Was geschah im April 1943

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1.4.1943, Donnerstag

Der ungarische Ministerpräsident Nikolaus Kállay von Nagy-Kálló trifft zu einem dreitägigen Besuch in Rom ein, wo er den italienischen Ministerpräsidenten und Duce Benito Mussolini für einen Separatfrieden gewinnen will.

Der “Münchner Laienbrief” verurteilt die Judenvernichtung durch das nationalsozialistische Regime.

Das Orchester der Staatsoper Dresden wird neben den Berliner Philharmonikern und der Preußischen Staatskapelle als drittes Orchester in die “Sonderklasse der Klangkörper” im Deutschen Reich aufgenommen.

Die Oper “Das Schloss Dürande” von Othmar Schoeck nach der gleichnamigen Novelle von Joseph Freiherr von Eichendorff wird in Berlin uraufgeführt.

Der Film “Karneval der Liebe” mit Johannes Heesters u.a. wird in Königsberg uraufgeführt.

2.4.1943, Freitag

Die britische Luftwaffe bombardiert in der Nacht zum 3. April die französischen Städte Saint-Nazaire und Lorient.

In München wird der Film “lch vertraue dir meine Frau an” mit Heinz Rühmann u.a. uraufgeführt.

3.4.1943, Samstag

Bei Krymskaja tritt die Rote Armee zu einem neuen Angriff gegen den von deutschen Truppen gehaltenen Kuban-Brückenkopf an.

Britische Bomber greifen in der Nacht zum 4. April Essen – unter anderem die dortigen Krupp-Werke – an; 118 Menschen finden den Tod.

Für die Volksdeutschen in Kroatien wird der “totale Kriegseinsatz” angeordnet; alle wehrfähigen Männer der Jahrgänge 1908 bis 1925 werden eingezogen.

Die japanische Hauptstadt Tokio geht in die Verwaltung des Innenministeriums über; in der Metropole wohnen zur Zeit 7,4 Millionen Menschen.

Für gewerbliche Verbraucher von Brennstoffen im Deutschen Reich werden für die Zukunft Verbrauchshöchstmengen festgesetzt.

In Hollywood stirbt 50jährig der deutsche Filmschauspieler Conrad Veidt.

4.4.1943, Sonntag

Ein britischer Angriff auf die Renault-Werke in Billancourt bei Paris fordert 228 Menschenleben, 500 Personen werden verletzt.

Die US-Luftwaffe greift die süditalienische Stadt Neapel an; 221 Menschen kommen ums Leben.

Der Chef der Regierung in Vichy, Philippe Pétain, greift die USA und Großbritannien wegen der Bombardierung französischer Städte an.

Die Betriebsführer im Deutschen Reich werden aufgefordert die meisten Akten und Geschäftsunterlagen, die älter als fünf Jahre sind, der Altpapierverwertung zuzuführen.

5.4.1943, Montag

Angesichts sehr hoher Verluste stellt die Rote Armee ihre Angriffe gegen den von deutschen Truppen gehaltenen Kuban-Brückenkopf ein.

Ein schwerer Bombenangriff der US-Luftwaffe auf die belgische Stadt Antwerpen fordert 2130 Menschenleben, 600 Zivilisten werden verletzt.

Um zu verhindern, dass sie das Land verlassen und eine Exilregierung bilden, werden mehrere inhaftierte französische Politiker von Frankreich ins Deutsche Reich gebracht.

Die deutschen Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi, Dietrich Bonhoeffer und Joseph Müller sowie deren Frauen werden von der Geheimen Staatspolizei verhaftet.

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erklärt die Arbeiten an einer Breitspureisenbahn für kriegswichtig.

Der deutsche Kunsthandwerker, Maler, Grafiker und Architekt Bernhard Pankok stirbt 70jährig in Baiersbrunn (Isartal).

6.4.1943, Dienstag

Die 8. britische Armee unter Montgomery tritt zum Angriff gegen die 1. italienische Armee am Wadi Akarit in Südtunesien an.

Die deutschen Truppen an der Ostfront beginnen mit dem Unternehmen “Neptun”, einem Angriff auf den sowjetischen Landestützpunkt am Myschako-Berg südlich von Noworossisk.

Die Planungen für den “sozialen Wohnungsbau” nach dem Krieg im Deutschen Reich werden eingestellt.

Fünf Millionen Menschen in der chinesischen Provinz Honan sind von einer Hungersnot betroffen.

7.4.1943, Mittwoch

Mit dem Zusammentreffen von Teilen der 8. britischen Armee unter Generalleutnant Bernard Law Montgomery und des II. US-Korps unter General George S. Patton in Tunesien beginnt die Einschließung der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika.

Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini trifft zu einem viertägigen Besuch bei Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Schloss Kleßheim bei Salzburg ein. Mussolini drängt vergeblich auf einen Separatfrieden im Osten.

Bolivien erklärt dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten den Krieg.

John Maynard Baron Keynes of Tilton, Finanzberater der britischen Regierung legt ein Weißbuch über die Schaffung einer internationalen Clearing-Union nach dem Krieg vor.

Die 8. britische Armee erobert die tunesische Hafenstadt Sfax.

Eine Rationalisierungsschau in Berlin zeigt Einheitszahnbürsten, -bleistifte und -kinderwagen.

Die Gemeinschaft Schuhe im Deutschen Reich gibt Bezugsscheine für Großverbraucher und öffentliche Stellen für Schuhwerk aller Art heraus.

9.4.1943, Freitag

Das bisherige Gefangenenlager Lublin-Majdanek wird in ein Konzentrationslager umgewandelt.

Kriegsgefangenen im Deutschen Reich die einen Arbeitsvertrag unterzeichnen, wird ein Frankreichurlaub gewährt. Die Aktion wird später abgebrochen, als im Mai von 8000 beurlaubten Gefangenen 2000 nicht zurückkehren.

In den USA wird ein allgemeiner Lohn- und Preisstopp verhängt.

Nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen sowjetischen und iranischen Truppen wird über die Volksrepublik Aserbaidschan der Ausnahmezustand verhängt.

10.4.1943, Samstag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels besucht die besonders schwer bombengeschädigte Stadt Essen.

Die Rektoren und Gaustudentenführer im Deutschen Reich müssen in Zukunft alle Studierenden zum Arbeitseinsatz melden, die “nach Leistung und Haltung für ein Studium unter den erhöhten Anforderungen nicht geeignet erscheinen”.

11.4.1943, Sonntag

In einer Unterredung mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler weist Großadmiral Karl Dönitz auf die wachsenden Verluste an deutschen U-Booten hin und fordert eine Steigerung der Werft-Kapazitäten für den U-Boot-Bau.

Der Personenzugverkehr zwischen Moskau und Stalingrad (Wolgograd) wird wieder aufgenommen.

Aus Ersparnisgründen spielen in der ersten Runde der Deutschen Fußballmeisterschaft die Meister benachbarter Gaue gegeneinander.

In Salzburg trifft der rumänische Staatsführer Ion Antonescu zu zweitägigen Besprechungen mit Adolf Hitler über die Kriegslage ein.

Reichskanzleichef Hans Heinrich Lammers legt ein geheimes Gutachten über Korruption und Misswirtschaft im Generalgouvernement Polen vor.

In Dortmund kommt es bei dem Versuch eines Wehrmachtsoffiziers, einen offenbar desertierten Soldaten zu verhaften zu einer Protestkundgebung mehrerer hundert kriegsmüder Frauen.

Die finnische Stadtbevölkerung wird zum Arbeitsdienst in der Land- und Forstwirtschaft eingezogen.

In Wien wird ein 47-Jähriger Mann als “Rundfunkverbrecher” zum Tode verurteilt.

13.4.1943, Dienstag

Die 1. italienische Armee in Tunesien bezieht eine neue Verteidigungsstellung zwischen den Orten Enfidaville und Pont-du-Fahs.

Bei Katyn (westlich von Smolensk) haben deutsche Soldaten Massengräber mit den Leichen von mehr als 4000 polnischen Offizieren entdeckt, die im Frühjahr 1940 von der sowjetischen Staatspolizei ermordet worden sind.

In den sechs größten Kinos von Moskau wird der britische Kriegsfilm “Sieg in der Wüste” gezeigt; dies ist das erste Mal, dass ein britischer Dokumentarkriegsfilm in sowjetischen Kinos aufgeführt wird.

Der deutsche Maler und Bildhauer Oscar Schlemmer stirbt im Alter von 54 Jahren in Baden-Baden.

14.4.1943, Mittwoch

Die Rote Armee tritt zu einem neuen Angriff gegen die 17. deutsche Armee am Kuban-Brückenkopf an.

Ein britischer Bombenangriff auf Stuttgart in der Nacht zum 15. April fordert 619 Menschenleben; 703 Personen werden verletzt.

Deutsche Bomber greifen die britische Stadt Chelmsford (nordöstlich von London) an.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden und US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vereinbaren in Washington, dass Polen nach Kriegsende Ostpreußen erhalten soll; Roosevelt schlägt die Aussiedlung der dortigen deutschen Bevölkerung vor.

US-General Douglas MacArthur warnt vor einer möglichen japanischen Invasion Australiens.

Im Konzentrationslager Sachsenhausen kommt Jakow J. Dschugaschwili, ein Sohn des sowjetischen Staatschefs Josef W. Stalin, ums Leben.

Der argentinische Außenminister Enrique Ruiz-Guiñzú weist in einer Rede auf den forcierten Ausbau der Panamerikastraße durch sein Land hin.

15.4.1943, Donnerstag

In seinem “Operationsbefehl Nr. 6” erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seinen Entschluss, “als ersten der diesjährigen Angriffsschläge den Angriff “Zitadelle” durchzuführen”, eine Offensive der deutschen Truppen an der Ostfront bei Kursk.

Die Herstellung von Spielzeug im Deutschen Reich wird verboten, soweit dafür keine besonderen Herstellungsanweisungen vorliegen.

Auf Schloss Kleßheim bei Salzburg trifft der ungarische Reichsverweser Admiral Miklós Horthy zu zweitägigen Besprechungen mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ein.

Die französischen Departements Martinique und Guadeloupe erklären sich zur Zusammenarbeit mit den USA bereit, weigern sich jedoch, eine Rebellion gegen die Regierung in Vichy zu unternehmen.

In Köln werden 55 Mitglieder der Jugend-Widerstandsgruppe “Edelweißpiraten” verhaftet.

Der Ausschank und Verkauf von Bier an die italienische Bevölkerung wird ab sofort untersagt.

Der Film “Himmel, wir erben ein Schloss” mit Anny Ondra u.a. wird in München uraufgeführt.

17.4.1943, Samstag

Deutsche Truppen treten zum Angriff gegen den sowjetischen Landekopf am Myschako-Berg südlich der Stadt Noworossisk an.

Ein US-amerikanischer Bombenangriff auf Bremen trifft neben Wohnvierteln auch die Focke-Wulf-Werke.

18.4.1943, Sonntag

Die deutsche Heeresgruppe Mitte erhält den Befehl, den Rücktransport des II. italienischen Armeekorps in seine Heimat einzuleiten; damit ist der Einsatz italienischer Divisionen an der Ostfront beendet.

Alliierte Jäger vernichten aus einem deutschen Transportverband für Tunesien 24 Flugzeuge des Typs “Ju 52” und zehn Begleitflugzeuge.

Der Oberbefehlshaber der japanischen Flotte, Admiral Isoruku Jamamoto, wird während eines Fluges im Südpazifik von einem US-amerikanischen Jäger abgeschossen.

Zwischen der Türkei und dem Deutschen Reich wird ein neues Wirtschaftsabkommen unterzeichnet.

Der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, errichtet eine zentrale Organisation für Energieplanung im Deutschen Reich, um den steigenden Bedarf der Rüstungsindustrie an elektrischer Energie und Gas steuern und decken zu können.

19.4.1943, Montag

Bei Enfidaville in Tunesien treten die alliierten Truppen zur Großoffensive gegen die deutsch-italienische Heeresgruppe Afrika an.

Im Berghof bei Berchtesgaden empfängt Adolf Hitler in Gegenwart des zuständigen Reichskommissars Josef Terboven den norwegischen Ministerpräsidenten Vidkun Abraham Lauritz Quisling.

Im Warschauer Ghetto, aus dem bereits über 300 000 Juden deportiert worden sind, kommt es vor dessen völliger Auflösung zu einem bis zum 16. Mai dauernden Aufstand.

Im Prozess gegen mehrere Mitglieder der Widerstandsgruppe “Weiße Rose” verkündet der Volksgerichtshof Todesurteile gegen die Münchner Wilhelm Graf, Kurt Huber und Alexander Schmorell.

Auf den Bermudas beginnt eine Konferenz zwischen den USA und Großbritannien über Flüchtlingsfragen; sie dauert bis zum 29. April.

Die sowjetische Luftwaffe fliegt einen Angriff auf Tilsit (Sowetsk), wo es 24 Tote gibt.

Die Unterstützung der USA nach dem Leih- und Pachthilfegesetz vom 11. März 1941 wird auf Saudi-Arabien ausgedehnt.

Vertreter der Essener Krupp-Werke sprechen bei Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß wegen der Errichtung eines Werkes auf dem Gelände des Konzentrationslagers vor.

21.4.1943, Mittwoch

Der Angriff der deutschen Truppen gegen den sowjetischen Landekopf südlich von Noworossisk am Schwarzen Meer wird eingestellt.

Reichsjustizminister Otto Georg Thierack weist alle Generalstaatsanwälte an polnische und jüdische Gefangene, die zur Entlassung aus Strafvollzugsanstalten anstehen, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) zur Einweisung in Konzentrationslager zu überstellen.

Mamoru Schigemitsu wird neuer japanischer Außenminister.

Der britische Außenminister Robert Anthony Eden beschwert sich in einer Rede vor dem Londoner Unterhaus über die Behandlung britischer Kriegsgefangener im Deutschen Reich.

Großbritannien warnt das Deutsche Reich vor einem Giftgaseinsatz.

Die USA gibt die Hinrichtung von US-amerikanischen Piloten durch Japan bekannt, die bei Luftangriffen auf Tokio abgeschossen worden waren.

In Berlin wird der Film “Symphonie eines Lebens” mit Harry Baur u.a. uraufgeführt.

22.4.1943, Donnerstag

Alliierte Jäger schießen über Tunis 16 deutsche Transportflugzeuge ab, darunter die letzten hier verfügbaren Großtransporter “Me 323”.

Das Verwundetenabzeichen kann im Deutschen Reich ab sofort und rückwirkend vom 1. September 1939 auch an Zivilisten verliehen werden.

Die Lageberichte des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel (SS) melden einen verstärkten Besuch der deutschen Bevölkerung in den Kirchen.

In Frankfurt am Main wird der Film “Der kleine Grenzverkehr” mit Willy Fritsch u.a. uraufgeführt.

23.4.1943, Freitag

Der slowakische Staatspräsident Jozef Tiso trifft auf dem Berghof bei Berchtesgaden mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zusammen.

Thailand erkennt die deutschen Marionettenregierungen in Kroatien und der Slowakei “de iure” an.

Der Urlaubsanspruch für die in der deutschen Privatwirtschaft Beschäftigten wird auf 14 Tage begrenzt.

Der deutsche Physiker Max Planck vollendet sein 85. Lebensjahr.