Was geschah im April 1934

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Wetterstationen April 1934

1.4.1934, Sonntag

Der italienische Priester und Sozialpädagoge Giovanni Bosco wird in Rom heiliggesprochen.

Das erste Winterhilfswerk im nationalsozialistischen Deutschen Reich wird beendet.

In Paris wird der (kommunistische) Internationale Bund der Bau- und Holzarbeiter gegründet.

Im Deutschen Reich werden als verbraucherfreundliche Maßnahme einheitliche Sorten von Käse und Butter eingeführt.

2.4.1934, Montag

Das außerordentliche Heilige Jahr wird von Papst Pius XI. in Rom feierlich beendet.

Am Schluss eines zweitägigen Kongresses in Utrecht beschließen die niederländischen Sozialdemokraten, die Sociaal-Democratische Arbeiderpartij, eine grundlegende Kursänderung. Sie bekennen sich ausdrücklich zur Legalität und Loyalität gegenüber der bürgerlichen Regierung, schwören allen revolutionären Forderungen ab, wollen auf Propaganda für einseitige Abrüstung verzichten und erkennen die militärische Landesverteidigung an.

3.4.1934, Dienstag

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) fordert in einem Interview eine Verdreifachung der deutschen Truppenstärke.

Mit Unterstützung des diensthabenden Justizwachbeamten fliehen zwei nationalsozialistische Häftlinge und drei sozialistische Schutzbündler aus dem landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Linz. Der Beamte und die entsprungenen Häftlinge flüchten ins Deutsche Reich.

Der spanische Ministerrat beschließt die Aufhebung des Alarmzustands und kündigt die Wiedereinführung der Todesstrafe an.

Das Sondergericht in Düsseldorf verurteilt einen Mann, der in einer Gastwirtschaft in betrunkenem Zustand “Greuelmärchen” über die nationalsozialistische deutsche Regierung verbreitet hatte, zu sechs Monaten Gefängnis.

4.4.1934, Mittwoch

In Moskau werden von Regierungsvertretern die Nichtangriffspakte zwischen der Sowjetunion und den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland um zehn Jahre verlängert.

5.4.1934, Donnerstag

In Stettin werden acht Kriminalangestellte und Beamte der Polizeiverwaltung wegen Misshandlung von Häftlingen zu Zuchthaus- und Gefängnisstrafen zwischen neun Monaten und 13 Jahren verurteilt. In der NS-Presse wird betont, dass der preußische Ministerpräsident und deutsche Reichsminister der Luftfahrt, Hermann Göring (NSDAP), persönlich die Anklageerhebung veranlasst habe.

Das Schwurgericht in Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) verurteilt das ehemalige KPD-Mitglied Hans Beck wegen Mordes zum Tode. Laut Urteil hatte Beck 1932 bei einer Auseinandersetzung mit Nationalsozialisten einen SS-Mann so schwer verletzt, dass dieser kurze Zeit später starb.

Tauwetter und starke Regenfälle verursachen im Norden und Südwesten der USA schwere Überschwemmungen. Etwa 50 Menschen ertrinken.

Vor dem Sondergericht in Köln wird der pensionierte katholische Priester Leonhard Jansen wegen böswilliger Verleumdung der Reichsregierung zu sechs Monaten Gefängnis und Überführung in eine geschlossene Anstalt verurteilt. Jansen hatte u.a. behauptet, 400 katholische Priester seien in Konzentrationslager gebracht worden.

6.4.1934, Freitag

Die österreichische Regierung Engelbert Dollfuß (Christlichsoziale Partei) gibt die Ausbürgerung von fünf Sozialisten – darunter Otto Bauer und Julius Deutsch -, einem Kommunisten und zwölf Nationalsozialisten wegen hochverräterischer bzw. regierungsfeindlicher Tätigkeit bekannt.

7.4.1934, Samstag

In Rumänien tritt ein Staatsschutzgesetz in Kraft, das die Mitarbeit in verbotenen politischen Organisationen sowie jede Propaganda gegen die Monarchie, den Parlamentarismus und das allgemeine Stimmrecht unter Strafe stellt.

In Moskau wird der sowjetisch-finnische Nichtangriffspakt von 1932 um zehn Jahre verlängert.

Der deutsche Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht dementiert in Basel Gerüchte, das Deutsche Reich verhandle mit dem Ausland, um neue Kredite für die Beschaffung von Rohstoffen zu erhalten. Die deutsche Regierung wolle keine neuen Schulden machen, ehe nicht die alten beglichen seien.

Bei einer Massenkundgebung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in der Freien Stadt Danzig betont Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP), dass es die besondere staatsrechtliche Situation Danzigs nicht erlaube, den revolutionären nationalsozialistischen Gestaltungswillen verfassungsmäßig sofort zu verwirklichen.

8.4.1934, Sonntag

Der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, Mohandas Karamchand Gandhi, formuliert die Strategie des bürgerlichen Ungehorsams neu, da sie bislang nicht die erhoffte Wirkung erzielt hat.

Auf einer Versammlung in Paris fordern die sog. Generalstände der Arbeit (Gewerkschaften) zur Verhinderung eines Bürgerkriegs die Auflösung und Entwaffnung aller bestehenden halbmilitärischen Verbände.

9.4.1934, Montag

Im Deutschen Reich wird die Sonntagsnummer der “Basler Nachrichten” beschlagnahmt wegen eines kritischen Artikels “Zur Lage der deutschen Juden”.

Der deutsche Reichsminister und Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß (NSDAP), gibt in der Presse bekannt, dass Nichtreichsdeutsche auch nicht Mitglieder der NSDAP werden können.

Im Deutschen Reich beginnen die Reichsberufswettkämpfe.

In der Nacht auf den 10. April entgleist der D-Zug Salzburg- Frankfurt am Main zwischen Hörsching und Marchtrenk hinter Linz. Auf einer Länge von 15 m waren hier die Schienen von den Schwellen gelöst worden. Der Hintergrund des Anschlags, der ein Todesopfer und mehrere Verletzte fordert, bleibt unaufgeklärt.

10.4.1934, Dienstag

Die polnische Delegation setzt sich beim Völkerbund in Genf für ein allgemeines Schutzabkommen für ethnische Minderheiten ein.

Jean Cocteau (1889- 1963) verarbeitet in seinem Drama “Die Höllenmaschine” das im Théâtre Louis Jouvet in Paris uraufgeführt wird, den antiken Ödipus-Stoff in freier Form.

11.4.1934, Mittwoch

Nach einer Meldung der “Jüdischen Rundschau” hat sich die Einwanderung von Juden nach Palästina aus dem Deutschen Reich stark erhöht.

Im polnischen Lublin kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen, als etwa 3000 Arbeitslose Beschäftigung bei den Notstandsarbeiten der Gemeindeverwaltung erzwingen wollen. Als Demonstranten die Polizei mit Steinen bewerfen, eröffnet diese das Feuer; eine Person wird getötet, 15 werden schwer verletzt.

12.4.1934, Donnerstag

Die deutsche Gesandtschaft in Prag protestiert gegen eine vom tschechischen Künstlerverein “Manes” veranstaltete Karikaturenausstellung, in der “in unerhört beleidigender Form” der deutsche Reichspräsident, der Reichskanzler und führende Persönlichkeiten der deutschen NS-Führung verhöhnt würden. – Die tschechoslowakische Regierung veranlasst die sofortige Entfernung der beanstandeten Karikaturen.

In Spanien schließen sich die drei Parteiorganisationen Republikanische Aktion, Galizische Republikaner und Unabhängige Radikalsozialisten zur Republikanischen Linken unter dem früheren Ministerpräsidenten Manuel Azaña y Díaz zusammen.

13.4.1934, Freitag

Im Deutschen Reich wird die “Prawda”, das Zentralorgan der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), vorübergehend verboten. Grund für das Verbot sind Anschuldigungen, die der bulgarische Politiker Georgi M. Dimitrow gegen NS-Politiker in der “Prawda” veröffentlicht hat.

Die sowjetische Gesandtschaft in Warschau wird in eine Botschaft umgewandelt.

14.4.1934, Samstag

Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen, Konstantin Freiherr von Neurath (parteilos), erklärt, das Deutsche Reich erstrebe keine Autarkie.

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) tritt die Heimreise von Norwegen an. Hitler hat ohne Kenntnis der norwegischen Regierung auf dem Panzerschiff “Deutschland” eine einwöchige Fahrt durch die westnorwegischen Fjorde unternommen, ohne sich an Land zu begeben. Es war die erste Auslandsreise des Kanzlers.

Der italienische Sportflieger Renato Donati erreicht in einem Caproni-Doppeldecker mit zwei 500 PS starken Alfa-Romeo-Pegasus-Motoren eine Höhe von 14 500 m und stellt damit einen neuen Höhenweltrekord auf.

15.4.1934, Sonntag

Erstmals seit 1918 werden in Berlin 15 Bühnenkünstler durch den preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (NSDAP) zu preußischen Kammersängern bzw. Staatsschauspielern ernannt.

In Hagen in Westfalen kommt es bei einer Kundgebung des oppositionellen Pfarrernotbunds zu tätlichen Auseinandersetzungen mit Anhängern der nationalsozialistisch beeinflussten Deutschen Christen.

Der Leiter des Reichsrechtsamts der NSDAP, Hans Frank, gründet in Hamburg das Amt zur Rechtsbetreuung des deutschen Volkes. In den kommenden Wochen gründet das Amt 2000 Rechtsbetreuungsstellen.

16.4.1934, Montag

In Italien wird der Handel mit Margarine verboten. Das Verbot ist eine Maßnahme zur Förderung der Milchwirtschaft.

In der UdSSR wird der Titel “Held der Sowjetunion” eingeführt.

Bei Zusammenstößen zwischen Streikenden und der Polizei im spanischen Barcelona werden zwei Menschen getötet und 15 verletzt.

Großbritannien lehnt die Forderung der südafrikanischen Regierung ab, Betschuanaland, Basutoland und Swasiland nach Südafrika einzugliedern.

17.4.1934, Dienstag

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), danken in Berlin den Leitern und Helfern des Winterhilfswerks. Hitler betont, das Winterhilfswerk solle nicht nur die Not beseitigen, die durch öffentliche Maßnahmen nicht beseitigt werden könne, sondern auch dazu beitragen, das Volk zu sozialistischem Denken zu erziehen.

Im Deutschen Reich wird eine parteiamtliche Prüfungskommission der NSDAP zum Schutz des nationalsozialistischen Schrifttums eingerichtet.

In einer China-Erklärung des japanischen Außenministeriums wird die “natürliche Verantwortung” Japans für die Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen Osten unterstrichen. Die Einmischung fremder Mächte in dieser Region wird strikt abgelehnt.

18.4.1934, Mittwoch

Im Deutschen Reich werden 16 Luftämter zur Verwaltung von Luftfahrtangelegenheiten errichtet.

Frankreich weist den sowjetischen Exilpolitiker Leo Trotzki aus.

Der Stabschef der SA, Ernst Röhm (NSDAP), bezeichnet die SA als Garant des Friedens in Europa.

Laut Meldung des nationalsozialistischen “Hakenkreuzbanners” ist das Gebäude des “Neuen Mannheimer Volksblattes”, einer ehemaligen Zentrumszeitung, von einer “erregten Menschenmenge” gestürmt worden. “Durch den glücklichen Umstand, dass zufällig eine Abteilung SA die Straße passierte, konnten weitere Ausschreitungen verhütet werden.” Vier Redakteure des katholischen Blatts wurden “zum Schutze der eigenen Person” inhaftiert.

In Berlin stört ein nationalsozialistisches Kommando ein Konzert des schweizerischen Dirigenten Edwin Fischer.

In Esbjerg und Kopenhagen kommt es während eines Streiks der dänischen Handelsmatrosen zu blutigen Unruhen.

19.4.1934, Donnerstag

Egon Erwin Kisch und andere prominente Deutsche im Exil sprechen in der französischen Hauptstadt Paris auf einer Versammlung deutscher Emigranten, bei der die Freilassung im Deutschen Reich inhaftierter Schriftsteller gefordert wird.

Die Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Arnsberg warnt die konfessionellen Jugendverbände, das Verbot zu übertreten, nach dem Aufmärsche, das Tragen von Uniformstücken, das Mitführen eigener Musikkapellen sowie sportliche Betätigung im Rahmen eines konfessionellen Jugendverbands untersagt ist. Übertretungen dieses Verbots würden künftig unnachsichtig mit “Polizeistrafen” geahndet.

Die französische Beamtenschaft legt aus Protest gegen die von der Regierung Gaston Doumergue verfügten Gehalts- und Pensionskürzungen für eine Stunde die Arbeit nieder.

20.4.1934, Freitag

Der preußische Ministerpräsident und deutsche Reichsminister der Luftfahrt, Hermann Göring (NSDAP), beruft den Reichsführer der SS, Heinrich Himmler (NSDAP), zum Leiter des Geheimen Staatspolizeiamts.

In Wien wird amtlich bekanntgegeben, dass 81 Sozialisten und Kommunisten, die bisher in Wien inhaftiert waren, in das Anhaltelager Wöllersdorf verlegt wurden.

Im Deutschen Reich finden die Feierlichkeiten anlässlich des 45. Geburtstags des deutschen Reichskanzlers Adolf Hitler (NSDAP) statt.

Die Würzburger Katholikenzeitung “Fränkisches Wochenblatt” wird für acht Tage verboten, der Hauptschriftleiter in Schutzhaft genommen. Das Blatt hatte in einem Bericht über einen internationalen Presseempfang im Vatikan geschrieben, dass alle Besucher, gleichgültig ob Juden, Christen, Chinesen oder deutsche Neuheiden vor dem Papst das Knie gebeugt hätten.

Die Deutsche Reichspost lässt die Farbe ihrer Fahrzeuge ändern; zukünftig werden Postfahrzeuge rot lackiert.

21.4.1934, Samstag

In Berlin wird die Ausstellung “Deutsches Volk – deutsche Arbeit” eröffnet.

Die konservative Regierung des schweizerischen Kantons Wallis verbietet dem sozialdemokratischen Regierungspräsidenten des Kantons Genf, Léon Nicole, die Einreise. Nicole wollte auf der Jahrestagung der Sozialdemokratischen Partei des Kantons Wallis eine Rede halten.

Das spanische Parlament (Cortes) in Madrid nimmt ein Amnestiegesetz an für alle, die vor dem 14. April wegen politischer und militärischer Delikte verurteilt wurden. Die Zahl der Amnestierten, die überwiegend der politischen Rechten angehören, liegt bei rund 9000.

22.4.1934, Sonntag

Die Vertreter der oppositionellen Bekennenden Kirche schließen sich in Ulm zur Bekenntnisgemeinschaft der Deutschen Evangelischen Kirche zusammen, die sich als rechtmäßige evangelische Kirche im Deutschen Reich versteht.

Auf dem ersten bayerischen Bauerntag in München bezeichnet der deutsche Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré (NSDAP), das Reichserbhofgesetz als unerschütterliche Grundlage der neuen bäuerlichen Wirtschaftsregelung.

Die Stadtverwaltung von Düsseldorf meldet, ähnlich wie andere deutsche Städte, einen Anstieg der Eheschließungen und vermehrtes Ausscheiden von Frauen aus dem Arbeitsleben.

Der deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt Joachim von Ribbentrop (NSDAP) zum Beauftragten für die Abrüstungsfrage.

Die österreichische Bundesregierung unter Engelbert Dollfuß (CP) erteilt dem im Schweizer Exil lebenden Erzherzog Eugen die Erlaubnis zur Rückkehr nach Österreich.

24.4.1934, Dienstag

Im Deutschen Reich wird durch Gesetz der Volksgerichtshof als oberste Instanz zur Verhandlung “politischer Delikte” geschaffen.

25.4.1934, Mittwoch

Der spanische Staatspräsident Niceto Alcalá Zamora y Torres verhängt den Belagerungszustand über das Land.

Der spanische Ministerpräsident Alejandro Lerroux y García tritt wegen unüberbrückbarer Gegensätze zu Staatspräsident Niceto Alcalá Zamora y Torres in der Frage des Amnestiegesetzes von seinem Amt zurück.

Der Rat der Volkskommissare in Moskau verabschiedet die Resolution über die Verlegung der Akademie der Wissenschaften von Leningrad nach Moskau. Die Akademie war 1725 von Zar Peter dem Großen im damaligen Petersburg gegründet worden.

26.4.1934, Donnerstag

Nach Angaben der “Neuen Zürcher Zeitung” bestehen in den USA mehrere faschistische Organisationen. Die bedeutendsten sind die sog. Weißhemden mit 200 000 Mitgliedern, die Silberhemden mit 100 000 Mitgliedern und die Khaki-Hemden mit 25 000 Mitgliedern.

Fanatische Hindus aus höheren Kasten überfallen den Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand Gandhi aus Protest gegen sein Eintreten für die Parias, die für Kastenangehörige zu den “Unberührbaren” zählen.

27.4.1934, Freitag

In Berlin beginnt die sog. Transferkonferenz, auf der über die deutsche Auslandsverschuldung beraten wird. Sie dauert bis 29. Mai.

Der deutsche Reichsminister des Auswärtigen, Konstantin Freiherr von Neurath (parteilos), nimmt auf einer Pressekonferenz in Berlin Stellung zu Abrüstungsfragen. Er führt u.a. aus, dass es erstaunlich sei, dass Frankreich, dessen Wehrausgaben in Höhe von 16 Milliarden Franc liegen, gegen die Aufstockung des deutschen Wehretats auf 890 Millionen Reichsmark protestiere.

28.4.1934, Samstag

Nach dem Rücktritt des spanischen Ministerpräsidenten Alejandro Lerroux y García (Radikale Partei) bildet sein Parteikollege Ricardo Samper Ibáñez ein Kabinett, das sich von dem Lerroux’ kaum unterscheidet. Auslöser der Kabinettskrise waren gegen die Regierung gerichtete Proteststreiks, die nach dem harten Eingreifen der Polizei zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen eskalierten.

In Rom wird das neugewählte Parlament eröffnet. Der Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini, vereidigt die neuen Abgeordneten und die Verfassung. In seiner Thronrede hebt König Viktor Emanuel III. die Bedeutung des Faschismus hervor.

Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), ersucht die Landesregierungen, den Polizeidienststellen eine scharfe Bekämpfung des Denunziantentums zur Pflicht zu machen. Die Nachprüfung der bei den Behörden wegen angeblich staatsfeindlicher Äußerungen erstatteten Anzeigen ergäben sehr oft, dass der Grund für die Anzeigen persönliche Streitigkeiten seien. Namentlich bei Hausstreitigkeiten werde der Gegner oft politisch verdächtigt.

Im britischen Fußball-Pokalfinale besiegt die Mannschaft von Manchester City im Londoner Wembley-Stadion Portsmouth 2:1.

29.4.1934, Sonntag

Oswald Mosley, der Führer der britischen Faschisten (Schwarzhemden), erklärt auf einer Massenversammlung in London, seine Partei ahme weder das deutsche noch das italienische Vorbild nach. Der gemeinsame Feind aller faschistischen Parteien sei jedoch der Kommunismus.

30.4.1934, Montag

Der österreichische Nationalrat, das Bundesparlament, tritt zum letzten Mal zusammen. Mit 72 zu zwei Stimmen beschließt das Parlament, dem die Abgeordneten der im Februar verbotenen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei nicht mehr angehören, die “Verfassung 1934”. Danach ist Österreich nicht mehr Republik, sondern ein ständisch geordneter Bundesstaat.

In Bombay streiken über 75 000 Textilarbeiter. Es ist der Beginn einer Streikwelle, die 1934 ganz Britisch-Indien erfasst. Sie wendet sich gegen das System der Arbeitsintensivierung und die Verschärfung der Ausbeutung.

Die Berliner “Deutsche Tageszeitung”, der “Hamburger Correspondent” und die “Frankfurter Nachrichten” stellen ihr Erscheinen ein. Durch wirtschaftliche Repressionen und politischen Terror erzwingt das NS-Regime die Schließung von ihr nicht genehmen Zeitungen.