Was geschah im April 1940

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1.4.1940, Montag

In den oberschlesischen Gebieten tritt eine Neuordnung der Verwaltung in Kraft, die eine veränderte Aufteilung der Regionen zwischen den Regierungsbezirken Kattowitz (Kattowice) und Oppeln (Opole) vorsieht. Gleichzeitig werden im Regierungsbezirk Kattowitz alle polnischen Ortsnamen durch deutsche ersetzt.

Zum Zwecke des endgültigen Vollzugs der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich wird das Ostmarkgesetz erlassen. Die Verwaltung des Gebietes übernehmen die Reichsstatthalter der einzelnen Gaue.

Eine ab sofort gültige Alkoholkontingentierung im Deutschen Reich reduziert die Spirituosenherstellung auf 80% des Vorkriegsverbrauches.

Auf einer Plenarsitzung des Obersten Sowjet in Moskau wird die Eingliederung der von Finnland am 12. März abgetretenen Gebiete in die Karelische Autonome Republik und deren Umwandlung in eine Karelisch-Finnische Bundesrepublik einstimmig beschlossen.

Im gesamten Deutschen Reich wird aus Gründen der Energieeinsparung erstmals die Sommerzeit eingeführt.

2.4.1940, Dienstag

In Italien wird die zivile Mobilmachung angeordnet. Alle Landesbewohner vom 14. Lebensjahr an – auch die weibliche Bevölkerung – werden zu zivilen Verteidigungsaufgaben herangezogen.

Der US-Marineoffizier und Polarforscher Richard Evelyn Byrd gibt in einem Interview einen Zwischenbericht über die wichtigsten Erkenntnisse seiner 1939 begonnenen dritten Expedition in die Antarktis.

Das Fußball-Länderspiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen die Auswahl Kroatiens verliert die Schweizer Elf in Agram (Zagreb) mit 4:0 (0:0).

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler setzt in einer Konferenz mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile (Heer, Marine, Luftwaffe) den Beginn der Operation “Weserübung” (Besetzung Dänemarks und Norwegens) auf den 9. April fest.

3.4.1940, Mittwoch

Oberst Hans Oster, Stabschef der Abteilung Abwehr/Ausland, verrät an den niederländischen Militärattaché, Jacobus Gijsbertus Sas, das Angriffsdatum der Operation “Weserübung” zur Besetzung von Dänemark und Norwegen.

Nach 16-Jähriger Fehde mit dem italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini erklärt Giuseppe Garibaldi, ein Nachfahre des gleichnamigen italienischen Freiheitskämpfers, in einem Brief, sich mit dem Faschismus versöhnen zu wollen. Garibaldi ist nach mehrjährigem Aufenthalt im US-amerikanischen Exil nach Italien zurückgekehrt.

Im Rahmen der von Reichsleiter Alfred Rosenberg durchgeführten “Aktion für die geistige Betreuung der Hitlerjugend” fordert Generalfeldmarschall Hermann Göring, dass auch die Verdunkelung nicht dazu führen dürfe, dass “junge deutsche Menschen verwahrlosen und schlechten Trieben nachgehen”.

Paul Walter, Reichsbeauftragter für die Leistungssteigerung im Bergbau, will die Kohleversorgung für den Winter 1940/41 bereits im Sommer durch eine Hausbrandbevorratungsaktion sichern. Die Haushalte werden je nach Größe in eine Punkteskala eingeordnet.

4.4.1940, Donnerstag

Nach Angaben des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, muss die Regelung der Altersversorgung des deutschen Volkes bis auf das Kriegsende verschoben werden. Dies ist das Ergebnis einer von Adolf Hitler am 15. Februar in Auftrag gegebenen Untersuchung.

Im Berliner Staatstheater wird “Die Verschwörung des Fiesco zu Genua” von Friedrich Schiller aufgeführt. Die Titelrolle spielt Gustaf Gründgens.

Der britische Schatzkanzler Sir John Allsebrock Simon gibt im Unterhaus die Bildung einer Handelsgesellschaft unter Leitung der Regierung bekannt. Die English Commercial Corporation soll den Warenaustausch mit den osteuropäischen Ländern intensivieren.

5.4.1940, Freitag

Ein britisches Sabotageunternehmen zur Sperrung der Donau in der Nähe des Eisernen Tores (Durchbruchstal des Stromes durch die Südkarpaten) scheitert an der deutschen Abwehr.

Nach längerem Aufenthalt in der Schweiz und in Belgien begibt sich der im September 1939 aus dem Deutschen Reich emigrierte Industrielle Fritz Thyssen nach Paris.

6.4.1940, Samstag

Vor dem französischen Militärgericht in Paris werden mehrere Verhandlungen durchgeführt, die sich mit Vorfällen verbotener kommunistischer Propaganda befassen.

Die VII. Internationale Triennale in Mailand, eine Kunstgewerbe- und Architekturausstellung, wird in Anwesenheit des italienischen Königs und Kaisers von Abessinien (Äthiopien), Viktor Emanuel III., eröffnet. Die Ausstellung, auf der außer Italien noch sechs weitere europäische Länder vertreten sind, dauert bis zum Juni.

7.4.1940, Sonntag

Die ersten deutschen Flottenverbände mit Heeresgruppen an Bord laufen zur Vorbereitung der Operation “Weserübung” aus.

Im Berliner Olympiastadion spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft vor 90 000 Zuschauern gegen die nationale Auswahl Ungarns. Die Begegnung endet 2:2 (2:2).

8.4.1940, Montag

Durch Einführung neuer Zinkmünzen im Wert von 1, 5 und 10 Reichspfennig werden die Kupfer- und Nickelmünzen als Zahlungsmittel im Deutschen Reich ersetzt.

Für den geplanten Ausbau des Schulwesens in den eingegliederten polnischen Gebieten (Westpolen) werden Lehrer aus dem gesamten Reichsgebiet zur Besetzung der dort zur Verfügung stehenden Stellen herangezogen.

Britische Kriegsschiffe beginnen in norwegischen Hoheitsgewässern mit der am 28. März vom Obersten Kriegsrat der Alliierten beschlossenen Verminung an drei Küstenabschnitten (Operation “Wilfred”).

Reichsarbeitsminister Franz Seldte stellt den Reichsarbeitsdienst unter strafrechtlichen Schutz. Wer öffentlich auffordert, den Reichsarbeitsdienst zu verweigern, kann mit Zuchthaus bestraft werden.

9.4.1940, Dienstag

Die deutschen Truppen beginnen mit dem Unternehmen “Weserübung” und besetzen die neutralen Länder Dänemark und Norwegen.

In Oslo bildet sich eine deutschfreundliche Regierung unter Vidkun Abraham Quisling, dem Führer der faschistischen Partei Nasjonal Samling. Das Kabinett wird aber weder vom norwegischen König Hakon VII. noch vom rechtmäßigen Parlament anerkannt.

Um einer Verhaftung zu entgehen, flieht der norwegische König Hakon VII. vor den deutschen Truppen aus Oslo.

In Beantwortung eines deutschen Memorandums erklärt die schwedische Regierung, dass sie strikt an der Neutralität des Landes festhalten und keinerlei Schritte gegen deutsche Maßnahmen in Norwegen unternehmen werde.

Die niederländische Regierung verhängt aufgrund der deutschen Aktionen in Dänemark und Norwegen den verschärften Bereitschaftszustand.

10.4.1940, Mittwoch

Die am 9. April begonnene kampflose Besetzung Dänemarks durch deutsche Truppen ist abgeschlossen. Einheiten landen auf Bornholm.

In der Zeitschrift “Wille und Macht” beschäftigt sich Ministerialdirektor Karl Lange, Mitglied des Reichsbankdirektoriums, mit der Frage der Kriegsfinanzierung, die nach seiner Ansicht allein durch ein erhöhtes Steueraufkommen und Sparmaßnahmen gewährleistet werden kann.

11.4.1940, Donnerstag

In einer Rede vor dem britischen Unterhaus muss der Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, Meldungen über eine Landung britischer Truppen in Norwegen dementieren.

12.4.1940, Freitag

Die polnische Stadt Lódž wird in Litzmannstadt umbenannt und an Stelle von Kalisch (Kalisz) zugleich Regierungshauptstadt des Reichsgaus Wartheland.

Am Deutschen Opernhaus in Berlin findet die deutsche Erstaufführung der Oper “Palla de Mozzi” der italienischen Komponisten Giovaccino Forzano und Gino Marinuzzi statt.

In Mailand wird die 21. Mustermesse eröffnet, auf der 29 Nationen vertreten sind. Die Messe endet am 28. April.

Das Sondergericht in Halle an der Saale verurteilt einen jungen Mann aufgrund mehrerer, in Ausnutzung der Verdunkelung begangener Einbrüche zum Tode.

13.4.1940, Samstag

Bei Angriffen deutscher Unterseeboote gegen alliierte Streitkräfte kommt es in zahlreichen Fällen zu Torpedoversagern.

Die türkische Regierung bewilligt ihrem Ministerium für öffentliche Arbeiten einen Kredit von 10 Millionen türkischen Pfund (18,4 Mio. RM) für den Bau zweier Eisenbahnlinien, die Iran und Irak mit der Türkei verbinden sollen.

Die Oper “Romeo und Julia” von Heinrich Sutermeister wird an der Staatsoper Dresden uraufgeführt.

Die Dortmunder Radrennfahrer Gustav Kilian und Heinz Vopel gewinnen die 145-Stunden-Fahrt in Cleveland (USA).

14.4.1940, Sonntag

Die alliierten Truppen beginnen mit der Landung in Harstadt auf den Narvik vorgelagerten Lofoteninseln.

In einem Fußball-Länderspiel schlägt Jugoslawien die deutsche Mannschaft mit 2:1 (2:0) vor 50 000 Zuschauern in Wien.

15.4.1940, Montag

In New York wird der 700 000 US-Dollar (3,15 Mio. RM) teure Spielfilm “Dark Command” (Schwarzes Gold) uraufgeführt. Unter der Regie von Raoul Walsh spielen John Wayne und Claire Trevor.

Reichsinnenminister Wilhelm Frick verfügt per Erlaß, dass alle in Heil- und Pflegeanstalten untergebrachten Juden seinem Ministerium zu melden sind.

16.4.1940, Dienstag

Die deutsche Truppeneinheit “Gruppe Narvik” erreicht im Vormarsch entlang der norwegischen Erzbahntransportstrecke die schwedische Grenze.

Das Bilderbuch “Häschenschule” von Fritz Koch-Gotha überschreitet die Grenze von 250 000 verkauften Exemplaren.

Britische Truppen besetzen mit Zustimmung der dänischen Regierung die Färöer-Inseln und errichten dort einen militärischen Stützpunkt.

17.4.1940, Mittwoch

Aufgrund hoher Verluste der deutschen Truppen bei Narvik beabsichtigt Adolf Hitler, den Verbänden unter Generalleutnant Eduard Dietl den Rückzug nach Schweden zu gestatten. Auf Befehl von Generalmajor Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtführungsstabes, wird die Stellung jedoch weiter gehalten.

Anlässlich der Eröffnung des Kriegshilfswerks für das Deutsche Rote Kreuz gibt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels einen Rechenschaftsbericht über das erste Kriegswinterhilfswerk 1939/40. Das bisherige Sammlungsergebnis seit 1933/34 beläuft sich danach auf eine Summe von mehr als 3 Milliarden Reichsmark.

Die österreichische Schauspielerin Katharina Schratt, Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, stirbt mit 86 Jahren in Wien.

18.4.1940, Donnerstag

Der Schweizer Bundesrat und das Armeeoberkommando veröffentlichen eine Bekanntmachung über die “Kriegsmobilmachung bei Überfall”.

Zur Diskussion im britischen Unterhaus über die Verwendung des Begriffs “Deutscher” oder “Nationalsozialist” in amtlichen Mitteilungen erklärt Premierminister Arthur Neville Chamberlain, dass die Bezeichnung “Nationalsozialist” nur selten verwendet werde, das deutsche Volk sich für seine Regierung aber zu verantworten habe.

19.4.1940, Freitag

Vor dem Marineausschuss des US-amerikanischen Senats befürwortet der Flottenchef Admiral Harold R. Stark eine Erweiterung des Flottenaufrüstungsprogramms um 25%. Das US-amerikanische Marineministerium stellt die Forderung auf Ausbau der Insel Guam (Marianengruppe im Pazifik) zu einem Luft- und U-Boot-Stützpunkt, um die politische Lage in Fernost zu stabilisieren.

Kardinal Adolf Johannes Bertram sendet im Namen des Gesamtepiskopats der deutschen Bischöfe einen Geburtstagsglückwunsch an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

20.4.1940, Samstag

Aufgrund eines Geheimerlasses des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht werden alle jüdischen Mischlinge und Ehemänner von Jüdinnen aus der Wehrmacht entlassen.

Der aus dem Dritten Reich emigrierte Theater- und Opernregisseur Paul Walter Jacob eröffnet in Buenos Aires die “Freie Deutsche Bühne”.

Die zeitgenössische Oper “Alexander in Olympia” des Stuttgarter Komponisten Marc-André Souchay wird am Opernhaus Köln uraufgeführt.

Die nach dem Einmarsch der deutschen Besatzer verfügte Demobilisierung der dänischen Armee wird abgeschlossen.

Auf Anordnung des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete, Hans Frank, wird im Generalgouvernement eine “Volksdeutsche Gemeinschaft” errichtet.

Adolf Hitler, Führer und Reichskanzler sowie Oberster Befehlshaber der Wehrmacht, wird 51 Jahre alt. Zu den ersten Gratulanten zählen die Oberbefehlshaber von Heer, Marine und Luftwaffe.

21.4.1940, Sonntag

Während ihres Vormarsches in Norwegen stößt die 196. deutsche Infanterie-Division bei Lillehammer erstmals auf britische Truppen, die aber zurückgeworfen werden.

Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini gibt anlässlich einer Rede vor Arbeitsinvaliden in Rom die Parole “Arbeiten und Rüsten” aus.

Nach einer Meldung der französischen Nachrichtenagentur “Havas” verzichtet die französische Sportzeitung “L’Auto” auf die diesjährige Durchführung der Radrundfahrt durch Frankreich, Tour de France.

Die kroatische Fußballmannschaft gewinnt ein Spiel gegen die Auswahl der Schweiz in Bern 1:0 (0:0).

In Amsterdam besiegt die Fußballnationalmannschaft der Niederlande Belgien mit 4:2 (3:0). Unter den 45 000 Zuschauern befindet sich auch das niederländische Kronprinzenpaar.

22.4.1940, Montag

Der Reichsbeauftragte für Metalle, SS-Oberführer Walter Zimmermann, stellt in der “Frankfurter Zeitung” fest, dass die Metallsammlungen im Rahmen der Metallspende den Rohstoff für die Vollbeschäftigung auf sieben Metallhütten sichern.

In ihrem Sportteil berichtet die “Neue Zürcher Zeitung” über die Neufassung der Fußballspielregel beim “Sperren ohne Ball”.

23.4.1940, Dienstag

Im Abschlusskommuniqué einer zweitägigen Sitzung des Obersten Kriegsrats der Alliierten in Paris werden der gemeinsame Kampf mit der polnischen Exilregierung und deren volle Unterstützung hervorgehoben.

24.4.1940, Mittwoch

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt Josef Terboven, Gauleiter von Essen, zum Reichskommissar für die besetzten norwegischen Gebiete und verfügt die Einrichtung einer deutschen Zivilverwaltung.

Die Regierung des Generalgouvernements für die besetzten polnischen Gebiete ordnet für die Bevölkerung der Jahrgänge 1919 bis 1925 die generelle Arbeitspflicht an.

Nach einem Erlass des Reichssicherheitshauptamtes ist die Auswanderung von Juden aus dem Reichsgebiet auch während des Krieges zu fördern.

Die Regierung des Protektorats Böhmen und Mähren (Tschechei) legt durch Verordnung die Rechtsstellung der jüdischen Bevölkerung im öffentlichen Leben fest. Danach werden Juden aus öffentlichen Diensten, freien Berufen und vom politischen Leben ausgeschlossen.

Der Spionagefilm “Der Fuchs von Glenarvon” über die Zeit der irischen Freiheitskämpfe gegen die Briten wird in Berlin uraufgeführt. Unter der Regie von Max W. Kimmich spielen Olga Tschechowa, Elisabeth Flickenschildt, Karl Ludwig Diehl u.a.

25.4.1940, Donnerstag

König Hakon VII. von Norwegen verständigt den Obersten Gerichtshof in Oslo darüber, dass die norwegische Regierung mit dem Deutschen Reich auf keiner anderen Grundlage als der des vollständigen Rückzugs der deutschen Truppen aus Norwegen verhandeln werde.

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem dänischen Landwirtschaftsrat und einer deutschen Handelsdelegation werden die in dänischen Kühlhäusern lagernden Fleischkontingente aus der Kriegsbevorratung ins Deutsche Reich ausgeführt.

Der Film “Der Postmeister” nach der gleichnamigen Novelle von Alexander S. Puschkin, wird in Wien uraufgeführt. Die Titelrolle spielt Heinrich George.

In einer Presseerklärung gibt das Finnische Olympische Komitee seinen Verzicht auf die Durchführung der Olympischen Sommerspiele 1940 bekannt.

26.4.1940, Freitag

Auf Wunsch des belgischen Königs Leopold III. nimmt das Kabinett unter Ministerpräsident Hubert Graf Pierlot seine am Vortag eingereichte Demission zurück.

In Heidelberg stirbt der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger von 1931, Carl Bosch, 65jährig.

27.4.1940, Samstag

Das Reichsarbeitsministerium erarbeitet einen ersten vertraulichen Entwurf über den verstärkten Einsatz von Frauen für Aufgaben der Reichsverteidigung.

28.4.1940, Sonntag

Die Mille Miglia (1000-Meilen-Automobilrennen) um den Großen Preis von Brescia gewinnen Fritz Huschke Freiherr von Hanstein und Walter Bäumer auf BMW in 8:54:46 h mit 16 min Vorsprung vor dem italienischen Alfa-Romeo-Team.

29.4.1940, Montag

Das US-amerikanische Justizdepartement in Washington benennt ein Sonderkorps für die aktive Überwachung der Einhaltung des Neutralitätsgesetzes.

30.4.1940, Dienstag

In Litzmannstadt (Lódž) wird ein bewachtes Ghetto für die jüdische Bevölkerung errichtet.

Im besetzten polnischen Gebiet Reichsgau Wartheland beginnt die Realisierung des “Zweiten Nahplans” zur Umsiedlung von Polen ins Generalgouvernement. Bis Oktober 1940 sollen monatlich durchschnittlich 15 000 Polen umgesiedelt werden.

Gegenwärtig befinden sich 210 000 polnische Arbeitskräfte im Deutschen Reich. Damit bleibt das von der Reichsregierung auferlegte Soll von zu diesem Zeitpunkt mindestens 500 000 Arbeitskräften um mehr als die Hälfte unterschritten.

Mit Beginn des neuen “Landjahrs” im Deutschen Reich werden allein in den eingegliederten Ostgebieten (Westpolen) 3000 Jugendliche zum einjährigen Arbeitsdienst herangezogen.

Das deutsche Institut für Konjunkturforschung veröffentlicht eine vertrauliche Vierteljahresbilanz über die Versorgung des Deutschen Reichs mit Filmproduktionen. Darin heißt es: “Im Zusammenhang mit der politischen Umwälzung hat sich der großdeutsche Theaterpark wesentlich vergrößert”.

Der aus Ungarn stammende und in Wien lebende Operettenkomponist Franz Lehár wird 70 Jahre alt und erhält den Ehrenring der Stadt Wien.