Was geschah im April 1952

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1.4.1952, Dienstag

Der französische Staatsminister Jean Letourneau übernimmt als Nachfolger des am 11. Januar 1952 verstorbenen Marschalls Jean de Lattre de Tassigny das Hochkommissariat für Indochina.

In Indonesien kommt es zur Bildung einer Koalitionsregierung aus Nationalisten, Masjumi und einzelnen Vertretern anderer Parteien unter Ministerpräsident Wilopo (Nationalist). Am 23. Februar war die alte Regierung Sukiman zurückgetreten, weil Außenminister Achmed Soebarjo US-amerikanische Bedingungen für wirtschaftliche Hilfeleistungen akzeptiert hatte, ohne das Parlament zu befragen.

Die Illustrierte “Stern” verblüfft ihre Leser mit einem Aprilscherz. In einem Bildbericht schildert die Zeitschrift den Einsatz von “Fernsehfahndungsgeräten” bei Polizeieinsätzen in der Bundesrepublik Deutschland.

Das vatikanische Wochenblatt “Osservatore della Domenica” warnt Katholiken vor modernen Tänzen, da Menschen durch sie unnötigerweise in eine sündige Stellung zueinander gebracht würden.

Nach Angaben der französischen Regierung sind seit 1945 bei den Kämpfen in Indochina 40 912 Menschen umgekommen, davon 13 332 Franzosen.

Ein Sprengstoffattentat auf Franz Böhm, den Leiter der deutschen Delegation bei den Wiedergutmachungsverhandlungen mit Israel im niederländischen Den Haag, schlägt fehl.

2.4.1952, Mittwoch

Der französische Nationalrat billigt das Gesetz über die Ratifizierung des Schumanplans, des Vertrags über die Bildung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.

George Frost Kennan wird neuer US-amerikanischer Botschafter in der Sowjetunion. Als Chef eines ausenpolitischen Planungsausschusses entwickelte Kennan Ende der 40er Jahre die Politik des sog. Containment (Eindämmung) gegenüber der UdSSR. Danach soll der sowjetische Machtbereich durch militärische Paktsysteme eingedämmt werden.

Der österreichische Nationalrat beschließt in Wien die Schaffung von Ehrenzeichen für herausragende Verdienste um die Republik.

Der Nordrhein-Westfälische Landtag nimmt das Landesschulgesetz an. Eltern haben danach das Recht, die Schulform ihrer Kinder frei zu wählen. Schulaufsicht führt der Staat. Die Kirche kann den Auftrag zur Erteilung des Religionsunterrichts geben.

Das Hörspiel “Die Stimme hinter dem Vorhang” von Gottfried Benn wird bei Radio Bremen uraufgeführt.

Die achte Klasse einer Volksschule in Bonndorf am Bodensee beschließt, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. Durch den mangelhaften Unterricht in den ersten Nachkriegsjahren sei ihr Wissen lückenhaft.

3.4.1952, Donnerstag

In der marokkanischen Hafenstadt Tanger brechen nationalistische Unruhen aus, die sich gegen die Kolonialherrschaft Frankreichs und Spaniens in Marokko richten. Die beiden Kolonialmächte entsenden daraufhin Truppen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Unter Vorsitz von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) nimmt der Deutsche Produktivitätsrat seine Arbeit auf. Das Gremium aus Vertretern der Bundesregierung, der Unternehmer und der Gewerkschaften will durch verbesserte Ausbildung und Rationalisierung die industrielle Produktivität erhöhen.

Der Ministerrat und das Zentralkomitee der sowjetischen Kommunistischen Partei (KPdSU) beschließen in Moskau, die staatlichen Preise für Lebensmittel um 10 bis 30% zu senken.

4.4.1952, Freitag

Das italienische Parlament in Rom beschließt ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, das vor allem den bislang vernachlässigten Süden des Landes stärken soll. Die Arbeitslosenzahl beträgt in Italien etwa 2 Mio.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) eröffnet am Ludwigkirchplatz in Wilmersdorf das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungs- und Bausparwesen. Es ist die erste Bundesbehörde mit Sitz in Berlin (West).

Auf einer Tagung in Berlin (Ost) verurteilen Pädagogen aus der DDR Schokoladen-Osterhasen und Eiersuchen als bürgerliche Unsitten. Eine Leipziger Jugendzeitschrift zeigt den Osterhasen stattdessen als Schneider, der sich für die Allgemeinheit nützlich macht.

5.4.1952, Samstag

Die UdSSR bricht die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab, nachdem sowjetischen Kurieren die Einreise auf die Insel verweigert wurde.

Der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts erklärt die Novelle des schleswig-holsteinischen Wahlgesetzes für nichtig. Danach erhalten bei Landtagswahlen nur solche Parteien Mandate, die mindestens 7,5% statt vorher 5% der Stimmen erreichen.

6.4.1952, Sonntag

Argentiniens Staatspräsident Juan Domingo Perón setzt höhere Garantiepreise für landwirtschaftliche Exportprodukte fest. Ziel ist eine Verbesserung der Zahlungsbilanz, die durch die bisher betriebene ausschließliche Förderung der Industrialisierung nicht erreicht werden konnte.

In Bonn sowie in anderen bundesdeutschen Städten protestieren Studenten gegen die Aufführung des Veit-Harlan-Films “Verwehte Spuren”. Der Regisseur hatte während des Nationalsozialismus mehrere antisemitische Filme, u.a. “Jud Süß”, gedreht.

7.4.1952, Montag

Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind bei einer Grippe-Welle in Berlin (West) bisher 71 Menschen gestorben. Zur Verhinderung weiterer Ansteckungen müssen einige Schulen für mehrere Wochen geschlossen werden.

8.4.1952, Dienstag

Um einen Streik der Stahlarbeiter zu verhindern, lässt der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman 98 Stahlwerke verstaatlichen, die 95% der Gesamtproduktion leisten.

Die DDR-Führung verbietet Mitgliedern der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) das Abhören westlicher Sender. Diese seien “Propaganda-Arme” der amerikanischen Armee.

Der Deutsche Schützenbund erhält die Erlaubnis zur Herstellung von Kleinkaliberwaffen für Sportschützen.

Das Denkmal “Hermann der Cherusker” bei Detmold im Teutoburger Wald wird renoviert. Der standhafte Cheruskerfürst wurde während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt.

9.4.1952, Mittwoch

In einer zweiten Note an die drei Westmächte stimmt die Sowjetunion freien gesamtdeutschen Wahlen unter Vier-Mächte-Kontrolle zu – nicht aber unter der Aufsicht der Vereinten Nationen.

Über Radio gibt die bolivianische Oppositionspartei “Revolutionäre Nationalistische Bewegung” den Erfolg ihres Aufstands gegen die Regierung General Hugo Ballivan bekannt, bei dem 3000 Menschen den Tod finden.

Um die Rechte der etwa 100 000 Sorben zu wahren, weist das DDR-Volksbildungsministerium in Sachsen und Brandenburg an, Grundschulen für diese nationale Minderheit westslawischer Herkunft einzurichten und sorbischen Sprachunterricht anzubieten.

10.4.1952, Donnerstag

Der Rat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OEEC) mit Sitz in Paris stimmt Einfuhrkürzungen Frankreichs um etwa 50% im zweiten Quartal 1952 zu. Dadurch soll das Land in die Lage versetzt werden, seine zur Zeit negative Außenhandelszahlungsbilanz auszugleichen.

11.4.1952, Freitag

Die 53-Jährige Therese Neumann aus dem bayerischen Konnersreuth erlebt erneut die Passion Christi: Ihre Stigma-Wunden bluten, und nach ihren Angaben erscheint der Leidensweg Jesu vor ihrem geistigen Auge.

12.4.1952, Samstag

Der am 25. März 1952 neu ernannte tunesische Ministerpräsident, Salah el Din Baccouche, stellt sein Kabinett vor, das jedoch nur geringe Befugnisse hat. Frankreich behält als Kolonialmacht in Tunesien den weitreichenderen Einfluss auf die Außenpolitik und das Militär des Landes.

Wegen seiner Kandidatur für das US-amerikanische Präsidentenamt gibt General Dwight D. Eisenhower seinen Rücktritt vom Amt des NATO-Oberbefehlshabers in Europa zum 1. Juni bekannt.

Die Moskauer Wirtschaftskonferenz endet nach neun Tagen mit der Forderung, bestehende Handelsbeschränkungen zwischen den Blöcken zu beseitigen. Bundesdeutsche Industrielle schließen mit sowjetischen und chinesischen Delegierten Rahmenverträge über einen Warenaustausch im Wert von mehr als 300 Mio. DM ab.

13.4.1952, Sonntag

Bundesarbeitsminister Anton Storch (CDU) appelliert an die Industrie und das Handwerk, Lehrstellen für die 652 000 Schulabgänger des Jahres zu schaffen. Storch begründet seinen Aufruf mit einem bevorstehenden Facharbeitermangel.

14.4.1952, Montag

Auf ihrem XXII. Parteitag beschließen die Mitglieder der Kommunistischen Partei Großbritanniens in London das Programm “Der britische Weg zum Sozialismus”. Erstmals orientiert sich damit eine kommunistische Partei in einem kapitalistischen Land an einem friedlichen Weg zum Sozialismus.

Durch päpstlichen Erlass wird der Erzengel Gabriel zum Schutzpatron des Fernmeldewesens und aller dort Beschäftigten bestimmt.

15.4.1952, Dienstag

Die britische Regierung erklärt sich zum Abschluss von gegenseitigen Hilfsabkommen mit den Staaten der geplanten Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) bereit. Die militärische Unterstützung für den Fall eines Angriffs in Europa soll so lange Geltung haben, wie Großbritannien ein Mitglied der NATO ist.

Der 500. Geburtstag Leonardo da Vincis wird in ganz Europa mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.

Die Deutsche Partei in Schleswig-Holstein, bisher Mitglied im Deutschen Wahlblock, bildet eine eigene Landtagsfraktion in Kiel.

16.4.1952, Mittwoch

Die Teilnehmer der Wiener Konferenz der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) beschließen zum Schutz der Kinder eine “Erklärung der Rechte der Kinder”. Darin wird u.a. ein verbesserter Schutz gegen Kinderarbeit sowie die Sicherstellung einer schulischen Ausbildung gefordert.

Im Kampf um die Box-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht verteidigt der US-Amerikaner “Sugar” Ray Robinson in Chicago seinen Titel gegen den Italo-Amerikaner Rocky Graziano durch einen K. o.-Sieg in der dritten Runde.

17.4.1952, Donnerstag

In einer Erklärung fordert der DDR-Ministerrat das deutsche Volk dazu auf, sich zwischen Wiedervereinigung und Fortdauer der Spaltung und Kriegsgefahr zu entscheiden. Der schnelle Abschluss eines Friedensvertrags der vier Siegermächte über Gesamtdeutschland sei die einzige Chance, beide deutsche Staaten zu vereinigen. Hintergrund der Erklärung sind die laufenden Verhandlungen über den Deutschland- und EVG-Vertrag.

Im US-amerikanischen Missourital richten riesige Überschwemmungen schwere Schäden an. Weit über 100 000 Menschen müssen evakuiert werden, 400 000 ha landwirtschaftlicher Fläche stehen unter Wasser.

18.4.1952, Freitag

In Südafrika schließen sich die oppositionelle Vereinigte Partei, die Labour Party und das sog. Torch-Commando gegen die nationalistische Regierung zusammen. Gemeinsam wollen sie ein Gesetz verhindern, das die Gerichtshöfe daran hindern will, über die Legalität parlamentarischer Akte zu befinden.

Nach einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums müssen Geschäfte werktags um 19 Uhr schließen. Da auch der Samstag in diese Regelung einbezogen wird, setzt der Entwurf den Ladenschluss für jeden Mittwoch auf 13 Uhr fest.

Im Gebäude der Leverkusener Farbenfabriken Bayer wird die neugegründete Agfa AG für die Fotofabrikation eingerichtet.

19.4.1952, Samstag

Mit einer in Mannheim gezeigten Ausstellung von Werken des Malers Emil Nolde, der im Dritten Reich Malverbot erhielt, gerät der jetzt 84-Jährige expressionistische Künstler wieder ins Interesse der Öffentlichkeit.

Im gesamten Bundesgebiet unterziehen sich Hunderttausende einer Kur mit angebrüteten Neun-Tage-Eiern. Die Anbieter treten mit dem Versprechen an die Verbraucher heran, das Geheimnis der ewigen Jugend gelöst zu haben. Die Käufer sind für die in Aussicht gestellte Behebung von Kreislaufstörungen, Haarausfall, Rheuma und sogar Krebs bereit, einen Preis von bis zu 1,80 DM pro Ei zu bezahlen.

20.4.1952, Sonntag

Um das Zustandekommen einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) zu verhindern, ruft das SED-Zentralkomitee die Arbeiter in der Bundesrepublik zu Demonstrationen und Streiks auf.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt im Luxemburger Stadion das Länderspiel gegen die Auswahl Luxemburgs 3:0.

Im US-amerikanischen Zuchthaus Jackson, dem größten Gefängnis der Welt, geht eine fünftägige Gefangenenrevolte zu Ende.

Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz spricht sich die Mehrheit gegen die Abschaffung der Umsatzsteuer aus. Dies hatte die Partei der Arbeit gefordert.

21.4.1952, Montag

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz fordert die nationalen Organisationen auf, Sanitäts- und Sicherheitszonen aufzubauen. Diese sollen in Kriegszeiten Kranke, Frauen, Kinder und Alte schützen.

22.4.1952, Dienstag

Erstmals überträgt das US-amerikanische Fernsehen live die Zündung einer Atombombe. Millionen Zuschauer verfolgen am Bildschirm, wie die bislang stärkste Nuklearwaffe in der Wüste von Nevada aus 10 km Höhe abgeworfen wird.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn veröffentlicht die sog. Eier-Verordnung. Diese besagt u.a., dass in Läden und auf Märkten nur nach Handelsklassen unterschiedene Hühnerprodukte verkauft werden dürfen.

Im Pariser Théâtre du Nouveau Lancry wird das Schauspiel “Les chaises” (“Die Stühle”) des französischen Dramatikers Eugene Ionesco uraufgeführt. Regie führt Sylvain Dhomme.

23.4.1952, Mittwoch

Der Deutsche Bundestag verabschiedet mit 191 gegen 135 Stimmen bei acht Enthaltungen eine Entschließung, in der für das Saarland das Recht auf Selbstbestimmung gefordert wird. Das Saarland besitzt einen unabhängigen Status, wird wirtschaftlich aber weitgehend von Frankreich gesteuert. Der Bundestag verweist auf das Völkerrecht, wonach das Saarland deutsches Staatsgebiet sei.

24.4.1952, Donnerstag

Das deutsche “Jonglier-Wunder” Rudy Horn tritt im Pariser “Lido” ein einjähriges Engagement an. Horn gilt wegen seiner artistischen Nummern, wie dem Balancieren von Teelöffeln auf der Stirn oder dem “Tassen-Trick” auf dem Einrad, als weltbester Jongleur.

Die legislative Versammlung des Sudan billigt den Entwurf einer neuen Verfassung, mit der die Herrschaft von Großbritannien und Ägypten über das Land abgelöst werden soll. Ein Zusatz besagt, dass die Sudanesen selbst darüber entscheiden, wann und wie sie ihr Recht auf Selbstbestimmung ausüben.

25.4.1952, Freitag

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus beschließt mit 206 gegen 68 Stimmen eine Änderung des Einwanderungsgesetzes. Künftig darf es keine Beschränkungen bei der Erlangung der US-Staatsbürgerschaft aus rassischen Gründen oder aufgrund des Geschlechts mehr geben. Bisher waren Japaner und Einwanderer verschiedener pazifischer Inseln von der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft ausgeschlossen.

Die Verfassunggebende Landesversammlung Baden-Württembergs wählt den bisherigen Ministerpräsidenten Württemberg-Badens, Reinhold Maier (FDP), zum Ministerpräsidenten des neugegründeten Bundeslandes. Maier bildet eine Koalition aus SPD, FDP (früher DVP) und BHE.

26.4.1952, Samstag

Der restaurierte Stephansdom in Wien wird mit großen Feierlichkeiten eingeweiht. Tausende von Zuschauern in den Straßen der österreichischen Hauptstadt verfolgen, wie die “Pummerin”, St. Stephans neugegossene Glocke, zum Dom transportiert wird.

Der Flughafen Hannover-Langenhagen wird vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf eröffnet.

27.4.1952, Sonntag

Der Bamberger Erzbischof Josef Otto Kolb warnt in einem Hirtenbrief vor weiteren Pilgerbesuchen in Heroldsbach und droht mit Exkommunikation. Seit mehreren Kindern 1949 nach eigenen Angaben die Mutter Gottes erschien, pilgern jährlich Tausende zum Heroldsbacher Marienfest. Die Erscheinung wird jedoch von der Kirche nicht anerkannt.

Bei einer Kollision des US-amerikanischen Zerstörers “Hobson” mit dem Flugzeugträger “Wasp” ertrinken 176 Seeleute im Atlantik.

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft gründet auf Anregung des Arztes, Skilehrers und Piloten Fritz Bühler die Schweizerische Rettungsflugwacht (SRFW).

28.4.1952, Montag

US-Präsident Harry S. Truman erklärt den Kriegszustand mit Japan offiziell für beendet. Der 1951 geschlossene Friedensvertrag, der an diesem Tag in Kraft tritt, gewährt Japan nach sechseinhalbjähriger Besetzung nur bedingte Souveränität: Im Rahmen eines zusätzlichen Sicherheitsabkommens bleiben US-amerikanische Streitkräfte im Land.

Ein Komitee des US-amerikanischen Repräsentantenhauses kommt zu dem Schluss, dass die Sowjetunion die Schuld an der Ermordung von 10 000 polnischen Offizieren im Zweiten Weltkrieg trägt. Als Datum der Morde in Katyn wird nach Zeugenbefragungen der April 1940 genannt, als das Gebiet um Katyn unter sowjetische Kontrolle geriet.

Die UdSSR übergibt der DDR 66 Betriebe der Sowjetischen Aktiengesellschaften (SAG). Es handelt sich um Maschinen- und Verarbeitungsfabriken, die in volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt werden.

29.4.1952, Dienstag

Eine Untersuchungskommission der Internationalen Vereinigung demokratischer Juristen klagt auf einer Tagung in Wien die USA an, in Nordchina und Korea durch Massenvernichtung und Anwendung bakteriologischer Kampfmittel Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben.

Der Deutsche Bundestag ratifiziert das Gesetz zur Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt.

Über Dessau beschießen zwei sowjetische Düsenjäger eine französische Passagiermaschine. Fünf Fluggäste werden zum Teil schwer verletzt. Dem Piloten gelingt es, das durch 89 Geschosse beschädigte Flugzeug der “Air France” sicher auf dem Berliner Flughafen Tempelhof zu landen.

Bundespostminister Hans Schuberth (CSU) spricht sich für bundeseinheitliche Notrufnummern aus. 112 bei Feuer, 110 bei Überfällen seien einprägsam und auch im Dunkeln schnell und sicher wählbar.

30.4.1952, Mittwoch

Eine Umfrage des Instituts für Publizistik der Universität Münster ergibt, dass 24% der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland mindestens einmal im Monat ein Kino besuchen. Ferner ergibt die Befragung, dass 54% der Bundesbürger deutsche Filme bevorzugen. Als beliebtesten Film der Bundesdeutschen ermittelt das Institut “Die Nachtwache”.