21. August 1968: Das Ende des Prager Frühlings

21. August 1968: Das Ende des Prager Frühlings
Sowjetische Panzer auf dem Altstädter Ring in Prag 1968. In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten etwa eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in die Tschechoslowakei ein. By ALDOR46 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

+++ VOR 50 JAHREN +++

Auf Grund einer tiefen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise in der Tschechoslowakei wagte die regierende kommunistische Partei KPČ unter Alexander Dubček den Versuch, einen eigenen Weg einzuschlagen, hin zum „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Am 5. April 1968 wurden die wichtigsten Punkte in einem Aktionsprogramm vorgestellt: Wirtschaftsreformen, Meinungs- und Informationsfreiheit, die Aufarbeitung der stalinistischen Vergangenheit und eine liberalere Neuausrichtung der KPČ. Die Osteuropa beherrschende Sowjetunion sah in Dubčeks Programm den Anfang einer Konterrevolution und befürchtete, die Kontrolle über ihren Satellitenstaat ČSSR zu verlieren. Am 21. August 1968 marschierten eine halbe Million Soldaten der sozialistischen Bruderstaaten UdSSR, Polen, Ungarn und Bulgarien in der Tschechoslowakei ein, besetzten alle wichtigen Positionen und beendeten das liberale Experiment. 98 Bürger der ČSSR kamen dabei ums Leben, die Regierung wurde verhaftet.
zeitung_160x180_weiss_rahmenNach den Aufständen in der DDR 1953 und in Ungarn 1956 war der Prager Frühling für lange Zeit der letzte Versuch, die kommunistische Diktatur in einem osteuropäischen Land zu überwinden. Es sollte über zwanzig Jahre dauern, bis die Freiheit siegte. Nachdem Michail Gorbatschow in der Sowjetunion Reformen auf den Weg brachte, bot die Gewerkschaft Solidarität den Kommunisten in Polen die Stirn, öffnete Ungarn seine Grenzen, fiel die Berliner Mauer und schließlich mussten alle kommunistischen Diktaturen im Osten Europas ihre Macht aufgeben – auch in der ČSSR.