Was geschah im April 1932

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Wetterstationen April 1932

1.4.1932, Freitag

Auf einer internationalen Konferenz in Brüssel (Belgien) beschließen die im Transatlantikverkehr tätigen Reedereien die Fahrpreise drastisch zu senken.

In Den Haag wird die Singspiel-Operette von Robert Stolz “Wenn die kleinen Veilchen blühen” uraufgeführt.

Reichspräsident Paul von Hindenburg lehnt ein Gnadengesuch des Schriftstellers Carl von Ossietzky ab, der wegen eines Artikels in der Zeitschrift “Weltbühne” zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Ossietzky hatte u.a. Soldaten als Mörder bezeichnet.

2.4.1932, Samstag

Der Umtausch von Reichsmark in Devisen wird auf Anordnung der Reichsdevisenbewirtschaftungsstelle künftig nur für Auslandsreisen und in einer Höhe von bis zu 200 RM gestattet.

Bei der Einweihung des deutschen Kulturinstituts in Rom hält der italienische Ministerpräsident Benito Mussolini die Eröffnungsrede im neugebauten Goethe-Haus.

3.4.1932, Sonntag

Zur Eröffnung des Wahlkampfes für die Reichspräsidentenwahl am 10. April kommt es in mehreren deutschen Städten zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der SPD, Nationalsozialisten und Kommunisten.

Der in Berlin tagende internationale Leichtathletikverband beschließt, dem finnischen Langstreckenläufer Paavo Nurmi den Amateurstatus abzuerkennen, da dieser bei Wettkämpfen zu hohe Spesenforderungen gestellt haben soll. Damit darf der hohe Favorit für die Olympischen Spiele in Los Angeles dort nicht teilnehmen.

4.4.1932, Montag

Die deutsche Reichsregierung stellt zur Stützung der vor dem Bankrott stehenden Bank für Haus- und Grundbesitz in Breslau eine Million RM zur Verfügung.

Das US-amerikanische Unternehmen Eastman-Kodak stellt in Washington der Presse ein Verfahren vor, das mit Hilfe von Infrarot-Strahlen das Fotografieren im Dunkeln ermöglicht.

5.4.1932, Dienstag

Nach elf Jahren Prohibition gelangen in Finnland wieder alkoholische Getränke in den freien Verkauf.

Auf der in Berlin stattfindenden Reichsgastwirtsmesse werden als Neuerungen für die Küche moderne Geschirrspüler und Elektroherde vorgestellt, die Einsparungen in der Gastronomie bewirken sollen. Dieser Wirtschaftszweig ist besonders von der Depression betroffen.

Bei Ausschreitungen von demonstrierenden Arbeitslosen in der Hauptstadt Neufundlands, St. John, wird das Parlamentsgebäude gestürmt und verwüstet, Premierminister Sir Richard Squires flüchtet, als Priester verkleidet, aus der Stadt.

6.4.1932, Mittwoch

In Berlin wird das 100 000. Kraftfahrzeug für den Verkehr zugelassen. Insgesamt ist die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Reichshauptstadt allerdings seit September 1931 um 15 000 gesunken.

Das tschechoslowakische Fürsorgeministerium in Prag beziffert die Zahl der Arbeitslosen im Lande auf 626 000 Personen gegenüber 340 000 zur selben Zeit des Vorjahres.

Bei Unwettern in Bessarabien (Rumänien) wird die Stadt Soroko durch Überschwemmungen zum größten Teil zerstört, Teile von Bukarest stehen völlig unter Wasser.

Angestellte der Hamburger U-Bahn werden mit Revolvern bewaffnet, nachdem Personal und Fahrgäste wiederholt überfallen und ausgeraubt worden sind.

Entlang der ostchinesischen Eisenbahn an der Grenze zwischen dem japanischen Korea und Mandschukuo (Mandschurei) kommt es zu heftigen Gefechten zwischen japanischen Invasionstruppen und chinesischen Einheiten.

Der US-amerikanische Präsident Herbert C. Hoover setzt sich in einem Zeitungsartikel für eine weltweite Herabsetzung der Rüstungsausgaben ein.

7.4.1932, Donnerstag

Im neuen Landtag von Mecklenburg-Strelitz regiert eine Koalition von Deutschnationalen und Nationalsozialisten unter Ministerpräsident Heinrich von Michael (DNVP).

In Chile findet eine Umbildung des Kabinetts statt, nachdem mit der Aufgabe des Goldstandards Unruhen unter der Bevölkerung ausgebrochen sind, die gegen Preissteigerungen und steigende Arbeitslosigkeit protestiert. Die chilenische Armeeführung verlangt vom neuen Kabinett eine liberalere Wirtschaftspolitik.

8.4.1932, Freitag

Die am 6. April in London eröffnete Vier-Mächte-Konferenz über Donaufragen endet mit der Ablehnung des französischen Vorschlags einer Zusammenfassung der Donaustaaten unter Ausschluss Deutschlands und Italiens, da die Delegationen Großbritanniens Deutschlands und Italiens dem Plan ihre Zustimmung verweigern.

Japan gewährt der neuen mandschurischen Regierung unter Regierungschef Pu Yi eine Anleihe von 20 Millionen Yen (9 Mio. RM).

9.4.1932, Samstag

Die italienische Regierung übermittelt dem Völkerbund einen detaillierten Plan zur internationalen Abrüstung, dem zufolge u.a. sämtliche Militärluftschiffe und Bombenflugzeuge sowie Tanks und Schlachtschiffe verschrottet werden sollen.

Mit einem Panhard-Rennwagen stellt der Brite George Eyston auf einer Rennstrecke bei Paris vier Automobil-Weltrekorde auf. Dabei bewältigt er u.a. 100 km in 28:18,18 min, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 212,903 km/h entspricht.

Reichsbankpräsident Hans Luther wird bei einem Attentat in Berlin von Sympathisanten der NSDAP durch einen Streifschuss verletzt. Die Täter werden von der Polizei verhaftet.

10.4.1932, Sonntag

Im zweiten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl erhält Paul von Hindenburg die Mehrheit mit 19,4 Millionen Stimmen gegenüber 13,4 Millionen für Adolf Hitler (NSDAP) und 3,7 Millionen für Ernst Thälmann (KPD).

In Leipzig besiegt Deutschland in einem Hockey-Länderspiel Österreich 10:2.

Sieger des über 1000 Meilen (1639 km) führenden Straßenrennens Coppa Mille Miglia durch Italien mit Start und Ziel in Brescia wird der Italiener Mario Umberto “Baconin” Borzacchini auf Alfa Romeo mit einem Stundenmittel von 109,884 km vor seinen Landsleuten und Markengefährten Mario Trossi und Vittorio Scarfiotti.

11.4.1932, Montag

Nach einer einjährigen Unterbrechung beginnt an den wichtigsten deutschen Börsen wieder der offizielle Börsenverkehr mit amtlicher Kursfestsetzung.

In Argentinien sind nach dem Ausbruch von mehreren als erloschen geltenden Vulkanen im Gebirgsmassiv der Kordilleren Hunderttausende von Menschen auf der Flucht vor Lava und Aschenregen.

In Berlin findet die deutsche Erstaufführung des US-amerikanischen Spielfilms “Schanghai Express” statt. Regie führte Josef von Sternberg, die Hauptrolle spielt Marlene Dietrich.

Der Berliner Rundfunk sendet als Uraufführung die Radiofassung des sozialkritischen Dramas “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” von Bertolt Brecht.

12.4.1932, Dienstag

Der frühere Reichswehrleutnant Richard Scheringer wird in Berlin vom Reichsgerichtshof wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu zweieinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Scheringer hatte dazu aufgerufen im Bund mit der Sowjetunion das deutsche Regierungssystem gewaltsam zu verändern.

In New York (USA) wird der Film “Grand Hotel” nach Vicky Baums Roman “Menschen im Hotel” uraufgeführt. Die Hauptrolle spielt die schwedische Schauspielerin Greta Garbo.

13.4.1932, Mittwoch

Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) fordert in Berlin von der Reichsregierung ein umfangreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit.

Mit einer Notverordnung “zur Sicherung der Staatsautorität” erhält die Reichsregierung vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die rechtliche Grundlage zum Verbot der nationalsozialistischen Verbände von SA und SS.

14.4.1932, Donnerstag

In Auckland (Neuseeland) stürmen Tausende von Arbeitslosen die Geschäfte der Stadt. Nach Plünderungen und Straßenschlachten mit der Polizei kann erst der Einsatz von regulären Truppen die Ruhe wiederherstellen.

Ein im Bau befindliches Bürohochhaus stürzt in Columbus (US-Bundesstaat Ohio) nach einer Gasexplosion in sich zusammen. In den Trümmern sterben 40 Bauarbeiter, Hunderte werden verletzt.

15.4.1932, Freitag

In Berlin bewilligt der Reichstag eine Million RM für Arbeitsbeschaffungsprogramme im Zusammenhang mit der Organisation des freiwilligen Arbeitsdienstes, die im letzten Halbjahr Beschäftigung für über 33 000 Arbeitslose gebracht hat.

In der Berliner Philharmonie wird dem Dirigenten des Berliner Philharmonischen Orchesters, Wilhelm Furtwängler, aus Anlass des 50-Jährigen Bestehens des Orchesters die neugeschaffene Goethe-Medaille verliehen. In dem anschließenden Festkonzert dirigiert Furtwängler in der Uraufführung das “Philharmonische Konzert” von Paul Hindemith.

Nach Angabe des Reichswirtschaftsministeriums in Berlin ist die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich auf 5 934 000 gesunken.

In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington wird dem Kongress eine Petition mit fünf Millionen Unterschriften übergeben, in der die Abschaffung der Prohibitionsgesetze (Verbot des Alkoholausschanks) gefordert wird.

16.4.1932, Samstag

In Innsbruck (Österreich) kommen Vertreter aus elf europäischen Staaten zu einer Tagung der internationalen Handelskammer zusammen, um über die Schaffung von Wirtschaftsbündnissen und die Einführung von Zollerleichterungen zur Linderung der wirtschaftlichen Not im Donauraum zu beraten. Die Tagung dauert bis zum 20. April.

Der US-amerikanische Präsident Herbert C. Hoover schlägt dem Kongress in Washington die Einführung der 5-Tage-Woche vor, um Neueinstellungen von Arbeitskräften zu ermöglichen und damit die Arbeitslosigkeit abzubauen.

17.4.1932, Sonntag

Kaiser Haile Selassie I. von Abessinien (Äthiopien) kündigt die Beendigung der Sklaverei im Land an.

Die Fußballnationalmannschaft der Schweiz schlägt in Zürich die tschechoslowakische Auswahl 5:1.

In Monte Carlo gewinnt der Italiener Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo den Großen Preis von Monaco vor seinem Markengefährten, dem Deutschen Rudolf Caracciola, und Luigi Fagioli (Italien) auf Maserati. Nuvolari stellt bei dem Rennen einen Streckenrekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 89,821 km/h auf.

Der von Kommunisten und Nationalsozialisten initiierte Volksentscheid zur Auflösung des Landtages führt in Oldenburg zum Erfolg, jedoch nicht in Sachsen.

In Tokio gründet der Vorsitzende der japanischen Sozialdemokraten, Katsumaro Akamatsu eine nationalsozialistische Partei, die die Grundsätze des Sozialismus und Faschismus verbinden soll.

18.4.1932, Montag

Die Sowjetunion verstärkt ihre Truppen an der Grenze zur Mandschurei (Mandschukuo) als Ergebnis der wachsenden Spannungen zwischen der UdSSR und den in der Mandschurei aufmarschierten japanischen Invasionstruppen.

19.4.1932, Dienstag

Das Berliner Landgericht verurteilt den Bild- und Urkundenfälscher Otto Wacker zu einem Jahr Gefängnis. Wacker hatte Bilder des niederländischen Meisters Vincent van Gogh gefälscht und mit ebenfalls nachgemachten Expertisen seit 1926 in den internationalen Kunsthandel geschleust.

Auf der Genfer Abrüstungskonferenz schlägt die französische Delegation eine Internationalisierung der Zivilluftfahrt vor, um zukünftig die militärische Verwendung von Zivilflugzeugen kontrollieren zu können.

Die deutsche Lufthansa kündigt für ihren Sommerflugplan Preissenkungen an. So kostet der Flug Berlin-London von nun an 150 RM.

20.4.1932, Mittwoch

Einen neuen Langstreckenrekord für Flugzeuge stellt der französische Flieger Jean Goulette auf, der für die 10 200 km lange Strecke von Le Bourget bei Paris bis nach Kapstadt (Südafrika) 3 Tage, 18 Stunden und 15 Minuten benötigt.

Im Frankfurter Städtischen Schauspielhaus wird das Drama “Zéro” von Fritz von Unruh uraufgeführt.

Das zweite Endspiel um den schottischen Fußball-Pokal gewinnen die Glasgow Rangers im heimischen Hampden-Park gegen Kilmarnock mit 3:0 Toren. Das erste Spiel war 1:1 unentschieden ausgegangen.

Der Operntenor Richard Tauber bringt in Freiburg im Breisgau seine Komposition “Prolog und Epilog zu einem dramatischen Gedicht für Orchester” zur Uraufführung.

21.4.1932, Donnerstag

Bei den Kantonalwahlen im schweizerischen Zürich erringen die Sozialdemokraten die meisten Stimmen vor der Bauernpartei und den Freisinnigen.

Bei einem Schwimmvergleichskampf in Leipzig zwischen deutschen und ungarischen Vereinsmannschaften stellt die Magdeburgerin Lisa Rocke mit einer Zeit von 3:08,2 min einen Weltrekord über 200 m Brust auf.

In Bastia auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika stürzt während eines Gerichtstermins das Dach des Justizpalastes ein und begräbt mehr als hundert Menschen, von denen 18 nur noch tot geborgen werden können.

22.4.1932, Freitag

In der Mandschurei haben aufständische chinesische Einheiten die Nachschublinie der japanischen Invasionstruppen entlang der ostchinesischen Eisenbahn an mehreren Stellen unterbrochen. Die Chinesen bekämpfen die von den Japanern unterstützte neue mandschurische Regierung.

Auf eine Eingabe der sowjetischen Gewerkschaften, die um eine Verbesserung der Versorgung mit Lebensmitteln nachsuchen, antwortet der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin, dass die Ernährungsfrage immer noch ungelöst sei und das Proletariat weitere Opfer bringen müsse.

In Berlin findet die Uraufführung des deutschen Spielfilms “Die Gräfin von Monte Christo” (Regie: Karl Hartl) mit Brigitte Helm und Rudolf Forster in den Hauptrollen statt.

Der 59-Jährige Regisseur Max Reinhardt erklärt vor der Presse seinen Rücktritt vom Amt des Leiters des Deutschen Theaters in Berlin, das er von 1905 an innehatte.

23.4.1932, Samstag

Die deutsche Schwerindustrie erhält von der Sowjetunion einen Auftrag zur Lieferung von 150 000 t Walzmaterial.

In Stratford upon Avon, dem Geburtsort des englischen Dichters William Shakespeare, wird in Anwesenheit des Prinzen von Wales das Shakespeare-Theater eröffnet. Das durch einen Brand zerstörte historische Gebäude ist mit Spenden aus aller Welt wiedererrichtet worden.

Die österreichische Fußballnationalmannschaft besiegt in Wien die ungarische Auswahl 8:2.

Im Londoner Wembley-Stadion gewinnt Newcastle United das englische Fußball-Pokal-Finale gegen die Elf von Arsenal London mit 2:1 Toren.

24.4.1932, Sonntag

Landtagswahlen in Anhalt, Bayern, Preußen und Württemberg sowie Bürgerschaftswahlen in Hamburg bringen erhebliche Stimmengewinne für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).

Die Oper “Die Spinnstube” des ungarischen Komponisten Zoltan Kodaly wird in Budapest uraufgeführt.

Bei Neuwahlen für die Landtage in den österreichischen Bundesländern Wien, Niederösterreich und Salzburg erringen die österreichischen Nationalsozialisten Stimmengewinne.

In Rom beginnt der bis zum 28. April dauernde internationale Theaterkongress auf dem seit Jahren erstmals wieder ein deutscher Beitrag vertreten ist. Der Berliner Regisseur Max Reinhardt beteiligt sich mit einer Aufführung von Friedrich Schillers “Kabale und Liebe”.

25.4.1932, Montag

Die britische Regierung führt im Rahmen ihrer Schutzzollpolitik einen neuen Einfuhrzoll auf Fertigprodukte und Luxuswaren ein. Die Zölle betragen künftig zwischen 15 und 30% des Warenwertes.

Eine Reihe von Wirbelstürmen tobt über Teilen der US-Bundesstaaten Tennessee und Arkansas. Die Naturkatastrophe fordert acht Menschenleben.

Nach den Landtagswahlen vom 24. April erklärt die preußische Koalitionsregierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Otto Braun nach dem Verlust der Mehrheit im preußischen Landtag ihren Rücktritt, bleibt aber bis zur Bildung eines neuen Kabinetts kommissarisch im Amt.

Die griechische Regierung beschließt in Athen, für ihre Währung den Goldstandard aufzugeben.

26.4.1932, Dienstag

Auf der Abrüstungskonferenz in Genf beschließt die Vollversammlung der Delegierten, erst nach den anstehenden französischen Parlamentswahlen in Frankreich wieder zusammenzutreten.

Bei einer Gasexplosion im Geschäftsviertel von Detroit (US-Bundesstaat Michigan) stürzen drei Hochhäuser in sich zusammen.

27.4.1932, Mittwoch

Die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten ist nach Angaben der US-Regierung auf über acht Millionen gestiegen.

Die Deutsche Reichsbahn kündigt für ihren Sommerfahrplan Fahrpreisermäßigungen zwischen 20 und 30% an.

28.4.1932, Donnerstag

Die deutsche Reichsbank senkt den Diskontsatz von 5,5% auf 5% und den Lombardsatz von 6,5% auf 6%. Durch diese Maßnahme werden Kredite verbilligt.

Die 3. Schwedische Rhapsodie “Dala” des schwedischen Komponisten Hugo Alfvén wird, von ihm selbst dirigiert, in Stockholm uraufgeführt.

In South Bend (US-Bundesstaat Indiana) stürzt ein Schnellzug von einer Eisenbahnbrücke auf ein Wohnhaus; bei dem Unglück kommen drei Menschen ums Leben.

Während einer Parade in der ostchinesischen Hafenstadt Schanghai, an der 10 000 japanische Soldaten beteiligt sind, verübt ein Anhänger der koreanischen Unabhängigkeitspartei ein Handgranatenattentat auf die Repräsentanten der japanischen Regierung, bei dem mehrere Politiker und Militärs schwer verletzt werden.

29.4.1932, Freitag

Die österreichische Regierung in Wien verfügt aufgrund der Verschlechterung der Außenhandels- und Devisenlage Einfuhrbeschränkungen für eine Reihe von Gütern, z. B. für Südfrüchte und Automotoren.

Im Meer vor der japanischen Küstenstadt Hiroschima stößt ein Küstendampfer mit dem Motorschiff “Nagato Maru” zusammen und sinkt. Über 100 Menschen ertrinken.

30.4.1932, Samstag

Im schweizerischen Genf endet die am 12. April eröffnete internationale Arbeitskonferenz mit der Annahme eines Abkommens, in dem das Mindestalter für Kinderarbeit in der Industrie auf 14 Jahre festgelegt wird.

Anlässlich der am 1. Mai beginnenden Berliner Weltwirtschaftskonferenz eröffnet der Verleger Rudolf Mosse in Berlin eine Gemäldeausstellung deutscher und ausländischer Meister des 17. und 18. Jahrhunderts, die hauptsächlich aus seiner eigenen Sammlung stammen.

Das Hessische Nationaltheater in Darmstadt zeigt in deutscher Erstaufführung das 1931 uraufgeführte Schauspiel “Oedipus” des französischen Dramatikers André Gide.

In Basel wird das Stück “Menschen ohne Gott” von Hans Mühlestein uraufgeführt, dessen Hauptfigur der sowjetische Regierungschef Josef W. Stalin ist.