Was geschah im April 1956

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1.4.1956, Sonntag

Der Bundesnachrichtendienst (BND) mit Sitz in Pullach bei München nimmt offiziell seine Tätigkeit auf.

Das am 6. März vom deutschen Bundestag gegen die Stimmen der SPD verabschiedete Soldatengesetz, das die allgemeine Wehrpflicht vorsieht, tritt in Kraft.

Die Stadt Lindau am Bodensee wird wieder an Bayern angegliedert.

2.4.1956, Montag

Der 70 km nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad errichtete Tigris-Staudamm, an dessen Fertigstellung US-amerikanische und bundesdeutsche Firmen beteiligt waren, wird seiner Bestimmung übergeben. Der Damm ist Teil eines großangelegten Bewässerungsprojekts, mit dem Steppengebiete landwirtschaftlich nutzbar gemacht werden sollen.

In Istanbul verhaftet die türkische Polizei 60 Mitglieder einer Bande, die ihrem Anführer durch gewerbsmäßige Bettelei zu einem Monatseinkommen von umgerechnet mehreren 1000 DM verhalf. Zu der Bande gehörten überwiegend verwaiste Kinder, die zur Bettelei gezwungen wurden.

Das ägyptische Innenministerium in Kairo erlässt eine Verordnung, nach der sich innerhalb von drei Jahren alle männlichen Staatsbediensteten nach westlicher Mode kleiden sollen. Die traditionelle Kleidung der Fellachen und Beduinen soll verdrängt werden. Beamte, die sich dieser Anordnung widersetzen, sollen mit Geldbußen belegt werden.

Nach dem Rücktritt der kambodschanischen Regierung unter Prinz Norodom Sihanouk bildet der Politiker Kim Tit ein neues Kabinett. Politische Beobachter rechnen mit einer Annäherung des südostasiatischen Landes an die Vereinigten Staaten.

3.4.1956, Dienstag

Auf ihrem Versuchsgelände in Kasachstan bringt die UdSSR im Rahmen einer Versuchsreihe eine Atombombe zur Explosion.

4.4.1956, Mittwoch

An der Militärparade aus Anlass des siebenjährigen Bestehens des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO in Düsseldorf nimmt erstmals eine westdeutsche Einheit, das Andernacher Musikkorps, teil.

In einem Interview mit der in Paris erscheinenden Tageszeitung “Le Monde” erklärt der französische Ministerpräsident Guy Mollet, er sei überzeugt, dass von der UdSSR keine Kriegsgefahr für Europa ausgehe.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erteilt in New York dem Generalsekretär der Weltorganisation, Dag Hammarskjöld, das Mandat zu einer Friedensmission im Palästina-Konflikt.

Ein über den Süden der Vereinigten Staaten hinwegrasender Tornado fordert über 40 Todesopfer. Mehr als 270 Menschen erleiden schwere Verletzungen. Der durch den Orkan verursachte Sachschaden wird auf mehrere Mio. US-Dollar geschätzt.

5.4.1956, Donnerstag

In einer offiziellen Note bittet die Bundesregierung die Vereinigten Staaten um zusätzliche Militärhilfe in Höhe von rund 8,4 Mrd. DM.

Das Organ der KPdSU, “Prawda”, veröffentlicht einen Grundsatzartikel, in dem betont wird, dass die Kritik am Personenkult um den früheren Partei- und Staatschef Josef W. Stalin nicht zu einer Verdammung der Leninschen Prinzipien des politischen Kampfes führen dürfe.

Im Ostberliner Stadtteil Treptow veranstaltet der kommunistische Jugendverband FDJ ein Forum mit dem Thema “Jazz – Ja oder Nein”. Der Komponist und Nationalpreisträger Hanns Eisler (SED) erklärt auf der Veranstaltung, dass der Jazz in der DDR nicht “zum Kult” gemacht werden dürfe, da die Jugendlichen mit dieser Musik “ihr Gehirn verkleistern”.

In der niederländischen Stadt Eindhoven werden zu Testzwecken farbige Fernsehbilder über eine Strecke von 5 km übertragen. Der Versuch verläuft erfolgreich, doch ist das von der Firma Philips entwickelte System noch nicht serienreif.

In der Schwimmhalle der Yale University in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) verbessert der US-amerikanische Schwimmer George Breen den Weltrekord über 1500 m auf 18:05,9 min. Er unterbietet die von dem Japaner Hironoshin Furuhashi gehaltene bisherige Bestmarke um 13,1 sec.

6.4.1956, Freitag

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg hat sich im März 1956 die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik sprunghaft um rund 800 000 auf nunmehr rund 1 019 000 verringert.

Aus den Parlamentswahlen in Ceylon (heute Sri Lanka) geht die linksgerichtete Vereinigte Volksfront als Siegerin hervor. Sie kann 51 von 96 Sitzen und damit die absolute Mehrheit erringen. Die Vereinigte Volksfront unter Führung von Ministerpräsident Solomon Bandaranaike strebt die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung unter Betonung nationalistischer Elemente an.

7.4.1956, Samstag

Zum Abschluss einer Tagung in London veröffentlicht das Büro der Sozialistischen Internationale, ein Zusammenschluss sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien, eine Erklärung, in der die Unvereinbarkeit von sozialistischen Ideen und kommunistischen Herrschaftsprinzipien unterstrichen wird. Eine politische Zusammenarbeit mit kommunistischen Parteien wird strikt abgelehnt.

Auf dem ersten Parteitag der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) in Graz wird Anton Reinthaller zum Vorsitzenden gewählt. Einige Tage später erklären zwei führende Parteimitglieder wegen des wachsenden Einflusses ehemaliger Nationalsozialisten in der FPÖ ihren Austritt aus der im November 1955 gegründeten Partei.

Im Rahmen eines Spanienbesuchs des Sultans von Marokko, Sidi Mohammad Ibn Jusuf, erkennt die spanische Regierung unter Francisco Franco Bahamonde in einer offiziellen Erklärung die staatliche Unabhängigkeit Marokkos an. Der Nordteil des Landes stand seit 1912 unter spanischem Protektorat.

8.4.1956, Sonntag

An der israelisch-ägyptischen Grenze im Gaza-Streifen kommt es zu militärischen Zusammenstößen, bei denen auf beiden Seiten mehrere Soldaten verletzt werden.

9.4.1956, Montag

In einer offiziellen Note fordert die Bundesregierung von der Regierung der UdSSR die Freilassung aller gegen ihre Willen in der Sowjetunion festgehaltenen Deutschen. Nach Erkenntnissen der Bonner Regierung befinden sich elf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer mehrere tausend Deutsche unfreiwillig in der UdSSR.

Nach seiner Vereidigung in der Hauptstadt Jakarta gibt der neue indonesische Ministerpräsident Ali Sastroamidjojo vor dem Parlament eine Regierungserklärung ab. Darin bezeichnet er die völlige Loslösung Indonesiens von der ehemaligen Kolonialmacht Niederlande als seine Hauptaufgabe.

In einer Rede in Warschau erklärt der Erste Sekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PVAP), Edward Ochab, die Verurteilung einer Gruppe um den früheren Ministerpräsidenten Wladyslaw Gomulka im Jahr 1951 wegen angeblich nationalistischer Politik für ungerechtfertigt und gibt die Freilassung der Verurteilten bekannt.

In Bremerhaven wird eine größere Ladung US-amerikanischer Waffen gelöscht, die für die Bundeswehr bestimmt ist.

Der sowjetische Agrarbiologe Trofim D. Lyssenko wird als Leiter des Moskauer Instituts für Genetik der Akademie der Wissenschaften abgelöst. Lyssenko, ein Vertrauter des früheren Partei- und Staatschefs Josef W. Stalin hatte die sehr umstrittene Theorie entwickelt, dass angezüchtete Eigenschaften von Pflanzen vererbt werden können.

Das Bundesverkehrsministerium verfügt in Bonn, dass Kraftfahrzeuge ab dem 1. Mai 1956 mit je einem Innen- und Außenspiegel ausgerüstet sein müssen.

10.4.1956, Dienstag

Der Karlspreis 1955 für besondere Verdienste um die Einigung Europas wird in Aachen dem ehemaligen britischen Premierminister Winston Spencer Churchill verliehen.

11.4.1956, Mittwoch

Der jordanische König Hussein II. und Syriens Staatspräsident, Schukri Al Kuwwatli, unterzeichnen in der syrischen Hauptstadt Damaskus ein Abkommen über verstärkte militärische Zusammenarbeit, das gegen Israel gerichtet ist.

In Moskau veröffentlichen sowjetische Wissenschaftler Pläne für den Bau eines Kraftwerks, das Sonnenenergie in Strom umwandeln soll. Nach Angaben der Wissenschaftler ist die wirtschaftliche Stromgewinnung aus Sonnenenergie aufgrund neuer technischer Entwicklungen möglich.

Im Rahmen einer Gala-Vorstellung im Pariser “Olympia” verabschiedet sich die Tänzerin Josephine Baker, die in den zwanziger und dreißiger Jahren in aller Welt Triumphe feierte, von der Bühne. Sie will sich in Zukunft verstärkt um ihre zahlreichen Adoptivkinder kümmern.

In Birmingham (US-Bundesstaat Alabama) stürmen zu Beginn eines Konzerts des farbigen Schlagersängers Nat “King” Cole rund 150 rassistisch eingestellte Weiße die Veranstaltungshalle, um den Auftritt zu verhindern. Bei der anschließenden Saalschlacht werden über 40 Personen verletzt.

12.4.1956, Donnerstag

In Dresden veröffentlicht die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens eine Erklärung, in der sie in scharfer Form gegen eine Rede von DDR-Innenminister Karl Maron (SED) protestiert. Maron hatte behauptet, die evangelische Kirche lasse sich von “aggressiven NATO-Kräften zu friedensfeindlichen Plänen missbrauchen”.

In Pamplona und anderen Städten des spanischen Baskenlandes treten mehrere tausend Arbeiter in den Streik, um soziale Verbesserungen zu erreichen. Da in Spanien Streiks seit 1939 verboten sind, ordnet die Regierung die Entlassung der streikenden Arbeiter an.

13.4.1956, Freitag

Der französische Ministerrat beschließt in Paris angesichts der sich verschärfenden Unruhen in Algerien die Mobilisierung von weiteren 100 000 Soldaten, die im Kampf gegen die algerische Unabhängigkeitsbewegung zum Einsatz kommen sollen.

14.4.1956, Samstag

In New York stellt die US-Marine den Flugzeugträger “U.S.S. Saratoga” in Dienst.

Auf einer Parteiversammlung in der bulgarischen Hauptstadt Sofia gibt der Erste Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Bulgariens, Todor Schiwkow, die posthume Rehabilitierung Traitscho Kostows bekannt. Kostow war 1949 wegen angeblicher antisozialistischer Tätigkeiten zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

Durch einen Großbrand wird das 1877 errichtete Gebäude der Wiener Börse an der Ringstraße fast völlig zerstört.

15.4.1956, Sonntag

In der tunesischen Hauptstadt Tunis stellt Ministerpräsident Habib Burgiba sein Kabinett vor. Ihm gehören mit einer Ausnahme nur Mitglieder seiner nationalistischen Neo-Destur-Partei an.

Mehrere tausend Arbeitnehmer demonstrieren in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gegen die Weigerung der Regierung, einer Herabsetzung der Wochenarbeitszeit von 48 auf 44 Stunden zuzustimmen.

Bei der Bundeswehr kommt es zum ersten Fall von Desertion. Ein 34-Jähriger Luftwaffenoffizier begeht Fahnenflucht weil er in Verdacht geraten ist, Sprengstoff entwendet zu haben.

Die Delegierten des Deutschen Städtetages sprechen sich auf einem Treffen in Lüneburg für die Verlängerung der Schulpflicht in der Bundesrepublik Deutschland von acht auf neun Jahre aus. Der allgemeine Bildungsstand der jungen Generation soll dadurch gehoben werden.

Österreich wird auf einer Sitzung des Ministerkomitees in Straßburg als 15. Mitglied in den Europarat aufgenommen.

16.4.1956, Montag

Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums wollen von rund 4000 Sowjetbürgern, die zur Zeit in Österreich in Lagern leben, nur drei in ihre Heimat zurückkehren. In den vergangenen Tagen hatte eine sowjetische Delegation zehn Lager besucht, um die Flüchtlinge zur Rückkehr zu bewegen.

Der seit 1950 amtierende bulgarische Ministerpräsident Walko Tscherwenkow wird durch einen Beschluss der Nationalversammlung in Sofia seines Postens enthoben. Seine Nachfolge tritt Anton Jugow an. Die Entmachtung Tscherwenkows erfolgt im Zuge der nach dem XX. Parteitag der KPdSU einsetzenden Entstalinisierung in den Staaten Osteuropas.

Der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, US-General Alfred M. Gruenther, erklärt in Washington seinen Rücktritt. Für seinen Schritt nennt Gruenther persönliche Gründe. Er wolle einen Posten in der Wirtschaft annehmen. Zu Gruenthers Nachfolger wird der US-amerikanische Luftwaffengeneral Lauris Norstad ernannt.

17.4.1956, Dienstag

Die kommunistische Regierung Polens veröffentlicht in Warschau eine Erklärung über die Rehabilitierung aller ehemaligen Angehörigen der sog. Heimatarmee. Die von bürgerlichen Kräften bestimmte “Heimatarmee” hatte während des Zweiten Weltkriegs gegen die deutschen Besatzer gekämpft. Dabei war sie in Konflikt mit der kommunistischen Untergrundorganisation Polens geraten.

18.4.1956, Mittwoch

In Moskau wird die Auflösung des “Informationsbüros der kommunistischen und Arbeiterparteien” (Kominform) bekanntgegeben.

In Budapest gibt das ungarische Wirtschaftsministerium Preiserhöhungen für die meisten Konsumgüter bekannt. Durch diese Maßnahme sollen die drastisch gestiegenen Rohstoff- und Herstellungskosten zum Teil ausgeglichen werden.

Das britische Verteidigungsministerium beauftragt General Richard Hall, bislang Oberkommandierender der britischen Truppen in Ägypten, mit der Vorbereitung der Umstellung der britischen Streitkräfte auf eine reine Berufsarmee. Nach den Vorstellungen der Regierung soll in nächster Zeit in Großbritannien auf die Wehrpflicht verzichtet werden.

Der Erste Sekretär des ZK der KPdSU, Nikita S. Chruschtschow und der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin treffen zu einem offiziellen Besuch Großbritanniens in London ein. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche mit Premierminister Anthony Eden stehen die beiderseitigen Beziehungen und Abrüstungsfragen.

19.4.1956, Donnerstag

In Königswinter werden Verhandlungen zwischen dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände über eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit, die zur Zeit durchschnittlich 48 Stunden beträgt, ergebnislos abgebrochen.

Auf Vermittlung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld, wird zwischen Israel und Ägypten ein unbefristeter Waffenstillstand an der gemeinsamen Grenze vereinbart.

In Monaco heiratet Fürst Rainier III. die US-amerikanische Filmschauspielerin Grace Kelly.

20.4.1956, Freitag

Der US-amerikanische Botschafter in der UdSSR, Charles E. Bohlen, erklärt gegenüber US-Präsident Dwight D. Eisenhower, dass er die kollektive Führung in der Sowjetunion mit Nikita S. Chruschtschow und Nikolai A. Bulganin an der Spitze für dauerhaft halte. Bohlen war von der US-Regierung nach Washington beordert worden, um über die Machtverhältnisse in der UdSSR Auskunft zu geben.

21.4.1956, Samstag

In der Ostberliner Humboldt-Universität erklärt der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, die SED sei bereit, “gewisse Fehlerquellen” zu beseitigen. So sei der gefährliche Personenkult bereits erfolgreich bekämpft worden, die kollektive Führung der Partei gesichert.

König Abd Al Asis Ibn Saud von Saudi-Arabien, der Imam Ahmed des Jemen und der ägyptische Ministerpräsident Gamal Abd an Nasser unterzeichnen in Dschidda (Saudi-Arabien) eine militärische Allianz ihrer Staaten. Am 23. April 1956 wird der ägyptische Kriegsminister Generalmajor Abd el Hakim Amer zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte der drei Länder ernannt.

Die Delegierten des Bundesparteitags der FDP bestätigen in Würzburg mit 155 gegen 67 Stimmen den Parteivorsitzenden Thomas Dehler im Amt. Zugleich billigen sie mit großer Mehrheit den am 23. Februar vollzogenen Bruch der Regierungskoalition mit der CDU/CSU.

22.4.1956, Sonntag

Auf einer Festveranstaltung zum 10. Jahrestag der SED-Gründung weist der stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Walter Ulbricht, energisch den Vorwurf zurück, in der DDR herrsche ein totalitäres Regime. Es bestehe kein Widerspruch zwischen den Interessen des Staates und der einzelnen Menschen.

Angehörige der “Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland” entdecken in Alt-Glienicke im Süden Berlins einen von US-amerikanischen Geheimdienstleuten angelegten Spionagestollen.

Die deutsche Schwimmerin Ursel Happe stellt in Bielefeld mit 2:51,O min einen neuen Weltrekord über 200 m Brust auf.

23.4.1956, Montag

Im französischen Badeort Cannes beginnen die 9. Internationalen Filmfestspiele. Bis zum 9. Mai werden rund 80 Filme aus 33 Ländern gezeigt.

24.4.1956, Dienstag

In der Sowjetunion wird eine Abteilung beim Generalstaatsanwalt gebildet, deren Aufgabe die Überwachung der Tätigkeiten des sowjetischen Geheimdienstes KGB sein soll.

Das Oberste Bundesgericht in Washington bestätigt in zweiter Instanz das Urteil eines Gerichts im US-Bundesstaat South Carolina, das die Rassentrennung in öffentlichen Omnibussen für verfassungswidrig erklärt.

25.4.1956, Mittwoch

Das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen in Bonn warnt westdeutsche Eltern davor, ihre Kinder an Ferienaktionen in der DDR teilnehmen zu lassen, die von der Arbeitsgemeinschaft “Frohe Ferien für alle Kinder” veranstaltet werden. Unter dem Deckmantel sozialer Aktionen werde dabei kommunistische Propaganda betrieben.

In New York wird das Statut für eine internationale Atomenergiebehörde veröffentlicht, auf das sich zwölf Nationen, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich und die UdSSR, verständigt haben. Aufgabe der Behörde ist, die weltweite Forschung für die friedliche Nutzung der Atomenergie zu fordern.

26.4.1956, Donnerstag

Gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten des Saarlands, Johannes Hoffmann, spricht das Präsidium des saarländischen Landtags ein Hausverbot aus. Zur Begründung wird angeführt, Hoffmann habe in mehreren Reden und Artikeln Abgeordnete des Landtags und Mitglieder der Regierungskoalition unsachlich angegriffen und zum Teil verächtlich gemacht.

Das Bundesverkehrsministerium in Bonn gibt die Freigabe des Rheins für ausländische Binnenschiffe zum 1. Mai 1956 bekannt. Ausländische Schiffe brauchen in Zukunft keine administrative Genehmigung für das Befahren des Rheins mehr.

27.4.1956, Freitag

Die DDR-Regierung gibt in Berlin (Ost) die vorzeitige Freilassung von 698 Personen bekannt, die wegen Kriegsverbrechen von sowjetischen Militärtribunalen bzw. DDR-Gerichten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren. 52 wegen schwerer Kriegsverbrechen Verurteilte sind von der Amnestie ausgeschlossen.

Der Sejm, das polnische Parlament, beschließt in Warschau eine Amnestie für über 80 000 Strafgefangene. Ein Großteil von ihnen war nach 1945 von der kommunistischen Justiz aus politischen Gründen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Rocco “Rocky” Marciano (USA) tritt in New York als Weltmeister der Schwergewichtsboxer zurück.

28.4.1956, Samstag

Das französische Oberkommando für Indochina wird offiziell aufgelöst. Damit ist das Engagement Frankreichs in Südostasien nach mehrjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen beendet.

29.4.1956, Sonntag

Auf dem Bundesparteitag der CDU in Stuttgart wird Bundeskanzler Konrad Adenauer einstimmig in seinem Amt als Parteivorsitzender bestätigt.

Im Beisein von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard wird in Hannover die 10. Deutsche Industriemesse eröffnet. Auf der zehntägigen Leistungsschau zeigen rund 4000 in- und ausländische Firmen ihre Erzeugnisse. Fast alle Firmenvertreter zeigen sich nach Abschluss der Messe mit der Auftragslage sehr zufrieden.

Das 1000-Meilen-Rennen Brescia- Rom- Brescia die “Mille Miglia”, gewinnt der italienische Autorennfahrer Eugenio Castelotti auf Ferrari.

30.4.1956, Montag

Die kubanische Regierung verhängt über das ganze Land eine Presse- und Rundfunkzensur. Am Vortag hatten rund 70 bewaffnete Gegner des Diktators Fulgenico Batista y Zaldivar erfolglos versucht, eine Militärstation zu stürmen.

In Ludwigshafen fordert der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Einführung der 40-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie eine Erhöhung der Renten.