Was geschah im April 1959

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1.4.1959, Mittwoch

Die Deutsche Lufthansa eröffnet eine neue Fluglinie nach Athen und Istanbul. Sie dehnt ihr Flugstreckennetz damit auf 100 000 km aus.

Die Tarifpartner des Ruhrbergbaus einigen sich in Essen über die Einführung der Fünf-Tage-Woche mit täglichen Acht-Stunden-Schichten.

Kraftfahrer müssen die grüne Versicherungskarte nun ebenfalls nach Frankreich mitnehmen, da auch dort die obligatorische Haftpflichtversicherung eingeführt worden ist.

Der Norddeutsche Rundfunk beginnt mit dem Werbefernsehen. Die Spots laufen unter dem Titel “Seepferdchen zeigt” zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr.

2.4.1959, Donnerstag

Zum zehnjährigen Bestehen des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses tritt der NATO-Rat zu einer feierlichen Jubiläumssitzung in Washington zusammen.

Wegen Jugendgefährdung verfügt die Münchener Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme der satirischen Zeitschrift “Simplicissimus”. Das Titelbild der Aprilausgabe zeigt ein Pin-up-girl mit umgehängter sowjetischer Maschinenpistole. Außerdem wird ein Artikel mit dem Titel “Nie war die Nacht so schwül” beanstandet, eine Geschichte über “Frauen, anders als die anderen”.

Der ehemalige ungarische Staatspräsident Zoltán Tildy wird aufgrund einer Teilamnestie aus dem Zuchthaus entlassen. Tildy wird vorgeworfen, als Mitglied des Kabinetts von Ministerpräsident Imre Nagy 1956 “den Sturz der Volksdemokratie” angestrebt zu haben.

Papst Johannes XXIII. unterzeichnet im Vatikan ein Dekret, das den Katholiken untersagt, bei Wahlen für kommunistische Kandidaten zu stimmen.

3.4.1959, Freitag

Die Volkskammer in Berlin (Ost) verabschiedet ein Gesetz, in dem die Post verpflichtet wird, mit den Organen der Zoll- und Warenkontrolle zusammenzuarbeiten. Postsendungen, die im Grenzverkehr der Zoll- und Warenkontrolle unterliegen, müssen den Dienststellen unentgeltlich vorgelegt werden.

Dem Dalai Lama, Oberhaupt des chinesisch besetzten Tibet, ist es trotz der Verfolgung durch chinesische Truppen gelungen, Indien zu erreichen. Dort wird ihm Asyl gewährt.

In Salzburg wird das Tauernkraftwerk Schwarzach in Betrieb genommen.

4.4.1959, Samstag

Der Ministerrat des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses bekräftigt zum Abschluss seiner Tagung in Washington die Entschlossenheit der NATO, die Freiheit von Berlin (West) zu verteidigen und die Rechte und Pflichten der Westmächte in der geteilten Stadt wahrzunehmen.

Der 1. Sekretär der SED, Walter Ulbricht, fordert den Parteivorstand der SPD in einem Brief zu gemeinsamen deutschlandpolitischen Beratungen mit der SED auf. Die SPD weist diesen Vorschlag zurück.

Auf einer Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft selbständig Schaffender in der SPD in Hamburg ruft der stellvertretende Parteivorsitzende Herbert Wehner die Sozialdemokraten zu einer verstärkten Werbung um die Mittelschichten auf.

5.4.1959, Sonntag

Das Parlament des US-Bundesstaates Arkansas verabschiedet ein Gesetz, nach dem das Blut von Farbigen für Transfusionen mit einem besonderen Etikett versehen werden muss. Damit solle eine Sicherung gegen die Übertragung von Krankheitskeimen geschaffen werden.

Bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Dortmund schneidet die japanische Mannschaft mit sechs gewonnenen Titeln als erfolgreichste ab.

In der Lotterie des Deutschen Fernsehens “Glückskarosse” werden zum ersten Mal 50 Autos verlost.

200 Delegierte der schottischen Labour Party fordern in Aberdeen eine bessere Überwachung radioaktiver Abfälle. Drei schottische Jungen waren am 31. März beim Spielen auf einer Müllhalde mit radioaktivem Material in Berührung gekommen.

6.4.1959, Montag

In den Eisenbahnbetrieben der DDR beginnt eine “Bewegung zur Erhöhung der Reisekultur”. Bis zum 7. Oktober wird vor allem die Sauberkeit auf Bahnstrecken und Bahnhöfen streng kontrolliert.

7.4.1959, Dienstag

In Bonn gibt Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten bekannt.

Forscher des US-Kernforschungszentrums Los Alamos in New Mexico geben bekannt, es sei ihnen eine direkte Umwandlung von Atomkraft in Elektrizität gelungen. Boiler, Turbinen und Generatoren würden damit überflüssig.

Mit neun Oscars ungewöhnlich erfolgreich ist in Hollywood der US-Musicalfilm “Gigi”. Den Preis des besten ausländischen Films erhält die Komödie “Mein Onkel” des französischen Regisseurs Jacques Tati. Für die besten schauspielerischen Leistungen des Jahres 1958 werden Susan Hayward und David Niven ausgezeichnet.

Der bundesdeutsche Spielfilm “Hunde, wollt ihr ewig leben!” nach dem gleichnamigen Roman von Fritz Wöss hat in den Kinos Premiere. Regisseur Frank Wisbar bemüht sich in dem Film um eine Aufarbeitung der “Katastrophe von Stalingrad” 1942/43.

8.4.1959, Mittwoch

Vor der Jugendstrafkammer Hagen wird einer der größten Nachkriegsprozesse gegen Jugendliche eröffnet. Wegen Totschlags, Landfriedensbruchs und Körperverletzung haben sich 37 junge Männer aus Schwerte und Iserlohn zu verantworten.

Der Ministerrat des Südostasienpakts (SEATO) tritt in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington zu Beratungen über Sicherheitsfragen zusammen. Die SEATO ist ein Verteidigungsbündnis zwischen Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Pakistan, den Philippinen, Thailand und den Vereinigten Staaten.

Insgesamt rund 10 000 bis 15 000 Rückkehrer aus der Sowjetunion werden noch in der Bundesrepublik erwartet. Dies teilt die Leitung des Grenzdurchgangslagers Friedland mit.

Die britische Zensurstelle in London teilt mit, dass der mit einem Oscar ausgezeichnete US-amerikanische Spielfilm “I want to live” (“Laßt mich leben”) nicht zur Aufführung in Großbritannien freigegeben wird. Die Zensoren beanstanden die Darstellung einer Hinrichtung in der Gaskammer.

9.4.1959, Donnerstag

Die Bundesrepublik zahlt 125 Millionen DM Wiedergutmachung an die Niederlande für während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg erlittenes Unrecht. Dies teilt die deutsche Verhandlungsführung in Bonn mit.

Gegen die vorgesehene Rassentrennung an den südafrikanischen Hochschulen protestieren Studenten der Göttinger Universität in einem Schreiben an den Kultusminister der Südafrikanischen Union.

Im US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma wird die Prohibition – das Verbot der Herstellung und des Verkaufs alkoholischer Getränke – nach 51 Jahren durch eine Volksabstimmung aufgehoben. Der einzige Bundesstaat, in dem die Prohibitionsgesetze weiterhin gelten, ist Mississippi.

Messeschlager auf der 41. Mustermesse, die in Lyon (Frankreich) eröffnet wird, ist der “Wirley-Wirler”, ein Plastikteller, der mit einem Stab in der Luft balanciert wird.

10.4.1959, Freitag

Auf dem 2. Wirtschaftstag der CDU und der CSU in Hannover geben die Unionsparteien die Parole “Mehr Marktwirtschaft” aus.

Als Maßnahme gegen Terrorakte algerischer Unabhängigkeitskämpfer in Paris verhaftet die Polizei in ganz Frankreich 465 verdächtige Algerier.

Der japanische Kronprinz Tsugu No Mija Akihito heiratet in Tokio die bürgerliche Mitschiko Schoda.

In Washington werden sieben Freiwillige vorgestellt, von denen einer in zwei Jahren den ersten Weltraumflug mit einem bemannten Erdsatelliten antreten soll.

11.4.1959, Samstag

Nach einer Pause von 15 Jahren erscheint erstmals wieder die österreichische “Kronen-Zeitung”.

12.4.1959, Sonntag

Im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen findet eine Gedenkstunde anlässlich der Befreiung vor 14 Jahren statt.

Prinz Albert von Lüttich, ein Bruder des belgischen Königs Baudouin I., verlobt sich mit der italienischen Prinzessin Donna Paola Ruffo de Calabria.

In der Dortmunder Westfalenhalle verteidigt der bundesdeutsche Boxer Erich Schöppner seinen Europameistertitel im Halbschwergewicht gegen den Italiener Rocco Mazzola.

13.4.1959, Montag

Spanien hebt den Visumzwang für Staatsangehörige aller europäischen Länder mit Ausnahme der kommunistischen Staaten auf.

Die Aktienkurse an den deutschen Börsen erreichen den höchsten Stand seit Kriegsende. Der Konjunkturoptimismus wird zurückgeführt auf das Bekanntwerden der Kandidatur von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) für das Bundespräsidentenamt.

14.4.1959, Dienstag

Der Versuch, mit einer Vanguard-Rakete erstmals zwei künstliche Erdsatelliten in den Weltraum zu befördern, scheitert. Kurz nach dem Start vom Versuchsgelände Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida stürzt die Rakete in den Atlantik.

In Wiesbaden wird das Hessen-Kolleg eröffnet. Auf dem zweiten Bildungsweg können die Schüler hier die Hochschulreife erlangen.

15.4.1959, Mittwoch

Rund 3500 italienische Saisonarbeiter sind von Ende Februar bis Mitte April in die Bundesrepublik vermittelt worden. Das sind etwa 1000 Arbeiter mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

US-Außenminister John Foster Dulles tritt aus Gesundheitsgründen von seinem Amt zurück.

Ein 13. Monatsgehalt für alle Angestellten und die Einführung der Fünf-Tage-Woche bei 40stündiger Arbeitszeit fordert der DGB-Angestelltentag, der in Wiesbaden zu Ende geht.

16.4.1959, Donnerstag

Das im Jahre 1938 zwischen dem Deutschen Reich, Großbritannien, Frankreich und Italien geschlossene Münchner Abkommen über die Angliederung des Sudetenlandes an das deutsche Staatsgebiet ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht mehr gültig. Damit wird einer Äußerung des Präsidenten des Vertriebenenbundes, Hans Krüger (CDU), widersprochen.

In der Metropolitan-Oper in New York beginnt das Moskauer Bolschoi-Ballett eine Tournee durch die USA und Kanada.

Bundesverkehrsminister Hans-Christian Seebohm (Deutsche Partei) übergibt den Seitenkanal der ersten Elbstaustufe in Geesthacht dem Verkehr.

17.4.1959, Freitag

Zuchthausstrafen bis zu zehn Jahren verhängt das Dresdner Bezirksgericht gegen fünf Studenten, die gegen die politischen Verhältnisse in der DDR protestiert hatten.

Der seit dem 16. Februar amtierende kubanische Ministerpräsident und ehemalige Rebellenführer Fidel Castro weilt auf Einladung der US-amerikanischen Gesellschaft der Zeitungsverleger in Washington.

Der Zollfahndung in Mönchengladbach gelingt der seit Jahren größte Schlag gegen den internationalen Zigarettenschmuggel. Insgesamt 1,15 Millionen unverzollter US-amerikanischer Zigaretten werden aus einem italienischen Kühlwagen beschlagnahmt, der sich auf der Fahrt aus den Niederlanden über die Bundesrepublik nach Italien befand.

18.4.1959, Samstag

US-Präsident Dwight D. Eisenhower bestimmt in seiner Ferienresidenz Augusta (Georgia) Christian A. Herter zum Nachfolger des schwerkranken Außenministers John Foster Dulles.

In der Grugahalle finden die “Essener Jazztage” statt, das erste internationale Jazz-Festival an Rhein und Ruhr.

19.4.1959, Sonntag

Bei Landtagswahlen können die SPD in Niedersachsen und die CDU in Rheinland-Pfalz ihre jeweils führende Position weiter ausbauen.

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro erklärt nach einer Unterredung mit US-Vizepräsident Richard Nixon in Washington, er sei überzeugt, dass die USA ein großes Maß an gutem Willen gegenüber Kuba besäßen.

Leere Wahllokale kennzeichnen den Beginn der Gemeindewahlen in der französischen Kolonie Algerien. Sowohl algerische Nationalisten als auch rechtsextremistische Organisationen der dort lebenden Franzosen haben zum Boykott der Wahlen aufgerufen.

Zufrieden mit dem Ergebnis sind die Aussteller der 11. Rauchwarenmesse, die in Frankfurt am Main zu Ende geht. Die Einkäufer interessierten sich besonders für Persianer, Bluebacks und Seehundfelle.

20.4.1959, Montag

Ein politischer Zwischenfall stört die Festsitzung der Zehnjahresfeier des Europarats in Straßburg. Als der österreichische Außenminister Leopold Figl die Südtirol-Frage anschneidet, protestieren die Italiener und drohen, den Saal zu verlassen.

Die US-amerikanische Marine schießt ein Fernlenkgeschoss des Typs “Polaris” vom Versuchsgelände Cape Canaveral (Florida) ab. Fünf frühere Versuche, diese Rakete abzuschießen, waren misslungen.

21.4.1959, Dienstag

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt (SPD), kommt in London mit dem britischen Premierminister Harold Macmillan zusammen. Gegenstand des Gespräches sind deutschlandpolitische Fragen.

In einer Note an die Bundesregierung protestiert die Sowjetunion in scharfer Form gegen eine Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.

Trotz einiger Proteste wird der 17. Juni, der Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR 1953, in Nordrhein-Westfalen nun als “stiller” Feiertag begangen. Ein entsprechendes Änderungsgesetz zur Feiertagsordnung nimmt der Düsseldorfer Landtag einstimmig an.

Vor dem Volkskongress in Peking gibt der stellvertretende Ministerpräsident der Volksrepublik China, Li Fu Chun, bekannt, dass für 1959 eine Steigerung der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion um 40% angestrebt sei.

Auf den Kartoffelmärkten des Bundesgebietes sind die Preise seit Beginn der Saison ständig zurückgegangen. Die Verbraucher zahlen für das Pfund Frühkartoffeln zwischen 35 und 50 Pfennig, das sind 10 bis 15 Pfennig weniger als vor Jahresfrist.

22.4.1959, Mittwoch

Der bundesdeutsche Botschafter in Paris, Herbert Blankenhorn, wird vom Bonner Landgericht wegen vorsätzlicher falscher Anschuldigung in Tateinheit mit übler Nachrede zu vier Monaten Gefängnis mit zweijähriger Bewährungsfrist verurteilt.

Aus dem französischen Kraftwerk Marcoule wird zum ersten Mal mit Atomenergie erzeugter Strom in das Überlandnetz Frankreichs geleitet.

23.4.1959, Donnerstag

Themen der Ständigen Konferenz der Kultusminister in München sind die Gegenwartskunde im Geschichts- und Deutschunterricht der Bundesrepublik sowie die Raumnot in den Schulen. Rund 11 000 Klassenräume fehlen für den Unterricht.

24.4.1959, Freitag

In Frankfurt am Main weiht Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) das neue Haus der “Deutschen Bibliothek” ein. Die Einrichtung soll nach dem Willen ihrer Gründer bis zur deutschen Wiedervereinigung die Aufgabe einer Nationalbibliothek erfüllen.

Die Große Berliner Kunstausstellung 1959 wird in den Ausstellungshallen am Funkturm eröffnet. Gemälde, Aquarelle und Plastiken geben einen Querschnitt des Berliner Kunstschaffens.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt einen höheren Zinszuschuss für die Aktion “Besser und schöner wohnen” des Wohnungsbauministeriums.

25.4.1959, Samstag

Die schwedischen Schüler sprechen sich in einer Volksabstimmung gegen eine Einführung der Fünf-Tage-Woche in der Schule aus.

Der St. Lorenz-Seeweg zwischen den Großen Seen Nordamerikas und dem Atlantischen Ozean wird für den Verkehr freigegeben. Die offizielle Einweihung findet am 26. Juni statt.

26.4.1959, Sonntag

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) eröffnet die Deutsche Industriemesse in Hannover. Im Vergleich zu 1958 hat sich die Auslandsbeteiligung um 37% erhöht, was die zunehmende internationale Verflechtung der bundesdeutschen Industrie zum Ausdruck bringt.

Der US-Erdsatellit Discoverer II, der am 13. April gestartet worden war, tritt in die Erdatmosphäre ein und verglüht.

An der Essener Städtischen Bühne wird das lyrische Drama “Goldhaupt”, ein Jugendwerk des französischen Dichters Paul Claudel, uraufgeführt.

27.4.1959, Montag

Zur Vorbereitung der Genfer Deutschlandkonferenz im Mai treffen sich in Warschau die Außenminister der Ostblockstaaten. Im Wesentlichen unterstützen sie den Vorschlag der Sowjetunion zur Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands.

Liu Shao-ch’i, der stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, wird von dem in Peking tagenden Volkskongress zum neuen “Vorsitzenden der Volksrepublik China” bestimmt. Der bisherige Staatspräsident hat nicht mehr für das Amt kandidiert: Mao Zedong kündigt an, dass er sich verstärkt der Parteiarbeit widmen werde.

28.4.1959, Dienstag

Bundespräsident Theodor Heuss ruft zur Sammlung für das Deutsche Müttergenesungswerk vom 4. bis 10. Mai auf.

Der Musikfilm “Freddy, die Gitarre und das Meer” mit Freddy Quinn, dem “singenden Seemann”, wird in den bundesdeutschen Kinos uraufgeführt.

29.4.1959, Mittwoch

In einem offenen Brief an DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl protestiert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Otto Dibelius, gegen die staatliche Propagierung des Atheismus in der DDR.

Die Vereinigten Staaten liefern dem Ersten Norwegischen Luftabwehrbataillon “Nike”-Raketen. In Fort Bliss (US-Bundesstaat Texas) nimmt eine Abordnung der norwegischen Luftstreitkräfte die Ausrüstung entgegen.

30.4.1959, Donnerstag

Nach dem Tod von Hans-Egon Reinert (CDU) wird Franz-Josef Röder (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten des Saarlandes gewählt. Er führt die alte CDU/CVP/SPD-Koalition fort.

In Bonn spricht sich Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (CDU) dafür aus, den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO in Kauf zu nehmen, wenn dadurch die Wiedervereinigung Deutschlands erreicht werden könne.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach seiner Entstehung 1929/30 und der Ursendung am 11. April 1932 über Radio Berlin wird im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Bertolt Brechts Drama “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” erstmals szenisch aufgeführt. Die Inszenierung stammt von Gustaf Gründgens.

Der französische Informationsminister Roger Frey eröffnet die 12. Internationalen Filmfestspiele in Cannes (Südfrankreich). Der Wettbewerb um die “Goldene Palme”, bei dem 30 Nationen mit über 50 Filmen vertreten sind, steht in diesem Jahr im Zeichen neuer Themen und Techniken.

In der blumengeschmückten Westfalenhalle in Dortmund eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die Bundesgartenschau 1959. Dortmund beherbergt bis zum 17. Oktober die mit einer Gesamtfläche von 60 ha bisher größte Bundesgartenschau. Es ist die siebte nach Kriegsende und die zwölfte Ausstellung dieser Art überhaupt.

Radio Luxemburg vergibt in der Essener Grugahalle beim ersten Deutschen Schlagerfestival den Goldenen Löwen an Peter Kraus. Zweiter Preisträger ist die 15-Jährige Conny Froboess.

Der Absatz von Zigaretten in der Bundesrepublik erreicht im April einen Nachkriegshöchststand. In diesem Monat werden rund sechs Milliarden Zigaretten versteuert, das sind 1,1 Millionen Stück oder 21% mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.