Was geschah im April 1938

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1.4.1938, Freitag

Der bisherige Ministerialdirektor Ernst Freiherr von Weizsäcker wird zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt ernannt.

Die bisherigen Provinzen Nieder- und Oberschlesien werden zur Provinz Schlesien vereinigt, die bisherige Provinz Oberschlesien bildet den Regierungsbezirk Oppeln der neuen Provinz.

In Kopenhagen schwimmt eine Berliner 4×100-m-Staffel (Otto-Heinz Wille, Werner Birr, Werner Plath und Kurt von Eckenbrecher) mit 4:02,4 min einen Weltrekord und verbessert die alte Höchstmarke der Staffel des Bremischen SV von 1935 um eine Sekunde.

Der Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick, gründet die Stiftung Internationales Olympisches Institut.

In Chicago schlägt der farbige US-amerikanische Profi-Boxer Joe Louis seinen Landsmann Harry Thomas in der fünften Runde k. o. und bleibt Schwergewichtsweltmeister.

Bochum erlebt die Uraufführung der Ehekomödie “Kleiner Mann ganz groß” von Robert A. Stemmle mit Victor De Kowa, Gusti Huber und Paul Hoffmann in den Hauptrollen.

In Berlin wird das Filmlustspiel “Fünf Millionen suchen einen Erben” von Carl Boese mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle uraufgeführt.

Laut “Päpstlichem Jahrbuch” verfügt die katholische Kirche in der ganzen Welt im Jahr 1938 über 14 Patriarchate, 1194 Bischofssitze und (in den Missionsgebieten) Vikariate und apostolische Präfekturen. Beim Heiligen Stuhl sind 38 Regierungen akkreditiert.

Aufgrund der polnisch-litauischen Vereinbarungen vom 19. März 1938 nehmen die beiderseitigen Gesandten ihre Arbeit auf. Zugleich beginnt die Wiederherstellung der Post-, Bahn- und Straßenverbindungen zwischen beiden Ländern.

In Australien wird der Social Security Act erlassen. Durch Finanzierung aus einem allgemeinen Fonds werden verschiedene Sozialleistungen (u.a. Arbeitslosen- und Kindergeld sowie Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenrenten) bestritten.

Die ersten 150 Personen aus Österreich werden in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert.

Rückwirkend vom 30. April 1938 tritt im Deutschen Reich eine Dienstordnung für nichtbeamtete Gefolgschaftsmitglieder bei öffentlichen Verwaltungen und Betrieben in Kraft.

Im Deutschen Reich tritt die Verordnung über die Auflockerung der Kündigungstermine bei Mietverhältnissen vom 24. März in Kraft.

Im Deutschen Reich tritt das Waffengesetz vom 18. März 1938 in Kraft. Darin wird u.a. für den Erwerb von Faustfeuerwaffen ein auf ein Jahr befristeter Waffenerwerbsschein vorgeschrieben, der u.a. Personen unter 18 Jahren, Zigeunern und wegen Hoch- oder Landesverrat sowie wegen schwerer Vergehen Verurteilten verweigert wird.

Im Deutschen Reich tritt das Gesetz über das Reichswirtschaftsgericht vom 25. Februar 1938 in Kraft. Das neue Gericht kann bei wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Stellen oder zwischen dem von einer solchen Maßnahme Betroffenen und dem betreffenden staatlichen Organen angerufen werden.

2.4.1938, Samstag

Frankreich und Großbritannien heben die bisherige Gesandtschaft in Wien auf und ernennen stattdessen einen französischen Generalkonsul. Dem Beispiel folgen u.a. Belgien, Polen, die Tschechoslowakei und die USA.

Beim 90. Ruderrennen zwischen den Universitätsachtern von Oxford und Cambridge wiederholt Oxford seinen Vorjahressieg.

3.4.1938, Sonntag

In einem Interview mit dem “Wiener Tagblatt” erklärt Sozialdemokrat Karl Renner, er werde bei der Volksabstimmung am 10. April mit Ja stimmen. Renner hofft, damit eine Freilassung der verhafteten Sozialdemokraten erreichen zu können.

Den Sieg bei der über eine Strecke von 1621,3 km führenden Mille Miglia holt sich der italienische Autorennfahrer Clementino Biondetti auf Alfa Romeo.

Im Abschiedsspiel Wien- Altreich schlägt die ehemalige österreichische Fußballnationalmannschaft die reichsdeutsche Auswahl in Wien 2:0 (0:0).

In Basel schlägt die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft die Elf der Tschechoslowakei 4:0 (3:0).

4.4.1938, Montag

In Wien spricht Reichswirtschaftsminister Walther Funk mit österreichischen Wirtschaftsführern und nennt als wichtigstes Ziel die Lösung der Abhängigkeit von ausländischen Importen. Einer grundlegenden Neuordnung bedürfe auch der österreichische Kapitalmarkt.

Im Land Österreich treten neue Gebührensätze für Briefe und Postkarten in Kraft. Ein Brief im Fernverkehr bis 20 g kostet nunmehr zwölf Reichspfennig bzw. 18 Groschen, eine Postkarte im Fernverkehr sechs Reichspfennig bzw. neun Groschen.

5.4.1938, Dienstag

Im tschechoslowakischen Abgeordnetenhaus fordern die deutschen und tschechischen Sozialdemokraten für das sudentendeutsche Gebiet Kredite für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Höhe von 500 Millionen Kronen (rund 43,5 Millionen Reichsmark).

Der Verteidigungsminister der Republik Spanien, Indalecio Prieto y Tuero, erklärt seinen Rücktritt. Seine Nachfolge übernimmt Ministerpräsident Juan Negrín López. Auseinandersetzungen zwischen Negrín, der sich vor allem auf die Kommunisten stützt, und dem Sozialisten Prieto über die weitere Kriegsführung waren der Demission vorangegangen.

6.4.1938, Mittwoch

Frankreichs sozialistischer Ministerpräsident Léon Blum legt der Kammer einen Vollmachtenkatalog für ein umfangreiches Produktionsförderungsprogramm vor, mit dem eine Etatlücke von rund 37 Milliarden Franc (etwa 3,1 Milliarden Reichsmark) ausgeglichen werden soll. Die Kammer in Paris stimmt mit 311 gegen 250 Stimmen bei 42 Enthaltungen zu.

7.4.1938, Donnerstag

Im Anschluss an eine Kundgebung in Linz eröffnet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler mit dem symbolischen ersten Spatenstich am Walserberg zwischen Salzburg und Bad Reichenhall den Bau für die Autobahn Salzburg- Wien.

8.4.1938, Freitag

In Frankreich wird das vom sozialistischen Ministerpräsidenten Léon Blum vorgelegte und am 6. April von der Kammer gebilligte Vollmachtenprogramm vom Senat mit 223 gegen 49 Stimmen abgelehnt. Daraufhin erklärt Blum seinen Rücktritt.

In einer Rede in Birmingham erklärt Großbritanniens Premierminister Neville Chamberlain, die britische Politik bemühe sich, Kriege zu vermeiden und andererseits in einer bewaffneten Welt so gut bewaffnet wie nur möglich zu sein. Die bei der Vereinigung des Deutschen Reichs mit Österreich angewandte Methode nennt Chamberlain geschmacklos.

9.4.1938, Samstag

Anlässlich des “Tages des Großdeutschen Reiches” spricht Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in der Nordwestbahnhalle in Wien und richtet einen letzten Generalappell an die Wähler. Hitler erklärt: “Diese Stadt ist in meinen Augen eine Perle! Ich werde sie in eine Fassung bringen, die einer Perle würdig ist.”

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet die Durchführung baulicher Maßnahmen in der Stadt der Reichsparteitage Nürnberg an, die zum Ausbau des Parteitagsgeländes und zur planvollen Gestaltung des Stadtbildes erforderlich sind.

In Moskau wird eine Säuberung des sowjetischen Posttransportwesens angekündigt. Der Grund sind zahlreiche Fälle von Diebstahl, Vernichtung und falscher Beförderung von Postgütern.

In Oslo treffen sich die Außenminister der vier skandinavischen Staaten. Die Minister sind sich einig, dass die nordischen Staaten sich von allen Mächtegruppierungen fernhalten müssten, um nicht in einen Krieg hineingezogen zu werden.

10.4.1938, Sonntag

Bei der Abstimmung über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich votieren im Reich nach offiziellen Angaben bei einer Beteiligung von 99,59% mit Ja 99,01%; in Österreich (Beteiligung 99,71%) stimmen 99,73% mit Ja.

Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird den öffentlich Bediensteten im Lande Österreich, die seit dem 30. Januar 1933 im Kampf für die nationalsozialistische Erhebung gemaßregelt worden sind, bzw. deren Hinterbliebenen eine Entschädigung zuerkannt. Zur Versorgung für die “Kämpfer für die nationale Erhebung” ist bereits am 4. April 1938 ein Versorgungsgesetz erlassen worden.

Der Radikalsozialist Édouard Daladier wird zum dritten Mal französischer Ministerpräsident.

Beim Auftakt zur europäischen Automobilrennsaison siegt beim Großen Preis von Pau der Franzose René Dreyfus (Delahaye) vor Rudolf Caracciola/Hermann Lang (Mercedes)

11.4.1938, Montag

Der NSDAP-Gauleiter Josef Bürckel ordnet in Wien einen “Osterfrieden” an. Bis zum 25. April sollen von der NSDAP und den angeschlossenen Organisationen keine Veranstaltungen durchgeführt werden. Ähnliche Befehle ergehen auch für andere Regionen.

12.4.1938, Dienstag

Der neue radikalsozialistische französische Ministerpräsident Édouard Daladier legt seine Regierungserklärung vor, die von der Kammer mit 576 gegen fünf Stimmen angenommen wird.

Der Film “Jugend” von Veit Harlan mit Kristina Söderbaum in der Hauptrolle hat in Dresden Premiere.

13.4.1938, Mittwoch

Der Kongress der chinesischen Partei Kuomintang erlässt ein Manifest zum Krieg mit Japan. Darin wird erklärt, dass sich das Schicksal der vier von Japan besetzten Nordprovinzen nicht von dem Gesamtchinas trennen lasse.

14.4.1938, Donnerstag

Die seit zwei Wochen andauernden Unruhen in Tunis – Frankreich verwaltet Tunesien als Protektorat – werden durch die Polizei beendet. Die französischen Behörden lassen die liberal-konstitutionelle Neo-Destur-Partei auflösen und ihre Führer, darunter den Gründer, Habib Burgiba, verhaften.

Die Transsibirische Eisenbahn wird für den internationalen Verkehr gesperrt.

15.4.1938, Freitag

Die 4. Navarra-Division des nationalspanischen Heeres erreicht bei Vinaroz die Küste des Mittelmeeres. Das Gebiet der spanischen Republik ist nunmehr in zwei Hälften geteilt.

Der bereits seit 1848 bestehende VfL Bochum beschließt die Gründung einer Fußballabteilung.

16.4.1938, Samstag

In Rom wird zwischen Großbritannien und Italien ein Abkommen über den Ausgleich von Kolonialinteressen im Mittelmeer und in Nordafrika unterzeichnet. Zugleich verpflichtet sich Italien zum Abzug von Truppen aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Der tschechoslowakische Staatspräsident Eduard Bene erlässt anlässlich der Osterfeiertage eine weitgehende Amnestie für politische Vergehen.

In Hamburg besiegt der deutsche Schwergewichtsboxer Max Schmeling den US-Amerikaner Steve Dudas durch Abbruch in der fünften Runde.

17.4.1938, Sonntag

Im Vatikan wird die Kanonisation (Heiligsprechung) dreier im 16. Jahrhundert lebender Personen, des polnischen Jesuiten Andreas Bobola, des Italieners Giovanni Leonardi und des spanischen Franziskaners Salvador da Horta gefeiert.

18.4.1938, Montag

In Burgos übt der nationalspanische General Juan de Yagüe Blanco Kritik an der konservativen Sozial- und Wirtschaftspolitik des von General Francisco Franco Bahamonde geführten Regimes. Yagüe Blanco fordert u.a. umfassende soziale Reformen und die Schaffung einer unparteilichen Justiz. Yagüe Blanco wird zeitweise seines Postens enthoben, dann jedoch wieder an die Front geschickt.

19.4.1938, Dienstag

Am Vorabend des Führergeburtstages ruft Reichsjugendführer Baldur von Schirach von der ostpreußischen Marienburg aus die Jugendlichen des Jahrgangs 1928 zum Eintritt in das Jungvolk der Hitlerjugend auf.

Gegen Otto Habsburg-Lothringen, Sohn des letzten Kaisers von Österreich, Karl I., erlässt das Landgericht Wien I einen Steckbrief wegen Hochverrats. Dem Kaisersohn, der formell am 13. März deutscher Staatsbürger geworden war, wird vorgeworfen, sich mit seinem am 16. März im Pariser “Petit Parisien” veröffentlichten Aufruf an die Westmächte gegen “Führer, Volk und Vaterland” vergangen zu haben.

20.4.1938, Mittwoch

Der “Panay”-Zwischenfall – die Versenkung des US-amerikanischen Kanonenboots “Panay” auf dem Jangtsekiang durch japanische Flugzeuge am 12. Dezember 1937 – wird durch eine japanische Entschädigungszahlung in Höhe von 2,2 Millionen US-Dollar (rund 5,4 Milliarden Reichsmark) beigelegt.

In Anwesenheit von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird in Berlin der Olympia-Film von Leni Riefenstahl uraufgeführt.

Mit Empfängen und Paraden begeht in Berlin Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seinen 49. Geburtstag.

21.4.1938, Donnerstag

In Rom wird der 2691. Gründungstag der Stadt (nach der Legende am 21. April 753 v. Chr.) mit dem faschistischen Tag der Arbeit begangen.

In einem Armeebefehl würdigt der tschechoslowakische Staatspräsident Eduard Bene die Aufstellung der tschechoslowakischen Legion in Italien am 21. April 1918.

22.4.1938, Freitag

In Madrid rufen der republikanische General José Miaja Menant und der politische Armeekommissar Jesus Hernandez Tomás die Soldaten der Armee auf, keinen Schritt zurückzuweichen.

23.4.1938, Samstag

Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird Josef Bürckel Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich.

Durch eine Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Feldmarschall Hermann Göring, werden die Noten der Österreichischen Nationalbank mit Wirkung vom 25. April für ungültig erklärt und müssen bis spätestens 31. Dezember 1938 in Reichsmark eingetauscht werden. Die auf Schilling und Groschen lautenden Scheidemünzen bleiben zunächst gültig.

Auf Anordnung des österreichischen Unterrichtsministeriums wird der Anteil der an österreichischen Hochschulen studierenden Juden auf 2% beschränkt. 1936 waren es 11%.

Durch die Dritte Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Neugestaltung der Reichshauptstadt Berlin können Friedhöfe oder Friedhofsteile, sofern dies für die Durchführung der Neugestaltung erforderlich ist, aufgehoben werden.

24.4.1938, Sonntag

Auf der Haupttagung der Sudetendeutschen Partei (SdP) in Karlsbad fordert deren Vorsitzender Konrad Henlein von der Regierung der Tschechoslowakei in einem Acht-Punkte-Programm für die sudetendeutsche Bevölkerung Gleichberechtigung und Autonomie.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt gegen Portugal in Frankfurt am Main 1:1 (0:1).

Der bisherige Reichsverweser Konstantin Päts wird zum Präsidenten der Republik Estland gewählt.

25.4.1938, Montag

Der Schweizer Bundesrat schlägt der Bundesversammlung als Maßnahme zur Stärkung der Landesverteilung vor, die Wiederholungskurse für Wehrmänner zu verlängern und den General als Oberkommandierenden während des Aktivdienstes nicht mehr durch die Bundesversammlung, sondern vom Bundesrat wählen zu lassen. Die Revision der Generalswahl wird vom Parlament abgelehnt.

Großbritannien und die Republik Irland vereinbaren in London Abkommen über Verteidigung, Finanzen und Außenhandel, wobei die Frage einer Wiedervereinigung des Südens mit Nordirland ausgeklammert bleibt.

26.4.1938, Dienstag

Im Deutschen Reich wird eine Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden erlassen.

Michail I. Kalinin, der Vorsitzende des Präsidiums des Obersten Sowjet, erklärt gegenüber der tschechoslowakischen Regierung, dass aufgrund der Bestimmungen des Beistandspaktes vom 16. Mai 1935 eine militärische Hilfeleistung der Sowjetunion auch ohne Beteiligung Frankreichs denkbar sei.

27.4.1938, Mittwoch

Polen und Großbritannien unterzeichnen ein Abkommen über die Begrenzung der Flottenrüstung.

In Tirana findet die Ziviltrauung des albanischen Königs Zogu I. mit der Gräfin Geraldine Apponyi statt.

28.4.1938, Donnerstag

In der Schweiz entsteht durch Zusammenfassung der Orchester von Lausanne und Genf das 84köpfige Orchestre de la Suisse romande unter Leitung des Schweizer Dirigenten Ernest Ansermet.

Die Oper “Mathis, der Maler” des deutschen Komponisten Paul Hindemith, wird in Zürich uraufgeführt.

In Berlin gibt Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink die Gründung eines zweijährigen freiwilligen Frauenhilfsdienstes für Wohlfahrts- und Krankenpflege bekannt. Die Angehörigen des Frauenhilfsdienstes haben Anspruch auf freie Unterkunft und Verpflegung, Taschengeld und Urlaub und erhalten anschließend ein nicht rückzahlbares Ehestandsdarlehen von 1000 Reichsmark.

29.4.1938, Freitag

Mit einer Großkundgebung in der Hamburger Hanseatenhalle wird der Reichsberufswettkampf 1938 beendet. Aus den insgesamt teilnehmenden 2,8 Millionen Menschen wurden zunächst 37 700 Teilnehmer an den Gauwettkämpfen ermittelt. Die 6352 Gausieger trafen sich zwischen dem 22. und 29. April in Hamburg und ermittelten durch Absolvierung von sportlichen Übungen und der Lösung berufsspezifischer und weltanschaulicher Fragen 557 Reichssieger und -siegerinnen.

In London gehen zweitägige Konsultationen zwischen der britischen und französischen Regierung zu Ende.

Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann, der sich seit Februar zu einer Vortragsreise durch 15 Städte in den Vereinigten Staaten aufhält, wird von der University of Illionois in Urbana (Illinois) mit dem Cardinal Newman Award ausgezeichnet.

30.4.1938, Samstag

In Berlin werden zum Abschluss des Leistungskampfes der deutschen Betriebe 103 der insgesamt rund 84 000 teilnehmenden Unternehmen feierlich als nationalsozialistische Musterbetriebe ausgezeichnet.

Im Deutschen Reich wird eine neue Arbeitszeitverordnung und das Gesetz über die Kinderarbeit und die Arbeitszeit von Jugendlichen erlassen, mit der die Arbeit von Kindern (unter 14 Jahren) nur ausnahmsweise für zulässig erklärt und die Höchstarbeitszeit für Jugendliche (14- 18 Jahre) auf 48 Wochenstunden festgesetzt wird. Die Gesetze treten in allen Teilen zum 1. Januar 1939 in Kraft.

Der Ministerpräsident der Republik Spanien, Juan Negrín López, nennt in einer Rede 13 Punkte für einen etwaigen Kompromissfrieden mit den von General Francisco Franco e Bahamonde geführten Nationalisten.

Bei zwei Bombenangriffen nationalspanischer Flugzeuge auf Barcelona werden nach offiziellen Angaben 50 Menschen getötet.

Vor 93 000 Zuschauern wird im Londoner Wembleystadion die Elf von Preston North End durch 1:0 über Huddersfield Town englischer Fußballpokalsieger. Die Entscheidung fällt durch einen Elfmeter in der letzten Minute der Verlängerung.