Was geschah im April 1968

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1.4.1968, Montag

Als Reaktion auf die Studentenunruhen im März beginnt die Vereinigte Arbeiterpartei Polens mit einer Kampagne gegen “reaktionäre” und “zionistische” Kräfte, in deren Verlauf im April viele jüdische Parteifunktionäre ihre Ämter verlieren.

Die Studie “Die Unfähigkeit zu trauern” der Psychoanalytiker Alexander und Margarete Mitscherlich, die sich kritisch mit der Verarbeitung der NS-Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland auseinandersetzt, wird zum Bestseller. Sie erreicht Platz 3 der “Spiegel”-Bestsellerliste für Sachbücher.

Alle in einer gesetzlichen Krankenkasse versicherten Frauen erhalten während der Schwangerschaft einen “Mutterpaß”. Er soll die Vorsorge für werdende Mütter verbessern und die Kindersterblichkeit in der Bundesrepublik senken.

2.4.1968, Dienstag

Neuer Bundesinnenminister wird Ernst Benda (CDU). Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern tritt damit die Nachfolge des in der vergangenen Woche zurückgetretenen Innenministers Paul Lücke (CDU) an.

Gewaltsame Studentenunruhen in Brasilien greifen von Rio de Janeiro auf andere Universitätsstädte über. Der Protest der Studenten richtet sich gegen das harte Vorgehen der Polizei und wendet sich in einigen Städten gegen US-amerikanische Einrichtungen.

3.4.1968, Mittwoch

Mit vier selbstgebastelten Zeitbomben werden zwei Frankfurter Kaufhäuser in Brand gesteckt. Es entsteht Sachschaden in Höhe von über 2 Millionen DM. Die Brandstifter, Andreas Baader (24), Thorwald Proll (26), Horst Söhnlein (25) und Gudrun Ensslin (27), sind radikalisierte Mitglieder der Außerparlamentarischen Opposition und verstehen sich als politische Täter.

Die nordvietnamesische Regierung erklärt sich nach der angekündigten Begrenzung der US-Bombenangriffe auf Nordvietnam zu Friedensverhandlungen mit den USA bereit.

Die seit acht Wochen in Vietnam vermissten Deutschen, darunter drei Ärzte, werden in einem Massengrab bei Huê aufgefunden.

Bei einem Feuer in der belgischen Hauptstadt Antwerpen wird die etwa 400 Jahre alte Kirche Sankt Paul samt zahlreichen Kunstwerken zerstört. Etwa 40 Meisterwerke der Flämischen Schule, darunter Gemälde von Peter-Paul Rubens, werden von jungen Leuten, vor allem Kunststudenten, noch rechtzeitig aus der brennenden Kirche gerettet.

4.4.1968, Donnerstag

In Memphis im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee ermordet ein Weißer den farbigen Bürgerrechtler Martin Luther King.

US-Präsident Lyndon B. Johnson erklärt gegenüber Nordvietnam seine Zustimmung zu einem Treffen zwischen Unterhändlern beider Länder. Da Nordvietnam nur zu bilateralen Gesprächen mit den USA bereit ist, zeichnet sich eine Krise in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Südvietnam ab.

5.4.1968, Freitag

Nach dem Mord an dem Bürgerrechtler Martin Luther King kommt es in mehr als 20 Städten der USA zu blutigen Ausschreitungen und Plünderungen.

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei verabschiedet das Aktionsprogramm “Der Weg der Tschechoslowakei zum Sozialismus”, das umfassende Reformen vorsieht (u.a. Meinungs-, Versammlungs- und Koalitionsfreiheit).

In der Frankfurter Festhalle verliert der 30-Jährige Europameister, der Berufsboxer im Schwergewicht, Karl Mildenberger (GER), vor 5200 Zuschauern gegen den in keiner Weltrangliste geführten US-Amerikaner Leotis Martin durch K. o. in der siebten Runde. Mildenberger scheidet damit aus der Rangliste der World Boxing Association aus.

6.4.1968, Samstag

In einem Volksentscheid stimmen 94,54% der Wahlberechtigten in der DDR für die neue Verfassung. Die DDR wird darin als “sozialistischer Staat deutscher Nation” bezeichnet.

Der Film “2001: Odyssee im Weltraum” kommt in New York erstmals in der endgültigen Fassung in die Kinos. Nach der Uraufführung am 2. April hatte Regisseur Stanley Kubrick den Film nochmals überarbeitet.

Den Eurovisionswettbewerb um den besten europäischen Schlager gewinnt in London der spanische Beitrag “La, la, la”, gesungen von der 21-Jährigen Massiel.

7.4.1968, Sonntag

Jim Clark, der bisher erfolgreichste Grand-Prix-Autorennfahrer der Formel I, verunglückt auf dem Hockenheimring tödlich.

Der belgische Radprofi Eddy Merckx gewinnt Paris- Roubaix, eines der schwersten Straßenradrennen der Welt.

Der Gehalt radioaktiver Stoffe im Seewasser der deutschen Küstengebiete ist sehr gering. Dieses Ergebnis teilt das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) in Hamburg mit. Die Untersuchungen des DHI konzentrierten sich besonders auf die aus Atombombenversuchen stammenden Isotope Strontium 90 und Cäsium 137.

8.4.1968, Montag

Der 16. Deutsche Soziologentag (8.- 11. April) in Frankfurt am Main diskutiert über das Thema “Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?”.

Die neue CSSR-Regierung unter Ministerpräsident Oldrich Cernik nimmt ihre Arbeit auf. Der bisherige Regierungschef Jozef Lenárt und sein Kabinett waren am 6. April zurückgetreten.

9.4.1968, Dienstag

Die Bundesregierung erklärt sich in einer Note an die UdSSR zu Verhandlungen über Gewaltverzichtserklärungen mit allen Staaten des Warschauer Pakts bereit. Sie sieht einen Gewaltverzicht als ersten Schritt zur Entspannung und Sicherheit in Europa an.

Eine Verdoppelung der öffentlichen Ausgaben für die Schulen in der Bundesrepublik bis 1975 fordert in Bonn der deutsche Bildungsrat.

In Atlanta/USA wird der am 4. April ermordete Friedensnobelpreisträger Martin Luther King beigesetzt. Dem Sarg des Bürgerrechtlers folgen über 50 000 Trauergäste, darunter prominente Vertreter des öffentlichen Lebens, in einem 5 km langen Trauerzug.

10.4.1968, Mittwoch

Auf Grundsätze zur Neuordnung des Hochschulsystems einigen sich die Kultusminister der Bundesländer in Bonn auf einer Sondersitzung. Die Beschlüsse betreffen u.a. die Hochschulverfassung, das Mitspracherecht der Studenten und die Studiendauer.

Ein schweres Schiffsunglück ereignet sich vor dem neuseeländischen Hafen Wellington. Die Autofähre “Wahine” gerät in einen Wirbelsturm und kentert. Von den 744 Fahrgästen und Besatzungsmitgliedern kommen 50 ums Leben.

11.4.1968, Donnerstag

Die US-amerikanische Filmakademie zeichnet in Santa Monica (USA) “In der Hitze der Nacht” als besten englischsprachigen Film des Jahres 1967 mit einem Oscar aus. Den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin erhält Katharine Hepburn für ihre Rolle in “Rat mal, wer zum Essen kommt”.

Rudolf (“Rudi”) Dutschke, Vorstandsmitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), wird in Berlin (West) durch Revolverschüsse schwer verletzt. Die Polizei fasst den rechtsextremen Attentäter Josef Erwin Bachmann kurz nach der Tat.

12.4.1968, Freitag

Im Zusammenhang mit dem Mordanschlag auf Rudi Dutschke kommt es bei Protestaktionen gegen das Verlagshaus Axel Springer in Berlin zu schweren Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Demonstranten und der Polizei.

Der 53-Jährige General Creighton Abrams wird von US-Präsident Lyndon B. Johnson erwartungsgemäß zum neuen US-Oberkommandierenden in Vietnam ernannt. Er löst am 2. Juli General William C. Westmoreland ab. Gleichzeitig werden weitere 10 000 Reservisten zum Kriegsdienst in Vietnam eingezogen.

In Hamburg wird die Aussichtsterrasse des neuen Fernmeldeturms geöffnet. Besucher können aus 127 m Höhe den Blick über Hafen, Elbe und Alster genießen.

13.4.1968, Samstag

Um die Auslieferung der vom Axel-Springer-Verlag herausgegebenen Zeitungen zu verhindern, blockieren Demonstranten in einer vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) gesteuerten Aktion die Societäts-Druckerei in Frankfurt am Main.

Die DDR untersagt Ministern und leitenden Beamten der Bundesregierung die Durchreise “durch das Hoheitsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik nach West-Berlin”.

14.4.1968, Sonntag

Die südvietnamesische Regierung droht für den Fall von Friedensverhandlungen zwischen Nordvietnam und den USA mit Generalmobilmachung.

15.4.1968, Montag

Nach anfänglichem Verbot wegen unsittlicher Darstellungen wird das Theaterstück “Early Morning” des britischen Dramatikers Edward Bond im Londoner Royal Court Theatre uraufgeführt.

Der Dokumentarfilm eines japanischen Arztes über die Folgen der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki im August 1945 ist erstmals in Japan zu sehen. Der Film war über 20 Jahre von US-amerikanischen Behörden zurückgehalten worden.

Vierzehn renommierte Professoren erklären sich in einem Aufruf, der die mangelnde Diskussionsbereitschaft der Gesellschaft kritisiert, mit den studentischen Aktionen nach dem Attentat auf Rudi Dutschke solidarisch.

Nigeria bricht die diplomatischen Beziehungen zu Tansania ab, weil das ostafrikanische Land die abgefallene nigerianische Ostregion Biafra als Staat anerkennt. Nigeria befürchtet, dass andere afrikanische Staaten dem Beispiel Tansanias folgen werden.

An den Ostertagen beteiligen sich in der Bundesrepublik nach Angaben der Kampagne für Demokratie und Abrüstung rund 300 000 Menschen an den Ostermärschen und den anderen Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition (APO).

16.4.1968, Dienstag

In Italien treten die Krankenhausärzte in einen dreitägigen Streik. Sie fordern die Zahlung der 1966 bewilligten Gehaltserhöhungen Nur besonders dringende Fälle werden noch behandelt.

Großen Erfolg beim Moskauer Publikum hat die Dramatisierung des Romans “Ansichten eines Clowns” von Heinrich Böll bei der Premiere im Mossowjet-Theater.

17.4.1968, Mittwoch

Der 32 Jahre alte Pressefotograf Klaus Frings stirbt an den Folgen einer Kopfverletzung, die er durch einen Steinwurf während der Ostermontagsdemonstration in München davongetragen hatte. Sein Tod löst bei Politikern und Studenten Erschütterung und Anteilnahme aus.

Die starke Nachfrage führt zu Lieferschwierigkeiten bei der Chemiefaser Nylon 66, einer Verbesserung der Kunstfaser “Perlon”. Sie kann bei der Textilherstellung leichter verarbeitet werden.

In Paris hat der Film “Die Braut trug schwarz” von François Truffaut Premiere. In der Hauptrolle ist Jeanne Moreau zu sehen.

Die berühmte, 136 Jahre alte London Bridge, eine der zwölf Themsebrücken Londons, wird von der Stadtverwaltung für rund 10 Millionen DM in die Vereinigten Staaten verkauft, weil sie dem Straßenverkehr nicht mehr gewachsen ist.

18.4.1968, Donnerstag

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Personenwagen legen drei der acht bundesdeutschen Autohersteller Sonderschichten ein.

Die Nationalversammlung in Prag (CSSR) wählt mit überwältigender Mehrheit den bisherigen Forstminister Josef Smrkovský zum Parlamentspräsidenten.

US-Bomber vom Typ B 52 fliegen die bisher schwersten Luftangriffe des Vietnamkrieges gegen nordvietnamesische Stellungen im A-Shau-Tal in der Nähe von Huê.

19.4.1968, Freitag

Zum Abschluss einer Tagung des Zentralkomitees der KPdSU verkündet Parteichef Leonid I. Breschnew in Moskau schärfere Richtlinien insbesondere für die Außen- und Wirtschaftspolitik der Sowjetunion. Er will damit Liberalisierungen nach dem Muster der CSSR unterbinden.

In dem westafrikanischen Staat Sierra Leone stürzen junge Offiziere das erst 13 Monate alte Militärregime des Brigadegenerals Andrew Juxon-Smith.

In Den Haag (Niederlande) berät die nukleare Planungsgruppe des Nordatlantikpakts (NATO) über Richtlinien für den taktischen Einsatz von Nuklearwaffen. Alle Teilnehmer sind jedoch der Ansicht, dass ein Raketenabwehrsystem gegen Nuklearwaffen für Europa gegenwärtig nicht in Frage kommt.

20.4.1968, Samstag

Der Führer der Liberalen Partei Kanadas, der 46-Jährige Rechtsanwalt Pierre Elliott Trudeau, wird in Ottawa Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Lester Pearson.

Der Absturz einer vierstrahligen Düsenmaschine der South African Airlines bei Windhuk (Namibia) fordert 123 Todesopfer. Es gibt keine Überlebenden.

Der indische “Wolfsjunge” Ramu stirbt mit etwa 24 Jahren in der nordindischen Stadt Lucknow.

Als zehnter Sprinter der Welt erreicht in Lawrence im Bundesstaat Kansas der US-Amerikaner Charles Greene die Weltrekordzeit von 10,0 sec über 100 m.

21.4.1968, Sonntag

Die Bundesrepublik erlebt am Wochenende die bisher heißesten Apriltage seit Beginn regelmäßiger Wetterbeobachtung. Temperaturen um 30 bringen hochsommerliche Hitze.

Mit einer polemischen Rede in Birmingham, die gegen die Rassengesetz-Vorlage der britischen Labour-Regierung gerichtet ist, entfacht der konservative britische Abgeordnete Enoch Powell eine Welle fremdenfeindlicher Protestaktionen unter der britischen Bevölkerung.

Mit einem festlichen Ball im Berliner Palais am Funkturm feiert der Allgemeine Deutsche Tanzlehrer-Verband (ADTV) das 250-Jährige Jubiläum der deutschen Tanzschule. Der gleichzeitig stattfindende Tanzlehrer-Kongress diskutiert die Zeitgemäßheit der herkömmlichen Form der “Tanzstunde”.

22.4.1968, Montag

Hunde und Katzen dürfen die Grenzen der Bundesrepublik künftig nur noch nach Vorlage einer tierärztlichen Gesundheitsbescheinigung überqueren. Dies legt eine Verordnung des zuständigen Bundesernährungsministeriums fest.

In Großbritannien werden erstmals Dezimalmünzen in Umlauf gebracht. Die neuen 5- und 10-Pence-Münzen ersetzen die bislang gebräuchlichen Ein- und Zweishillingstücke.

23.4.1968, Dienstag

In den USA schließen sich die Methodist und die Evangelical Brethren Church zur United Methodist Church zusammen, die mit 11 Millionen Mitgliedern nun die zweitgrößte protestantische Kirche der Vereinigten Staaten ist.

Nach massiven Boykottdrohungen von 40 vorwiegend afrikanischen Staaten macht das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne (Schweiz) die Einladung Südafrikas zu den Olympischen Sommerspielen in Mexiko wieder rückgängig.

24.4.1968, Mittwoch

Der 29 Jahre alte Fernfahrer Arthur Buhlinger stellt sich in Freiburg im Breisgau der Polizei und behauptet, den Auftrag gehabt zu haben, Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger zu erschießen. Die Polizei hält ihn für einen Aufschneider.

121 vorwiegend belgische Söldner, deren Rebellion im Kongo Ende 1967 fehlgeschlagen war, werden mit Flugzeugen des Internationalen Roten Kreuzes aus ihrem Internierungslager in Ruanda nach Brüssel geflogen. Belgien verzichtet auf eine strafrechtliche Verfolgung.

25.4.1968, Donnerstag

16 000 Studierende an den Ingenieurschulen Nordrhein-Westfalens treten in einen unbefristeten Vorlesungsstreik. Sie fordern die Integration ihrer Fachschulen in den Hochschulbereich.

Der russische Mönch Timofei Procorow setzt sich gegen die Münchner Olympia-Baugesellschaft durch. Die Gesellschaft gestattet ihm die weitere Nutzung seiner selbstgebauten Klause und des kleinen Kirchleins auf dem Oberwiesenfeld. Die Klause soll in die Olympia-Anlagen der Sommerspiele von 1972 einbezogen werden.

26.4.1968, Freitag

Die Deutsche Bundesbahn (DB) teilt mit, dass die bisher verkehrenden TEE-Züge nach und nach durch sog. Intercity-Züge ersetzt werden, die mit Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h die Ballungszentren der Bundesrepublik verbinden sollen.

Die bekannte Verkehrssendung “Der 7. Sinn” wird von der ARD zum 100. Mal ausgestrahlt.

Bundesforschungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) fordert die Kultusminister der Länder auf, den naturwissenschaftlichen Unterricht an Gymnasien zu verstärken. Die Hälfte der Primaner, so ein Studienergebnis, erhält weder Physik- noch Chemieunterricht.

27.4.1968, Samstag

Mit 5900 Ausstellern aus 32 Ländern wird die Hannover-Messe (27.4.- 5.5.) eröffnet. Sie gilt nach der Wirtschaftskrise von 1966/67 als wichtiges Konjunkturbarometer für die Investitionsgüterindustrie.

Über 100 000 Menschen demonstrieren in New York gegen die Vietnampolitik von US-Präsident Lyndon B. Johnson.

Jimmy Ellis (USA) wird durch einen Punktsieg über Jerry Quarry (USA) in Oakland (Kalifornien) Boxweltmeister aller Klassen nach den Regeln der World Boxing Association (WBA).

28.4.1968, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg erzielt die NPD mit 9,8% der Stimmen und 12 Mandaten das beste Ergebnis ihrer Parteigeschichte.

Aus Anlass des “Welttages der Kampagne gegen den Krieg” kommt es in Rom, Kopenhagen, Prag, New York, Tokio und anderen Städten der Welt zu Protestkundgebungen gegen den Vietnamkrieg und die Politik der USA.

29.4.1968, Montag

Der Vorstand der Industriegewerkschaft Metall erklärt in Frankfurt am Main die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Metallindustrie für gescheitert. Statt der geforderten 7% hatten die Arbeitgeber zuletzt nur 4% Lohnerhöhung geboten.

Im sog. Lemberg-Prozess um die Ermordung von Juden in der polnischen Stadt Lemberg im Zweiten Weltkrieg verurteilt ein Stuttgarter Schwurgericht nach 144 Verhandlungstagen elf Angeklagte zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und zehn Jahren. Vier Angeklagte werden freigesprochen.

30.4.1968, Dienstag

Der Deutsche Bundestag befasst sich in einer Sondersitzung mit den Studentenunruhen in den vergangenen Wochen.

Nach dreizehnjähriger Amtszeit tritt der Leiter des Bundesnachrichtendienstes (BND), Generalleutnant Reinhard Gehlen, in den Ruhestand. Er hat den bundesdeutschen Geheimdienst nach 1945 maßgeblich aufgebaut.