Was geschah im April 1912

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Wetterstationen April 1912

1.4.1912, Montag

In der Reichshauptstadt nimmt der Zweckverband für Groß-Berlin seine Arbeit auf.

In Oberschleißheim bei München wird die erste bayerische Fliegerkompanie mit 60 Mann stationiert.

Ein in Paris veröffentlichtes Dekret verfügt den Ausschluss von Kriminellen aus der Armee. Damit werden die sog. Disziplinarsoldaten in der französischen Armee abgeschafft.

Die japanische Regierung gründet in Korea (Generalgouvernement Chosen) eine Kolonialbank zur Wahrung ihrer dortigen Siedlungsinteressen.

Das zwischen Frankreich und Marokko unterzeichnete Protektoratsabkommen tritt in Kraft.

2.4.1912, Dienstag

Nach einer zwei Monate dauernden Gerichtsverhandlung werden in Petersburg (Leningrad) über 100 Angehörige der armenischen Revolutionspartei zur Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt.

Bei der Abstimmung über ein Zollgesetz zur Einfuhr von Wolle muss US-Präsident William H. Taft im Kongress eine Niederlage hinnehmen. Für das Gesetz, das Taft im vorausgegangenen Jahr durch sein Veto zu Fall brachte, stimmen mit den Demokraten auch 20 Republikaner.

Nach heftigen Meinungsverschiedenheiten beschließt die chinesische Nationalversammlung mit 20 gegen sechs Stimmen die Verlegung der republikanischen Regierung von Nanking nach Peking, dem Sitz der ehemaligen kaiserlichen Regierung.

3.4.1912, Mittwoch

In Berlin eröffnet Kronprinz Heinrich eine Luftfahrzeugausstellung und nimmt an der Gründung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Flugtechnik teil. Gleichzeitig kündigt er eine Spendenaktion für das deutsche Flugwesen an.

In Kroatien wird die Verfassung wegen der andauernden Unruhen gegen die Ungarisierungstendenzen außer Kraft gesetzt, die bevorstehenden Landtagswahlen werden abgesagt.

4.4.1912, Donnerstag

Der in Mailand tagende Kongress der italienischen Gewerkschaften verabschiedet eine Resolution gegen den italienisch-türkischen Krieg in Libyen.

Im Neuen Berliner Schauspielhaus findet die Premiere des Dramas “Judith” von Friedrich Hebbel statt. Der Erfolg des Stücks ist vor allem der Hauptdarstellerin Tilla Durieux zu verdanken.

5.4.1912, Freitag

Aus Leipzig wird bekannt, dass die 1785 gegründete Verlagsbuchhandlung Göschen ihren Standort von der sächsischen Metropole nach Berlin verlegt. Göschen brachte u.a. typografisch hervorragend gestaltete Gesamtausgaben von Werken Goethes, Wielands, Ifflands und Schillers heraus.

Die vom italienischen Aeroklub vor zwei Monaten initiierte Sammlung für eine Luftschifflotte – ähnlich der Nationalflugspende im Deutschen Reich – fand nach Meldungen der italienischen Presse große Zustimmung unter der Bevölkerung Italiens.

6.4.1912, Samstag

Russland schließt sich dem Viermächtekonsortium für die Gewährung einer Anleihe an die chinesische Republik unter der Bedingung an, dass durch die Regierung in Peking keinesfalls die russischen Interessen in der Mandschurei, der Mongolei und in Westchina verletzt werden dürfen.

7.4.1912, Sonntag

Im italienischen Piacenza versammeln sich Reservisten des Jahrgangs 1889 zu einer Kundgebung gegen den italienisch-türkischen Krieg. Zur gleichen Zeit wird eine Veranstaltung der sozialistischen Partei Italiens in Novara von der Polizei aufgelöst. Die Sozialisten richteten heftige Angriffe gegen die kriegerische Politik der italienischen Regierung.

Die deutschen Zeitungen berichten von verheerenden Überschwemmungen in den Gebieten am Mississippi (USA).

Wenig Anreiz zu einem Osterspaziergang gibt das diesjährige Wetter an den Feiertagen. In den höheren Lagen der deutschen Gebirge schneit es, und in weiten Teilen des Landes herrschen Stürme vor, verbunden mit kräftigen Regenschauern.

8.4.1912, Montag

In Wien wird die Verlobung der Erzherzogin Elisabeth Franziska, Enkelin des österreichischen Kaisers Franz Joseph, mit Georg Graf Waldburg-Zeil in Wallsee (Oberösterreich) der Öffentlichkeit bekanntgegeben.

Zu einer neuen Art Freizeitvergnügen, der Ballonverfolgung, treffen sich in Schwerin Mitglieder des Mecklenburger Automobilklubs. 13 Autos verfolgen den um 12.30 Uhr aufsteigenden Ballon und versuchen, rechtzeitig am Ort der Landung einzutreffen. Da dies keinem der Chauffeure gelingt, erhält der Ballonpilot den ersten Preis.

Der neue Präsident der Republik Ecuador, Leónidas Plaza y Gutiérrez, tritt in Quito sein Amt an.

In Madrid gründet sich die Reformisten-Partei unter Melquiades Alvarez. Sie präsentiert sich als eine Partei des Mittelstandes, deren Ziele wirtschaftliche Stabilität, Maßnahmen gegen revolutionäre Unruhen sowie die Gründung einer spanischen Republik sind.

9.4.1912, Dienstag

Petre P. Carp, Ministerpräsident des Königreichs Rumänien, gibt die Demission seines Kabinetts bekannt. Neuer Regierungschef wird der bisherige Außenminister Titu Liviu Maiorescu.

10.4.1912, Mittwoch

Auf dem Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Norwegens in Kristiania (Oslo) beschließen die Delegierten, ein generelles Alkoholverbot in das Parteiprogramm aufzunehmen.

Der Ausschuss zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit ruft in einer Anzeigenaktion in deutschen Zeitungen zu Geldspenden auf, um über die Ernst-von-Leyden-Stiftung die intensive Forschung der Krankheitsursachen vorantreiben zu können.

In Anwesenheit des französischen Ministerpräsidenten Raymond Poincaré werden in Nizza Denkmäler der britischen Monarchen Victoria und Eduard VII. enthüllt.

In London gelingt erstmals der Versuch, von einem Flugzeug aus mit Hilfe der drahtlosen Telegrafie eine Nachricht über eine Entfernung von mehr als vier Kilometern zu senden.

11.4.1912, Donnerstag

Der zehnte Kongress der Internationalen Tuberkulosegesellschaft beginnt in Rom. Er dauert eine Woche.

In Gießen beginnt der zweite Kongress für Familienforschungs-, Vererbungs- und Regenerationslehre, zu dem über 100 Teilnehmer aus sieben Ländern erschienen sind (bis 13.4.).

Zeitungen in London und Madrid berichten vom Ableben des Papstes. Die Meldung stellt sich allerdings als ein Irrtum heraus, der auf einen Schreibfehler eines Telegrafenbeamten in Madrid zurückzuführen ist.

Großbritanniens Premierminister Herbert Henry Asquith bringt im britischen Parlament die Government of Ireland Bill, das sog. Homerule-Gesetz ein. Das Gesetz sieht die Errichtung eines irischen Parlaments und regionale Selbstverwaltung der Iren innerhalb des Königreiches Großbritannien vor.

12.4.1912, Freitag

In Luzern gründen Delegierte der konservativen und christlichen Parteien aller schweizerischen Kantone (ausgenommen Waadt und Neuenburg) die Schweizerische Konservative Volkspartei.

Nachdem die Sozialistische Partei Italiens gegen das von der Regierung in Rom beschlossene Annexionsdekret für Tripolis protestiert hat, kommt es zu mehreren Austritten von Parteimitgliedern.

In einem in einer japanischen Zeitung erscheinenden Artikel beklagt der Präsident der Bank von Japan, dass deutsche Waren japanische Produkte von den internationalen Märkten verdrängen. Dies träfe auch auf Märkte in Asien zu, die bisher traditionell von Japan beliefert wurden.

Im Kunstauktionshaus der Gebrüder Heilbron in Berlin werden Werke aus dem Nachlass des Bildhauers Reinhold Begas bis zum 14. April gezeigt. Ein Großteil der Arbeiten soll versteigert werden.

13.4.1912, Samstag

Der Präsident der chinesischen Republik, Yüan Shih-k’ai, hebt das bisher bestehende Heiratsverbot zwischen Chinesen und Nichtchinesen auf. Zudem ermahnt er die Bevölkerung, veraltete und schädliche Gewohnheiten wie die Fußverkrüppelung aufzugeben.

Die liberale Presse von Laibach (Ljubljana) in Österreich-Ungarn verlangt von den staatlichen Organen Maßnahmen gegen Veröffentlichungen des amtierenden Fürstbischofs, in denen er sich in gewagter Weise mit der Sexualerziehung beschäftige.

In Berlin beginnt der zwei Tage dauernde achte Kongress der Deutschen Röntgen-Gesellschaft.

In der Galerie Gurlitt in Berlin beginnt eine Ausstellung der Künstlergruppe “Die Brücke”. Für besonders erwähnenswert hält die Presse Arbeiten der Expressionisten Max Pechstein und Otto Müller.

14.4.1912, Sonntag

In einem Fußballländerspiel trennen sich Ungarn und Deutschland in Budapest 4:4.

In Berlin findet die Jahresversammlung des Deutschen Luftflottenvereins statt.

Aufgrund eines Erlasses von König Peter I. wird das serbische Parlament aufgelöst. Bei den Neuwahlen erhalten die Regierungspartei 84 und die Opposition 82 Mandate.

In der Nacht zum 15. April geht in der Nähe von Cap Race (Neufundland) das Passagierschiff “Titanic” unter. 1503 Menschen kommen dabei ums Leben.

Der Alldeutsche Verband nimmt eine Resolution an, in der er der deutschen Regierung mitteilt, dass er die Heeres- und Flottenvorlage für unzureichend hält. Aufgrund der Vorlage sei die militärische Überlegenheit des Deutschen Reiches in Europa nicht gewährleistet.

15.4.1912, Montag

Zum neuen Gouverneur der deutschen Kolonie Togo wird Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg und zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika (Tansania) Heinrich Schnee ernannt. Schnees Nachfolger im Reichskolonialamt wird Otto Gleim, der frühere Gouverneur von Kamerun.

Die Stadtverordnetenversammlung von Breslau (Wroclaw) bewilligt 2,5 Mio. Mark für die Jahrhundertfeier der Befreiungskriege im Jahr 1913.

Berlins erste Telefonzelle wird in Charlottenburg eingeweiht.

16.4.1912, Dienstag

In Budapest erklärt der ungarische Ministerpräsident Karl Graf Khuen-Héderváry von Hédervár den Rücktritt seines Kabinetts. Zum neuen Regierungschef wird der bisherige Finanzminister Ladislaus von Lukács am 19. April ernannt.

In Berlin beginnt der 5. Kongress für experimentelle Psychologie (bis 19.4.).

Die Nationalgalerie in Berlin erwirbt auf der Nachlassversteigerung der Werke des Bildhauers Reinhold Begas die Marmorgruppe von Venus und Amor – ein Jugendwerk des Künstlers.

Als erste Frau überfliegt die US-amerikanische Pilotin Harriet Quimby allein den Ärmelkanal.

17.4.1912, Mittwoch

Über dem westlichen Teil Norddeutschlands ist eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten.

Der Kasseler Heimatschutzbund fordert gemeinsam mit dem Bund der Architekten und dem Hessischen Geschichtsverein die Erhaltung der Unterneustädter Mühle. Das Bauamt plant den Abriß des historisch bedeutenden Bauwerks zugunsten der Fulda-Flussregulierung.

Der Gesamtvorstand des Bundes deutscher Frauenvereine beschließt auf seiner in Berlin stattfindenden Sitzung die Umwandlung der seit zwölf Jahren bestehenden Auskunftsstelle für Fraueninteressen in ein Frauenberufsamt.

Am Lena-Fluss (Sibirien) eröffnet die Polizei das Feuer auf streikende Arbeiter der Goldminen. Von den gegen ihre schlechten Lebensbedingungen protestierenden Arbeitern werden 270 getötet, 250 verwundet. Dieses Vorgehen löst in ganz Russland Empörung aus, in deren Folge es zu revolutionären Unruhen kommt.

18.4.1912, Donnerstag

Nach einem Bombardement der Dardanellen durch italienische Kriegsschiffe schließt die Türkei die Durchfahrt zum Schwarzen Meer für den gesamten internationalen Schiffsverkehr.

Im New Yorker Hafen läuft die “Carpathia” ein. An Bord befinden sich alle Überlebenden der “Titanic”-Katastrophe.

19.4.1912, Freitag

Französische und russische Schifffahrtsgesellschaften protestieren bei der osmanischen Regierung gegen die Schließung der Dardanellen und verlangen von Konstantinopel eine finanzielle Entschädigung.

Vor dem Palast des serbischen Königs in Belgrad demonstrieren serbische und kroatische Studenten gegen die Ungarisierung im zu Österreich-Ungarn gehörenden Kroatien. König Peter I. von Serbien, dem die Studenten huldigen, bekundet den Demonstranten seine Sympathien.

Vertreter von Wirtschaftsvereinen aus dem Deutschen Reich, Österreich, Ungarn, Belgien, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden beenden eine am 15. April in Brüssel begonnene Konferenz über eine Vereinheitlichung des internationalen Zahlungsverkehrs.

20.4.1912, Samstag

Thema des Parteitages der schweizerischen Freisinnigen Partei in Lausanne ist das Problem der Einbürgerung von Ausländern.

Italienische Truppen besetzen die Mittelmeerinsel Samos.

Ein Londoner Bakteriologe veröffentlicht die Ergebnisse einer Untersuchung, aus der hervorgeht, dass die Tuberkulose nicht durch die Benutzung von Fernsprechern übertragen werden kann. In letzter Zeit wurden solche Befürchtungen häufig in der Presse geäußert.

21.4.1912, Sonntag

Bei einem internationalen Schwimmwettkampf in Magdeburg an diesem Wochenende erreichen Otto Fahr (Cannstatt), Kurt Bretting (Magdeburg) und Oskar Schiele (Magdeburg) deutsche Bestleistungen im Freistil über 800 m (11:45,0 min), 200 m (2:27,3 min) und 400 m (5:31,2 min).

Die deutschen Zeitungen veröffentlichen den Aufruf zur Sammelaktion “Nationalflugspende”.

22.4.1912, Montag

Mit einer Rede des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg beginnt im Reichstag die zweitägige Debatte über die Reichswehrvorlage. Hauptthema der folgenden Diskussionen ist die geplante Finanzierung durch erhöhte Steuern.

Der mexikanische Kongress stimmt der von der Regierung geforderten Vergrößerung der Armee um 60 000 Mann zu.

Die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main beschließt mit 43 gegen 26 Stimmen der sozialdemokratischen Abgeordneten die Gründung einer Universität.

Im preußischen Abgeordnetenhaus diskutieren die Fraktionen über mögliche Lehrplanänderungen an den humanistischen Gymnasien. Insbesondere geht es um Vorschläge, die eine Zurückdrängung des Unterrichts in Alt-Griechisch zugunsten des Englischen beinhalten.

23.4.1912, Dienstag

Der irische Nationalkonvent in Dublin stimmt der Home-Rule-Bill der britischen Regierung zu.

Der russische Ministerrat erklärt den von 40 Mitgliedern der Reichsduma eingereichten Initiativantrag über die Teilnahme von Frauen an den Dumawahlen (Parlamentswahlen) für unannehmbar.

24.4.1912, Mittwoch

Über die marokkanische Stadt Fès wird von den französischen Besatzern der Ausnahmezustand verhängt. Ursache dafür sind Proteste der einheimischen Bevölkerung gegen die Bevormundung durch Frankreich.

Aufgrund der “Titanic”-Katastrophe schlägt der deutsche Kaiser, Wilhelm II., internationale Verhandlungen über ein Abkommen zur Sicherheit der Dampfschifffahrt vor.

25.4.1912, Donnerstag

In Anwesenheit des Herzogs von Genua und 150 000 Zuschauern findet in Venedig die feierliche Einweihung des wieder aufgebauten Campanile (Glockenturm) von San Marco statt.

26.4.1912, Freitag

Vor der Reichsduma (dem Parlament) in Petersburg (Leningrad) erklärt Russlands Außenminister Sergei D. Sasonow, dass die Grundlage der russischen Außenpolitik wie bisher das Bündnis mit Frankreich bliebe.

Im Berliner Friedrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhaus findet die Uraufführung der Tragödie “Das dritte Reich” von Paul Friedrich statt. Die Aufführung dieses Stückes über das Leben des Philosophen Friedrich Nietzsche initiierte die Richard-Wagner-Gesellschaft.

Die Fraktion der Nationalliberalen bringt in den Deutschen Reichstag eine Anfrage zum Jesuiten-Erlass der bayerischen Regierung ein. Durch diesen Erlass werden bestimmte Punkte des seit 1872 bestehenden Jesuitengesetzes missachtet. Das Gesetz verbietet jede Tätigkeit der Jesuiten innerhalb des Deutschen Reiches.

27.4.1912, Samstag

Die Eröffnung des griechischen Parlaments in Athen wird aufgrund eines königlichen Dekrets vertagt. Ursache dafür ist die Unklarheit über die Teilnahme der kretischen Abgeordneten. Britische, russische und französische Kriegsschiffe verhindern in der Folgezeit die Fahrt der kretischen Abgeordneten nach Athen.

In Konstantinopel (Istanbul) wird die von einer Augsburger Maschinenfabrik errichtete Galata-Brücke, die über das Wasser des Goldenen Horns führt, dem Verkehr übergeben.

Die Regierung des schweizerischen Kantons Schwyz verhängt im Interesse der Bevölkerung und der “Sonntagsruhe” ein Sonntagsfahrverbot für Automobile.

Die in der kilikischen Ebene gelegene, etwa 150 km lange Teilstrecke der Bagdadbahn wird dem Verkehr übergeben. Sie verbindet die Orte Dorak – Adana – Deirmen – Odjak.

28.4.1912, Sonntag

In der Parochialkirche in Berlin wird ein elektromagnetisches Läutwerk eingebaut. Diese Einrichtung – die erste in der Hauptstadt – bewährte sich bereits in etwa 30 Kirchen des Rheinlandes und in Westfalen. Die Anlage montierte eine Kölner Firma.

In dem Pariser Vorort Choisy-le-Roi gelingt es der französischen Polizei, die sog. Automobil-Apachen endgültig zu schlagen.

29.4.1912, Montag

Vor dem ungarischen Abgeordnetenhaus in Budapest erläutert der neue Ministerpräsident Ladislaus von Lukács sein Regierungsprogramm. Darin spricht er sich für die Einführung eines liberalen, demokratischen Wahlrechts aus.

In Paris wird ein früherer Kassendirektor des französischen Außenministeriums wegen Unterschlagung amtlicher Gelder in Höhe von 200 000 Franc (250 000 Mark) zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

30.4.1912, Dienstag

Vor dem Deutschen Reichstag gibt Preußens Kriegsminister Josias von Heeringen eine Erklärung zur Duellfrage im deutschen Heer ab. Anlass dafür ist die Verweigerung eines Duells durch den Militärarzt Sambeth und dessen daraufhin erfolgte Entlassung aus der Armee.

Im Hafen von Smyrna (Izmir) läuft ein türkisches Handelsschiff auf eine Mine und sinkt. 60 Menschen kommen ums Leben.