Was geschah im April 1960

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1.4.1960, Freitag

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilt die Rassenpolitik Südafrikas.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) beendet eine dreiwöchige Reise in die USA, nach Hawaii und Japan.

Von den USA wird “Tiros 1”, der erste Wettersatellit, gestartet.

In der Sahara wird der zweite französische Atombombenversuch unternommen.

Die ungarische Regierung erlässt aus Anlass des 15. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus eine Teilamnestie für politische Häftlinge, unter ihnen der bedeutende Schriftsteller Tibor Déry.

2.4.1960, Samstag

Im traditionsreichen Ruder-Wettbewerb auf der Themse zwischen Putney und Mortlake besiegt die Mannschaft aus Oxford den Achter aus Cambridge mit eineinhalb Längen Vorsprung. Das Rennen wurde seit 1829 zum 106. Mal ausgetragen.

3.4.1960, Sonntag

Der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow beendet einen Staatsbesuch in Frankreich, der am 23. März begonnen hatte.

Der König von Kambodscha (Kampuchea), Norodom Suramarit, stirbt im Alter von 64 Jahren. Er hatte den Thron 1955 von seinem Sohn Norodom Sihanouk übernommen.

4.4.1960, Montag

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesie warnt in Stuttgart vor den Folgen des Mangels an Narkosefachärzten. Die Bundesrepublik liegt mit einem Anästhesisten für eine Mio. Einwohner auf diesem medizinischen Gebiet in Europa an letzter Stelle.

Nach einer Mitteilung des Bundespostministeriums werden in der Bundesrepublik täglich etwa 18 Mio. Briefmarken produziert. Pro Tag werden rund 12 Mio. Postwertzeichen verkauft.

5.4.1960, Dienstag

Nach einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” konnte die US-amerikanische “Sargo” als erstes U-Boot das Nordpol-Packeis im Winter unterqueren.

In Hollywood werden die “Oscar”-Filmpreise für 1959 vergeben. Die deutsche Produktion “Serengeti darf nicht sterben” von Bernhard Grzimek wird als bester dokumentarischer Film ausgezeichnet.

Der nationalchinesische Staatspräsident Chiang Kai-shek hebt den seit 1949 bestehenden Blockade-Riegel gegen das chinesische Festland auf. Ausländische Schiffe, die im Bereich der Insel Formosa (Taiwan) die Volksrepublik China anlaufen wollten, wurden bisher an einer Weiterfahrt gehindert.

Die Bundesregierung in Bonn billigt den Hallstein-Plan für einen beschleunigten Zollabbau in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

6.4.1960, Mittwoch

Der Vizepräsident des Bundestages, Carlo Schmid (SPD), gibt in Bonn eine Erklärung aller Fraktionen gegen die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft in der DDR bekannt.

Die Landwirtschaft in Norddeutschland wird durch eine monatelange Trockenheit schwer geschädigt.

Die schweizerische Mannschaft besiegt in Basel die chilenische Nationalelf in einem Fußballländerspiel 4:2.

7.4.1960, Donnerstag

Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU erklärt sich auf Drängen der SPD bereit, Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (CDU) aufzufordern, sich vorübergehend beurlauben zu lassen; er wird beschuldigt, im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein.

Der Senat von Berlin (West) erklärt sich zu der Durchführung eines Volksentscheids über das Selbstbestimmungsrecht der Stadt bereit, falls die Bundesregierung in Bonn einem entsprechenden Vorschlag von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) folgen sollte.

8.4.1960, Freitag

Die Regierung von Singapur erlässt ein Gesetz gegen die Polygamie. Etwa 100 000 Ehepaare müssen innerhalb eines Jahres ihre Trauung wiederholen, um ihre Ehe rechtskräftig werden zu lassen. Nur Moslems sind von dieser Regelung ausgenommen.

Die Außenminister der Niederlande und der Bundesrepublik, Joseph Luns und Heinrich von Brentano (CDU), unterzeichnen in Den Haag einen Vertrag, der die offenen Grenzfragen beider Länder regelt und Ausgleichszahlungen an die Niederlande für die Zeit des Nationalsozialismus in Höhe von 280 Mio. DM vorsieht.

Die Regierung Guineas dementiert die am 5. März von der DDR verbreitete Meldung über eine Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die Bundesregierung hatte für diesen Fall mit der Abberufung ihres Botschafters aus Guinea gedroht.

Nach einem Beschluss des Bundestages in Bonn ist die Finanzierung von taktischen Atomraketen für die Bundeswehr gesichert.

Hans Wilhelmi (CDU) wird zum Nachfolger des am 27. Februar verstorbenen Bundesschatzministers Hermann Lindrath (CDU) ernannt.

In Berlin (West) endet der sechste Deutsche Studententag des Verbandes Deutscher Studentenschaften (VDS) nach fünftägiger Dauer. Die Teilnehmer sprechen sich für ein politisches Mandat an den Hochschulen aus und fordern eine Erhöhung der Stipendien.

9.4.1960, Samstag

Im seit 1957 zur Bundesrepublik gehörenden Saarland verabschiedet das Länderparlament für 1960 den ersten Haushaltsplan in bundesdeutscher Währung. Der 983 Mio. DM umfassende Etat wird durch Anleihen und Zuschüsse des Bundes in Höhe von fast 400 Mio. DM gestützt.

Der Ministerpräsident Südafrikas, Hendrik Frensch Verwoerd, wird bei einem Attentat schwer verletzt.

Die sowjetische Zeitung “Sowjetskaja Rossia” berichtet, dass in der UdSSR gegenwärtig 9500 Menschen leben, die älter als 100 Jahre sind.

Erich Schöppner verteidigt seine beiden Titel als Deutscher und Europäischer Meister im Halbschwergewicht der Berufsboxer.

10.4.1960, Sonntag

In Accra, der Hauptstadt von Ghana, wird die seit dem 7. April tagende “Dringlichkeitskonferenz der afrikanischen Länder und Parteien über eine positive Aktion für Frieden und Sicherheit in Afrika” abgeschlossen. Die 28 Delegationen wenden sich gegen die Rassenpolitik Südafrikas und die französischen Atomversuche.

Zu Beginn der bis zum 18. April dauernden 7. Deutschen Camping-Ausstellung in Essen wird mitgeteilt, dass eine wesentlich gestiegene Nachfrage für Wohnwagen zu verzeichnen ist.

11.4.1960, Montag

Die “New York Times” berichtet, dass sich in Kuba eine bewaffnete Untergrundorganisation gegen die Regierung von Ministerpräsident Fidel Castro gebildet hat.

Während der Löscharbeiten bei einem Großbrand in einer Düsseldorfer Papierfabrik kommen drei Feuerwehrleute ums Leben.

In Südafrika kommt es zum Bruch zwischen der anglikanischen und der holländisch-reformierten Kirche des Landes, nachdem sich der anglikanische Erzbischof von Kapstadt gegen die Apartheidpolitik der Regierung ausgesprochen hat.

Die algerische Exilregierung gibt in Tripoli die Gründung einer Fremdenlegion bekannt, in der Freiwillige aus allen Teilen der Welt im Kampf gegen die französischen Regierungstruppen in Algerien eingesetzt werden.

Das erst am 25. März gebildete christdemokratische Minderheitskabinett in Italien unter Fernando Tambroni tritt zurück, weil es im Parlament nur durch die Neofaschisten gestützt wird.

12.4.1960, Dienstag

Die DDR und die Tschechoslowakei legen Dokumente vor, die eine Beteiligung von amtierenden bundesdeutschen Juristen an nationalsozialistischen Verbrechen nachweisen sollen.

Zur Vorbereitung der am 16. Mai beginnenden Pariser Gipfelkonferenz treffen in Washington die Außenminister der drei Westmächte zu dreitägigen Gesprächen zusammen.

Der Film “Hiroshima mon amour” nach dem Drehbuch von Marguerite Duras läuft in den bundesdeutschen Kinos an.

13.4.1960, Mittwoch

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe widerruft das Urteil des Bonner Landgerichts vom 22. April 1959 gegen den beurlaubten deutschen Botschafter in Paris, Herbert Blankenhorn. Dieser war zu vier Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt worden, weil er Hans Strack, früher Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium, der Bestechung bezichtigt hatte. Strack ist inzwischen rehabilitiert worden.

Das britische Kabinett in London beschließt, die Produktion eigener Langstreckenraketen vom Typ “Blue Streak” einzustellen.

Die Mannschaft von Eintracht Frankfurt gewinnt im heimischen Waldstadion das Hinspiel im Halbfinale des Fußball-Europapokals der Landesmeister gegen die Glasgow Rangers 6:1.

Iwan I. Jakubowski wird in Berlin (Ost) als Nachfolger von Matwei W. Sacharow in sein Amt als Oberkommandierender der sowjetischen Streitkräfte in der DDR eingeführt.

Nach einer Meldung der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” wurde im März mit 193 738 Kraftfahrzeugen ein Produktionsrekord der bundesdeutschen Autoindustrie aufgestellt. Im ersten Vierteljahr 1960 wurden 30,8% mehr Fahrzeuge hergestellt als im gleichen Vorjahreszeitraum.

15.4.1960, Freitag

Nach vier Tagen wird der Enkel des französischen Automobilfabrikanten Jean-Pierre Peugeot von seinen Entführern freigelassen.

In Conakry (Guinea) endet nach fünf Tagen die zweite afro-asiatische Solidaritätskonferenz. Die 72 Delegationen fordern den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afrika und Asien.

16.4.1960, Samstag

Bei den ersten allgemeinen Wahlen in der Republik Kamerun erringt die Partei von Ministerpräsident Ahmadou Ahidjo mit 60 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament.

Die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) in Brüssel veröffentlicht einen Bericht, der bei einem zügig fortschreitenden Ausbau der Kernenergie für 1980 in den sechs Mitgliedsländern 250 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 40 000 Megawatt prognostiziert.

17.4.1960, Sonntag

Das DDR-Parteiorgan “Neues Deutschland” veröffentlicht einen “Offenen Brief des Zentralkomitees der SED an die Arbeiterschaft der Bundesrepublik”. Darin werden der Abschluss eines Friedensvertrages zwischen beiden deutschen Staaten und die Entmilitarisierung von Berlin (West) vorgeschlagen.

Die UdSSR und Kanada nehmen nach der Unterzeichnung eines dreijährigen Handelsvertrages ihre seit einem Jahr unterbrochenen Wirtschaftsbeziehungen wieder auf.

Papst Johannes XXIII. spricht sich in seiner traditionellen Osteransprache gegen Christenverfolgung und Rassenhaß aus.

Der US-amerikanische Rock’n-Roll-Star Eddie Cochran stirbt an den Folgen eines Autounfalls.

Die dänische Schriftstellerin Tania Blixen begeht ihren 75. Geburtstag. Die Autorin gilt als mögliche Anwärterin für den Literaturnobelpreis. Ihre “Schicksalsanekdoten” erscheinen als deutsche Erstveröffentlichung.

18.4.1960, Montag

Etwa 50 000 Ostermarschierer demonstrieren in London gegen die Atomrüstung.

Die türkische Nationalversammlung in Ankara ordnet ein auf drei Monate befristetes Verbot aller politischen Parteien an. In diesem Zeitraum soll eine Untersuchungskommission die illegale Tätigkeit der oppositionellen Republikanischen Volkspartei Ismet Inönüs überprüfen.

Eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Bundesbürgern besuchte über die Ostertage Berlin (West).

19.4.1960, Dienstag

Über die großen Städte Südkoreas wird der Notstand verhängt, nachdem bei Auseinandersetzungen mit der Polizei 140 Personen getötet wurden. Die Demonstranten werfen Staatspräsident Syngman Rhee vor, seine Wiederwahl am 15. März betrügerisch beeinflusst zu haben.

In der Sowjetunion wird ein Dokumentarfilm veröffentlicht, der angebliche Greueltaten von Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (CDU) während des deutschen Angriffs auf die UdSSR im Zweiten Weltkrieg beweisen soll.

Österreich wird von einer ungewöhnlich starken Maikäferplage heimgesucht. Als Ursache wird das massenhafte Abschiessen von Nachtigallen, den natürlichen Feinden der Insekten, in Italien vermutet. Dort werden die Singvögel als Delikatesse geschätzt.

Beim Absturz eines kolumbianischen Verkehrsflugzeuges beim Landeanflug auf die Hauptstadt Bogota werden 31 Menschen getötet und 19 verletzt.

Drei belgische Wissenschaftler halten sich ohne Nahrungsmittel freiwillig fünf Tage und Nächte lang in einer Grotte auf.

21.4.1960, Donnerstag

Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (CDU) erklärt gegenüber dem Präsidenten des deutschen Bundestages, Eugen Gerstenmaier (CDU), dass er erst dann zurücktreten werde, wenn ein Untersuchungsausschuss die ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg untersucht habe.

In Venezuela scheitert eine Militärrevolte gegen den linksgerichteten Staatspräsidenten Rómulo Betancourt.

Vom Repräsentantenhaus der USA wird ein Gesetz verabschiedet, das Schwarzen die ungehinderte Ausübung ihres Wahlrechts garantieren soll.

Das Kabinett des südkoreanischen Staatspräsidenten Syngman Rhee tritt nach Demonstrationen gegen den Verlauf der Wahlen vom 15. März zurück. Der Präsident bleibt im Amt.

Die brasilianische Hauptstadt wird von Rio de Janeiro in das neu erbaute Brasilia verlegt.

22.4.1960, Freitag

Der französische Schriftsteller Georges Arnaud wird nach einer Reportage über den Widerstand gegen die französische Algerienpolitik verhaftet.

Die Volkspolizei der DDR verstärkt die Kontrollen an den Grenzübergängen zur Bundesrepublik, nachdem die Flüchtlingszahl seit dem Abschluss der landwirtschaftlichen Kollektivierung sprunghaft angestiegen ist.

23.4.1960, Samstag

Auf der dritten deutschen Luftfahrtschau in Hannover wird das neue Bundeswehrflugzeug vom Typ Starfighter F-104-G vorgestellt.

In der Volksrepublik China werden Volkskommunen auch in den Städten errichtet.

24.4.1960, Sonntag

Die südpersische Stadt Lar wird von einem schweren Erdbeben verwüstet, das etwa 500 Tote und rund 1000 Verletzte fordert.

Der 80-Jährige Physiker Max von Laue erliegt in Berlin (West) den Verletzungen, die er sich am 8. April bei einem Verkehrsunfall auf der Avus zugezogen hat. Laue hatte 1914 den Nobelpreis für Physik erhalten.

25.4.1960, Montag

Alt-Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) teilt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Müttergenesungswerkes in Stuttgart mit, dass seit der Gründung der Einrichtung rund 500 000 Mütter an einer Kur teilgenommen haben.

Der ehemalige französische Sahara-Minister Jacques Soustelle wird aus der gaullistischen Union pour la Nouvelle République (UNR) ausgeschlossen. Er hatte an den Bestrebungen von Ministerpräsident Charles de Gaulle, Algerien die Unabhängigkeit zu gewähren, Kritik geübt.

26.4.1960, Dienstag

Die Bundesregierung in Bonn legt ein Weißbuch zur Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR vor, in dem sie den Zwangscharakter und die Erpressungsmethoden bei der Durchführung der Sozialisierungsmaßnahmen dokumentiert.

Die zweite Internationale Seerechtskonferenz in Genf endet nach sechswöchiger Dauer ohne Ergebnis. Ein Vorschlag der USA und Kanadas, das Hoheitsgebiet der Küstenländer auf sechs Seemeilen und die Fischereizone auf weitere sechs Meilen festzusetzen, scheitert an der notwendigen Zweidrittelmehrheit.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle beendet seinen Staatsbesuch in den USA, der am 22. April begonnen hatte und zur Vorbereitung der Pariser Gipfelkonferenz am 16. Mai diente.

Ergebnislos enden in der indischen Hauptstadt Delhi einwöchige Verhandlungen zwischen dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai und dem Premierminister der Indischen Union, Jawaharlal Nehru. Die seit 1954 bestehenden Grenzstreitigkeiten beider Länder um die Gebiete von Ladakh und entlang der MacMahon-Linie konnten nicht beigelegt werden.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft besiegt im Ludwigshafener Südweststadion Portugal in einem Länderspiel 2:1.

Im Londoner Theatre Club wird “Der Hausmeister” (“The Caretaker”), Harold Pinters Drama in drei Akten, uraufgeführt.

Nach einer Mitteilung der Vereinten Nationen leben in Europa gegenwärtig 111 000 Flüchtlinge, 21 000 von ihnen in Lagern. In der Bundesrepublik und in Österreich werden ihre Lebensumstände als gut bezeichnet, in Griechenland und Italien dagegen herrscht zumeist großes Flüchtlingselend.

Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee erklärt auf nationalen und internationalen Druck hin seinen Rücktritt.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) wird wieder als Kanzlerkandidat seiner Partei nominiert.

28.4.1960, Donnerstag

Helmuth von Grolman, der erste Wehrbeauftragte des Bundestages, gibt seinen Jahresbericht heraus.

Rund 10 000 Studenten demonstrieren in Istanbul gegen das Parteienverbot vom 18. April und fordern den Rücktritt des autoritär regierenden türkischen Ministerpräsidenten Adnan Menderes. Fünf Demonstranten werden bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet.

Das Institut für Psychoanalyse und psychosomatische Medizin in Frankfurt am Main nimmt die Arbeit auf.

29.4.1960, Freitag

Der Erste Strafsenat des Obersten Gerichtshofes der DDR verurteilt den Vertriebenenminister der Bundesrepublik, Theodor Oberländer (CDU), in Abwesenheit wegen angeblicher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe.

Jean-Paul Sartres Drama “Die Eingeschlossenen” (“Les séquestrés d’Altona”) erlebt in den Münchner Kammerspielen seine deutsche Erstaufführung.

30.4.1960, Samstag

Das US-amerikanische Hilfsprogramm CARE (Cooperative for American Remittances to Europe) für die Bundesrepublik ist abgeschlossen.

Der Erste Sekretär der SED und stellvertretende Ministerpräsident der DDR Walter Ulbricht, weiht den ersten Bauabschnitt des Rostocker Überseehafens ein. Der Hafen soll nach Fertigstellung eine Umschlagskapazität von jährlich 7 Mio. t erreichen und den Güterimport über Hamburg ersetzen.