Was geschah im April 1933

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Wetterstationen April 1933

1.4.1933, Samstag

NSDAP-Führer Adolf Hitler ernennt Alfred Rosenberg zum Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP.

Im Deutschen Reich führt die NSDAP einen Boykott jüdischer Geschäfte, Anwälte und Ärzte durch.

Bei dem zum 85. Mal ausgetragenen Ruderrennen der Studenten auf der Themse gewinnt zum zehnten Mal in Folge der Universitätsachter von Cambridge. Damit hat Cambridge 44mal gewonnen, Oxford 40mal, 1877 gab es ein totes Rennen.

Für die römisch-katholische Christenheit beginnt das Heilige Jahr zur 1900. Gedenkfeier des Todes Jesu Christi.

In Wilhelmshaven läuft das Panzerschiff “Admiral Scheer” vom Stapel. Am gleichen Tag wird dort das Panzerschiff “Deutschland” in Dienst gestellt.

Die Berliner Stadtverordnetenversammlung verleiht Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde.

Auf Druck der NSDAP tritt Ludwig Kastl als Geschäftsführer des Reichsverbandes der Deutschen Industrie zurück. Für ihn treten kommissarisch Hans von Lucke (NSDAP) und Alfred Möller (DNVP) in den Vorstand ein.

Reichsführer SS Heinrich Himmler erhält den Rang eines Politischen Polizeikommandeurs in Bayern.

2.4.1933, Sonntag

In Zürich endet der am 30. März eröffnete erste schweizerische Kongress für Touristik und Verkehr. Thema war die Belebung des aufgrund der Wirtschaftskrise stark zurückgegangenen Tourismus.

In Genf unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf Italien 0:3.

3.4.1933, Montag

Die Direktion des Deutschen Theaters in Berlin erklärt die künstlerische Leitung von Max Reinhardt für beendet.

Den britischen Fliegern Marquess of Clydesdale und Leutnant D. F. Mclntire gelingen die ersten Flüge über den 8848 m hohen Mount Everest.

4.4.1933, Dienstag

Nachdem bereits am 1. April ein Betätigungsverbot für jüdische Notare ergangen ist, erlässt der Reichskommissar für das preußische Justizwesen, Hanns Kerrl (NSDAP), ein Vertretungsverbot für jüdische Rechtsanwälte in Preußen.

Das Luftschiff “Akron” der US-Marineluftwaffe stürzt vor der Küste von New Jersey ab. Nur drei der 77 Besatzungsmitglieder überleben.

Robert Weltsch fordert in der “Jüdischen Rundschau” eine Rückbesinnung auf den Wert des Judentums.

Die Reichsregierung verkündet das Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten, das u.a. die Brandstiftung öffentlicher Gebäude mit dem Tod bedroht.

Das Reichsgesetz über Betriebsvertretungen und wirtschaftliche Vereinigungen setzt die Betriebsratswahlen bis zum 30. September 1933 aus, schmälert die Rechte der Gewerkschaften und erlaubt die Kündigung wegen des “Verdachts staatsfeindlicher Einstellung”.

Der Langnam-Verein, der Interessenverband der westfälischen Schwerindustrie, und der Wirtschaftsbeirat West der NSDAP bilden einen Führerkreis unter Leitung des Düsseldorfer NSDAP-Gauwirtschaftsberaters Joseph Klein.

Vertreter der deutschen Landwirtschaft bilden in Berlin die Reichsführerschaft des deutschen Bauernstandes unter Vorsitz von Richard Walther Darre (NSDAP).

Aufgrund einer Verordnung von Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP) benötigen deutsche Reichsangehörige künftig für jeden Grenzübertritt einen Sichtvermerk.

5.4.1933, Mittwoch

Der Reichskommissar für das preußische Justizwesen, Hanns Kerrl (NSDAP), gibt die Gründung eines Sonderdezernats zur Korruptionsbekämpfung bekannt.

Die Hitlerjugend besetzt die Berliner Geschäftsstelle des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände. NSDAP-Reichsjugendführer Baldur von Schirach übernimmt die Leitung.

Die Bundesführung des den freien Gewerkschaften nahestehenden Deutschen Beamtenbundes (DBB) beschließt die Auflösung der Organisation. Unter Führung des NSDAP-Beamtenführers Jacob Sprenger wird der DBB am 10. April mit dem Reichsbund höherer Beamter vereinigt.

In Vaduz (Liechtenstein) erschießen sechs aus dem Deutschen Reich angereiste NSDAP-Sympathisanten den früheren Berliner Theaterleiter Alfred Rotter.

6.4.1933, Donnerstag

Im Zusammenhang mit der angeblichen Unterschlagung von 1,5 Mio. Reichsmark bei der Kölner Handwerkskammer wird der Direktor der Gewerbebank Euskirchen, Reichstagsvizepräsident Thomas Esser (Zentrum), verhaftet.

7.4.1933, Freitag

Am Tag der Aufhebung des 14-Jährigen Bierverbots trinken die US-Bürger über eine Mio. Barrel (1 Barrel = 159 l) des neuen Biers mit 3,2% Alkoholgehalt.

Auf Einspruch des Reichsverbandes der Deutschen Industrie untersagt die Politische Zentralkommission der NSDAP allen Mitgliedern ein selbständiges Eingreifen in den Geschäftsablauf von Wirtschaftsunternehmen und Banken.

Durch das Reichsgesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft kann die Zulassung nichtarischer Rechtsanwälte (ausgenommen Frontkämpfer) zum 30. September 1933 aufgehoben werden. Kommunistische Rechtsanwälte verlieren sofort ihre Zulassung.

Durch das Reichsgesetz zur “Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” werden im Deutschen Reich Staatsgegner und Nichtarier von der Beamtenlaufbahn ausgeschlossen.

Durch das Zweite Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich werden bis auf Preußen in allen Ländern Reichsstatthalter eingesetzt.

8.4.1933, Samstag

In Hamburg beschließen die Führungen der Deutschen Volkspartei in Rheinland und Westfalen den Übertritt zur NSDAP.

Der Hauptvorstand der Deutschen Turnerschaft, der Dachorganisation der deutschen Turnvereine mit 1 589 229 Mitgliedern, beschließt in Stuttgart den Ausschluss nichtarischer Mitglieder aus den Turnvereinen. Das gleiche gilt für Mitglieder von KPD und SPD.

9.4.1933, Sonntag

Der Herausgeber des liberalen “Berliner Tageblatts”, Hans Lachmann-Mosse, gibt die Niederlegung der Geschäftsführung und die Umwandlung des in Finanzschwierigkeiten geratenen Unternehmens in eine Stiftung bekannt.

In Wien endet die Erfolgsserie des österreichischen Fußball-“Wunderteams” durch das 1:2 (0:0) gegen die Tschechoslowakei.

Der Italiener Tazio Nuvolari gewinnt auf seinem 2,3-1-Alfa-Romeo wie schon 1930 das Langstreckenrennen Mille miglia.

Die Reichsregierung hebt die Kraftfahrzeugsteuer für Pkw, Lkw und Krafträder auf, die nach dem 31. März 1933 zum Verkehr zugelassen werden.

Wegen Schwierigkeiten im Handelsverkehr mit Moskau unterbricht die Regierung Mandschukuos den Verkehr auf der Ostchinesischen Eisenbahn nach Wladiwostok.

11.4.1933, Dienstag

Die DNVP-Reichstagsfraktion wählt Otto Schmidt-Hannover als Nachfolger von Ernst Oberfohren, der als Gegner der Kooperation mit der NSDAP am 1. April zurückgetreten war, zum Vorsitzenden.

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen Generalmusikdirektor Wilhelm Furtwängler und Reichspropagandaminister Joseph Goebbels (NSDAP) über die Tätigkeit jüdischer Künstler.

Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband verlässt den Deutschen Gewerkschaftsbund. Der Gesamtverband deutscher Angestellten-Gewerkschaften (Gedag) schließt sich an.

Der Bayerische Bauern- und Mittelstandsbund stellt seine Tätigkeit ein und unterstellt sich der NSDAP-geführten Reichsbauernschaft.

Reichskanzler Adolf Hitler ernennt Hermann Göring (NSDAP) zum preußischen Ministerpräsidenten.

12.4.1933, Mittwoch

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr (DNVP) wird unter dem Vorwurf der Beamtenbestechung und Veruntreuung öffentlicher Gelder verhaftet.

Theodor Lewald, seit 1919 Präsident des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, tritt in Berlin zurück. Er bleibt Leiter des Deutschen Olympischen Ausschusses. Dem DRA gehören 42 Verbände mit 6,5 Mio. Mitgliedern an.

13.4.1933, Donnerstag

In Rom informieren Reichsminister Hermann Göring und Vizekanzler Franz von Papen die Presse über ihre Gespräche mit der Führung Italiens.

Auf Bitte des Münchner Kardinals Michael von Faulhaber werden in Bayern 730 Schutzhäftlinge entlassen. In den bayerischen KZ sind noch 3800 Menschen in Schutzhaft.

Die Deutsche Studentenschaft beginnt ihre Aktion “Wider den undeutschen Geist”.

14.4.1933, Freitag

Auf Beschluss der kommissarischen bayerischen Staatsregierung ist der Karfreitag erstmals Feiertag in ganz Bayern.

15.4.1933, Samstag

Die Zeitung “Bergbau-Industrie” veröffentlicht die Ergebnisse der Betriebsratswahlen auf 141 Schachtanlagen im Ruhrgebiet. Auf die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation entfallen 30,7% der Sitze, die freien Gewerkschaften erhalten 30,6% und die christlichen 22,9% der Sitze.

Folgende Rundfunkintendanten nehmen ihre Arbeit auf: Friedrich Arenhövel (Berliner Funkstunde), Heinrich Glasmeier (Westdeutscher Rundfunk, Köln), Walter Beumelburg (Südwestdeutscher Rundfunk, Frankfurt am Main), Richard Kolb (Bayerischer Rundfunk) und Götz Otto Stoffregen (Deutschlandsender).

16.4.1933, Sonntag

Eine Führerkonferenz der NSDAP auf dem Obersalzberg beschließt die gewaltsame Übernahme der freien Gewerkschaften. Die Leitung dieser auf den 2. Mai angesetzten Aktion hat NSDAP-Reichsorganisationsleiter Robert Ley.

Die in München erscheinende satirische Zeitschrift “Simplicissimus” vollzieht die Gleichschaltung.

Auf Initiative der KPD wird in Paris das Weltkomitee für die Opfer des Hitlerfaschismus gegründet.

17.4.1933, Montag

James Franck, Nobelpreisträger für Physik 1925, legt wegen des antijüdischen Berufsbeamtengesetzes vom 7. April seine Professur in Göttingen und sein Amt als Direktor des II. Physikalischen Instituts nieder. Am 24. April kritisieren 42 Göttinger Hochschullehrer dies als “Sabotageakt”.

18.4.1933, Dienstag

Nach Abschluss seines Rom-Besuchs (11. bis 17. 4.) äußert sich Österreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß optimistisch über das Verhältnis seines Landes zu Italien.

In Bern beschließt die 1925 gegründete Schweizer Heimatwehr die Gründung eines uniformierten Freikorps.

19.4.1933, Mittwoch

Der Bundesausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ruft die Arbeiter zur Teilnahme der Kundgebungen am 1. Mai auf, der von der Reichsregierung am 10. April zum “Feiertag der nationalen Arbeit” erklärt worden ist. Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften schließt sich an.

Zwei britische Ingenieure der Firma Metropolitan-Vickers, die am 11. März wegen angeblicher Industriesabotage verhaftet worden waren, werden in Moskau zu zwei und drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, danach aber begnadigt. Der auf das Urteil folgende Handelskrieg zwischen Großbritannien und der UdSSR endet am 1. Juli.

Die Vereinigten Staaten erklären ein Ausfuhrverbot für Gold.

20.4.1933, Donnerstag

Nach dem Verbot der “Weltbühne” im Deutschen Reich und der Verhaftung ihres Herausgebers Carl von Ossietzky, der seit dem 6. April im KZ Sonnenburg (bei Küstrin) inhaftiert ist, erscheint in Prag erstmals die von William S. Schlamm herausgegebene “Neue Weltbühne”.

Beim Training für den Großen Preis von Monaco in Monte Carlo verunglückt Rudolf Caracciola (Alfa Romeo) schwer und fährt 1933 keine Rennen mehr.

Wegen einer Karikatur des Reichskanzlers werden die Geschäftsräume und die Druckerei des “Dortmunder Generalanzeigers” von der SA besetzt. Das bis dahin unabhängige Blatt geht zwangsweise in die Hände der NSDAP über.

Der kommissarische preußische Kultusminister, Bernhard Rust (NSDAP), ordnet die Gründung von drei Nationalpolitischen Erziehungsanstalten an. Er verfügt außerdem, Disziplinarstrafen für Schüler und Studenten wegen Beteiligung an der “nationalen Revolution” zu löschen (rückwirkend zum 1. 1. bzw. 24. 2. 1925) und national aktive, sitzengebliebene Schüler zu versetzen.

Im Deutschen Reich wird der 44. Geburtstag von Reichskanzler und NSDAP-Führer Adolf Hitler mit großem Aufwand gefeiert.

21.4.1933, Freitag

NSDAP-Führer Adolf Hitler ernennt Rudolf Heß zu seinem Stellvertreter in Parteiangelegenheiten.

Reichskanzler Adolf Hitler ernennt eine preußische Staatsregierung. Ministerpräsident Hermann Göring wird zugleich Justizminister, die bisherigen Reichskommissare Johannes Popitz (Finanzen, parteilos), Hanns Kerrl (Justiz, NSDAP) und Bernhard Rust (Bildung, NSDAP) werden Staatsminister.

Reichsminister Alfred Hugenberg (DNVP) dementiert Gerüchte über den Rücktritt der DNVP-Reichsminister und protestiert gegen eigenmächtige Eingriffe von NSDAP-Mitgliedern in die Wirtschaft sowie die Benachteiligung deutschnationaler Beamter und Lehrer.

Als Beitrag zur Aktion “Wider den undeutschen Geist” beschlagnahmen Studenten in der Universitätsbibliothek Kiel zahlreiche Werke “undeutscher” Dozenten.

22.4.1933, Samstag

Zum Abschluss einer zweitägigen Führertagung der NSDAP in München erklärt Adolf Hitler, seine Partei arbeite “für das Urteil der Jahrtausende”.

Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin, Walter Granzow (NSDAP), ernennt den Kirchenrechtler Walter Bohm aus Hamburg zum Staatskommissar für die evangelisch-lutherische Landeskirche. Auf Einspruch der Kirchenbehörden wird die Staatsaufsicht am 25. April revidiert.

23.4.1933, Sonntag

Sieger beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo wird der Italiener Achille Varzi auf Bugatti.

Vor 20 000 Zuschauern gewinnt in Mannheim Süddeutschland durch ein 6:1 (4:1) über Südostdeutschland zum achten Mal den Fußball-Bundespokal.

Der Bundesvorstand des Deutschen Tennisbundes empfiehlt seinen Vereinen in Berlin den Ausschluss von Nichtariern und Marxisten. Wegen des Verbots der Aufstellung nichtarischer Spieler in Auswahlteams wird der Berliner Daniel Prenn nicht für den Daviscup nominiert.

Das Inkrafttreten einer Verordnung des Reichsarbeitsministers, Franz Seldte (Stahlhelm), vom Vortag beendet die Tätigkeit von Kassenärzten nichtarischer Herkunft oder kommunistischer Gesinnung.

Eine Tagung von 214 Funktionären der Deutschen Volkspartei beschließt in Berlin das Fortbestehen der DVP.

Bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck wird die NSDAP mit über 40% der Stimmen stärkste Partei. Daraufhin setzt Bundeskanzler Engelbert Dollfuß zunächst bis zum 31. Oktober 1933 alle Landtags- und Kommunalwahlen aus.

24.4.1933, Montag

Der Braunschweiger Landesverband der DNVP tritt geschlossen zur NSDAP über.

NSDAP-Reichsjugendführer Baldur von Schirach schliest SPD-nahe und jüdische Jugendgruppen aus dem von ihm geführten Reichsausschuss der Deutschen Jugendverbände aus. Die nationalen Jugendgruppen haben sich unter Führung von Admiral Adolf von Trotha zum Großdeutschen Bund vereinigt.

Im Berliner Rundfunk spricht Gottfried Benn zum Thema “Der neue Staat und die Intellektuellen” und erteilt darin dem Liberalismus eine Absage.

25.4.1933, Dienstag

Durch das “Reichsgesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen” wird der Anteil nichtarischer Schüler und Studenten begrenzt. Hans Frank (NSDAP), Justizminister von Bayern, wird Reichskommissar für die Gleichschaltung des Justizwesens.

Der Hamburger Senat beschließt die Sanierung der Reste des Gängeviertels.

Der preußische Kultusminister Bernhard Rust (NSDAP) beurlaubt weitere 46 Hochschullehrer, darunter den Sozialpsychologen Curt Bondy, den Physiker Max Bom (beide Göttingen) und den Maler Paul Klee (Kunstakademie Düsseldorf).

Der Maler Oscar Schlemmer protestiert bei Reichspropagandaminister Joseph Goebbels unter Hinweis auf das Frontkämpfertum vieler verfemter Künstler gegen die Entfernung von Werken moderner Kunst aus deutschen Museen.

Eine neue Straße verbindet Venedig mit Mestre auf dem Festland.

26.4.1933, Mittwoch

Die Glaubensbewegung Deutscher Christen gibt die Berufung von Wehrkreispfarrer Ludwig Müller zum Vertrauensmann des Reichskanzlers in Fragen der evangelischen Kirche bekannt.

Der britische Premierminister James Ramsey MacDonald verlässt nach fünftägigen Gesprächen die USA.

Der Stadtrat von München, der “Hauptstadt der Bewegung”, verleiht Adolf Hitler und Reichsstatthalter Franz Ritter von Epp die Ehrenbürgerwürde. Die Brienner Straße heißt zwischen Odeon- und Königsplatz nun Adolf-Hitler-Straße.

Auf einer Reichskonferenz in Berlin wählen die Vertreter der SPD-Bezirke einen Parteivorstand unter Führung von Otto Wels und Hans Vogel.

In Berlin entsteht ein Geheimes Staatspolizeiamt für Preußen.

27.4.1933, Donnerstag

Franz Seldte, der Bundesführer des Stahlhelm, erklärt seinen Eintritt in die NSDAP. Am Tag zuvor hat er den Zweiten Stahlhelm-Bundesführer, Theodor Duesterberg, abgesetzt.

28.4.1933, Freitag

Vertreter der freien und christlichen Gewerkschaften sowie des Verbandes der Deutschen Gewerkvereine bilden den Führerkreis der vereinigten Gewerkschaften.

In Recklinghausen wird der Leiter des Einheitsverbandes der Bergarbeiter Deutschlands, Albert Funk (KPD) aus Dortmund, zum Selbstmord gezwungen. Laut Polizeibericht springt Funk aus einem Fenster im zweiten Stock des Polizeipräsidiums.

Ein außerordentlicher Kongress des freigewerkschaftlichen Afa-Bundes für Angestellte beschließt in Berlin die Auflösung der Gewerkschaft zum 30. April.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP) ernennt den SA-Gruppenführer Hans von Tschammer und Osten zum Reichssportkommissar.

29.4.1933, Samstag

Reichsminister Hermann Göring tauft in Berlin eine Junkers D 2500 auf den Namen “Generalfeldmarschall von Hindenburg”. Am selben Tag entsteht dort der Reichsluftschutzbund.

Im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion wird der FC Everton durch ein 3:0 (1:0) über Manchester City englischer Fußball-Pokalsieger.

30.4.1933, Sonntag

Der Reichsverband der deutschen Presse wählt in Berlin NSDAP-Reichspressechef Otto Dietrich zu seinem Präsidenten und billigt den Ausschluss von Juden und Marxisten aus dem Verband.