Was geschah im April 1914

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Wetterstationen April 1914

1.4.1914, Mittwoch

Der 35-Jährige deutsche Physiker Albert Einstein nimmt in Berlin seine Tätigkeit als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften auf. Gleichzeitig wird er Direktor des Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik.

Der vom französischen Parlament eingesetzte sog. Rochette-Untersuchungsausschuss beendet seine am 20. März begonnene Tätigkeit. Eine Mehrheit von 14 der 19 Mitglieder hält es für erwiesen, dass der französische Finanzminister Joseph Caillaux als Regierungsmitglied 1911 rechtswidrig in einen Finanzschwindlerprozess eingegriffen hat, um den Angeklagten zu decken.

Die romantische Oper “Notre Dame” des österreichischen Komponisten Franz Schmidt wird in Wien uraufgeführt. Der stilistisch in der Nachfolge Anton Bruckners stehende Komponist gilt als großes musikalisches Talent.

2.4.1914, Donnerstag

Der seit dem 21. März amtierende konservative italienische Ministerpräsident Antonio Salandra stellt im Parlament in Rom sein Regierungsprogramm vor. Dabei weist er vor allem auf die durch den Libyenfeldzug 1911/12 entstandene schwierige Lage der italienischen Staatsfinanzen hin.

In Russland beginnt eine Probemobilmachung der Landwehrtruppen. Bis zum 15. April werden in allen größeren Garnisonsstädten bis auf Petersburg (heute Leningrad) insgesamt 510 000 Landwehrsoldaten aus dem europäischen Teil Russlands für zwei- bis vierwöchige Manöver eingezogen.

Nach elftägigen blutigen Kämpfen erobern Aufständische in Mexiko unter dem Rebellenführer Francisco “Pancho” Villa die nordmexikanische Stadt Torreon.

In Korea wird die politische Selbstverwaltung der Fremdenkolonien aufgelöst. Seit dem russisch-japanischen Krieg 1904/05 wird das Land von Japan mit polizeistaatlichen Methoden beherrscht; seit 1910 ist es auch offiziell – als Generalgouvernement Chosen – dem japanischen Kaiserreich einverleibt.

Erstmals fährt ein Zug durch den sog. Diestelrasentunnel in der Nähe des hessischen Ortes Schlüchtern. Der neue Tunnel verkürzt die Bahnlinie Berlin- Frankfurt.

3.4.1914, Freitag

Zum Nachfolger des am 30. März wegen der Ulster-Unruhen zurückgetretenen britischen Generalstabschefs, Feldmarschall John Denton Pinkstone French, wird der bisherige Generalinspekteur der Heimattruppen, Charles Douglas, ernannt. Zuvor hatte bereits der britische Premierminister Herbert Henry Asquith nach dem ebenfalls am 30. März vollzogenen Rücktritt von Kriegsminister John Seely dessen Ressort mit übernommen.

Die am 26. März begonnenen Arbeitskämpfe in Russland setzen sich fort: Nachdem bereits am 1. April in Petersburg (heute Leningrad) rund 60 000 Arbeiter in den Streik traten, sperren die Schwerindustrieunternehmen der russischen Hauptstadt rund 70 000 Arbeiter aus.

Die albanische Regierung ordnet in Durazzo (heute Durës) eine allgemeine Mobilmachung an. Sie will damit einen im südalbanischen Epirus ausgebrochenen, von Griechenland unterstützten Aufstand bekämpfen.

4.4.1914, Samstag

Nach zweitägiger Beratung der am 1. April vorgelegten Ergebnisse des sog. Rochette-Untersuchungsausschusses tadelt das französische Parlament einstimmig die Einmischung der Politik in die Arbeit der Justiz und fordert gesetzgeberische Konsequenzen. Weitergehende Anträge – u.a. auf strafrechtliche Verfolgung der betroffenen Regierungsmitglieder – werden mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die französische Presse kritisiert daraufhin den Parlamentsbeschluss in scharfer Form als “jämmerliches Versteckspielen vor der Verantwortlichkeit”.

Nach einer von der Berliner “Vossischen Zeitung” veröffentlichten Statistik liegen neun von zehn Städten mit dem weltweit dichtesten Telefonnetz in den USA. In Europa verfügt die schwedische Hauptstadt Stockholm über die beste Telefonversorgung: 20 bis 25% aller Einwohner verfügen über ein Telefon. Im Deutschen Reich kommt durchschnittlich auf 56 Personen ein Anschluss.

5.4.1914, Sonntag

In Dublin wird die irische Frauenorganisation Cumann na Bann gegründet, die im irischen Unabhängigkeitskampf eine wichtige Rolle spielt.

In einem Fußball-Länderspiel in Amsterdam trennen sich die Niederlande und das Deutsche Reich 4:4.

6.4.1914, Montag

Die US-amerikanische Regierung erklärt sich in einem Vertrag mit Kolumbien bereit, 25 Millionen US-Dollar (106,3 Millionen Mark) Entschädigung wegen des Verlustes von Panama zu zahlen. Die ehemalige kolumbianische Provinz war 1903 im Zusammenhang mit dem Bau des Panamakanals auf Betreiben der US-amerikanischen Regierung von Kolumbien abgefallen.

7.4.1914, Dienstag

Die Zweite Kammer des Landtages von Elsass-Lothringen verurteilt in einem mehrheitlich gebilligten Antrag den Sprachen-Erlass der Regierung für höhere Schulen. Dieser schreibt die Benutzung der deutschen Sprache, d. h. ein Verbot des Französischen und der Dialekte auf dem Schulgelände vor.

8.4.1914, Mittwoch

Ein Gericht im russisch beherrschten Warschau (heute zu Polen) verurteilt den deutschen Flugzeugtechniker Bernhard Mischewski aus Leipzig zu drei Monaten Gefängnis. Mischewski war mit einem Eindecker am 2. Februar auf russisches Hoheitsgebiet geflogen und anschließend zur Landung in der Nähe von Pultusk (Gouvernement Warschau) gezwungen worden.

9.4.1914, Donnerstag

US-amerikanische Matrosen werden bei einem Landgang in der mexikanischen Stadt Tampico vorübergehend festgenommen. Die Verhaftung führt zu einer diplomatischen Krise, die nach der Invasion US-amerikanischer Truppen in Veracruz Llave in kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten mündet.

In Paris unterzeichnen der französische Ministerpräsident Gaston Doumergue und der osmanische Finanzminister Dschawid Bei ein Abkommen, das eine von Frankreich gewährte Anleihe in Höhe von insgesamt 800 Millionen Francs (640 Millionen Mark) vorsieht. Die Mittel dienen der Schuldentilgung und dem Bau von Eisenbahnstrecken. Im Gegenzug erteilt das Osmanische Reich französischen Unternehmen lukrative Bahnkonzessionen.

In Petersburg (heute Leningrad) beschließt das russische Parlament (Duma) die Einführung eines Zolls auf Agrarprodukte in Höhe von umgerechnet 3,96 Mark pro Doppelzentner. Der einem Einfuhrverbot gleichkommende, von Zar Nikolaus II. am 12. Juni unterzeichnete Beschluss richtet sich gegen deutsche Agrarimporte und die restriktive Zollpolitik der deutschen Regierung.

10.4.1914, Freitag

Der russische Reichstag bewilligt in Petersburg (heute Leningrad) Kredite in Höhe von rund 88 Million Rubel (190 Millionen Mark) für Arbeiten zum weiteren Ausbau und zur Modernisierung der russischen Flotte.

11.4.1914, Samstag

In einem in Athen unterzeichneten Abkommen erklärt sich Griechenland bereit, Serbien im Freihafengebiet von Saloniki Grundstücke zur Anlage von Lagerhäusern abzutreten, dem serbischen Binnenhandel Steuer- und Abgabenfreiheit sowie verbilligte Bahntarife in Griechenland zu gewähren. Das ehemals osmanische Saloniki war während des Ersten Balkankrieges 1912 von dem mit Serbien verbündeten Griechenland erobert worden.

Höhepunkt der in Berlin eröffneten Ausstellung der Berliner Freien Sezession ist das bisher im Deutschen Reich noch nicht gezeigte, im Besitz der Hamburger Kunsthalle befindliche Werk “Spazierritt” des französischen Impressionisten Auguste Renoir.

12.4.1914, Sonntag

Die Forderung nach einem Verbot der Sonntagsarbeit steht im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeamten. Zugleich besteht die Interessenvertretung der Angestellten im Bankwesen auf einem Ausbau des Koalitionsrechts und der Einführung einer Reichsarbeitslosenversicherung. Der zweite Verbandstag der erst im Jahr 1912 gegründeten Organisation endet am Ostermontag.

Unter 16 gestarteten Pferden gewinnt Aveyron unter Jockey F. Williams auf der Galopprennbahn von Paris-Auteuil den mit 50 000 Francs (40 000 Mark) dotierten und über eine Strecke von 4500 m führenden “Prix du Président de la République”, eines der bedeutendsten französischen Pferderennen.

13.4.1914, Montag

Auf seinem am Vortag begonnenen Bundestag billigen die dem Wandervogel e. V. angeschlossenen Gruppen der deutschen Jugendbewegung eine Resolution, nach der ein Ausschluss jüdischer Mitglieder möglich ist. Bereits zuvor waren innerhalb des deutschen Wandervogel antisemitische Tendenzen deutlich geworden.

Gegen die Einrichtung von Schulzahnkliniken spricht sich der Wirtschaftliche Verband der deutschen Zahnärzte auf seiner Jahreshauptversammlung in Berlin aus. Nach Ansicht der Delegierten schaden Schulzahnkliniken trotz ihrer unbestreitbaren gesundheitspolitischen Vorteile den wirtschaftlichen Interessen der Zahnärzte. Der Verband repräsentiert rund 3500 Zahnärzte im gesamten Deutschen Reich.

14.4.1914, Dienstag

In einem aufsehenerregenden Artikel im Berliner “Lokalanzeiger” spricht sich der Hamburger Reeder Albert Ballin, einer der bekanntesten deutschen Wirtschaftsführer, für eine stärkere Unterstützung der wirtschaftlichen Expansion deutscher Unternehmer durch die Reichsregierung aus.

Nach der vorübergehenden Festnahme US-amerikanischer Matrosen in der mexikanischen Stadt Tampico am 9. April gibt US-Präsident Woodrow Wilson Teilen der Flotte der Vereinigten Staaten den Befehl zum Auslaufen in die Bucht von Tampico.

15.4.1914, Mittwoch

Vor dem Hintergrund einer Bestechungsaffäre in der Regierungspartei (sog. Marinepartei) bildet Schigenobu Okuma nach dem Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Gombei Jamamoto am 24. März ein neues Kabinett. Er war bereits im Jahr 1898 japanischer Ministerpräsident.

In Venedig beginnt die elfte Internationale Kunstausstellung. Der zu den wichtigsten Ereignissen im italienischen Kunstleben zählenden Schau wird von Kunstkritikern allerdings mangelnde Qualität vorgeworfen.

16.4.1914, Donnerstag

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Bündnisses zwischen Großbritannien und Frankreich wird in der Presse beider Länder die Bedeutung dieser sog. Entente cordiale erörtert. Londoner Zeitungen machen darauf aufmerksam, dass die britische Öffentlichkeit gegen jede militärische Aktion in Europa eingestellt ist.

In Bremen werden die Behring-Werke GmbH gegründet. Sie dienen insbesondere der Vermarktung von Entdeckungen des deutschen Bakteriologen und Nobelpreisträgers Emil von Behring, der u.a. Seren gegen Diphtherie und Tetanus mitentwickelt hat.

17.4.1914, Freitag

In Berlin beginnt die dreitägige sechste Konferenz für Trinkerfürsorge. Das vom deutschen Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke durchgeführte Treffen befasst sich schwerpunktmäßig mit der Frage einer Entmündigung von Alkoholikern.

18.4.1914, Samstag

Zum 50. Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen werden in Preußen nationalistische Feiern abgehalten. Preußische Truppen hatten die dänische Befestigung in Nordschleswig während des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 erobert.

Wie eine in der britischen Zeitschrift “The Illustrated London News” veröffentlichte Aufnahme zeigt, erregen spektakuläre Automobilunfälle auch 28 Jahre nach der ersten öffentlichen Probefahrt eines vom deutschen Automobilpionier Carl Benz konstruierten sog. Motorwagens noch das Interesse einer breiten Öffentlichkeit.

Als Konsequenz aus der sog. Zabern-Affäre tritt der deutsche Statthalter in Elsass-Lothringen, Karl Graf von Wedel zurück. Nachfolger wird der bisherige preußische Innenminister Johann von Dallwitz.

19.4.1914, Sonntag

Der konservative Alldeutsche Verband fordert auf seiner Jahrestagung in Stuttgart eine offensive deutsche Militärstrategie vor allem gegenüber Russland und Frankreich.

Im italienischen Seebad Abbazia (heute Opatija, Jugoslawien) enden fünftägige Konsultationen zwischen dem italienischen Außenminister Antonio Marchese di San Giuliano und seinem österreich-ungarischen Kollegen Leopold Graf Berchtold. Dabei weist San Giuliano ausdrücklich auf eine dreibundfeindliche öffentliche Meinung in Italien wegen bestehender bilateraler Konflikte hin.

Das Mailänder Opernhaus Scala wird zum Abschluss der Spielzeit 1913/14 wegen seiner Programmgestaltung zum Ziel heftiger Kritik.

20.4.1914, Montag

In einer an den Kongress in Washington gerichteten Botschaft ersucht US-Präsident Woodrow Wilson die Abgeordneten erfolgreich um Vollmachten zu militärischen Maßnahmen gegen Mexiko. Nach seinen Aussagen richten sich etwaige Aktionen nicht gegen die mexikanische Bevölkerung, sondern gegen das Regime von Präsident Victoriano Huerta.

In der Bergarbeiterkolonie Ludlow bei Trinidad (US-Bundesstaat Colorado) gehen staatliche Milizen und Militär mit Waffengewalt gegen streikende Bergarbeiter vor.

Auf der Jahresversammlung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus in Posen wird auf die wachsende politische Bedeutung antijüdischer Propaganda vor allem in konservativen Kreisen hingewiesen.

21.4.1914, Dienstag

Zum zehnjährigen Jubiläum des Bündnisses zwischen Frankreich und Großbritannien (sog. Entente cordiale) beginnt ein viertägiger Staatsbesuch des britischen Königs Georg V. in der französischen Hauptstadt Paris.

Im Zuge eskalierender Auseinandersetzungen zwischen den USA und Mexiko nach der Verhaftung US-amerikanischer Soldaten in Tampico (Mexiko) am 9. April ordnet US-Präsident Woodrow Wilson die Besetzung der mexikanischen Stadt Veracruz Llave an.

Dem mit Waffen für die mexikanische Regierung beladenen deutschen Frachter “Ypiranga” wird von US-amerikanischen Truppen die Einfahrt in den Hafen von Veracruz Llave verwehrt. Nach einer Intervention der US-amerikanischen Regierung entschuldigt sich der zuständige Kommandant; der Frachter begibt sich freiwillig unter die Kontrolle der Besatzungstruppen.

Im Berliner Versammlungslokal “Neue Welt” findet eine zentrale Frauenkundgebung statt, die vor der drohenden Kriegsgefahr warnt.

22.4.1914, Mittwoch

Im Rahmen des Frankreich-Aufenthaltes des britischen Königs Georg V. kommen der britische Außenminister Sir Edward Grey und der französische Ministerpräsident Gaston Doumergue zu zweitägigen Konsultationen zusammen. Spekulationen über eine Ausweitung des bestehenden Bündnisses unter militärischen Aspekten erweisen sich jedoch als verfehlt.

23.4.1914, Donnerstag

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus in Washington billigt den Militärhaushalt 1914. Er hat ein Volumen von 100 Millionen US-Dollar (420 Millionen Mark). Der ursprüngliche Haushaltsansatz war vom Senat um sechs Millionen Dollar (25,2 Millionen Mark) erhöht worden.

Ein in der norditalienischen Stadt Mailand durchgeführtes Futuristenkonzert führt zu teilweise handgreiflichen Reaktionen im Publikum.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko werden abgebrochen. Der US-amerikanische Geschäftsträger Nelson O’Shaughnessy reist nach Washington zurück.

In den russischen Städten Petersburg (heute Leningrad), Riga und Moskau treten rund 100 000 Arbeiter in den Streik. Anlass ist der Ausschluss sozialistischer Abgeordneter aus dem russischen Parlament am 22. April wegen angeblicher Störversuche.

24.4.1914, Freitag

Auf einer Konferenz der preußischen Gesellschaft für innere Kolonisation in Berlin sprechen sich die Teilnehmer gegen die von der preußischen Regierung geplante Ausdehnung des Fideikommisses aus. Nach ihrer Ansicht kommt er nur einer kleinen Schicht Adliger zugute. Dem im Mittelalter entstandenen Fideikommiss zufolge darf ein Besitz erbrechtlich nicht zersplittert werden.

25.4.1914, Samstag

In seiner sog. Kaiserrede vor Essener Arbeitern bezeichnet der deutsche Industrielle Alfred Hugenberg, Vorsitzender des Direktoriums der Rüstungsfirma Krupp, den von ihm prophezeiten kommenden Krieg als eine “befreiende Kraftprobe” für das Deutsche Reich.

Angesichts der Konfrontation zwischen den USA und Mexiko nach der Besetzung der mexikanischen Stadt Veracruz Llave durch US-Truppen am 21. April unterbreiten die Staaten Argentinien, Brasilien und Chile einen Vermittlungsvorschlag.

Die für einen vollständigen Verbleib Irlands unter britischer Kontrolle kämpfenden Ulster-Unionisten landen im Hafen von Larne (Provinz Ulster) rund 5000 Gewehre und 40 t Munition an. Nach inoffiziellen Meldungen stammen die Waffen aus dem Deutschem Reich.

Auf der Hauptversammlung des Bergbaulichen Vereins und des Zechenverbandes in Essen fordert der Aufsichtsratsvorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats, Emil Kirdorf, eine Einschränkung der Unfallverhütungsvorschriften im Bergbau. Nach seiner Ansicht behindern sie die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

In London besiegt der FC BurnIey im Endspiel des englischen Fußballpokals den FC Liverpool 1:0.

26.4.1914, Sonntag

In Helsinki fordert der finnische Landtag in einer Petition von der russischen Regierung u.a. die Wahrung der finnischen Sprache im Amtsverkehr und der Rechte auf Vereins- und Versammlungsfreiheit.

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht in einem Vorabdruck die Übersetzung von Maxim Gorkis Roman “Meine Kindheit”.

27.4.1914, Montag

Im Rahmen ihrer dritten Jahrestagung weist die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt in Dresden darauf hin, dass im vergangenen Jahr 1500 flugtechnische Erfindungen geprüft worden sind. Allerdings erwiesen sich davon rund 95% als unbrauchbar.

28.4.1914, Dienstag

Der französische Generalstab führt eine Besichtigung der Befestigungsanlagen im Gebiet zwischen Paris und der belgischen Grenze durch. Bei einem etwaigen Krieg wird dort eine Konfrontation mit deutschen Truppen erwartet. An der Exkursion nehmen 25 Generäle und 230 Offiziere aller Waffengattungen teil.

29.4.1914, Mittwoch

Auf Anordnung von US-Präsident Woodrow Wilson wird in der von US-amerikanischen Truppen besetzten mexikanischen Stadt Veracruz Llave eine Zivilregierung unter Leitung von Robert J. Kerr eingesetzt. Gleichzeitig landen weitere 5000 Soldaten der US-Armee in Veracruz Llave.

Nach dem Abgeordnetenhaus billigt auch der bayerische Reichsrat einstimmig einen Antrag an die Landesregierung zur Bekämpfung der Unsittlichkeit. Danach soll die Landesregierung u.a. gegen anstößige Schaufenstergestaltung, Reklame für empfängnisverhütende Mittel und Animierkneipen vorgehen.

Mehrere jüdische Verbände protestieren in Berlin gegen die antisemitischen Tendenzen in der deutschen Jugendbewegung.

Die in Leipzig beendete Abnahmefahrt des neuen Militärluftschiffes Schütte-Lanz II dokumentiert die wachsende Bedeutung von Zeppelinen im deutschen Militär.

30.4.1914, Donnerstag

Die in Peking bekanntgewordene neue chinesische Verfassung sieht unbegrenzte Vollmachten für den diktatorisch regierenden Präsidenten Yüan Shih-k’ai vor. Yüan amtiert offiziell seit dem 6. Oktober 1913.

Chroniknet