Was geschah im April 1950

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1.4.1950, Samstag

In der Sowjetunion werden neue Projekte im Rahmen des Stalin-Plans zur Umgestaltung der Natur veröffentlicht.

Die Bundesrepublik und das Saargebiet werden zur Teilnahme am Europarat eingeladen.

Das 100. Bootsrennen auf der Themse zwischen den Universitätsmannschaften von Oxford und Cambridge gewinnt Cambridge klar mit dreieinhalb Längen Vorsprung.

In Baden-Baden wird das Spielkasino wieder eröffnet.

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldet die Entwicklung eines neuen Baustoffes, der als Schaumglas bezeichnet wird.

Das Deutsche Rote Kreuz organisiert seinen Suchdienst nach im Krieg und in der Nachkriegszeit vermissten Personen neu.

2.4.1950, Sonntag

Der pakistanische Ministerpräsident Liaquat Ali Khan trifft zu Besprechungen mit dem indischen Regierungschef Jawaharlal Nehru in Neu-Delhi ein. Am 8. April unterzeichnen die Politiker ein Abkommen zum Schutz von Minderheiten im jeweils anderen Land.

Die Arabische Liga beschließt auf einer Sitzung in Kairo einstimmig, jeden arabischen Staat aus der Organisation auszuschließen, der separat mit Israel über einen Sonderfrieden oder irgendein anderes politisches, wirtschaftliches oder militärisches Abkommen verhandelt.

In einem Presseinterview fordert Bundeskanzler Konrad Adenauer ein europäisches Parlament mit wirklichen Machtbefugnissen. Er nennt dies das einzige Mittel zur Verhütung eines Kriegs. Der Bundestagsausschuss für das Besatzungsstatut und für auswärtige Angelegenheiten übt Kritik an der Höhe der Besatzungskosten von jährlich rund 4,5 Mrd. DM.

3.4.1950, Montag

Im Alter von 50 Jahren stirbt in New York der deutsche Komponist Kurt Weill, der vor allem durch seine Musik zu Bertolt Brechts Stück “Die Dreigroschenoper” Weltruhm erlangte.

In Leipzig werden 130 Kinder aus dem Raum Salzgitter im “Haus der Volkssolidarität” begrüßt. Die Kinder sind zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt in die DDR gekommen.

4.4.1950, Dienstag

Die Bundesrepublik Deutschland wird in den Exekutivrat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) gewählt. Damit gewinnt sie beträchtlich an Einfluss in dem Gremium das u.a. über die Verteilung der US-amerikanischen Wiederaufbauhilfe für Europa (Marshallplan) entscheidet.

Das DDR-Ministerium für Volksbildung verbietet das Abspielen von anglo-amerikanischer Tanzmusik in der Öffentlichkeit mit dem Hinweis, diese sei schlüpfrig und kosmopolitisch.

Nach einem Gastspiel in Berlin (West) entschließen sich 15 Sängerinnen des Dresdner Mozartchors, nicht in die DDR zurückzukehren.

5.4.1950, Mittwoch

In Ostindonesien rebellieren Truppenteile gegen die von Jakarta ausgehenden Zentralisierungsbestrebungen. Am 14. April geben die Rebellen ihren Aufstand auf.

Der US-amerikanische Hochkommissar in Deutschland, John McCloy, erläutert in einer Rede in London die Grundsätze der alliierten Deutschlandpolitik. Er sagt u.a., die Bundesrepublik Deutschland müsse schnell in eine europäische Gemeinschaft eingegliedert werden. Dies könne ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des Friedens und zur Stärkung der westdeutschen Demokratie sein.

Der Prager Staatsgerichtshof verurteilt zehn hohe katholische Ordenspriester wegen Hochverrat, Spionage und Verschwörung gegen den Staat zu Haft zwischen zwei Jahren und lebenslänglich sowie Geldstrafen.

Auf einer Pressekonferenz in Washington erklärt US-Außenminister Dean Acheson die Bereitschaft der USA, Reis und Weizen in die von Hungersnot betroffenen Gebiete Chinas zu schicken.

6.4.1950, Donnerstag

US-Präsident Harry S. Truman (Demokraten) ernennt den Republikaner John Foster Dulles zum Berater von Außenminister Dean Acheson.

7.4.1950, Freitag

Nach dramatischem Finale gewinnen die Belgier Naeye/Adriaenssens das Münchner Sechs-Tage-Rennen vor dem australischen Team Strom/Arnold. Von den 13 Paaren, die am 2. April zu dem Radrennen gestartet waren, haben nur neun bis zum Ende durchgehalten.

8.4.1950, Samstag

Ein Flugzeug der US-Marine verschwindet bei einem Flug über der Ostsee. Wegen des Vorfalls entspinnt sich eine diplomatische Kontroverse zwischen den USA und der Sowjetunion.

In Berlin (Ost) werden der 18-Jährige Werner Gladow, Anführer einer Bande von Kriminellen, und zwei seiner Komplizen wegen Mord, Körperverletzung und Raub zum Tode verurteilt.

Der russische Ballettänzer Waslaw Nijinski stirbt 62jährig in London.

9.4.1950, Sonntag

In seiner Osteransprache im Petersdom mahnt Papst Pius XII. die Katholiken, den Weg des Christentums nicht zu verlassen.

10.4.1950, Montag

In Monaco beginnen sechstägige Feierlichkeiten anlässlich der Krönung von Fürst Rainier III.

Einen Rekord stellt das US-amerikanische U-Boot “Pickeree” auf, das in 21 Tagen unter Wasser die Strecke von Hongkong nach Pearl Harbour (über 8000 km) zurücklegte. Das U-Boot ist mit einem “Atemrohr” für die Antriebsmaschine versehen, so dass es auch unter Wasser mit einem Dieselmotor angetrieben werden kann.

11.4.1950, Dienstag

Im Zuge der Entbürokratisierung und Dezentralisierung der jugoslawischen Wirtschaft werden mehrere Ministerien aufgelöst und durch Räte ersetzt.

In Jordanien finden Parlamentswahlen statt, mit denen auch die Annexion Ostpalästinas sanktioniert werden soll. Wahlberechtigt sind über 300 000 Jordanier, darunter auch die männlichen Bewohner Ostpalästinas.

An Bord des US-amerikanischen Transportschiffes “Exilona” treffen in Neapel die ersten Waffen ein, die von den USA im Rahmen des Nordatlantikpakts NATO nach Europa geliefert werden.

12.4.1950, Mittwoch

In der Verwaltungsakademie Speyer beginnt der erste viermonatige Ausbildungskurs von 21 Anwärtern für den auswärtigen und konsular-wirtschaftlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland.

300 Familien aus Chicago sind am ersten Versuch mit Kabelfernsehen beteiligt, der in den USA anläuft. 90 Tage lang sollen die Teilnehmer täglich einen anderen Kinofilm abrufen können, der für eine Gebühr von einem US-Dollar (ca. 4,20 DM) via Kabel auf den heimischen Bildschirm übertragen wird.

13.4.1950, Donnerstag

Das Kölner Landgericht verhängt Haftstrafen von bis zu drei Jahren gegen Mitglieder einer sog. Autospringerbande, die von fahrenden PKW aus auf der Autobahn Lastwagen beraubt haben.

Die ersten Europameisterschaften nach Kriegsende, an denen deutsche Sportler teilnehmen, enden mit einem dreifachen Erfolg für die Bundesrepublik. Bei den Europameisterschaften im Rollschuhlaufen in London (seit 10.4.) siegen Ria Baran/Paul Falk im Paarlauf; das Herreneinzel gewinnt Lothar Müller, der Titel bei den Damen geht an Irma Fischlein.

14.4.1950, Freitag

Zwischen der polnischen Regierung und Vertretern der katholischen Kirche wird ein sog. Verständigungsabkommen geschlossen.

Der Bundesrat lehnt das vom Bundestag verabschiedete Gesetz über Aufnahmebeschränkungen für Flüchtlinge aus der DDR ab.

Der griechische Ministerpräsident Sofoklis Weniselos tritt nach dreiwöchiger Amtszeit zurück. Sein Nachfolger wird am 15. April General Nikolaos Plastiras Führer der Union der Mitte; er verfügt über eine breitere parlamentarische Basis. Zwei Wochen zuvor haben die USA erklärt, ihre finanzielle Unterstützung für Griechenland hänge nicht zuletzt davon ab, ob das Land eine dauerhafte und starke Regierung erhalte.

15.4.1950, Samstag

Die Ministerpräsidenten der drei südwestdeutschen Länder einigen sich darauf, eine Volksabstimmung über die Bildung eines gemeinsamen Bundeslandes durchzuführen.

Bundespräsident Theodor Heuss und der französische Hochkommissar in Deutschland, André François-Poncet, eröffnen die wiederaufgebaute Rheinbrücke, die Mainz mit seinen rechtsrheinischen Vororten verbindet.

Der italienische Tenor Beniamino Gigli tritt erstmals seit Kriegsende wieder in Berlin (West) auf. Der Erlös des Konzertes geht an den Fonds zum Wiederaufbau der Philharmonie.

Alle königlichen Rechte verliert die iranische Prinzessin Fatima, die Schwester des Schah von Iran, Mohammed Resa Pahlawi, weil sie ohne Einwilligung ihres Bruders den US-Amerikaner Vincent Lee Hillyer geheiratet hat. Dies teilt der Kaiserhof in Teheran mit.

16.4.1950, Sonntag

Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft zu seinem ersten offiziellen Besuch in Berlin (West) ein.

In einer Rundfunkansprache nimmt der im Exil lebende belgische König Leopold III. zum innenpolitischen Streit um seine Rückkehr Stellung. Er bietet u.a. an, vorübergehend dem Kronprinzen sein Amt zu überlassen.

Nach dem Endspiel um die Fußballmeisterschaft der DDR – Horch Zwickau besiegt den Dresdner SC 5:1 – kommt es in Dresden zu Ausschreitungen der Zuschauer, weil ihr Club in ihren Augen vom Schiedsrichter benachteiligt worden ist.

17.4.1950, Montag

In der Bundesrepublik Deutschland beginnt eine Brotwerbekampagne, die sog. Deutsche Brotwoche.

18.4.1950, Dienstag

Die tschechoslowakische Regierung ordnet die Schließung der meisten Klöster der römisch-katholischen Kirche an. Dadurch soll nach amtlichen Angaben der Missbrauch der Klöster als Versteck für Agenten und subversive Elemente unterbunden werden.

Die Interessengemeinschaft der Arbeitslosen und Fürsorgeempfänger fordert die Bundesregierung auf, die Unterstützungssätze um mindestens 40% zu erhöhen. Der Verband rechnet vor, dass eine vierköpfige Familie 145 DM monatlich brauche. Die durchschnittliche Arbeitslosenunterstützung liege aber nur bei 110 DM, die Fürsorgesätze noch darunter.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) fordert im Anschluss an eine Rede die Zuhörer im Westberliner Titania-Palast auf mit ihm die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu singen.

Führende bundesdeutsche Politiker, darunter Präsident Theodor Heuss und Kanzler Konrad Adenauer, sowie zahlreiche Verbände und Einrichtungen des öffentlichen Lebens fordern in einem Appell Arbeitgeber und Meister in der Bundesrepublik Deutschland auf, alle denkbaren Ausbildungs- und Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, um jungen Menschen den Start in den Beruf zu ermöglichen.

Die DDR-Volkskammer verabschiedet das sog. Grundgesetz der Arbeit mit arbeitsrechtlichen Bestimmungen.

20.4.1950, Donnerstag

US-Präsident Harry S. Truman setzt sich in einer Rede vor der Vereinigung US-amerikanischer Zeitungsverleger für eine “Wahrheitskampagne gegen russische Lügen” ein.

In London treten über 6000 Hafen- und Dockarbeiter in einen wilden Streik. Der Ausstand richtet sich gegen die Gewerkschaften, die drei am vorjährigen Hafenarbeiterstreik beteiligte Arbeiter ausgeschlossen haben. Die Regierung setzt am 24. April Militär für die dringlichsten Arbeiten im Hafen ein. Der Ausstand wird von den Streikenden am 30. April ergebnislos abgebrochen.

21.4.1950, Freitag

In Frankfurt am Main wird die Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft (DSG) mit einem Kapital von 8 Mio. DM gegründet. Die im Bundesgebiet liegenden Vermögenswerte der Vorläufergesellschaft Mitropa AG werden von der DSG übernommen.

Ein Gesetz, mit dem die illegale Ausfuhr von Waren aus der DDR nach Berlin (West) unterbunden werden soll, verabschiedet die DDR-Volkskammer. Künftig müssen alle Lieferungen mit einem Warenbegleitschein versehen sein.

Die SPD legt ein Wirtschaftsprogramm für die Bundesrepublik Deutschland vor, in dem die Beseitigung der Arbeitslosigkeit als vordringlich bezeichnet wird, und das u.a. die Schaffung von drei Mio. neuen Arbeitsplätzen vorsieht.

Die Bundesregierung verabschiedet ein Programm zur Unterstützung der Westberliner Wirtschaft. Es sieht u.a. einen Kredit in Höhe von 20 Mio. DM sowie Steuererleichterungen für Westberliner Unternehmen vor.

22.4.1950, Samstag

US-Außenminister Dean Acheson warnt in einer Rede in Washington vor einer sowjetischen Propagandakampagne, die sein Land oder andere westliche Staaten unterminieren könnte.

Der südkoreanische Präsident Syngman Rhee ernennt Verteidigungsminister Sihn Sung Mo zum amtierenden Ministerpräsidenten. Das Parlament protestiert gegen diesen Schritt und verlangt eine dauerhaftere Besetzung des Amtes.

23.4.1950, Sonntag

In der Ostberliner Marienkirche wird die zweite gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands eröffnet. Die Synode bekennt sich zur Mitschuld der Kirche an der Judenverfolgung in Deutschland während des Nationalsozialismus und fordert die Freilassung aller Kriegsgefangenen, Verschleppten und Internierten.

In Paderborn wird die Notgemeinschaft berufsmäßiger Wehrmachtsangehöriger gegründet, die sich nach eigenen Angaben in erster Linie um die Sicherung der Versorgungsansprüche ihrer Mitglieder bemühen will, jedoch keine militaristischen Ziele verfolgt.

Im Wiener Stephansdom lehnt der katholische Geistliche Franz Jachym während seiner offiziellen Bischofsweihe überraschend den Eid ab, weil er sich “der Ehre nicht würdig” fühle. Nach einer Unterredung mit Papst Pius XII. wird Jachym schließlich am 20. Mai in Rom ohne weitere Zwischenfälle zum Bischof geweiht.

Aufgrund der Wahlergebnisse vom März 1950 wird Major Oscar Osorio zum Staatspräsidenten von El Salvador ausgerufen.

Der italienische Automobilrennfahrer Giannino Marzotte auf Ferrari gewinnt das Rundstreckenrennen von Brescia die “Mille Miglia”.

24.4.1950, Montag

Das neugewählte jordanische Parlament billigt mit einer Gegenstimme die 1948 erfolgte Annexion Ostpalästinas (Westjordanland) durch Jordanien.

Die bundesdeutschen Tageszeitungen müssen wegen der anhaltenden Papierknappheit mehrere Monate lang mit verminderter Seitenzahl erscheinen.

25.4.1950, Dienstag

Der niederländische Außenminister Dirk Stikker schlägt vor, den Kriegszustand mit Deutschland zu beenden und die Entscheidung über die Wiederbewaffnung des Landes den Deutschen selbst zu überlassen.

In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas gibt es einen Kälteeinbruch: Die in voller Blüte stehenden Obstbäume sind mit Schnee bedeckt. Dagegen ist es in Skandinavien sommerlich warm mit Temperaturen bis zu 30

Die Münchner Universität ist mit 9600 Studenten die am meisten frequentierte Hochschule im Bundesgebiet. Es folgen Bonn mit 6000 und Hamburg mit 5100 Studierenden.

Das sängerische “Wunderkind” Anja Silja präsentiert sich in Berlin (West) der Presse. Die zehnjährige Sopranistin trägt einige Bravourarien vor.

26.4.1950, Mittwoch

Der ungarische Staatspräsident Arpád Szakasits tritt zurück. Sein Nachfolger wird Sándor Rónai.

Die südlichen Molukken (Ambon, Ceram und Buru) erklären ihre Unabhängigkeit von Indonesien.

Unter dem Stichwort “Pakethilfe Ost” leitet das Hauptbüro des Evangelischen Hilfswerks Baden eine Aktion zur Unterstützung der Bevölkerung in der DDR ein. Spendenwillige können Nahrungsmittelpakete im Wert zwischen 5 DM und 12 DM erwerben, die dann in die DDR geschickt werden.

Die Volksbildungsminister der fünf Länder der DDR beschließen Maßnahmen gegen die “reaktionäre Einstellung eines großen Teils der Oberschüler und Lehrerschaft”. Lehrer an Gymnasien sollen künftig streng überprüft werden und sich schriftlich verpflichten, ihren Unterricht auf die Ziele der Nationalen Front abzustimmen, Oberschüler “ohne fortschrittliche Gesinnung” werden vom Schulbesuch ausgeschlossen.

27.4.1950, Donnerstag

Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es im Münchner Hofbräuhaus wieder eine Maibockprobe, an der auch Mitglieder der bayerischen Landesregierung teilnehmen.

Der jugoslawische Ministerpräsident Josip Tito spricht sich vor der Nationalversammlung in Belgrad für eine Versöhnung seines Landes mit dem Westen aus. Eine Zusammenarbeit mit den Ostblockstaaten hält Tito dagegen für unmöglich.

Der US-Senat lehnt den Einschluss Spaniens in die Wiederaufbauhilfe für Europa (Marshall-Plan) ab.

Der ehemalige US-Präsident Herbert C. Hoover plädiert dafür, die Vereinten Nationen unter Ausschluss der kommunistischen Staaten neu zu organisieren.

Der Bundestag verabschiedet einstimmig ein Gesetz über Hilfsmaßnahmen für Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft.

28.4.1950, Freitag

Der Führer der britischen Konservativen Winston Churchill, fordert eine baldige Abhaltung von Neuwahlen, um der “üblen Herrschaft der verschwenderischen Labour-Regierung” ein Ende zu bereiten und Großbritannien in den Augen der Welt nicht noch mehr zu diskreditieren. Die Briten haben am 23. Februar ein neues Parlament gewählt.

Der Atomphysiker Frédéric Joliot-Curie wird wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei aus seiner Stellung als Hochkommissar für Atomenergie in Frankreich entlassen.

In Berlin (Ost) findet eine mehrstündige Aussprache zwischen der DDR-Regierung sowie Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche statt. In einem unverbindlich gehaltenen Schlusskommuniqué verpflichten sich beide Seiten zu gegenseitiger Respektierung und zur Einhaltung der Gesetze.

29.4.1950, Samstag

In Dessau endet der Prozess gegen neun Wirtschaftsführer in der DDR, die angeblich Vermögenswerte in den Westen geschmuggelt haben. Die Angeklagten werden zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und 15 Jahren verurteilt.

Der Regisseur Veit Harlan, der in der Nazizeit propagandistische Filme drehte wird vom Hamburger Schwurgericht vom Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen.

Durch einen 2:0-Sieg über die Mannschaft des FC Liverpool gewinnt Arsenal London vor heimischem Publikum den englischen Fußball-Vereinspokal.

30.4.1950, Sonntag

Nach dreitägiger Dauer geht in Bonn die erste deutsche Fremdenverkehrstagung zu Ende. Bei der Eröffnung hat Bundespräsident Theodor Heuss u.a. an die Besatzungsmächte appelliert, bundesdeutsche Kurorte wieder für Heil- und Erholungszwecke freizugeben und weitere Maßnahmen zur Belebung des Tourismus zu treffen.

Die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (Spio) legt in einem Manifest u.a. fest, dass im Verleihjahr 1950/51 in allen Kinos der Bundesrepublik Deutschland mindestens ein Drittel der gezeigten Filme aus der neuen deutschen Filmproduktion stammen soll.

In Mölln beginnen Festlichkeiten zu Ehren Till Eulenspiegels, der 600 Jahre zuvor in der holsteinischen Stadt gestorben sein soll.