Luftwaffe) die bedingungslose Gesamtkapitulation. Sie tritt am 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft. Der Krieg in Europa, der seit 1939 fast den ganzen Kontinent in Schutt und Asche gelegt hat, ist zu Ende.

Auf Wunsch der Sowjets wird die Kapitulationszeremonie am 9. Mai in Berlin-Karlshorst wiederholt. Damit soll unterstrichen werden, dass das Deutsche Reich vor allen Alliierten die Waffen streckt.

Berlin erobert:

Mit der Winteroffensive der Roten Armee, die am 12. Januar anrollte, begann der unaufhaltsame Vormarsch der Sowjets nach Westen: Am 17. Januar wurde Warschau, am 30. März Danzig besetzt. Am 16. März traten die Sowjets zur Schlacht um Berlin an. Nach erbitterten Kämpfen hissten Rotarmisten am 30. April die Rote Fahne auf dem Dach der Ruine des Reichstagsgebäudes.

Westfront:

Nach dem Scheitern der letzten Großoffensive der Wehrmacht in den Ardennen am 1. Januar, die 100 000 deutsche Soldaten das Leben kostete, begann am 23. Februar die alliierte Gegenoffensive. Nach der Eroberung von Aachen bereits am 21. Oktober 1944 konzentrierten sich die Alliierten zunächst auf die Einnahme der linksrheinischen Gebiete. Am 7. März eroberten US-Truppen mit der Brücke bei Remagen den ersten Brückenkopf am Ostufer des Rheins. Auf ihrem Vormarsch nach Osten nahmen US-Truppen am 29. März Frankfurt am Main ein. Am 17. April ergaben sich bei Düsseldorf 325 000 im Ruhrgebiet eingeschlossene deutsche Soldaten.

Bombenkrieg:

Aufgrund ihrer klaren Luftüberlegenheit verstärken die Alliierten nochmals die Intensität der Luftangriffe. Am 2. Januar wurden Nürnberg, am 13./14. Februar Dresden und am 12. März Dortmund durch Bombenangriffe Zerstört. Die Schätzungen der Opfer allein in Dresden schwanken zwischen 60.000 und 245.000 Toten.

Fronten berühren sich:

In Strehla, südlich von Torgau an der Elbe trafen am 25. April erstmals US-Truppen mit Einheiten der Roten Armee zusammen. Das Deutsche Reich war in zwei Teile zerschnitten. Aufgrund der Weisung von General Eisenhower, die Eroberung Berlins der Roten Armee zu überlassen, wandten sich die Westalliierten nach Süden und nahmen am 30. April München ein.

Auflösung:

Die Regierung des von Adolf Hitler vor seinem Tod zum Reichspräsidenten ernannten Großadmiral Karl Dönitz wird am 23. Mai in Flensburg verhaftet. Die Oberkommandierenden der vier Besatzungsmächte geben am 5. Juni die Übernahme der obersten Regierungsgewalt, die Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die Konstituierung des Alliierten Kontrollrats bekannt. Damit ist das Deutsche Reich faktisch aufgelöst.