Was geschah im April 1951

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1.4.1951, Sonntag

Nach heftigen Debatten tritt in Schleswig-Holstein als erstem Bundesland ein endgültiges “Entnazifizierungsabschlussgesetz” in Kraft.

Berlin erhält in finanzieller Hinsicht den Status eines Bundeslandes. Einnahmen aus Zöllen und Steuern sowie Ausgaben für Sozialleistungen und Besatzungslasten werden im gleichen Maß wie auch für andere Länder vom Bund übernommen.

Gustav Heinemann, 1949 bis 1950 Bundesinnenminister, eröffnet in Hamburg die dritte Synode der evangelischen Kirche in Deutschland. Heinemann ist Präses der Synode.

Die Deutsche Journalisten-Union in der IG Druck und Papier wird in Düsseldorf gegründet.

9 492 657 Rundfunkteilnehmer, d. h. Gebührenzahler, werden im Bundesgebiet registriert. Die Zahl ist damit in einem Jahr um 1 766 052 gestiegen.

2.4.1951, Montag

Der US-amerikanische General Dwight D. Eisenhower übernimmt offiziell den Oberbefehl über die NATO-Truppen in Europa.

Der US-amerikanische General Douglas MacArthur gibt bekannt, dass sich auf der japanischen Insel Okinawa eine provisorische Zentralregierung für die von den USA besetzte Ryu-Kyu-Inselgruppe gebildet hat. Für die Inseln, die zu Japan gehörten, streben die USA eine Treuhänderschaft der UNO an.

15 jugendliche Demonstranten verschanzen sich auf Helgoland in einem Flakturm, um erneut gegen die Bombardierung der Insel zu Übungszwecken zu protestieren. Britische und deutsche Polizisten nehmen die Jugendlichen fest.

Der Deutsche Frauenring wird auf der Dreijahreskonferenz des International Council of Women (ICW) in Athen als vollberechtigtes Mitglied in den ICW aufgenommen.

3.4.1951, Dienstag

Die drei westlichen Hochkommissare unterzeichnen ein Abkommen über die “Aufhebung gewisser Beschränkungen für die deutsche Industrie”. Die darin vorgesehenen Produktionserleichterungen betreffen vor allem den Schiffbau, synthetische Treibstoffe, synthetisches Ammoniak, Chlor und Styrol. Darüber hinaus wird eine zusätzliche Stahlerzeugung gestattet.

US-Präsident Harry S. Truman fordert vom Kongress 51,3 Mio. US-Dollar (267 Mio. DM) für Atomforschungs- und Produktionsstätten.

6000 Fischer und Besatzungsmitglieder von 1600 Kuttern an der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins treten in einen Streik. Sie protestieren dagegen, dass nach dem Wegfall der Vorzugspreise für Fischerei und Landwirtschaft der Treibstoff um rund 100% teurer geworden ist.

4.4.1951, Mittwoch

Die diplomatischen Vertreter des Vatikans, der Schweiz, Luxemburgs, Schwedens, Indiens, der Niederlande und Portugals überreichen Bundespräsident Theodor Heuss in der Bonner Villa Hammerschmidt ihre Beglaubigungsschreiben.

Syrische Truppen provozieren südlich des Sees Genezareth einen Grenzzwischenfall mit Israel, bei dem mehrere Angehörige einer Polizeitruppe verletzt oder getötet werden. Grund der Streitigkeiten ist eine Entwässerungsmaßnahme Israels am Huleh-See, die für Syrien Wassermangel zur Folge haben kann.

Gegen die Remilitarisierung” demonstrieren 500 bis 700 Frauen vor dem Bundeshaus in Bonn. Im Verlauf der Protestkundgebung kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die die Personalien einiger Frauen feststellt.

5.4.1951, Donnerstag

Das New Yorker Bundesgericht verurteilt das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg wegen Atomspionage für die Sowjetunion zum Tode.

In der Chirurgischen Klinik der Universität des US-Bundesstaates Minnesota in Minneapolis wird die erste Operation am offenen Herzen mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Erfinder der Maschine und Operateur ist der amerikanische Arzt Clarence Dennis.

In Miami kommt “Sugar” Ray Robinson, Box-Weltmeister im Mittelgewicht, nur zu einem mühsamen Punktsieg über seinen 23-Jährigen Herausforderer Holly Mims.

Der Vertrag über eine vierwöchige Amerikareise der Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt ist perfekt. Neben Vergleichswettkämpfen sollen die bundesdeutschen Kicker Land und Leute kennenlernen. Allerdings nicht zu intensiv: Eine Vertragsklausel verbietet den Fußballern ausdrücklich während ihrer USA-Reise die Heirat mit Amerikanerinnen.

6.4.1951, Freitag

Der jugoslawische Ministerpräsident Josip Tito bildet Regierung und Verwaltung des Landes um. Prominentestes Opfer im Kampf Titos gegen den bürokratischen Zentralismus sowjetischer Prägung ist Boris Kidritsch, Präsident des Wirtschaftsrates und Mitglied des Politbüros der KP. Insgesamt werden 16 Ministerien aufgelöst bzw. umgebildet.

Der US-Bundesrichter Alan Goldsborough verurteilt den Puertoricaner Oscar Gollazo, der im November 1950 an einem Attentat auf Präsident Harry S. Truman beteiligt war, wegen Mord an einem Sicherheitsbeamten zum Tod auf dem elektrischen Stuhl.

7.4.1951, Samstag

Überraschend gewinnt in Aintree bei Liverpool die Stute “Nickel Coin” als 40:1-Außenseiter das 105. “Grand National”, das schwerste Hindernisrennen der Welt, mit sechs Längen vor “Royal Tan” und “Derringstown”. Die übrigen 34 Pferde erreichen das Ziel nach Stürzen nicht.

Die vierte Konferenz der Außenminister der 21 amerikanischen Republiken, die auf Initiative der USA von der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) einberufen wurde, endet in Washington. Die Regierungsvertreter unterzeichnen militärische und wirtschaftliche Programme “zur Verteidigung der westlichen Hemisphäre”.

Die Forderung von Douglas MacArthur, UN-Oberbefehlshaber in Korea, nationalchinesische Truppen einzusetzen und die Mandschurei zu bombardieren, löst vor allem in Großbritannien Empörung aus.

8.4.1951, Sonntag

Die Landeszentralbank von Bayern setzt neue 2-DM-Münzen in Umlauf. Die Geldstücke haben einen Durchmesser von 25,5 mm und wiegen 7 g. Die Wertseite zeigt die Ziffer Zwei, eingerahmt von je einer Weintraube mit Blatt und zwei Ähren, die Rückseite den Bundesadler. Die Münze, die von der Bevölkerung wegen ihrer Ähnlichkeit mit der 1-DM-Münze kritisiert wird, setzt sich nicht durch.

Im Ludwigshafener Rheinstadion siegt die deutsche Handball-Mannschaft in ihrem ersten Länderspiel nach Kriegsende mit 12:5 gegen Frankreich.

Kruppdirektor Dr. Hardach kündigt an, dass die Kruppwerke als “ausgesprochener Friedensbetrieb” aufgebaut werden. An Rüstungsaufträgen bestünde kein Interesse.

9.4.1951, Montag

Nordkoreanische und chinesische Armee-Einheiten öffnen die Schleusen des 11 km nördlich des 38. Breitengrades in Korea gelegenen Staudamms von Hwachon und setzen weite Teile des Landes unter Wasser. Sie wollen damit einen Vormarsch der UN-Streitkräfte zum Stehen bringen.

Die Thüringer “Abendpost”, die letzte unabhängige und parteilose Zeitung in der DDR, muss ihr Erscheinen einstellen. Statt dessen wird den Abonnenten “Das Volk”, die Zeitung der Sozialistischen Einheitspartei, geliefert.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) verzichtet auf sein Rabattsparsystem, nachdem sich die deutsche Wirtschaft verpflichtet hat, die dringend benötigten Investitionsmittel für die Grundstoffindustrie selbst aufzubringen.

Die “schnellste Kamera der Welt”, die sog. Kerr-Cell-Kamera, wird in London vorgestellt. Sie soll 24 Mio. Bilder in der Minute aufnehmen und vor allem einzelne Phasen von Explosionen dokumentieren. Das britische Waffenforschungsamt hat das Gerät entwickelt.

10.4.1951, Dienstag

Der Bundestag verabschiedet mit den Stimmen von CDU, SPD und Zentrum das Gesetz über die Montanmitbestimmung.

In dritter Lesung verabschiedet der Bundestag das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse von Personen, die unter den Artikel 131 des Grundgesetzes fallen.

Die DDR und die Volksrepublik Bulgarien schließen ein Kulturabkommen.

11.4.1951, Mittwoch

Zu seiner ersten offiziellen Auslandsreise als Außenminister trifft Bundeskanzler Konrad Adenauer auf dem Pariser Flughafen Orly ein. Er nimmt an den Verhandlungen über die Montanunion teil.

US-Präsident Harry S. Truman setzt den UN-Oberbefehlshaber in Korea, General Douglas MacArthur, ab.

Die Bundesregierung verabschiedet ein neues Wirtschaftsprogramm.

12.4.1951, Donnerstag

Die Deputiertenkammer und der Senat Argentiniens beschließen, die oppositionelle Tageszeitung “La Prensa” zu enteignen.

Wilhelm Herz stellt auf einem 500-ccm NSU-Motorrad mit 289,796 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Zweiräder auf.

13.4.1951, Freitag

Acht Briten werden bei Unruhen im Ölgebiet von Abadan (Iran) getötet.

Die amerikanische Regierung rationiert wichtige Rohstoffe wie Stahl, Kupfer und Aluminium, um die Versorgung der Rüstungsindustrie sicherzustellen. Das Land müsse “auf einen möglichen umfassenden Krieg vorbereitet sein”, begründet Manley Fleischmann, Administrator der nationalen Produktionsbehörde, die Maßnahme.

14.4.1951, Samstag

Der saarländische Ministerpräsident Johannes Hoffmann stellt dem Landtag sein neues Kabinett vor. Erstmals seit 1945 gehören keine Sozialdemokraten der Regierung an, sondern ausschließlich Mitglieder der Christlichen Volkspartei.

15.4.1951, Sonntag

Das Bundeskabinett entscheidet sich für Wiesbaden als Sitz des Bundeskriminalamtes. Der Mitbewerber Hamburg scheidet wegen dezentraler geographischer Lage aus.

Die deutsche Fußballmannschaft gewinnt ihr erstes Auslandsspiel nach Kriegsende – gleichzeitig das 200. Länderspiel einer DFB-Auswahl – in Zürich mit 3:2 gegen die Schweiz.

16.4.1951, Montag

In Bad Wörishofen wird die Kindler Verlag GmbH gegründet. Bereits seit 1946 bringt Helmut Kindler u.a. Autobiographien und Biographien auf den Markt.

In Washington fordert der demokratische Abgeordnete Albert Gore eine “unpassierbare radioaktive Sperrzone” zwischen Nord- und Südkorea, um militärische Aktionen der Armeen unmöglich zu machen.

Die US-amerikanische Luftverteidigung gibt bekannt, dass sie 400 000 freiwillige Luftbeobachter, die im gesamten nördlichen Teil Amerikas und entlang der pazifischen und atlantischen Küste eingesetzt werden sollen, rekrutieren will.

17.4.1951, Dienstag

Die USA erteilen Belgien eine offizielle Rüge wegen eines angeblich ungenügenden Verteidigungsbeitrages, der dem wirtschaftlichen Leistungsvermögen des Landes unangemessen sei. Während Frankreich, Großbritannien und die USA 10 bis 20% ihrer Volkseinkommen für Verteidigung ausgeben, bringe Belgien nur 5% auf.

Der norwegische Frachter “Victoria Peak” wird in der Nähe von Hongkong von kommunistischen Küstenbatterien beschossen und schwer beschädigt.

Das britische U-Boot “Affray” sinkt mit 75 Mann Besatzung im Ärmelkanal. Es gibt keine Überlebenden.

18.4.1951, Mittwoch

In Paris unterzeichnen die Außenminister der Benelux-Staaten, Frankreichs, Italiens und der Bundesrepublik den Vertrag zur Gründung der Montanunion.

Die Mehrheit des Bundestages stimmt dem Gesetzentwurf der Regierungsparteien zu, den Sitz des Bundesverfassungsgerichts nach Karlsruhe zu verlegen. Der Vorschlag der SPD, das Verfassungsgericht in Berlin anzusiedeln, scheitert.

19.4.1951, Donnerstag

Der entlassene Oberbefehlshaber der UN-Truppen in Korea, Douglas MacArthur, hält nach seiner Rückkehr in die USA vor beiden Häusern des Kongresses eine Rechtfertigungsrede.

In Südafrika nimmt das Unterhaus einen Gesetzentwurf an, der ein gesondertes Wahlrecht für “Mischlinge” vorsieht. Die Delegierten, die die “Mischlinge” wählen, müssen allerdings Weiße sein.

In Frankfurt am Main eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die erste Internationale Automobilausstellung.

Im Nordwestdeutschen Rundfunk schockiert Günter Eichs Hörspiel “Träume” die Hörer: Die provozierenden, irrealen Szenen entsprechen nicht den Hörgewohnheiten des Publikums.

Der Bremer Schifffahrtssachverständige Franz Eggers erklärt vor dem Rhein-Ruhr-Klub in Essen, dass der Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte rund 5 Mrd. DM kosten werde.

In Cannes gehen die Filmfestspiele zu Ende. Mit dem großen Preis des Festivals werden der italienische Film “Das Wunder von Mailand” von Vittorio de Sica und der schwedische Film “Julie” ausgezeichnet.

21.4.1951, Samstag

Nach siebenmonatiger Dauer endet die internationale Zollkonferenz im britischen Torquay. 38 Staaten treffen 147 zweiseitige Abkommen. Allein die Bundesrepublik, die erstmals an einer internationalen Zolltagung teilnimmt, schließt 21 bilaterale Zollverträge ab.

In Kairo wird ein deutsch-ägyptischer Handelsvertrag unterzeichnet, der für das Vertragsjahr 1951/52 Ein- und Ausfuhren von je 54 Mio. DM vorsieht. Ägypten liefert vor allem Baumwolle an die Bundesrepublik.

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) ernennt den früheren Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium Hans Müller zum Präsidenten des Bundesfinanzhofes.

22.4.1951, Sonntag

Der wegen Meinungsverschiedenheiten mit US-Präsident Truman entlassene Oberbefehlshaber der UN-Truppen in Korea, Douglas MacArthur, wird von der Bevölkerung New Yorks mit einer Konfettiparade empfangen.

Der britische Arbeitsminister Aneurin Bevan und Handelsminister James Harold Wilson treten aus Protest gegen den Rüstungsetat zurück.

Frankreich und Jugoslawien schließen einen einjährigen Handelsvertrag ab, der einen Warenaustausch im Wert von 4 Mrd. Franc (rund 54 Mio. DM) in jeder Richtung vorsieht.

In Ost-Berlin wird das Nationale Olympische Komitee der DDR gegründet.

Bei den deutschen Waldlaufmeisterschaften in Uelzen siegt überraschend Walter Müller vom TSV 1860 München. Für die rund 7,5 km lange Strecke braucht er 23:55,2 min. Sein Verein gewinnt auch die Mannschaftswertung.

23.4.1951, Montag

In Korea beginnt eine Frühjahrsoffensive nordkoreanischer und chinesischer Truppen. Nach drei Tagen bringt die Armee der Vereinten Nationen den Vorstoß der Kommunisten wenige Kilometer südlich des 38. Breitengrades zum Stehen.

Großbritannien und Argentinien unterzeichnen in Buenos Aires ein Fleischabkommen. Argentinien verpflichtet sich, 200 000 t Gefrierfleisch “so schnell wie möglich” an Großbritannien zu liefern.

An der zweiten großen Streikwelle in Spanien beteiligen sich in den nordspanischen Städten Bilbao, Mondragon, Eibar, Beasain, Vergara und Tolosa 500 000 Arbeiter. Sie fordern Lohnerhöhungen um 50%, Preiskontrollen und Maßnahmen gegen die “katastrophale Wirtschaftslage” des Landes.

24.4.1951, Dienstag

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzentwurf zur Hebung der Verkehrssicherheit. Danach sind Doppelanhänger verboten und Fahrtenschreiber für schwere Fahrzeuge obligatorisch. Eine gebührenpflichtige Verwarnung kostet 2 DM.

Der DGB-Bundesvorstand veröffentlicht eine Statistik über die Lohnsituation der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik. Der durchschnittliche Wochenlohn männlicher Arbeitskräfte sei zwar von 48,25 DM (1948) auf 71,81 DM (Dez. 1950) gestiegen, die Situation der Arbeiter habe sich aufgrund der Preissteigerungen jedoch verschlechtert. Andererseits gebe es 200 neue Millionäre, so der DGB.

Bei einem Eisenbahnunglück in der japanischen Stadt Yokohama kommen 97 Menschen ums Leben.

25.4.1951, Mittwoch

Das US-Verteidigungsministerium gibt bekannt, dass 500 bis 600 Militärberater nach Formosa geschickt werden.

Der Bundestag beschließt die Neuordnung der Länder (Süd-)Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern.

26.4.1951, Donnerstag

Die Bundesregierung beschließt ein Verbot aller Organisationen, die eine Volksbefragung gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik vorbereiten. Die Umfrage wolle die verfassungsmäßige Ordnung zerstören.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus bewilligt Militärkredite von 6,4 Mrd. US-Dollar (rund 33 Mrd. DM) für die Anschaffung von Panzern, Flugzeugen und Geschützen. Bisher beliefen sich die Militärkredite für das laufende Finanzjahr auf 42,5 Mrd. US-Dollar (221 Mrd. DM).

In Manchester treten 2300 Dockarbeiter in einen wilden Streik. Sie protestieren gegen Überstundenarbeit.

27.4.1951, Freitag

Dänemark räumt den USA das Recht ein, auf Grönland militärische Stützpunkte zu unterhalten. Das Abkommen das eine Laufzeit von 20 Jahren hat, soll in die NATO-Verträge eingegliedert werden.

Sechs Tote fordert ein Explosionsunglück im Hafen von Gibraltar. Beim Abladen von Granaten fliegt der britische Munitionsdampfer “Bedham” in die Luft. Hunderte werden verletzt, die Explosion erschüttert das gesamte Gebiet von Gibraltar.

In Italien treten 1,1 Mio. Arbeiter der Stahlindustrie und des Verkehrsgewerbes in den Streik. Die Streikenden, die weite Teile des Nahverkehrs lahmlegen, fordern höhere Löhne.

29.4.1951, Sonntag

In Hannover eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die “Technische Messe”.

Die FDP verbucht bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz einen Erfolg und erringt 19 Sitze (vorher 11).

Elly Heuss-Knapp, die Frau des Bundespräsidenten, eröffnet in Hannover die erste Bundesgartenschau.

30.4.1951, Montag

Die argentinischen Gewerkschaften erklären sich bereit, die Kandidatur des jetzigen Präsidenten Juan Perón und die seiner Frau Evita als Vizepräsidentin zu unterstützen.

Das schleswig-holsteinische Innenministerium schickt ein Polizeikommando nach Helgoland, um die erwartete Landung von 1500 Mitgliedern der Kommunistischen Partei und der Freien Deutschen Jugend auf der Insel, die von den Engländern als Bombenziel verwandt wird, zu verhindern.

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft spricht sich für einen vergnügungssteuerfreien “Filmgroschen” aus. Die Abgaben sollen zu je 40% der Filmproduktion und den Filmtheatern und zu 15% den Filmverleihern zufließen. Der Rest der Gelder soll für Werbung genutzt werden.

Chroniknet