Was geschah im April 1923

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Wetterstationen April 1923

1.4.1923, Sonntag

Streikende Fischer in Aberdeen (Schottland) gehen gewaltsam gegen deutsche Fischerboote vor, die durch ihre Lieferungen den Streik in seiner Wirksamkeit beeinträchtigen.

Thomas Mann befindet sich auf einer Vortragsreise über “Okkulte Erlebnisse”, die ihn von Wien über Budapest nach Prag führt.

In Warschau kommt es zu großen antirussischen Demonstrationen, die sich gegen die Verurteilung hoher katholischer Geistlicher in Moskau (26. 3.) richten.

2.4.1923, Montag

Um die auf Halde lagernde Kohle abzutransportieren, besetzen die Franzosen mit großem militärischem Aufgebot zwei staatliche Zechen in Buer (Gelsenkirchen) und eine private Zeche in Recklinghausen. Bis zum 11. April werden insgesamt 22 Zechen besetzt.

Auf dem Wiener Exelberg werden 90 Mitglieder des Republikanischen Schutzbundes von 300 Nationalsozialisten unter der Führung eines Münchener Kommandanten angegriffen. Während dieser sog. Schlacht auf dem Exelberg werden zwei Nationalsozialisten verletzt.

3.4.1923, Dienstag

Der französische Kriegsminister André Maginot rechtfertigt in seiner Rede vor dem Kongress der Kriegsbeschädigten die Besetzung des Ruhrgebiets. Nur so könne die deutsche Reparationsleistung an Frankreich sichergestellt werden.

Im Königsberger Neuen Schauspielhaus wird “Die Verfolgung” von Anton Dietzenschmidt (eigentl. Anton Schmidt), Empfänger des Kleistpreises 1919, uraufgeführt.

4.4.1923, Mittwoch

In Brooklyn stellt die US-amerikanische Schwimmerin Gertrude Caroline Ederle einen Weltrekord über 200 m Freistil in 2:45,2 min auf.

Bei der Innung in Potsdam besteht die erste Frau in Preußen die Gesellenprüfung als Kunstmöbeltischler.

Die türkische Regierung erlässt ein Alkoholverbot. Der Genuss alkoholischer Getränke wird mit einer Bastonade (orientalische Stockprügelstrafe auf die Fußsohlen) von 30 Schlägen bestraft. Lediglich ausländische Militärpersonen sind von diesem Verbot ausgenommen.

Als Ersatz für nicht erbrachte deutsche Reparationsleistungen ordnet die alliierte Rheinlandkommission die Beschlagnahmung von Waren und Erzeugnissen aller Art an.

Die deutsche Reichsregierung protestiert bei der französischen Regierung gegen die Vorgänge in den Essener Krupp-Werken am 31. März. Das französische Requisitionskommando habe, ohne angegriffen oder bedroht zu sein, in die Menge friedlich demonstrierender Arbeiter hineingeschossen und ein entsetzliches Blutbad mit 13 Toten angerichtet.

5.4.1923, Donnerstag

Der erste Vertretertag des Evangelischen Reichselternbunds in Braunschweig fordert ein Reichsschulgesetz, das die evangelische Schule und eine christliche Erziehung garantieren soll.

6.4.1923, Freitag

Französische Besatzungstruppen beschlagnahmen in einer mit dem Banknotendruck beauftragten Druckerei in Mülheim a. d. Ruhr verschiedene Druckplatten und einen großen Posten fertiger und unfertiger Banknoten (insgesamt zwei Milliarden Mark).

Die schwedische Regierung unter dem Sozialdemokraten Hjalmar Branting tritt zurück. Am Vortag hatte ihr der Reichstag mit der Ablehnung einer neuen Unterstützung der Arbeitslosen das Vertrauen entzogen. Der schwedische König Gustav V. beauftragt den Konservativen Ernst Trygger mit der Regierungsbildung (13. 4.), was am 19. April geschieht.

In Berlin wird die erste Organisation der Rundfunkamateure, der Deutsche Radio-Club, gegründet.

7.4.1923, Samstag

In Essen verhaftet die französische Militärpolizei den ehemaligen Freikorpsoffizier Albert Leo Schlageter wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Sprengstoffanschlag auf die Eisenbahnstrecke Dortmund- Duisburg bei Kalkum am 15. März.

Durch einen Sabotageakt wird der für den Kohlentransport bedeutende Rhein-Herne-Kanal stillgelegt. Die deutschen Saboteure sprengen den Kanal bei Henrichenburg (Emscher-Düker). Erst kürzlich war der wichtige Verkehrsweg durch die Hebung eines versunkenen Kahns wieder befahrbar geworden.

Die “Bremen” (10 826 BRT), das erste große Passagierschiff der Bremer Schifffahrtsgesellschaft Norddeutscher Lloyd seit dem Ende des Weltkriegs, wird in Dienst genommen.

Das Königsberger Neue Schauspielhaus zeigt die Uraufführung der Groteske “Dollar” von Fritz Gottwald.

8.4.1923, Sonntag

Reichspräsident Friedrich Ebert und Reichsverkehrsminister Wilhelm Groener appellieren an die Eisenbahner im besetzten Rhein- und Ruhrgebiet, ihren “Heldenkampf” gegen die Besatzer durchzuhalten.

9.4.1923, Montag

Die französischen Besatzungsbehörden lassen den ehemaligen preußischen Ministerpräsidenten Adam Stegerwald, den früheren Reichspostminister Johann Giesberts und den Staatssekretär der Reichskanzlei, Eduard Hamm, in Dortmund-Scharnhorst verhaften. Die drei Politiker befinden sich auf dem Weg zur Trauerfeier für die Opfer des “Essener Blutbads” am 31. März. Am 10. bzw.11. April werden Stegerwald, Giesberts und Hamm wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der US-amerikanischen Firma Ottoman-American Development Company gewährt die türkische Nationalversammlung eine Konzession zum Eisenbahnbau in Anatolien und Armenien.

Aufgrund des katholischen Widerstands gegen die von der spanischen Regierung angestrebte liberale Verfassungsreform wird die Deputiertenkammer (Cortes) aufgelöst. Die Katholiken befürchten, ihre Religion könne den Status der Staatsreligion verlieren.

10.4.1923, Dienstag

In Essen werden die von französischen Soldaten am 31. März erschossenen Krupp-Arbeiter beerdigt. Der Reichstag hält eine Trauerfeier für die Essener Opfer ab, an der auch Reichspräsident Friedrich Ebert teilnimmt.

Erich Zeigner (SPD), sächsischer Ministerpräsident seit dem 21. März 1923, fordert in seiner Regierungserklärung, die Arbeiterverbände auf, Abwehrorganisationen zum Schutz der Republik zu bilden.

Aufsehen erregt die formale Niederlage der britischen Regierung im Unterhaus (London). Zwar wird nur ein einfacher Geschäftsordnungsantrag abgelehnt, jedoch gibt diese Niederlage den Stimmen Auftrieb, die an der Regierungsfähigkeit des kranken Premierministers Andrew Bonar Law zweifeln.

Der polnische Ministerpräsident Wladyslaw Eugeniusz Sikorski proklamiert in Posen den Kampf gegen die im westlichen Teil Polens (ehemalige preußische Provinzen Westpreußen und Posen, die das Deutsche Reich nach dem Weltkrieg an Polen abtreten musste) lebenden Deutschen.

11.4.1923, Mittwoch

Nach der Niederlage der radikalen Verfechter der irischen Unabhängigkeit unter Eamon de Valera bei Tipperary bahnt sich das Ende des irischen Bürgerkriegs an. Mehrere Führer der Republikaner geraten in Gefangenschaft.

In Berlin wird der Verband der Funkindustrie gegründet.

12.4.1923, Donnerstag

In Abbey Theatre (Dublin) wird die Tragikomödie “Der Schatten eines Rebellen” (“The Shadow of a Gunman”) von Sean O’Casey uraufgeführt. O’Casey setzt sich in dem Stück kritisch mit der irischen Unabhängigkeitsbewegung gegen Großbritannien auseinander.

Zum Abschluss der 21. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Rom (seit 7. 4.) geben die Franzosen bekannt, dass die deutschen Sportler, die auch 1920 keine Einladung nach Antwerpen erhalten hatten, noch nicht das moralische Anrecht auf eine Olympiateilnahme hätten. Das IOC vertagt die Entscheidung über den Wunsch der Exilrussen, an den Olympischen Spielen 1924 in Paris teilzunehmen.

Der Republikanische Schutzbund wird vom österreichischen Innenministerium genehmigt. Als bewaffnete Organisation der Sozialdemokratischen Partei tritt der Schutzbund die Nachfolge der 1922 gegründeten Arbeiterwehren an. Julius Deutsch und General Theodor Körner leiten den Schutzbund.

Die Schriftleiter der nationalsozialistischen Zeitungen “Völkischer Beobachter” und “Miesbacher Anzeiger” weigern sich, vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig zu erscheinen, der gegen sie wegen öffentlicher Beleidigung früherer Minister zu verhandeln hat.

13.4.1923, Freitag

Im Anschluss an das preußische Verbot der Deutschvölkischen Freiheitspartei (22. 3.) werden das Berliner Büro der Parteizentrale und die Geschäftsräume der Reichstagsabgeordneten dieser Partei polizeilich durchsucht und geschlossen.

14.4.1923, Samstag

Bei der Eröffnung des provisorischen Berliner Flughafens auf dem Tempelhofer Feld kommt es zu einem für drei Stadtverordnete tödlich endenden Flugzeugabsturz.

Um Verhandlungen über ein geplantes Gastspiel zu führen, reist Max Reinhardt, Berliner Theaterregisseur und -leiter, in die USA, wo er mit dem Theaterproduzenten Morris Gest eine Übereinkunft erzielt.

15.4.1923, Sonntag

Bisher sind mehr als 20 000 Personen von den Besatzungsbehörden aus den besetzten Gebieten an Rhein und Ruhr ausgewiesen worden. Besonders betroffen sind Reichsbahnbeamte, die den Anweisungen der französisch-belgischen Eisenbahnregie nicht folgen. Die Zahl der Ausweisungen nimmt ständig zu.

Seit Anfang Februar sind 240 000 t Kohle und Koks aus dem besetzten Ruhrgebiet nach Frankreich und Belgien transportiert worden. Das ist weniger als 10% der Menge, die als Reparationen geliefert worden wäre.

Der Italiener Ugo Sivocci gewinnt auf Alfa Romeo das sizilianische Autorennen Targa Florio, das weltweit schwerste und älteste Langstreckenrennen des Automobilsports (seit 1906).

16.4.1923, Montag

In seiner Reichstagsrede signalisiert Reichsaußenminister Friedrich von Rosenberg die deutsche Bereitschaft zur Wiederaufnahme der wegen der Ruhrbesetzung eingestellten Reparationsleistungen, was auf einen Kurswechsel in der Ruhrpolitik schließen läßt.

Die österreichische Regierung unter Bundeskanzler Ignaz Seipel tritt aus Spargründen zurück. Am folgenden Tag bildet Seipel die neue Regierung.

Der britische Schatzkanzler Stenley Baldwin legt dem Unterhaus das mit einem Überschuss abgeschlossene Budget des vergangenen Haushaltsjahrs vor. Die wirtschaftliche Lage Großbritanniens habe sich gebessert, kommentiert Baldwin die Vorlage.

17.4.1923, Dienstag

Reichspräsident Friedrich Ebert erlässt die zweite auf deutsche Kollaboration im besetzten Ruhrgebiet bezogene Notverordnung, die erste stammt vom 3. März. Der Zusammenarbeit mit den Besatzern verdächtige Personen können nun durch Inhaftierung an der Einreise in die besetzten Gebiete gehindert werden.

Auf der Strecke Hamburg- Kopenhagen wird der Flugverkehr aufgenommen.

Der Vertreter der deutschen Interessen im besetzten Rheinland, Reichskommissar Hermann Graf von Hatzfeldt-Wildenburg, wird von der alliierten Rheinlandkommission ausgewiesen.

In Moskau beginnt der XII. Parteitag der Kommunistischen Partei Russlands (bis 25. 4.), an dem Regierungschef Wladimir I. Lenin aus Krankheitsgründen nicht teilnimmt. Leo D. Trotzki, Volkskommissar für Verteidigung, kritisiert die wirtschaftliche Situation.

18.4.1923, Mittwoch

In Mülheim a. d. Ruhr kommt es zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen unter kommunistischer Führung. Am 20. April wird der Aufruhr niedergeschlagen, wobei acht Personen ums Leben kommen.

19.4.1923, Donnerstag

Infolge des plötzlichen Sturzes des Markkurses kommt es zwischen Vertretern der Reichsregierung und der Reichsbank zu Gesprächen über die wirtschaftliche Lage des Deutschen Reiches.

Vor dem Reichstag weist Reichswirtschaftsminister Johannes Becker auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Deutschen Reichs hin. Angesichts dieser Lage seien Devisenspekulationen scharf zu verurteilen.

Der französische General Maxime Weygand wird zum Hochkommissar für Syrien und Libanon ernannt, die seit 1920 als Völkerbundsmandate unter französischer Herrschaft stehen.

Mit der neuen von König Fuad I. unterzeichneten Verfassung wird in Ägypten die Staatsform der konstitutionellen Monarchie eingeführt.

20.4.1923, Freitag

Polen setzt den Freistaat Danzig (seit 15. 11. 1920 dem Völkerbund unterstellt) wirtschaftlich unter Druck, um langfristig das Gebiet unter seine Kontrolle zu bringen. Der Warenexport nach Danzig wird gesperrt.

Mit der Premiere des “König Lear” von William Shakespeare läuft im Großen Schauspielhaus Berlin die letzte Theaterinszenierung an. Das Haus soll anschließend Operetten- und Revuevorstellungen dienen.

In seiner Oberhausrede rät der britische Außenminister George Nathaniel Marquess Curzon of Kedlestone der Reichsregierung, einen Verhandlungsvorschlag zur Reparationsfrage zu unterbreiten.

21.4.1923, Samstag

Anstelle der durch Regierungsbeschluss am 19. April abgeschafften Erste-Mai-Feiern wird in Italien der Gründungstag Roms zum ersten Mal als nationaler Tag der Arbeit mit Paraden und Kundgebungen gefeiert.

Mit 236 gegen 14 Stimmen lehnt das britische Unterhaus die Einführung eines Alkoholverbots ab.

22.4.1923, Sonntag

Nach der Meldung des Wolffschen Nachrichtenbüros (Berlin) hat die deutsche Reichsregierung die Rede des britischen Außenministers George Nathaniel Marquess Curzon of Kedlestone (20. 4.) positiv aufgenommen. Lord Curzon hatte sich in seiner Rede kritisch zur französischen Ruhrpolitik geäußert, die “Saat für die Revanche” sei.

In Paris endet das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen die Schweiz 2:2.

23.4.1923, Montag

In einer vorläufigen Entscheidung stellt der Staatsgerichtshof in Leipzig fest, dass das Verbot politischer Parteien nach dem Republikschutzgesetz (21. 7. 1922) zulässig ist und bestätigt damit die bisherige Verbotspraxis.

Die am 4. Februar abgebrochene Konferenz von Lausanne wird wiedereröffnet (bis 24. 7.). Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Griechenland, Rumänien, das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (heute Jugoslawien) einerseits und die Türkei andererseits verhandeln in Lausanne über einen Friedensvertrag.

24.4.1923, Dienstag

Der hessische Staat wird nach der Einstweiligen Verfügung vom 3. April endgültig dazu verurteilt, dem ehemaligen Großherzog Ernst Ludwig 300 Millionen Mark Entschädigung zu zahlen.

Nach der antifaschistischen Erklärung ihres Parteitags in Turin (8. 4.-13. 4.) treten die Popolari-Minister (Partito Popolare Italiano) zurück. Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini hatte von ihnen die unbedingte Anerkennung des Faschismus gefordert.

25.4.1923, Mittwoch

Nach einer Mitteilung der alliierten Reparationskommission hat das Deutsche Reich 1922 Sachlieferungen im Wert von 695 606 800 Goldmark erbracht. Frankreich erhielt Lieferungen im Wert von 209 064 100 Goldmark, Großbritannien im Wert von 167 851 700 Goldmark.

Ohne Debatte genehmigt der Deutsche Reichstag einen Nachtragsetat von 4,5 Billionen Reichsmark, mit dem die immensen, durch die Ruhrbesetzung entstandenen Ausgaben (Kredite an Ruhrunternehmen, Kohlenimporte u.a.) gedeckt werden sollen.

Per Verordnung löst die württembergische Regierung die militärischen Verbände jeder politischen Richtung (Proletarische Hundertschaften, Sturmtrupps, Saalschutz) auf.

Im Stadttheater Hildesheim wird “Der Franzosen-Narr” von Ludwig Holberg uraufgeführt.

Das satirische Mappenwerk “Ecce homo” (1922) des Malers und Graphikers George Grosz wird wegen angeblich unzüchtiger Darstellungen in Berlin beschlagnahmt.

26.4.1923, Donnerstag

Zwischen Anhängern der SPD, KPD und NSDAP kommt es in München zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Vergeblich fordert der Nationalsozialist Adolf Hitler die bayerische Regierung auf, die Maifeiern zu verbieten, weil angeblich ein Linksputsch geplant sei.

In der Londoner Krönungskirche Westminister Abbey werden Prinz Albert, Herzog von York und zweiter Sohn des britischen Königs Georg V., und Lady Elizabeth Bowes-Lyon in feierlicher Zeremonie getraut.

Die Oper “Belfagor” von Ottorino Respighi wird in Mailand uraufgeführt.

27.4.1923, Freitag

In einer Erklärung warnen die Bergarbeiterverbände im besetzten Ruhrgebiet vor dem von den Kommunisten propagierten Generalstreik.

Im Internationalen Psychoanalytischen Verlag erscheint “Das Ich und das Es” des Österreichers Sigmund Freud. Dieses Werk hat eine grundlegende Bedeutung für die psychologische Forschung des 20. Jahrhunderts.

28.4.1923, Samstag

Beim Stapellauf des Hapag-Dampfers “Deutschland” (22 000 BRT) in Hamburg hält Reichspräsident Friedrich Ebert die Taufrede.

Im Breslauer Lobetheater wird Leo Weismantels Drama “Totantanz 1921 – Ein Spiel vom Leben und Sterben unserer Tage” uraufgeführt.

Fußballfans stürmen das bereits überfüllte Londoner Wembley-Stadion, wo das englische Pokalfinale zwischen Bolton Wanderers und Westham United ausgetragen wird.

29.4.1923, Sonntag

In Hessen wird die NSDAP wegen ihrer verfassungsfeindlichen Bestrebungen verboten.

Einstimmig lehnt der Landesrat des Saargebiets die Vorlage der Reparationskommission ab, in der die Einführung der französischen Währung als Zahlungsmittel vorgesehen ist.

Der polnische Ministerpräsident Wladyslaw Eugeniusz Sikorski legt den Grundstein für einen Hafen bei Gdingen (heute Gdynia), der eine Konkurrenz zum Danziger Hafen werfen soll.

30.4.1923, Montag

Die von dem Oberbefehlshaber der französischen Besatzungstruppen, Jean Marie Degoutte, eingeleitete Untersuchung des “Essener Blutbads” (31. 3.) kommt zu dem Ergebnis, dass sich die französischen Truppen in Gefahr und im Zustand legitimer Notwehr befunden hätten, als sie auf die demonstrierenden Krupp-Arbeiter schossen.

Im April war ein US-Dollar im Durchschnitt 24 500 Mark wert.