Was geschah im April 1953

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1.4.1953, Mittwoch

In Österreich wird eine neue Koalitionsregierung aus Volkspartei (ÖVP) und Sozialistischer Partei (SPÖ) gebildet; neuer Bundeskanzler wird der Parteiobmann der ÖVP Julius Raab.

In der Bundesrepublik Deutschland verlieren sämtliche Gesetzesbestimmungen ihre Gültigkeit, die mit dem Gleichberechtigungsgrundsatz von Mann und Frau nicht vereinbar sind.

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung wird mit Sitz in Bonn wiedererrichtet. Die 1859 gegründete Stiftung soll jungen ausländischen Akademikern Forschungsaufenthalte in der Bundesrepublik Deutschland ermöglichen.

Die neue sowjetische Regierung unter Georgi M. Malenkow kündigt eine Preissenkung von Konsumgütern um durchschnittlich 10% an; einzelne Lebensmittel werden um 50% billiger.

2.4.1953, Donnerstag

Der Ministerrat der DDR erlässt eine “Verordnung über das Lichtspielwesen”. Dadurch soll gewährleistet werden, dass nur solche Personen Kinos betreiben dürfen, “die eine Gewähr dafür bieten, dass sie den Aufbau des Sozialismus mit allen ihren Kräften unterstützen”.

3.4.1953, Freitag

In der Bundesrepublik Deutschland werden nach einer vom Bauministerium veröffentlichten Übersicht im laufenden Jahr voraussichtlich 400 000 neue Wohnungen fertiggestellt.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gründet in Bonn eine “Konrad-Adenauer-Stiftung”, die Flüchtlinge und Vertriebene bei der Beschaffung einer Wohnung und eines Arbeitsplatzes unterstützen soll. Als Grundkapital stiftet die Kreditanstalt 100 000 DM.

Dem Präsidenten der Montanunion Jean Monnet (Frankreich), wird in Aachen der Karlspreis verliehen, der von der Stadt Aachen seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung vergeben wird.

4.4.1953, Samstag

Das sowjetische Innenministerium gibt die Rehabilitierung der im Januar verhafteten Ärztegruppe bekannt, der vorgeworfen worden war, die Ermordung führender sowjetischer Militärs geplant zu haben.

Der italienische Staatspräsident Luigi Einaudi löst auf Antrag von Regierungschef Alcide de Gasperi das Parlament auf und setzt für den 7./8. Juni vorzeitige Neuwahlen an.

Nach einem Zusammenstoß mit einem schwedischen Frachtschiff geht ein türkisches U-Boot in den Dardanellen unter. 91 Besatzungsmitglieder des U-Bootes kommen dabei ums Leben.

5.4.1953, Sonntag

In Havanna scheitert ein Umsturzversuch gegen die Regierung des kubanischen Diktators Fulgenico Batista y Zaldívar.

Auf der Strecke von London nach Tokio wird erstmals ein britisches Düsenflugzeug vom Typ “Comet” für den Linienverkehr eingesetzt. Das Flugzeug legt die rd. 16 000 km lange Strecke in 36 Stunden zurück und benötigt damit etwa 50 Stunden weniger als die gewöhnlichen Propellermaschinen.

6.4.1953, Montag

Zwei Mitarbeiter des vom republikanischen Senator Joseph R. McCarthy geleiteten Ausschusses zur Untersuchung “unamerikanischer Umtriebe” beginnen in der Bundesrepublik Deutschland mit der Überprüfung der Angestellten, die dort für ein US-amerikanisches Informationsprogramm tätig sind. In den Bibliotheken der “Amerika-Häuser” soll nach kommunistischer Literatur gefahndet werden.

Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft zum ersten Besuch eines deutschen Regierungschefs in den USA in New York ein.

7.4.1953, Dienstag

Der Schwede Dag Hammarskjöld wird von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York mit 57 von 59 Stimmen zum neuen Generalsekretär der UNO gewählt.

Frankreich bietet den indochinesischen Ländern Vietnam, Kambodscha und Laos Selbständigkeit und Gleichberechtigung im Rahmen der Französischen Union an.

Vertreter der vier Besatzungsmächte nehmen in Berlin (Ost) Gespräche über die Sicherheit des Luftverkehrsweges zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) auf. Das Treffen ist die erste Viermächte-Konferenz in Deutschland seit 1951.

Die US-amerikanischen Zollbehörden bestimmen, dass Waren aus der DDR nicht mehr den Vermerk “Made in Germany” tragen dürfen.

Der Europäische Rat für Kernphysik bewilligt in Rom die Mittel für den Bau und die Ausrüstung eines internationalen Laboratoriums für Kernphysik in Genf.

8.4.1953, Mittwoch

Die letzten noch von französischen Truppen besetzten Teile der Stadt Kehl werden an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.

Jomo Kenyatta, der Führer der gegen die britische Kolonialherrschaft in Kenia kämpfenden Mau-Mau-Bewegung, wird von einem britischen Gericht in Nairobi zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

9.4.1953, Donnerstag

Bundeskanzler Konrad Adenauer beendet in Washington seine politischen Gespräche mit der US-amerikanischen Regierung. In einem Abschlusskommuniqué stellen beide Seiten eine “weitreichende Übereinstimmung” bei der Beurteilung der internationalen Lage fest. Daneben wird u.a. ein Kulturabkommen abgeschlossen.

In Luxemburg heiraten Erbgroßherzog Jean von Luxemburg und Prinzessin Josephine Charlotte, die Schwester des belgischen Königs Baudouin.

Der Verfassungsentwurf für die Bildung einer Zentralafrikanischen Union wird bei einer Volksabstimmung in Südrhodesien gebilligt; wahlberechtigt ist nur die weiße Bevölkerung.

In der DDR wird die Lebensmittelversorgung vom Ministerrat neu geregelt. “Nicht in der Produktion Tätige” (z. B. Privatunternehmer und Freiberufler) erhalten danach ab Mai keine Lebensmittelkarten mehr.

Unter dem Verdacht der Spionage für die Sowjetunion werden in der Bundesrepublik Deutschland 35 Personen verhaftet. Nach Angaben von Vizekanzler Franz Blücher (FDP) handelt es sich bei der Aktion um den schwersten Schlag gegen einen östlichen Spionagering seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

10.4.1953, Freitag

Die saarländische Regierung gibt in Paris einen Sechs-Punkte-Plan bekannt, der vorsieht, das Saarland zum europäischen Territorium mit innerer Autonomie zu erklären.

Maurice Thorez, der Führer der Kommunistischen Partei Frankreichs, kehrt nach dreijährigem Aufenthalt in der Sowjetunion nach Frankreich zurück.

In Israel wird erstmals in einem öffentlichen Konzert das Werk eines deutschen Komponisten gespielt. Der jüdische US-amerikanische Violinist Jascha Heifetz eröffnet sein Konzert in Haifa mit einer Sonate von Richard Strauss.

11.4.1953, Samstag

In Panmunjom unterzeichnen die kriegführenden Parteien im Koreakrieg ein Abkommen über den Austausch der kranken und verwundeten Kriegsgefangenen.

Norwegen beginnt mit dem Rückzug seiner 4500 Mann starken Besatzungstruppen, die seit 1947 in Schleswig-Holstein stationiert waren.

12.4.1953, Sonntag

Der südkoreanische Staatschef Syngman Rhee bekräftigt seinen Widerstand gegen einen Waffenstillstand im Koreakrieg, solange die Teilung des Landes nicht aufgehoben wird.

13.4.1953, Montag

Truppen der gegen die französische Kolonialmacht in Indochina kämpfenden kommunistischen Vietminh-Bewegung beginnen eine Offensive in Laos.

Bei der sog. Dienststelle Blank (benannt nach dem Sicherheitsbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland Theodor Blank) haben sich bisher 56 000 Freiwillige für die Aufstellung deutscher Streitkräfte gemeldet.

Die Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) fasst einen scharfen Beschluss “gegen das Versöhnlertum in ideologischen Fragen”. Schwere Vorwürfe werden in diesem Zusammenhang vor allem gegen Lehrende an der Hochschule für Planökonomie erhoben.

In Genf beginnt eine von der Wirtschaftskommission der UNO für Europa veranstaltete Konferenz über die Ausweitung des Ost-West-Handels, die bis zum 25. April dauert.

In Washington unterzeichnen 17 Staaten zum Abschluss einer seit dem 2. Februar tagenden Internationalen Weizenkonferenz ein neues Weltweizenabkommen. Der Höchstpreis wird auf 2,05 Dollar (8,61 DM) je Bushel (27,2 kg) festgelegt.

14.4.1953, Dienstag

In Venezuela tritt eine neue Verfassung in Kraft, durch die u.a. die Stellung des Parlaments als gesetzgebendes Organ gestärkt und die Direktwahl des Präsidenten durch das Volk eingeführt wird.

15.4.1953, Mittwoch

Bei den in Cannes eröffneten Filmfestspielen (bis 30. 4.) wird Henri Georges Clouzots Film “Lohn der Angst” als bester Festivalbeitrag ausgezeichnet.

Der Bundestag beschließt eine Senkung der Tabaksteuer. Die billigste Zigarette wird dadurch künftig nur noch 7,5 Pfennig kosten.

Das Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion rät der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), den scharfen innenpolitischen Kurs in der DDR zu mildern und das Tempo beim geplanten Aufbau des Sozialismus zu drosseln.

In Buenos Aires werden bei einem Bombenattentat während einer Rede des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón sechs Personen getötet. Anschließend kommt es zu schweren Ausschreitungen gegen Oppositionsanhänger.

16.4.1953, Donnerstag

Bei den Parlamentswahlen in Südafrika erringt die für eine strikte Rassentrennungspolitik eintretende regierende Nationalistische Partei mit 94 Sitzen die absolute Mehrheit der Mandate. Der schwarzen Bevölkerungsmehrheit stehen nur drei von insgesamt 158 Parlamentssitzen zu.

Die DDR-Filmgesellschaft DEFA (Deutsche Film AG) wird neu strukturiert. Durch eine Regierungsverordnung werden sieben für unterschiedliche Sparten zuständige “volkseigene Filmproduktionsbetriebe” gebildet, die unmittelbar der Aufsicht durch das Staatliche Komitee für Filmwesen unterstehen.

Der US-amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower erklärt in Washington in einer programmatischen Rede zur Außenpolitik seine Bereitschaft, mit der Sowjetunion bei einer friedlichen Lösung der zwischen beiden Ländern bestehenden Konflikte zusammenzuarbeiten.

17.4.1953, Freitag

Der pakistanische Generalgouverneur Ghulam Mohammad entlässt Ministerpräsident Khwaja Nazimuddin und ernennt den bisherigen Botschafter in den USA, Mohammed Ali, zum neuen Regierungschef. Der abgelöste Ministerpräsident bezeichnet seine Absetzung als illegal und verfassungswidrig.

Das Internationale Olympische Komitee beschließt auf einem in Mexiko-Stadt beginnenden Kongress (bis 24. 4.), dass die nächsten Olympischen Spiele 1956 wie vorgesehen in Melbourne (Australien) stattfinden werden. Der Stand der Vorbereitungen für die Spiele war zuvor heftig kritisiert worden.

18.4.1953, Samstag

Der Vorsitzende des Zentralrats der Freien Deutschen Jugend (FDJ) in der DDR, Erich Honecker, wirft der Evangelischen Jungen Gemeinde staatsfeindliche Aktivitäten vor und kündigt an, dass die FDJ für die “Liquidierung” der kirchlichen Gruppe kämpfen werde.

19.4.1953, Sonntag

Bei den Parlamentswahlen in Japan verliert die regierende Liberale Partei von Ministerpräsident Shigeru Yoshida im Unterhaus vier Sitze, bleibt mit 201 von 466 Mandaten jedoch stärkste Partei.

20.4.1953, Montag

Die UNO bildet einen Ausschuss, der Vorwürfe über die angebliche Verwendung bakteriologischer Waffen im Koreakrieg untersuchen soll.

Der seit November 1952 als provisorisches Staatsoberhaupt amtierende Marcos Pérez Jiménez wird von der verfassunggebenden Versammlung Venezuelas zum Präsidenten gewählt.

In Panmunjom beginnt der Austausch verwundeter und kranker Gefangener des Koreakriegs. Bis zum 4. Mai werden 684 Angehörige der UN-Streitkräfte gegen 6770 nordkoreanische und chinesische Gefangene ausgetauscht.

In der DDR werden die Preise für bewirtschaftete Lebensmittel, vor allem für Fleisch und Fleischwaren sowie für zuckerhaltige Produkte, auf Beschluss des Ministerrats drastisch erhöht.

21.4.1953, Dienstag

Die Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen in Deutschland protestieren gegen die Verfolgung der evangelischen Christen in der DDR und weisen vor allem die gegen die Junge Gemeinde erhobenen Vorwürfe zurück.

Bei den Wahlen zum dänischen Folketing bleiben die Sozialdemokraten mit 61 von 149 Mandaten stärkste Partei. Das neugewählte Parlament fungiert nur bis zur Bestätigung einer im März verabschiedeten Verfassungsreform.

22.4.1953, Mittwoch

Mit der Verabschiedung des Programms für die Bundestagswahlen geht in Hamburg der am 19. April begonnene vierte Bundesparteitag der CDU zu Ende, der unter dem Motto “Deutschland – sozialer Rechtsstaat im geeinten Europa” stand.

23.4.1953, Donnerstag

Auf einer Tagung des Nordatlantikrates in Paris (bis 25. 4.) fordern die Mitgliedstaaten der NATO eine rasche Verwirklichung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Außerdem wird ein gemeinsames Flugzeugbauprogramm beschlossen.

Der Schriftsteller Johannes R. Becher wird zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in der DDR gewählt.

Papst Pius XII. hebt das Abstinenzgebot für Freitag den 1. Mai auf, weil dieser Tag in vielen Ländern als Feiertag begangen wird.

24.4.1953, Freitag

Als erstmals in einem europäischen Lichtspieltheater vorgestellter sog. 3-D-Film läuft “Bwana, der Teufel” in Düsseldorfer und Stuttgarter Kinos an.

Der britische Premierminister Winston Churchill wird von Königin Elisabeth II. in den Ritterstand erhoben und trägt künftig den Titel “Sir”.

Der Bundesrat beschließt gegen die Stimmen der von der CDU bzw. CSU regierten Länder die Abstimmung über den Deutschland-Vertrag und die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) so lange zu vertagen, bis eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsmäßigkeit der Verträge vorliegt.

25.4.1953, Samstag

Die Bundesrepublik Deutschland soll bis Juni 1954 monatliche Verteidigungsausgaben in Höhe von 950 Mio. DM aufbringen, sobald der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Kraft getreten ist. Darauf einigen sich Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) und Vertreter der übrigen EVG-Mitgliedstaaten sowie der USA und Großbritanniens in Paris.

In einer Stellungnahme zur Rede des US-amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower vom 16. April bekundet das sowjetische Parteiorgan “Prawda” die Bereitschaft der Sowjetunion, mit den USA Gespräche über die friedliche Beilegung internationaler Konflikte aufzunehmen.

Der US-amerikanische Senator Joseph R. McCarthy kritisiert in einem Brief an Außenminister John F. Dulles, dass die Hohe Kommission der USA in der Bundesrepublik Deutschland 96 Zeitungen durch Kredite unterstützt habe, obwohl sich zahlreiche dieser Blätter wiederholt kritisch zur Politik der US-Regierung geäußert hätten.

26.4.1953, Sonntag

Nach sechsmonatiger Unterbrechung werden in Panmunjom die Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Koreakrieg wiederaufgenommen. Umstritten ist dabei besonders die Regelung des Kriegsgefangenenaustauschs.

Der Bundesvorstand der FDP ruft in Bonn dazu auf, entschlossen gegen rechtsradikale Gruppierungen vorzugehen, die versuchten, die Partei zu unterwandern. Ernst Achenbach, der Verteidiger des verhafteten ehemaligen Staatssekretärs im nationalsozialistischen Propagandaministerium Werner Naumann, wird als Vorsitzender des Ausenpolitischen Ausschusses der FDP abgelöst.

In Hannover wird die Technische Messe eröffnet (bis 5. 5.), an der sich 2554 Aussteller aus dem In- und Ausland beteiligen, die meisten davon aus den Branchen Maschinenbau und Elektroindustrie. Erstmals werden dabei auf einer Sonderschau “formgerechte Industrieerzeugnisse” gezeigt.

Die Fußball-Nationalmannschaften Österreichs und Ungarns trennen sich in einem Länderspiel in Budapest 1:1. Überragender Spieler ist der österreichische Torwart Walter Zeman.

27.4.1953, Montag

Die USA setzen eine Belohnung von 100 000 Dollar (420 000 DM) für den ersten Piloten eines kommunistischen Landes aus, der mit einem sowjetischen Kampfflugzeug vom Typ “Mig 15” zu den US-amerikanischen Truppen flüchtet. Das Angebot wird mit Flugblättern bekanntgemacht, die über Nordkorea abgeworfen werden.

In Nordrhein-Westfalen beginnen die ersten vom Bundesluftschutzverband durchgeführten Lehrgänge über moderne Methoden des zivilen Luftschutzes im Kriegsfall.

In Kairo nehmen die britische und die ägyptische Regierung Verhandlungen über den Abzug der britischen Truppen aus der Suezkanalzone auf.

Die DDR und die Sowjetunion schließen ein Handelsabkommen, das verstärkte sowjetische Nahrungsmittellieferungen an die DDR vorsieht. Die DDR soll vor allem Produkte aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik in die Sowjetunion exportieren.

28.4.1953, Dienstag

Das Innenministerium der DDR bezeichnet die Evangelische Junge Gemeinde als eine illegale Organisation, die systematisch Hetze und Spionage gegen die DDR betreibe.

29.4.1953, Mittwoch

Die Alliierte Oberkommission in der Bundesrepublik Deutschland billigt den von den Erben des 1951 verstorbenen Fritz Thyssen vorgelegten Plan für eine Neuordnung des Konzerns; die Aufteilung des Aktienvermögens ist Teil der von den Alliierten beschlossenen Entflechtung der bundesdeutschen Stahlindustrie.

Die Truppen der kommunistischen Vietminh erobern bei ihrer Offensive in Laos die Stadt Nam Bac, die nördlich der laotischen Königsresidenz Luang Prabang liegt.

30.4.1953, Donnerstag

Bundeskanzler Konrad Adenauer genießt bei der bundesdeutschen Bevölkerung wachsende Popularität. Einer Meinungsumfrage zufolge waren im April 48% der Befragten mit der Politik Adenauers einverstanden, 19% waren nicht einverstanden. Im März 1951 gaben nur 20% eine positive Antwort, im März 1952 waren es 35%.

Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes fordert in Düsseldorf den freien Samstagnachmittag für sämtliche Beschäftigte im Einzelhandel.

Der von der neuen US-amerikanischen Regierung veröffentlichte Haushaltsentwurf für 1953/54 sieht Kürzungen von 8,5 Mrd. Dollar (35,7 Mrd. DM) gegenüber dem Budgetansatz der vorherigen Administration vor.

Bei den ersten Wahlen in Britisch-Guyana nach Inkrafttreten der neuen Verfassung erringt die linksorientierte Fortschrittliche Volkspartei 18 von 24 Parlamentssitzen.

In der DDR wird ein Karl-Marx-Orden gestiftet, der für “besondere Verdienste beim planmäßigen Aufbau des Sozialismus” verliehen wird.