Was geschah im April 1982

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1.4.1982, Donnerstag

In Finnland müssen Autofahrer ab sofort außerhalb geschlossener Ortschaften auch am Tag mit Licht fahren. Fußgänger werden verpflichtet, bei Dunkelheit auf Landstraßen Reflektoren an der Kleidung zu tragen.

Das Deutsche Rote Kreuz teilt mit, dass es seit dem 1. April 1981 Hilfsgüter im Gesamtwert von 17,3 Mio. DM zur Unterstützung Bedürftiger nach Polen transportiert habe. Ein großer Erfolg sei auch die im Januar angelaufene Aktion “Ihr Paket nach Polen”, bei der Privatpersonen Päckchen zusammenstellen und dem DRK zum Weitertransport übergeben können.

Die staatliche französische Fluglinie Air France stellt ihre Linienflüge mit dem Überschallflugzeug Concorde zwischen Paris und Rio de Janeiro ein. In sechs Jahren waren bei 1263 Flügen lediglich 75 000 Passagiere (im Durchschnitt 60 pro Flug) befördert worden.

Die ersten Abteilungen im umstrittenen Großklinikum Aachen werden geöffnet.

In Ludwigshafen wird die Erste Private Fernsehgesellschaft gegründet. Das von mehreren Zeitungsverlagen unter Führung der ortsansässigen Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH ins Leben gerufene Unternehmen will sich am Kabelpilotprojekt Ludwigshafen beteiligen, das voraussichtlich Anfang 1984 anlaufen soll.

2.4.1982, Freitag

Argentinien besetzt die Falklandinseln im Südatlantik, die seit 149 Jahren britische Kronkolonie sind.

Die bundesdeutsche Sektion des P.E.N.-Zentrums wählt auf ihrer Jahrestagung in Stuttgart den 55-Jährigen Schriftsteller Martin Gregor-Dellin zu ihrem Präsidenten. Er löst den Tübinger Rhetorik-Professor Walter Jens ab.

3.4.1982, Samstag

Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff trifft zu einem sechstägigen Besuch in Japan ein. Gesprächsthemen bei seinem Treffen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft sind u.a. das Ungleichgewicht im Handel zwischen Japan und der Europäischen Gemeinschaft sowie die Möglichkeiten einer engeren Kooperation.

4.4.1982, Sonntag

Bundespräsident Karl Carstens unternimmt eine zehntägige offizielle Reise nach Brasilien und Jamaika. Im Mittelpunkt stehen die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie die argentinische Invasion auf den Falklandinseln.

In seinem dritten Rennen nach zweieinhalbjähriger Pause kommt der österreichische Automobilrennfahrer Niki Lauda auf McLaren beim Großen Preis der USA/West in Long Beach wieder zu einem Sieg.

5.4.1982, Montag

In Luxemburg legt ein eintägiger Generalstreik das öffentliche leben vollständig lahm. Die Gewerkschaften, die zu der Aktion aufgerufen haben, protestieren gegen den Beschluss der Regierung, die Löhne nicht mehr im gleichen Maße wie die Teuerungsrate ansteigen zu lassen.

Der Vorstand der Westberliner FDP erklärt ein Parteiordnungsverfahren gegen vier liberale Abgeordnete, die den CDU-Minderheitssenat unterstützen, für erledigt. Die Entscheidung lässt eine Wendung der Berliner FDP zu den Konservativen deutlich werden.

Das Landesarbeitsgericht in Hannover erkennt in einer Berufungsverhandlung einen Segelschein-Kurs als Bildungsurlaub an. Nach Ansicht des Gerichts könnte der Lehrgang als allgemeine Weiterbildung gelten, wenn neben praktischen Übungen auch die geistige Auseinandersetzung mit dem angebotenen Stoff erfolge.

6.4.1982, Dienstag

Jugoslawien und Albanien schließen ein Abkommen über eine Eisenbahnverbindung zwischen beiden Ländern, die 1984 fertiggestellt werden soll. Der Vertrag ermöglicht Albanien den Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz.

In Frankfurt am Main wird ein Umschuldungsabkommen zwischen Polen und Vertretern von rund 500 westlichen Banken getroffen. Dabei geht es um Kredite in Höhe von 2,4 Mrd. US-Dollar (5,68 Mrd. DM), die bereits Ende 1981 fällig gewesen wären.

7.4.1982, Mittwoch

Bundesfamilienministerin Antje Huber (SPD) tritt zurück, nachdem immer wieder über ihre Entlassung bei einer geplanten Kabinettsumbildung spekuliert worden war.

Die Bundesregierung beschließt, den Waffenexport nach Argentinien wegen der Besetzung der Falklandinseln mit sofortiger Wirkung zu stoppen.

Nach der Havarie des Motorschiffs “Hornberg” muss der Rhein zwischen Königswinter und Remagen eine Woche lang für den Schiffsverkehr gesperrt werden. 51 über Bord gegangene Container blockieren die Fahrrinne.

Das Bundesgesundheitsamt in Berlin (West) verfügt Anwendungsbeschränkungen für 162 pyrazolonhaltige Schmerzmittel. Sie müssen vom 1. Juli an mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden, weil sie Schockzustände und Blutbildveränderungen auslösen können.

8.4.1982, Donnerstag

Das Duisburger Landgericht verurteilt einen 48-Jährigen wegen achtfachen Mordes und eines Mordversuchs zu lebenslanger Haft. Der Täter hatte von 1955 bis zu seiner Verhaftung 1976 drei Frauen, vier Mädchen und einen Mann aus sexuellen Motiven getötet.

Nach dreijährigen Verhandlungen einigen sich Indien und Frankreich über den Kauf von 40 französischen Kampfflugzeugen vom Typ Mirage 200 durch das asiatische Land.

9.4.1982, Freitag

In Grünheide stirbt 72jährig der Philosoph und Naturwissenschaftler Robert Havemann. Der überzeugte Kommunist zählte zu den bekanntesten Regimekritikern in der DDR, die er trotz Lehrverbot (seit 1964) und zeitweiligem Hausarrest nicht verlassen wollte.

Hagel, Schnee und Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h führen zu beträchtlichen Behinderungen im Osterreiseverkehr. Es kommt zu Staus von bis zu 40 km Länge.

10.4.1982, Samstag

Syrien schließt seine Grenzen zum Irak, weil von dort Saboteure und Waffen eingeschleust würden. Grund für die Maßnahme sind vermutlich die blutigen Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und Angehörigen der verbotenen Moslem-Bruderschaft im Februar. Am 12. April blockiert Syrien auch eine über sein Territorium führende irakische Erdölpipeline.

Der liberianische Staatschef Samuel Kanyon Doe gibt die zeitweilige Aufhebung des seit dem 12. April 1980 geltenden nächtlichen Ausgehverbots bekannt. Bis zum 15. April solle die Bevölkerung Gelegenheit erhalten, ungehindert den zweiten Jahrestag des Putsches zu feiern.

59jährig stirbt in Nizza der Sozialpsychologe Peter Brückner. Er galt als Symbolfigur der politischen Linken in der Bundesrepublik Deutschland.

Nach Angaben des Verbands der Deutschen Automatenindustrie spielen etwa 15 Mio. Bundesbürger regelmäßig an Unterhaltungsautomaten. Die Faszination der Videospiele habe allerdings nachgelassen.

11.4.1982, Sonntag

In seiner Osterbotschaft erinnert Papst Johannes Paul II. an die Millionen Hungernden in der ganzen Welt und erklärt, das Ausmaß des Hungers könnte gemindert werden, wenn die Menschheit auch nur zum Teil auf den “wahnsinnigen Rüstungswettlauf” verzichte.

Der irakische Staatschef Saddam Hussein erklärt, sein Land sei bereit, seine Truppen aus dem Iran zurückzuziehen, wenn dies den seit 18 Monaten andauernden Golfkrieg beende und der Iran seinerseits garantiere, dass er nicht auf irakisches Gebiet vorstoßen werde.

Ein Amok laufender israelischer Reservist erschießt im Felsendom in Jerusalem zwei Araber.

12.4.1982, Montag

Fast eine halbe Million Menschen beteiligen sich an Ostermärschen im ganzen Bundesgebiet und Berlin (West).

13.4.1982, Dienstag

Österreichs Bundespräsident Rudolf Kirchschläger trifft zu einem dreitägigen Besuch in Jugoslawien ein. Trotz der Spannungen wegen der Frage der slowenischen Minderheit in Kärnten verläuft die Visite in gutnachbarschaftlicher Atmosphäre. Beide Seiten betonen ihre Bereitschaft, zu einer Kompromisslösung zu finden.

Die suspendierte unabhängige polnische Gewerkschaft “Solidarität” wendet sich erstmals über einen Piratensender an ihre Anhänger. In der achtminütigen Sendung werden u.a. alle “aufrichtigen Polen” aufgefordert, sich der “Normalisierung durch den regierenden Militärrat zur nationalen Errettung” zu widersetzen.

14.4.1982, Mittwoch

In Paris berichtet die iranische Widerstandsorganisation Volksmudschahedin, dass in den vergangenen zehn Monaten im Iran 13 000 Oppositionelle hingerichtet worden seien. Allein in den ersten elf Februartagen seien 800 Menschen erschossen worden.

15.4.1982, Donnerstag

Die Bundesrepublik Deutschland und die USA schließen ein militärisches Abkommen über die “Unterstützung durch den Aufnahmestaat in Krise und Krieg”. Danach wird die Bundesrepublik in den genannten Situationen den US-Truppen Personal und Einrichtungen zur Verfügung stellen.

Die Regierung der Elfenbeinküste teilt mit, dass sie sich wegen der “immer deprimierender werdenden Weltmarktpreise für Kakao” nicht am Internationalen Kakao-Abkommen beteiligen werde. Statt dessen will das Land nun eigenständig Abnehmer für seine Produkte finden.

In der kalifornischen Mohave-Wüste nimmt das mit einer Leistung von 10 Megawatt bislang größte Solarkraftwerk der Erde seinen Betrieb auf.

16.4.1982, Freitag

Bei seinem Besuch in Japan unterzeichnet der französische Staatspräsident François Mitterrand langfristige Verträge über eine Zusammenarbeit in den Bereichen Kernenergie, Luftfahrt und Elektronikindustrie.

In Erlangen kommt das erste deutsche “Retortenbaby” zur Welt.

17.4.1982, Samstag

51 Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit innerhalb des britischen Commonwealth erhält Kanada seine erste eigenständige Verfassung.

Mehrere Zeitungen in der DDR rufen zu einem städtischen “Frühjahrsputz” auf. Die Bürger werden aufgefordert, selbst zur Verschönerung ihrer Städte beizutragen und Schmutz zu beseitigen. Eine ähnliche Großreinemach-Aktion gibt es auch in Moskau.

Der britische Thronfolger, Prinz Charles. erklärt in einer Rede vor der “Conservation Society” in Cheltenham, der Mensch sei dabei, durch eine ungehemmte Ausbeutung der Erde und die Verschmutzung der Umwelt sich selbst zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies zu machen. Der Kronprinz fordert eine Änderung der Lebensweise, um die Ressourcen der Erde zu schonen.

18.4.1982, Sonntag

Am zweiten Jahrestag der Unabhängigkeit Simbabwes wird die Hauptstadt Salisbury in Harare umbenannt. Am Vortag hat Premierminister Robert Mugabe Vertreter der schwarzen und der weißen Opposition in seine Regierung aufgenommen und so seine Politik der nationalen Aussöhnung bekräftigt.

Unter dem Stichwort “Ground Zero”, die Bezeichnung für den Zeitpunkt der Explosion einer Atombombe, starten Gegner der Atomrüstung in den USA eine Aktionswoche. Nach einer Umfrage unterstützen 68% der US-Amerikaner die Ziele der Friedensbewegung.

Die britische Reiterin Melanie Smith auf Calypso entscheidet den Weltcup der Springreiter in Göteborg für sich. Auf dem zweiten Platz landet Paul Schockemöhle (Mühlen) auf Akrobat.

Beim Deutschen Handball-Bund geht eine Ära zu Ende: Nach achtjähriger Tätigkeit wird Bundestrainer Vlado Stenzel entlassen. Sein Nachfolger ist der ehemalige rumänische Nationalspieler Simon Schobel.

19.4.1982, Montag

In München wird der 27. SPD-Bundesparteitag eröffnet. Angesichts schwerer Verluste bei den Landtags- und Kommunalwahlen im März bemühen sich die Delegierten um ein schärferes Profil für die Partei insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik.

In dem britischen Fernsehfilm “Germany and the Argentine Bomb” wird die Bundesrepublik Deutschland beschuldigt, sie habe Argentinien bei Entwicklungsarbeiten für eine Atombombe unterstützt. Das Außenministerium in London und die Bundesregierung weisen den vor dem Hintergrund des Falklandkrieges besonders schwerwiegenden Vorwurf zurück.

Die Regierung in Washington erlässt Reisebeschränkungen für US-Bürger nach Kuba. Touristische Besuche sind demnach vom 15. Mai an nicht mehr erlaubt.

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Druck und Papier, Leonhard Mahlein, gibt in einem Zeitungsbeitrag Bundeskanzler Helmut Schmidt die Schuld am schlechten Abschneiden der Sozialdemokraten bei den vorangegangenen Wahlen. Wörtlich schreibt Mahlein: “Man kann die Macht auch verspielen, indem man seine Grundsätze scheibchenweise aufgibt, nur um kurzfristig an der Macht zu bleiben.”

20.4.1982, Dienstag

Der vietnamesische Außenminister Nguyen Co Thach besucht als erstes Kabinettsmitglied aus Hanoi die Bundesrepublik Deutschland. Bonn hat die Entwicklungshilfe für Vietnam seit dessen Einmarsch in Kambodscha 1976 gestoppt.

In Hamburg wird eine Gedenkstätte für 20 jüdische Kinder eingeweiht, die am 20. April 1945 von der SS ermordet wurden, um zu vertuschen, dass sie zu medizinischen Versuchen missbraucht worden waren.

Nach einer in den USA veröffentlichten Übersicht ist die nigerianische Hauptstadt Lagos die teuerste Stadt der Welt; in der Rangliste folgen Tokio und Oslo. Spitzenreiter in der Statistik der teuersten Städte in der Bundesrepublik Deutschland ist Hamburg.

21.4.1982, Mittwoch

Erstmals seit dem Waffenstillstand vom Juli 1981 greifen israelische Kampfflugzeuge palästinensische Stellungen im Südlibanon an.

22.4.1982, Donnerstag

Nach einem Bombenanschlag auf die Redaktion einer arabischen Zeitung in Paris, bei dem eine Passantin getötet und 64 Personen verletzt werden, weist die französische Regierung zwei syrische Diplomaten aus, die mit dem Attentat in Zusammenhang stehen sollen. Die betroffene Zeitung hatte zuvor berichtet, der Mord an dem französischen Botschafter im Libanon am 4. September 1981 gehe auf das Konto des syrischen Geheimdienstes.

Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank stellt den Jahresabschlus für das Jahr 1981 fest. Danach bleibt ein Überschuss von 10,5 Mrd. DM, der an den Bund abgeführt und zur Finanzierung des Bundeshaushalts genutzt wird.

23.4.1982, Freitag

Rund 200 bewaffnete Anhänger des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Khomeini überfallen in einem Mainzer Studentenheim regimekritische iranische Studenten. 44 Menschen werden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Die Polizei nimmt 86 der Angreifer fest.

24.4.1982, Samstag

Mit dem Titel “Ein bißchen Frieden” gewinnt die 17-Jährige Nicole Hohloch aus Neunkirchen im Saarland den Schlagerwettbewerb “Grand Prix Eurovision de la Chanson”.

25.4.1982, Sonntag

Israel gibt den letzten Teil der 1967 besetzten Sinai-Halbinsel an Ägypten zurück.

Britische Soldaten erobern die zu den Falklands gehörende Insel Südgeorgien im Handstreich zurück.

34 Menschenleben und zahlreiche Verletzte fordert ein Großbrand in der italienischen Stadt Todi. dass die Katastrophe ein solches Ausmaß annimmt, wird u.a. auf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und die verspätete Einleitung von Lösch- und Rettungsarbeiten zurückgeführt.

Zum Auftakt der 31. Schwetzinger Festspiele wird die Oper “Die wundersame Schustersfrau” des DDR-Komponisten Udo Zimmermann uraufgeführt.

26.4.1982, Montag

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” berichtet, dass der ehemalige Vizeminister für das Fischereiwesen, Wladimir Rytow, wegen Korruption zum Tode verurteilt und hingerichtet worden sei. Mit der Meldung sollen offenbar Funktionäre vor illegalen Geschäften gewarnt werden.

Beim Absturz eines chinesischen Passagierflugzeug auf dem Weg von Kanton nach Guilin in Südchina kommen 112 Menschen ums Leben.

In Berlin (West) kommt es im Anschluss an die Räumung eines besetzten Hauses durch die Polizei zu Krawallen. Dabei werden kleinere Brände gelegt, Schaufensterscheiben eingeworfen und Verkehrsampeln außer Betrieb gesetzt. Die Polizei geht mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Täter vor.

27.4.1982, Dienstag

Erstmals in der 25-Jährigen Geschichte der Bundeswehr kommen in Koblenz Soldaten zu einer Protestkundgebung zusammen. Sie wehren sich dagegen, dass es für sie keine Dienstzeitregelung gibt und damit Überstunden nicht vergütet werden.

Die Mitarbeiter-Beteiligungs-GmbH der Photo-Porst-Gruppe stellt Konkursantrag beim Amtsgericht Nürnberg. Damit ist der Versuch der “vollkommenen Demokratisierung” des Unternehmens gescheitert.

Der Hamburger Senat beschließt, über die Hamburger Electrizitätswerke vorläufig an der Beteiligung am Atomkraftwerk Brokdorf festzuhalten. Langfristig ist aber der Ausstieg aus der Kernenergie geplant.

28.4.1982, Mittwoch

Nach dem Rücktritt von Gesundheitsministerin Antje Huber am 7. April bildet Bundeskanzler Helmut Schmidt sein Kabinett um. Manfred Lahnstein wird Finanzminister; sein Vorgänger Hans Matthöfer löst Kurt Gscheidle im Postministerium ab. Anstelle von Herbert Ehrenberg übernimmt Heinz Westphal das Ressort Arbeit und Soziales, und Anke Fuchs rückt auf Hubers Posten nach. Zum neuen Regierungssprecher beruft Schmidt Klaus Bölling, der dieses Amt schon von 1974 bis 1980 innehatte. Alle ausscheidenden und neuen Minister gehören der SPD an.

29.4.1982, Donnerstag

In Polen werden im Zuge einer Lockerung des Kriegsrechtes 800 Internierte freigelassen und weitere 200 bedingt beurlaubt. Der Chef der unabhängigen Gewerkschaft “Solidarität”, Lech Walesa, bleibt weiter in Haft.

Die Innenministerkonferenz beschließt in München, den Bundesländern die Einführung von CS-Reizgas bei der Polizei freizustellen. Die SPD-geführten Länder wollen auf eine solche Maßnahme verzichten.

Nach einem Schlichtungsverfahren einigen sich die Tarifpartner im öffentlichen Dienst auf Lohn- und Gehaltserhöhungen für die rund 180 000 Beschäftigten um 3,6% vom 1. Mai an.

Zum 18. Mal gewinnt die Eishockey-Mannschaft der Sowjetunion den Weltmeistertitel. Bei den Titelkämpfen in Finnland liegt das sowjetische Team vor der Tschechoslowakei, Kanada und Schweden. Die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland sichert sich mit Platz sechs knapp den Verbleib in der A-Gruppe.

30.4.1982, Freitag

Der sambische Präsident Kenneth Kaunda und der Chef der weißen Minderheitsregierung in Südafrika, Pieter Willem Botha, treffen in einem Wohnwagen an der Grenze zwischen Botswana und Südafrika zu einem dreistündigen Gespräch zusammen. Über den Inhalt der Unterredung, die bei den meisten schwarzafrikanischen Staaten wegen der Apartheidpolitik Südafrikas auf harsche Kritik trifft, wird nichts Konkretes bekannt.

Mit überwältigender Mehrheit nimmt die UN-Seerechtskonferenz den Entwurf für eine Internationale Seerechtskonvention an. Lediglich die USA, Israel, die Türkei und Venezuela stimmen gegen den Entwurf. Das Vertragswerk muss nun von mindestens 60 Staaten ratifiziert werden, damit es in Kraft tritt.