Was geschah im April 1965

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1.4.1965, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag löst das System der Mietbeihilfen durch das Wohngeld ab.

In der Bundesrepublik Deutschland tritt die Reform der Strafprozessordnung in Kraft. Untersuchungshäftlinge werden fortan von Strafgefangenen getrennt; Bild- und Tonübertragungen aus dem Gerichtssaal werden verboten.

In Bielefeld wird die 54-Jährige Lina Pesut im sog. “Heiratsschwindlerprozess” zu 30 Monaten Gefängnis wegen fortgesetzten Betruges verurteilt. Ohne heiratswillige Männer vorweisen zu können, hatte sie über 1000 Frauen einen Ehepartner versprochen und dafür mehr als 200 000 DM erhalten.

Bei der Bundeswehr läuft die “Aktion Seesack” an: Die Reservisten erhalten eine Grundausrüstung zur häuslichen Aufbewahrung.

König Hussein II. von Jordanien proklamiert seinen 17-Jährigen Bruder Hassan ben Talal zum Kronprinzen und Thronfolger und schließt damit seine Söhne von der Thronfolge aus.

2.4.1965, Freitag

Der tschechoslowakische Staatspräsident und KP-Chef Antonín Novotný fordert auf einer Kundgebung in Preßburg zum 20. Jahrestag der Vertreibung deutscher Besatzungstruppen aus der Tschechoslowakei durch Truppen der sowjetischen Roten Armee die vollständige Annullierung des Münchner Abkommens von 1938. Mit diesem Vertrag hatten Großbritannien, Frankreich und Italien der Okkupation von tschechischen Gebieten durch das nationalsozialistische Deutsche Reich zugestimmt.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt (SPD), übergibt das neu errichtete Europa-Center am Breitscheidplatz seiner Bestimmung.

Der Deutsche Bundestag beschließt im Gesetz zur Beseitigung von Härten in der Rentenversicherung die Erhöhung der Renten für Witwen auf 60% des Betrages, der ihren verstorbenen Ehemännern zugestanden hätte, und Verbesserungen bei der Anrechnung von Ausfallzeiten und Ersatzzeiten.

3.4.1965, Samstag

Vereinbarungsgemäß schließt die Deutsche Demokratische Republik die 16 Passierscheinstellen in Berlin, die für Verwandtenbesuche zu Ostern und Pfingsten eingerichtet worden waren. Es wurden fast 800 000 Passierscheine ausgestellt.

4.4.1965, Sonntag

Bei Angriffen von 150 südvietnamesischen und US-amerikanischen Militärflugzeugen auf Ziele in Nordvietnam kommt es zum ersten Luftkampf seit dem Beginn der Auseinandersetzungen.

Der von den Vereinigten Staaten gestartete erste Weltraumreaktor erreicht seine Umlaufbahn um die Erde und wird durch Funk aktiviert.

5.4.1965, Montag

In Österreich ruht für fünf Minuten die Arbeit zum Gedenken an den 67-Jährigen Rentner Ernst Kirchweger, der bei einer Demonstration von einem Rechtsradikalen getötet wurde.

Der 35-Jährige Franzose Antoine Senni bricht nach mehr als vier Monaten seinen Aufenthalt in einer Höhle bei Nizza ab.

Das Film-Musical “My Fair Lady” erhält acht Oscars.

6.4.1965, Dienstag

Die Vereinigten Staaten starten im Rahmen des COMSAT-Programmes den ersten kommerziellen Nachrichtensatelliten.

Das Wilhelm-Busch-Museum eröffnet im Wallmoden-Schlößchen in Hannover eine Ausstellung zum 100. Jahrestag der Erstveröffentlichung von “Max und Moritz”.

7.4.1965, Mittwoch

Mit Protestnoten und Störungen durch Tiefflieger reagieren die Sowjetunion und die DDR auf die Plenarsitzung des Deutschen Bundestages in Berlin (West).

Der Bundestag stimmt einer Teilprivatisierung der Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerks-AG (VEBA) und der Ausgabe von “Volksaktien” zu, um die Vermögensbildung der Arbeitnehmer zu fördern.

Die Partei des bisherigen Premierministers Seán Lemass, die Fianna Fáil (irisch für “Schicksalskämpfer”), gewinnt bei den Parlamentswahlen in Irland mit 72 von 143 Sitzen die absolute Mehrheit.

Die Internationale Farbfernsehkonferenz in Wien kann sich nicht auf die Einführung eines einheitlichen Farbfernsehsystems in Europa einigen.

In der Deutschen Oper in Berlin (West) wird die Oper “Der junge Lord” von Hans Werner Henze uraufgeführt.

8.4.1965, Donnerstag

Die bulgarischen Sicherheitskräfte nehmen Armeemitglieder und Parteikader fest, die angeblich einen Putsch vorbereitet haben. Ziel der Verschwörung war Verlautbarungen zufolge die Einführung der Selbstverwaltung nach jugoslawischem Vorbild.

In Warschau wird der sowjetisch-polnische “Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand” von 1945 um 20 Jahre verlängert; die Sowjetunion erkennt dabei ausdrücklich die Unantastbarkeit der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens an.

Papst Paul VI. richtet ein Sekretariat für die Ungläubigen ein, das pastorale Initiativen zur Minderung des Atheismus fördern soll.

Nach einer stürmischen Debatte beschließt der bayerische Landtag in München die Fortführung staatlicher Spielbanken.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Franz Meyers (CDU) gibt 100 Mio. DM für zinsverbilligte Kredite zur Entstaubung der Emissionen von Steinkohlekraftwerken frei, um die Luftqualität im Ruhrgebiet zu verbessern.

9.4.1965, Freitag

Die “Wohngeld-Fibel” des Bonner Instituts für Städtebau erscheint erstmals. Die Broschüre erleichtert die Berechnung von Wohngeldansprüchen nach dem neuen Wohngeldgesetz vom 1. April.

In der Stobie-Nickel-Grube im Distrikt Sugbury in der kanadischen Provinz Ontario wird ein Sprengrekord im Bergbau aufgestellt. 460t Sprengstoff in 16 700 Bohrlöchern lösen 3,5 Mio. t Erz und 1,4 Mio. t Gestein.

Erstmals findet ein Spiel der US-amerikanischen Baseball-Liga in einer Halle statt.

10.4.1965, Samstag

Mit der Unterstellung der 12. Panzerdivision in Würzburg unter das Kommando der Nordatlantischen Verteidigungsgemeinschaft (NATO) erfüllt die Bundesrepublik ihre 1955 eingegangene Verpflichtung zum Aufbau eines stehenden Heeres von zwölf Divisionen.

Einer Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts IFOP zufolge sehen 20% der Franzosen in der Bundesrepublik ihren besten Freund unter den Staaten. 14% favorisieren Großbritannien, 12% die Vereinigten Staaten und 11% Belgien.

11.4.1965, Sonntag

Der Durchschlag für den 6,6 km langen Autotunnel bei San Bernardino (Schweiz) erfolgt nach dem Aushub von mehr als 600 000 m Gesteins. Die wintersichere Nord-Süd-Verbindung soll Ende 1967 fertiggestellt sein.

Die verbotene Kommunistische Partei Ägyptens beschließt ihre Selbstauflösung und empfiehlt ihren Mitgliedern den Eintritt in die Arabische Sozialistische Union.

Die kommunistischen Parteien der Sowjetunion und Chinas reagieren mit scharfer Ablehnung auf die Einladung des US-amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson zu Gesprächen ohne Vorbedingungen über die Beilegung des Vietnam-Konfliktes und fordern den Rückzug aller US-amerikanischen Truppen aus Vietnam als Voraussetzung für Friedensverhandlungen.

12.4.1965, Montag

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird mit Anni Moser in der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen eine Frau Vorsitzende einer Einzelgewerkschaft.

Die gaullistische Pariser Zeitung “La Nation” bezweifelt in einem weitbeachteten Kommentar, dass die Bundesrepublik Deutschland auf Dauer auf die Anerkennung der Hallstein-Doktrin durch westliche Staaten vertrauen könne. Die von dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein 1955 formulierte Doktrin schließt diplomatische Beziehungen der Bundesrepublik zu Ländern – mit Ausnahme der Warschauer-Pakt-Staaten – aus, die Beziehungen zur DDR unterhalten.

Schwere Wirbelstürme fordern in den frühen Morgenstunden über 200 Todesopfer in den US-amerikanischen Bundesstaaten Indiana, Iowa, Illinois und Wisconsin.

13.4.1965, Dienstag

Grenzbeamte der DDR verweigern den Bewohnern der Westberliner Exklave Steinstücken den Zugang ohne Visum und erklären damit das Gebiet zu einem Teil der Bundesrepublik. Die Bundesrepublik bleibt bei ihrer Auffassung, dass Steinstücken Teil von Berlin (West) sei.

Die Bundesbank in Frankfurt am Main übt in einem Geschäftsbericht scharfe Kritik an der Finanz- und Wirtschaftspolitik der Bonner Bundesregierung, die nach Meinung der Notenbank die Gefahr einer Inflation in sich berge.

Nach der Darstellung der Bundesanstalt für Bodenforschung ist das 1964 stillgelegte Kalibergwerk Asse II im Landkreis Wolfenbüttel zur Aufnahme von Atommüll geeignet.

Die Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik legt einen Bericht über schwere Hormonstörungen bei Personen vor, die in der Herstellung von Anti-Baby-Pillen beschäftigt sind.

Wegen der politischen Auseinandersetzungen der Bundesrepublik Deutschland mit arabischen Staaten um die geplante Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel bildet die Bayer AG in Leverkusen erstmals besondere Rücklagen für Auslandsrisiken in Höhe von 15 Mio. DM.

14.4.1965, Mittwoch

Die Vereinigten Staaten werfen über den größeren Städten Nordvietnams von Flugzeugen aus Flugblätter ab, um die Bevölkerung über ihr Kriegsziel der Eindämmung des Kommunismus zu informieren.

Die erste elektronische Verkehrsanlage Europas geht in Berlin-Wilmersdorf in Betrieb. Die Anlage paßt die Dauer der Ampelphasen automatisch der jeweiligen Verkehrssituation an.

15.4.1965, Donnerstag

Die Bonner Bundesregierung veröffentlicht im Bundesgesetzblatt ein Muster des neugestalteten Stimmzettels für die Bundestagswahl am 19. September, auf dem die Wähler besonders auf den Unterschied von Erststimme (für den Direktkandidaten) und Zweitstimme (für die Landeslisten der Parteien) hingewiesen werden.

In Italien beginnt eine Streikwelle bei Eisenbahnangestellten, Krankenhauspersonal und Hotelangestellten, die zu chaotischen Zuständen an den Grenzen und in den Ferienzentren führt.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle begnadigt 115 Personen, die wegen subversiver Tätigkeit in der Organisation de l’Armée Secrète (OAS), einer Geheimorganisation von Franzosen gegen die Entkolonisierung Algeriens, verurteilt wurden, sowie 361 im Zusammenhang mit dem Algerienkrieg Verurteilte.

Das US-Peace-Corps, eine 1961 vom damaligen US-Präsident John F. Kennedy gegründete Organisation freiwilliger Entwicklungshelfer, stellt als letzte Hilfsorganisation der Vereinigten Staaten seine Tätigkeit in Indonesien ein und zieht damit die Konsequenz aus der beständigen Verschlechterung der Beziehungen beider Länder.

16.4.1965, Freitag

Zum Abschluss seines dreitägigen Besuches in den Vereinigten Staaten erklärt der britische Premierminister Harold Wilson seine Zustimmung zu der Vietnam-Politik von US-Präsident Lyndon B. Johnson.

Die Spitzenorganisation der bundesdeutschen Filmwirtschaft (SPIO) wendet sich in Wiesbaden gegen die drohende Bevormundung erwachsener Kinobesucher durch die in mehreren Städten der Bundesrepublik gestartete Aktion “Saubere Leinwand” und kündigt als Gegenmaßnahme eine Plakataktion an.

17.4.1965, Samstag

Die italienische Abgeordnetenkammer in Rom billigt in geheimer Abstimmung einen von der Regierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Rezession. Der Schwerpunkt der geplanten Maßnahmen liegt in staatlichen Bauvorhaben.

18.4.1965, Sonntag

400 “Mods” – modisch gekleidete Jugendliche auf Motorrollern – liefern der Polizei im britischen Seebad Brighton eine Schlacht mit Kieselsteinen.

19.4.1965, Montag

Auf den Abschlusskundgebungen der diesjährigen Ostermärsche in der Bundesrepublik Deutschland ruft die Kampagne für Abrüstung dazu auf, die Bereitschaft zur Abrüstung zum Wahlprüfstein für die Bundestagswahl am 19. September zu machen.

20.4.1965, Dienstag

Erstmals in diesem Jahr erhalten die Bürger Moskaus eine Zuteilung von Weizenmehl, das seit der Missernte 1963 knapp ist.

Nach einer Umfrage des Godesberger Instituts für Angewandte Sozialwissenschaften sprechen sich in der Bundesrepublik 72% der Männer und 68% der Frauen gegen die Erwerbstätigkeit von Frauen aus. Die Zustimmung zur weiblichen Erwerbsarbeit steigt mit höherem Bildungsgrad an.

Die Volksrepublik China bietet Nordvietnam militärische Unterstützung im Konflikt mit Südvietnam an.

21.4.1965, Mittwoch

Die drei Westmächte protestieren beim sowjetischen Vertreter in der Berliner Luftsicherheitszentrale gegen Störungen der Radareinrichtungen für die Luftkorridore zur Bundesrepublik. Durch den Abwurf von Metallstreifen aus sowjetischen Flugzeugen, an denen die Radarstrahlen reflektiert werden, entstehen Fehlmeldungen auf den Radarschirmen.

Nach fast fünfjähriger Unterbrechung tritt in New York auf sowjetischen Antrag die große Abrüstungskommission der Vereinten Nationen zusammen, der alle UNO-Mitglieder angehören.

22.4.1965, Donnerstag

Der tunesische Staatspräsident Habib Burgiba befürwortet in Tunis die Anerkennung Israels durch die arabischen Länder für den Fall, dass Israel die besetzten palästinensischen Gebiete räumt und die arabischen Palästina-Flüchtlinge wiederansiedelt. Die arabischen Staaten lehnen den Vorschlag als Verrat an den Palästinensern ab.

Der Aufsichtsrat der Volkswagen-AG in Wolfsburg beschließt eine Dividende von 20% auf das Aktienkapital von 600 Mio. DM. Nach 16% Dividende im Vorjahr ist dies der größte Dividendenzuwachs seit dem Zweiten Weltkrieg.

23.4.1965, Freitag

Die tschechoslowakischen Schulbehörden ordnen für alle allgemeinbildenden Schulen neben dem Fach Russisch den Unterricht in einer weiteren Fremdsprache an. Damit wird für die Mehrzahl der Schüler der Deutschunterricht obligatorisch.

Die Sowjetunion startet ihren ersten Fernsehsatelliten.

24.4.1965, Samstag

In Karlsruhe gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Qualifikationsspiel für die Endrunde der Weltmeisterschaft in England 1966 gegen Zypern 5:0.

470 Bataillone und selbständige Einheiten der Bundeswehr nehmen bei einer Parade im Preußenstadion von Münster die neuen, von Bundespräsident Heinrich Lübke genehmigten Truppenfahnen entgegen.

25.4.1965, Sonntag

Die pakistanische Regierung ordnet die Mobilmachung der Streitkräfte an. Sie reagiert damit auf die Scharmützel von Grenztruppen Indiens und Pakistans im sog. Ran von Kutsch am westlichen Teil der gemeinsamen Grenze.

Der sowjetische Außenminister Andrei A. Gromyko kommt zu einem sechstägigen offiziellen Besuch nach Paris. In Gesprächen mit dem französischen Ministerpräsidenten Georges Pompidou wird die distanzierte Haltung Frankreichs zur US-amerikanischen Position im Vietnam-Konflikt deutlich.

26.4.1965, Montag

In der japanischen Hauptstadt Tokio demonstrieren 30 000 Menschen gegen die Vietnam-Politik der USA.

Nach Mitteilungen von US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara betragen die Kriegskosten der Vereinigten Staaten in Vietnam täglich 4 Mio. US-Dollar (umgerechnet 16 Mio. DM).

Mit der Übergabe des 28 km langen Autobahnabschnittes zwischen Hamminkeln und Emmerich an den Verkehr wird die sog. Hollandlinie vollendet. Damit existiert erstmals eine lückenlose Autobahnverbindung zwischen den Niederlanden und dem Ruhrgebiet.

Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt am Main gibt erstmals 500-DM-Noten aus.

Nach Mitteilung des Deutschland-Dienstes der CDU/CSU hat die Bundesrepublik mit 35% den höchsten Anteil berufstätiger Frauen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Die entsprechende Quote beträgt in Frankreich 32%, in Italien 25% und in den Niederlanden 19%.

27.4.1965, Dienstag

Die britische Labour-Regierung beschließt die Verstaatlichung der bedeutendsten Stahlwerke, die fast 90% der Stahlproduktion des Landes erbringen und annähernd 220 000 Arbeitskräfte beschäftigen. Premierminister Harold Wilson löst damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf ein.

Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der zweiten österreichischen Republik warnt der Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König, vor dem Wiedererwachen religiösen und rassischen Hasses.

28.4.1965, Mittwoch

Die Vereinigten Staaten intervenieren militärisch gegen putschende Armeeteile in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo.

Fünfzigjährig beendet der britische Fußballspieler Sir Stanley Matthews seine Karriere mit einem Spiel einer britischen gegen eine kontinentale Auswahl.

Die Bundesregierung beschließt Krediterleichterungen für die Deutsche Werftindustrie, um deren Wettbewerbsnachteil gegenüber Staaten mit subventioniertem Schiffbau auszugleichen.

In der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Da Nang kommt es zum ersten Luftlandeeinsatz im Vietnam-Konflikt. Eine Kompanie der US-Marineinfanterie stürmt ein von Vietcong-Einheiten besetztes Dorf.

Bei einer Demonstration von mehr als 10 000 Studenten und Jugendlichen vor der tunesischen Botschaft in Kairo wegen der tunesischen Bereitschaft zur Anerkennung Israels kommt es zu schweren Auseinandersetzungen mit der ägyptischen Polizei.

Der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) präsentiert in Wiesbaden den sog. “Großen Hessenplan” mit dem Titel “Ein neuer Weg in die Zukunft”, der bereits 1951 angekündigt worden war. Damit legt Hessen als erstes Bundesland eine langfristige Planung für Investitionsvorhaben und politische Zielsetzungen vor.

29.4.1965, Donnerstag

Im Landestheater von Linz (Österreich) erlebt die Oper “Der Kardinal” von Heinrich Eder ihre Uraufführung.

Bundespräsident Heinrich Lübke eröffnet in Essen die Bundesgartenschau in der bereits 1929 gegründeten Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung (Gruga).

30.4.1965, Freitag

Mit den ersten Wahlen zur Nationalversammlung erlangt die britische Kronkolonie Basutoland gemäß den Bestimmungen der Verfassung von 1964 die innere Selbstverwaltung.

Bei den Parlamentswahlen in der Demokratischen Republik Kongo gewinnt die CONACO unter Führung von Ministerpräsident Moïse Kapenda Tschombé die absolute Mehrheit.

Der Dozent für russische Literatur an der Universität Zagreb Mihajlo Mihajlov wird vom Bezirksgericht Zagreb wegen seiner Veröffentlichungen über Konzentrationslager in der Sowjetunion unter Josef Stalin in der Belgrader Literaturzeitschrift “Delo” zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.