Was geschah im April 1902

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Wetterstationen April 1902

1.4.1902, Dienstag

Castrop wird zu einer vollberechtigten Stadt erhoben. Ihre Einwohnerzahl beträgt 14 447; im zugleich neugebildeten benachbarten Amt Rauxel wohnen 11 311 Menschen.

Die seit Februar andauernden Arbeiterunruhen in der zu Österreich-Ungarn gehörenden Hafenstadt Triest verschärfen sich, als die Gewerkschaften die Forderungen der Hafenarbeiter nach Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung durch einen Generalstreik unterstützen wollen.

Nach achtjähriger Bauzeit kann in Bern der Erweiterungsbau des Bundeshauses eingeweiht werden.

Zu einer Weltreise in einem motorisierten Wohnwagen startet in London E. E. Lehwess. Unterstützt wird sein Vorhaben von der französischen Firma Panhard & Levassor, die den Wagen ausgestattet und mit einem 25-PS-Motor versehen hat. Das 3000 Pfund (60 000 Mark) teure Unternehmen führt Lehwess über Paris, Berlin, Polen nach Russland, wo er bei Nischni Nowgorod (heute: Gorki) wegen Motorschaden aufgibt.

In Hamburg erscheint die erste Nummer des “Frauen-Genossenschafts-Blatts”, herausgegeben von der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine.

2.4.1902, Mittwoch

400 Delegierte aus Europa, Asien und den USA nehmen an dem bis zum 7. April in Monaco stattfindenden elften Weltfriedenskongress teil.

Anhänger der albanischen Unabhängigkeitsbewegung unter der Führung von Fürst Aladro Kastriota und Issa Boljerinaz überschreiten die Grenze zum Sandschak Nowibazar. Die Osmanische Regierung in Konstantinopel (heute: Istanbul) protestiert dagegen bei der Regierung in Wien und fordert von Österreich-Ungarn einen besseren Grenzschutz.

In Brüssel treffen Unterhändler Großbritanniens sowie der burischen Unabhängigkeitskämpfer zu vorbereitenden Gesprächen für die Friedensverhandlungen zur Beendigung des Burenkrieges zusammen.

In London wird die Operette “Merrie England” von Edward German uraufgeführt.

3.4.1902, Donnerstag

Vorjahressieger Lucien Lesna (Frankreich) gewinnt das Radrennen von Paris nach Roubaix. Für die 268 km benötigt er 9:32,00 h (= 28,1 km/h).

Aus der russischen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer werden erneut Studentenunruhen gemeldet, denen sich verstärkt auch streikende Arbeiter anschließen.

Der Landtag von Württemberg diskutiert einen Volksschulgesetzentwurf, wodurch u.a. die alleinige Aufsicht an den Schulen durch Geistliche beendet werden soll. Zu einer Entscheidung kommt es noch nicht.

Der Berliner Stadtrat Gustav Kauffmann muss infolge eines Nervenzusammenbruchs in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Kauffmann war zweimal zum Bürgermeister der Reichshauptstadt gewählt worden, erhielt aber beide Male keine Bestätigung im Amt von der obersten kaiserlichen Behörde.

4.4.1902, Freitag

Der sozialdemokratische Publizist Walter Mehring übernimmt die Chefredaktion der “Leipziger Volkszeitung”.

Aus Hessen wird bekannt, dass das Defizit der vom Großherzog gegründeten Künstlerkolonie in Darmstadt den Garantiefonds nunmehr um 31 000 Mark überschritten habe.

5.4.1902, Samstag

In Finnland fordern Teilnehmer von Massendemonstrationen die Aufhebung des neuen russischen Wehrgesetzes, da dadurch die Eigenständigkeit der finnischen Armee wesentlich eingeschränkt wird.

In Paris werden erstmals “Pavane auf den Tod einer Infantin” und “Wasserspiele”, zwei Klavierstücke von Maurice Ravel, aufgeführt. Pianist ist Ricardo Viñes.

Beim Einsturz einer Holztribüne in einem Glasgower Fußballstadion sterben 25 Zuschauer.

6.4.1902, Sonntag

Paris wird eine Ausstellung mit Werken burischer Künstler eröffnet. Der Erlös soll den Witwen und Kindern gefallener Buren zugutekommen.

7.4.1902, Montag

Sächsische Industrielle fordern die Landesregierung zu Maßnahmen gegen die Masseneinwanderung tschechischer und polnischer Arbeiter auf.

8.4.1902, Dienstag

Vertreter Russlands und Chinas unterzeichnen in Peking das Mandschurei-Abkommen.

Nach Beendigung der Unruhen in Triest hebt die Regierung in Wien den über die Stadt verhängten Ausnahmezustand wieder auf.

Das Moskauer Künstlertheater unter der Leitung von Konstantin Stanislawski bringt Maxim Gorkis Schauspiel “Die Kleinbürger” in Petersburg (heute: Leningrad) zur Uraufführung.

9.4.1902, Mittwoch

Auf der Rückreise von seinem Urlaub in Italien trifft der deutsche Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow in Wien mit österreichischen Politikern zusammen. Am 10. April ist Bülow Gast bei Kaiser Franz Joseph I. Wichtigstes Thema der Gespräche ist die Festigung des Dreibunds zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien.

Am Leipziger Stadttheater findet die Premiere des Schauspiels “Die Räuber” von Friedrich von Schiller statt. Hauptakteure sind Studenten. Kritik hatte es bereits im Voraus gegeben, als bekannt wurde, dass die Leipziger Studenten in Paris mit dieser Aufführung gastieren wollten. Man befürchtete, durch eine dilettantische Darbietung das Ansehen der deutschen Kultur zu schädigen. Wie Kritiker nach der Premiere versichern, sind die Bedenken unnötig.

Vertreter zahlreicher deutscher Kartelle und Syndikate beraten über die Vereinigung aller Organisationen und beauftragen den Zentralverband der Industriellen mit der Einleitung entsprechender Verhandlungen.

Die Berliner Stadtverordneten beraten über die künftige Verkehrsentwicklung der Reichshauptstadt. Dabei sprechen sich die Redner für die Elektrifizierung der Vorortbahnen aus.

10.4.1902, Donnerstag

Im Kampf für das allgemeine und gleiche Wahlrecht proklamieren die belgischen Sozialisten den Generalstreik. Bei den folgenden Auseinandersetzungen mit Militär und Polizei werden mehrere Menschen getötet.

Der erfolgreiche deutsche Schriftsteller Otto Julius Bierbaum startet in Berlin mit einem Automobil zu einer abenteuerlichen Italienreise. Im Juli kehrt er wohlbehalten zurück.

11.4.1902, Freitag

Die “Berliner Illustrirte Zeitung” veröffentlicht eine Reportage über die unterschiedliche Kunst des Frisierens in Europas Hauptstädten.

12.4.1902, Samstag

Wladimir I. Lenin und seine Frau Nadeschda K. Krupskaja siedeln von München nach London über. Im gleichen Monat wird die Redaktion der “Iskra” ebenfalls nach London verlegt.

Der belgische Sozialistenführer Emile Vandervelde wird im Verlauf revolutionärer Unruhen in Brüssel verhaftet, muss jedoch nach einigen Stunden wieder freigelassen werden.

In Lausanne wird der Redakteur der als anarchistisch bezeichneten Zeitung “Il Risveglio” verhaftet. Ein in dem Blatt abgedruckter Artikel gegen die italienische Monarchie führt zu diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Italien und der Schweiz.

Norwegens Ministerpräsident Johannes Steen tritt infolge der Auseinandersetzungen um ein neues Wahlrecht von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wird nach längeren Verhandlungen am 21. April der bisherige Staatsminister am schwedischen Hof, Otto Albert Blehr. Dessen Amt in Stockholm übernimmt Sigurd Ibsen.

13.4.1902, Sonntag

Mit einem selbstgebauten Auto mit Dampfantrieb fährt der Franzose Leon Serpollet in Nizza Weltrekord: 120,794 km/h.

US-amerikanische Zeitungen berichten von Grausamkeiten, die US-Soldaten auf Befehl der Generalität auf den Philippinen an der einheimischen Bevölkerung verübt haben sollen.

14.4.1902, Montag

Großer Sachschaden ist die Folge eines heftigen Unwetters in Norddeutschland, von dem insbesondere Berlin betroffen ist. In der Reichshauptstadt werden mehrere Straßenzüge überflutet, in die U-Bahnhöfe dringt Wasser.

15.4.1902, Dienstag

Die britische Regierung verhängt über neun Grafschaften in Irland den Ausnahmezustand, da es dort verstärkt zu Unruhen gekommen ist.

Zur Deckung der Kriegskosten in Südafrika beschließt die britische Regierung die Einführung von Mehl, und Getreidezöllen.

Der russische Innenminister Dmitri S. Sipjagin wird beim Betreten des Reichsratgebäudes in Petersburg (heute: Leningrad) von einem Studenten aus Kiew ermordet. Die Wahl des Nachfolgers, Wjatscheslaw K. Plewe, löst wegen dessen reformfeindlicher Haltung Proteste aus.

Im Gebäude der Wiener Secession wird die Beethoven-Ausstellung eröffnet; Mittelpunkt ist die Beethoven-Statue von Max Klinger.

Der vor allem durch seine Bildergeschichten berühmte Zeichner Wilhelm Busch feiert in Wiedensahl bei Hannover seinen 70. Geburtstag.

16.4.1902, Mittwoch

In Paris stirbt Francisco de Asís, der Ehemann der Ex-Königin Isabella von Spanien und Großvater von Prinz Alfons, der am 17. Mai als Alfons XIII. den Thron übernimmt.

Der US-Amerikaner Hiram Stevens Maxim, der Erfinder des nach ihm benannten Schnellfeuergewehrs, stiftet 100 000 US-Dollar (400 000 Mark) für die Entwicklung eines lenkbaren Luftschiffes.

17.4.1902, Donnerstag

Im preußischen Abgeordnetenhaus beginnt die Debatte über ein neues Schulgesetz, das den Staat dazu verpflichtet, den Religionsunterricht zu honorieren. Die Sozialdemokraten bezeichnen das Gesetz als verfassungswidrig.

In britischen Hafen Southampton trifft die für Kaiser Wilhelm II. in New York erbaute Segeljacht “Meteor” ein. Hier soll der Einbau der Inneneinrichtung erfolgen.

Unter großer Anteilnahme des Publikums beginnt in der ostpreußischen Stadt Gumbinnen der Revisionsprozess gegen zwei Unteroffiziere, die beschuldigt werden, ihren Vorgesetzten erschossen zu haben. Einer von ihnen war im Vorjahr zum Tode verurteilt worden.

In Petersburg (heute: Leningrad) findet die Beisetzung des ermordeten Innenministers Dmitri S. Sipjagin in Anwesenheit von Zar Nikolaus II. von Russland statt.

18.4.1902, Freitag

Die britische Regierung in London teilt mit, dass die Friedensverhandlungen zur Beendigung des Krieges gegen die Buren in Südafrika zunächst um drei Wochen vertagt seien.

Der junge russische Revolutionär Josef W. Dschugaschwili, der sich später Stalin nennt, wird erstmals verhaftet. Er soll maßgeblich an der Führung der Arbeiterunruhen in Batum beteiligt gewesen sein.

Kaiser Wilhelm II. kehrt von einem kurzen Schiffsausflug auf der Nordsee nach Bremerhaven zurück. Als Gäste hatte er führende Persönlichkeiten der Wirtschaft auf die “Kronprinz Wilhelm” geladen.

19.4.1902, Samstag

Bei Straßenkämpfen streikender Arbeiter mit Polizei und Militär in der belgischen Stadt Löwen werden sieben Menschen erschossen.

In Strausberg bei Berlin wird eine neue Radrennbahn eingeweiht.

20.4.1902, Sonntag

Der Münchener Radrennfahrer Thaddäus Robl verbessert den sechs Monate alten Steher-Weltrekord des Holländers Dickentman auf 67,353 km/h.

Der FC Zürich gewinnt in Aarau 7:1 gegen den FC Bern und wird somit Fußballmeister der Schweiz.

In Dresden beginnt die diesjährige Internationale Kunstausstellung. Gezeigt werden zumeist Bilder in traditioneller Malweise, moderne Kunst akzeptierte die Jury kaum.

Bei Protestdemonstrationen gegen die Russifizierungsmaßnahmen in der finnischen Armee werden die Teilnehmer von Kosaken mit Gewalt auseinandergetrieben. Mehrere Menschen sterben.

Die belgischen Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen beschließen infolge des sich verstärkenden militärischen Einsatzes seitens der Regierung die Beendigung des Generalstreiks im Land.

21.4.1902, Montag

Vor dem Hintergrund der steigenden Kosten für den Krieg in Südafrika genehmigt das britische Unterhaus in London die Erhöhung der Einkommensteuer mit 290 gegen 61 Stimmen.

Nach dem Tod von Fürst Heinrich XXII. von Reuß am 19. April erfolgt in Greiz die Proklamation von Erbprinz Heinrich zum verfassungsmäßigen Landesfürsten. Da dieser jedoch für geisteskrank erklärt wird, übernimmt ein Regent die Regierung.

22.4.1902, Dienstag

Aufgrund der sich in allen Universitätsstädten Russlands verstärkenden Studentenunruhen kommt es zu einem Wechsel im Petersburger Ministerium für Volksaufklärung. Der neue Minister Senger erklärt nach seinem Amtsantritt, er werde künftig härtere Maßnahmen gegen die Revolutionäre ergreifen als sein Vorgänger Peter S. Wannowski.

Der Architekt Paul Knobbe unterbreitet der Gelsenkirchener Bergwerks AG einen Entwurf für den Bau der Maschinenhalle für die Dortmunder Zeche Zollern II.

23.4.1902, Mittwoch

Im Reichstag beginnt die erste Lesung des vom Bundesrat genehmigten Gesetzentwurfs über eine Beschränkung der Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben.

In Washington unterzeichnen US-Außenminister John Milton Hay und der kolumbianische Botschafter Thomas Herran einen Vertrag, der die Rechte zum Bau des Panamakanals den USA überträgt.

Eine französische Schifffahrtsgesellschaft eröffnet die regelmäßige Dampferlinie zwischen Antwerpen, Madagaskar und der Insel Réunion im Indischen Ozean.

In Karlsruhe beginnen die Feiern zum 50-Jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich von Baden. Aus diesem Anlass wird der neue Rheinhafen in Karlsruhe eingeweiht.

Die österreichische Quotendeputation beschließt, das Quotenverhältnis 65,6 (Zisleithanien) zu 344 (Transleithanien) zwischen den beiden Reichshälften Österreich-Ungarns beizubehalten. Die Quoten bilden die Grundlage für die Verteilung der Haushaltsmittel im österreichischen (Zisleithanien) und ungarischen (Transleithanien) Bereich der Doppelmonarchie.

25.4.1902, Freitag

Die Regierung Portugals beschließt, die Einrichtung des Telegraphennetzes im Land nach dem deutschen Slaby-Arcoschen System vornehmen zu lassen.

Bei einem Unfall in der Londoner Untergrundbahn verursacht durch das Überfahren eines Signals, werden 50 Personen z.T. schwer verletzt.

26.4.1902, Samstag

Die Alldeutschen im österreichischen Parlament in Wien legen dem Abgeordnetenhaus einen Sprachenantrag für Zisleithanien vor. Er sieht vor, die deutsche Sprache zur Staatssprache zu erheben. Das würde u.a. bedeuten, dass alle Staatsbeamten Deutsch in Sprache und Schrift beherrschen müssen und dass als Verhandlungssprache im Reichsrat und in Delegationen nur Deutsch zugelassen ist.

Die Berliner Secession eröffnet ihre Sommerausstellung. Hauptanziehungspunkt ist Max Liebermanns Gemälde “Simson und Delila”.

27.4.1902, Sonntag

Mit 97 gegen 13 Stimmen nimmt der schweizerische Nationalrat den Entwurf eines neuen Zollgesetzes an.

In Tromsö tritt der norwegische Polarforscher Roald Amundsen auf dem Schiff “Gjöa” eine Fahrt zum magnetischen Nordpol an.

Der Hamburger Senat genehmigt die Pläne für den Bau einer Hoch- und Untergrundbahn, sie soll das gesamte Stadtgebiet umschließen.

Anlässlich des 25-Jährigen Marinejubiläums von Prinz Heinrich von Preußen am 21. April ernennt Kaiser Franz Joseph I. den Bruder Kaiser Wilhelms II. zum Admiral der österreichisch-ungarischen Flotte.

In Stockholm demonstrieren etwa 40 000 Menschen für die Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts.

Bei den Kantonratswahlen in Zürich erringen 27 Sozialdemokraten ein Mandat, so dass sich die Mehrheit im Rat nach links verschiebt.

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Frankreich erringen die Nationalisten in Paris bedeutende Mehrheiten, wohingegen in der Provinz die Republikaner erfolgreicher sind. Insgesamt bedeutet dies einen Stimmenvorteil für die sog. Radikalen, den Mitte-Links-Block.

28.4.1902, Montag

Die Abgeordnetenmehrheit im Deutschen Reichstag stimmt für die Zahlung von Diäten an die Mitglieder der Zolltarifkommission. Die sozialdemokratische Fraktion wendet sich dagegen; sie fordert eine allgemeine Diätenzahlung für das Parlament, die allerdings mit der Reichsverfassung nicht in Einklang steht.

Papst Leo XIII. empfängt Vertreter von 30 deutschen kirchlichen Vereinen zu einer Audienz im Vatikan und fordert sie auf, weiterhin die Arbeit der katholischen Kirche zu unterstützen.

29.4.1902, Dienstag

Die bayerische Abgeordnetenkammer in München verabschiedet mit 81 gegen 70 Stimmen das Schulbedarfsgesetz. u.a. sind danach die Gemeinden verpflichtet, für ausreichende Möglichkeiten des Religionsunterrichts zu sorgen. Das Grundgehalt der Lehrer wird auf jährlich 1200, das der Lehrerinnen auf 1000 Mark festgelegt.

Infolge einer vom preußischen Abgeordnetenhaus genehmigten Änderung der Landgemeindeordnung können größere Gemeinden künftig besoldete Schöffen einstellen.

Mit 98 gegen sieben Stimmen befürwortet das Parlament in Kopenhagen den Verkauf der dänischen Antilleninseln, wovon St. Croix die größte ist, an die USA. Diese Abtretung entspreche auch dem Willen der Inselbewohner.

Bei den Berliner Städtischen Sparkassen werden Unterschlagungen größeren Ausmaßes aufgedeckt. Der verdächtige Angestellte ist flüchtig.

Auf einer zweitägigen Fahrt nach Eisenach besucht Kaiser Wilhelm II. die Wartburg. Bei seiner Rückkehr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin begrüßt ihn Kaiserin Auguste Viktoria.

30.4.1902, Mittwoch

Das Oberkriegsgericht in Gumbinnen spricht in einem Revisionsprozess die im Vorjahr wegen der Ermordung des Rittmeisters Ernst von Krosigk verurteilten Dragoner Marten und Hickel frei.

Das Parlament von Barcelona beschließt, dass die Stadt nicht an den Krönungsfeierlichkeiten von Alfons XIII. teilnehmen werde.

An der Opéra Comique in Paris findet die Uraufführung des lyrischen Dramas “Pelléas et Melisande” von Claude Debussy statt. Dem Libretto liegt das gleichnamige Drama von Maurice Maeterlinck zugrunde.