Was geschah im April 1985

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1.4.1985, Montag

In der Bundesrepublik Deutschland wird für alle Kraftfahrzeuge mit Otto- und Wankelmotor eine regelmäßige Abgassonderuntersuchung zur Überprüfung der Abgaswerte und der Motoreinstellung eingeführt. Sie soll die mit dem Kraftfahrzeugverkehr verbundene Umweltbelastung verringern. In Österreich wird eine ähnliche regelmäßige Kontrolle zum 1. Mai 1985 eingeführt.

Für 4,2 Mio. Arbeitnehmer der bundesdeutschen Metall- und Druckindustrie tritt die 1984 nach heftigen Arbeitskämpfen durchgesetzte Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden in Kraft.

Auf heftigen Protest der SPD-Opposition und der Gewerkschaften trifft die Forderung von FDP-Generalsekretär Helmut Haussmann nach einer teilweisen Abkoppelung der Entlohnung Arbeitsloser von den Tariflöhnen. Haussmann befürwortet sog. Gleitklauseln in Tarifverträgen, nach denen Arbeitslose Lohn und Gehalt mit dem Arbeitgeber frei aushandeln können.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker trifft in Washington ein, um an der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin an den ehemaligen Hohen Kommissar der USA für Deutschland, John McCloy, teilzunehmen.

2.4.1985, Dienstag

In Stuttgart-Stammheim werden Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt wegen ihrer Mitgliedschaft in der sog. Roten-Armee-Fraktion und ihrer Beteiligung an mehreren Morden und Mordversuchen zu jeweils fünfmal lebenslänglich und 15 Jahren Haft verurteilt.

Bei einem Attentat der Mafia auf den Richter Carlo Palermo sterben im sizilianischen Trapani drei Menschen. Palermo überlebt den Anschlag.

3.4.1985, Mittwoch

Drei Menschen kommen ums Leben, als auf der Autobahn Freiburg- Basel ein mit giftigen Chemikalien beladener Lkw in einen Unfall verwickelt wird. Dabei werden giftige Gase freigesetzt.

Der französische Ministerrat billigt in Paris die Wiederherstellung des bis 1958 gültigen Verhältniswahlrechts anstelle des seit 27 Jahren geltenden Mehrheitswahlrechts und löst damit ein Wahlversprechen des sozialistischen Präsidenten François Mitterrand von 1981 ein. Nach dem Wahlerfolg der Bürgerlichen im März 1986 wird die Reform wieder rückgängig gemacht.

4.4.1985, Donnerstag

Im Hamburger Freihafen kommt es nach einer Explosion in einem Schuppen, in dem u.a. 300 Fässer Kaliumchlorat lagerten, zum größten Brand seit 1948. Menschen werden nicht verletzt, der Sachschaden wird auf mehr als 10 Mio. DM geschätzt.

5.4.1985, Freitag

Für Aufsehen sorgt eine Äußerung des US-amerikanischen Tennisspielers John McEnroe: In Chicago erklärt er, Männer seien Frauen in jeder Sportart überlegen, vor allem im Tennis.

6.4.1985, Samstag

In Bonn wird der libysche Regimegegner Gebril El Denali, der sich seit Jahren als Asylant in der Bundesrepublik aufgehalten hatte, von einem Landsmann erschossen.

Der sudanesische Staatspräsident Dschafar Muhammad An Numairi wird nach tagelangen Unruhen wegen der von seiner Regierung vorgenommenen Preiserhöhungen durch einen Militärputsch entmachtet. Numairi hält sich zum Zeitpunkt seines Sturzes in den USA auf.

Bulgarien besiegt in Sofia die Fußball-Auswahl der DDR 1:0.

7.4.1985, Sonntag

Der sowjetische Parteichef Michail S. Gorbatschow kündigt ein Moratorium für die Aufstellung von Mittelstreckenwaffen in Europa an, um die Abrüstungsverhandlungen in Genf zu erleichtern.

Als erstes westeuropäisches Land unterzeichnet Italien eine Rahmenvereinbarung mit der Volksrepublik China über militärische Zusammenarbeit, die den Weg für italienische Rüstungsexporte freimachen soll.

Sechs von sieben Titeln bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften im schwedischen Göteborg fallen an Sportler aus der Volksrepublik China. Nur im Herrendoppel siegen die Gastgeber.

Mit dem Großen Preis von Brasilien in Rio de Janeiro beginnt die Formel-1-Saison 1985. Es siegt der Franzose Alain Prost auf McLaren Porsche, der im Vorjahr knapp hinter Niki Lauda Zweiter im Weltchampionat geworden war.

8.4.1985, Montag

Nach 55 Niederlagen gegen die UdSSR bleibt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in München gegen den 19maligen Weltmeister erstmals ungeschlagen und erreicht ein 3:3.

Als erster britischer Außenminister stattet Geoffrey Howe der DDR einen Besuch ab. Er bleibt bis zum 10. April in Berlin (Ost).

In Paris wird der mutmaßliche deutsche Neonazi Otfried Hepp festgenommen, der in der Bundesrepublik wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung gesucht wird. Die Franzosen liefern Hepp, der sich zeitweilig in der DDR aufgehalten hatte, im Februar 1987 an die Bundesrepublik aus, wo er im Oktober 1987 wegen mehrerer Bombenanschläge sowie Banküberfälle zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wird.

Mehrere hunderttausend Menschen beteiligten sich in der Bundesrepublik an den Ostermärschen für Frieden und Abrüstung, die mit zentralen Abschlusskundgebungen in mehreren Großstädten zu Ende gehen.

9.4.1985, Dienstag

Die japanische Regierung in Tokio legt ein außenwirtschaftliches Rahmenprogramm vor, das eine weitere Öffnung des Binnenmarktes für ausländische Waren vorsieht. Japans Regierungschef Jasuhiro Nakasone ruft seine Landsleute dazu auf, mehr ausländische Waren zu kaufen, um möglichen Gegenmaßnahmen von Japans Handelspartnern gegen japanische Einführen vorzubeugen.

Das Amtsgericht Dillenburg verurteilt zwei Polizeibeamte wegen Bestechlichkeit und versuchter Erpressung zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen mit Bewährung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Polizisten im Dezember 1982 bei einer Lastwagenkontrolle auf der Bundesautobahn 45 (Sauerlandlinie) gegen eine “Familienration Fleisch” auf eine Anzeige wegen Überschreitung der Lenkzeit und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verzichtet haben.

10.4.1985, Mittwoch

Der Geschäftsträger der Bundesrepublik Deutschland in Bagdad wird wegen “Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes” ausgewiesen. Im Gegenzug fordert die Bundesregierung am 24. April den stellvertretenden irakischen Missionschef in Bonn auf, die Bundesrepublik zu verlassen.

11.4.1985, Donnerstag

Sowohl von der SPD-Opposition als auch vom Koalitionspartner CDU/CSU wird der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann zurückgewiesen, eine staatlich finanzierte Einheitsrente einzuführen, die jedermann – auch Hausfrauen – zustehen sollte. Am 15. April rückt er von dem Vorschlag ab.

Beim Landeanflug auf den französischen Flughafen Bordeaux-Marignac stürzt eine Maschine der Bundesluftwaffe vom Typ Phantom ab. Pilot und Copilot kommen ums Leben.

Mit einem Gewinn von 13,2 Mrd. DM (Vorjahr 11,8 Mrd. DM) schließt die Deutsche Bundesbank das Geschäftsjahr 1984 ab. Davon fließen 12,9 Mrd. DM an das Bundesfinanzministerium.

12.4.1985, Freitag

In Paris endet die zweitägige Jahrestagung der Wirtschafts- und Außenminister der 24 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Die Teilnehmer sprechen sich für eine Fortführung des Kampfes gegen die Inflation und den Abbau der hohen Staatsdefizite aus.

Die baskische Untergrundorganisation ETA und die im Libanon tätige Terrororganisation Heiliger Islamischer Krieg beanspruchen beide die Täterschaft bei einem Anschlag auf ein vor allem von US-Soldaten besuchtes Autobahnrestaurant in Spanien, bei dem 17 Menschen ums Leben kommen.

13.4.1985, Samstag

Im Akademietheater in Wien wird das Stück “Largo desolato” des in seiner Heimat aus politischen Gründen verfolgten tschechoslowakischen Autors Václav Havel uraufgeführt.

Die Benefiz-Schallplatte “We Are The World” steht auf Platz 1 der US-Hitliste und bleibt dort vier Wochen, in Großbritannien ab dem 20. April für zwei Wochen. Das Lied zugunsten der Hungernden in Afrika wurde produziert von Harry Belafonte und komponiert von Lionel Richie und Michael Jackson. An der Aufnahme wirkten zahlreiche US-Rockstars mit.

Die Finanzminister und Notenbankpräsidenten der Europäischen Gemeinschaft einigen sich in Palermo auf eine erweiterte Nutzung der Europäischen Währungseinheit ECU. Sie soll konvertibler gemacht werden, d. h., die Austauschbarkeit gegenüber Drittländern soll gesteigert werden. – Der ECU ist eine sog. Korbwährung und Bestandteil des 1979 eingeführten Europäischen Währungssystems (EWS).

14.4.1985, Sonntag

Nach dem Tod von Enver Hoxha, des langjährigen Führers der Kommunistischen Partei Albaniens, am 11. April, tritt der bisherige Staatsspräsident Ramiz Alia an die Spitze der Partei.

Bei allgemeinen Wahlen in Peru erhält die Partei des sozialdemokratischen Präsidentschaftsbewerbers Alan Garcia Pérez die meisten Stimmen. Garcia verfehlt bei der Direktwahl zum Präsidenten die erforderliche absolute Mehrheit, wird jedoch am 28. Juli als Präsident vereidigt, weil der zweitplazierte Bewerber auf eine Stichwahl verzichtet.

15.4.1985, Montag

In seiner Kölner Wohnung wird der Wohnungsspekulant Günter Kaußen tot aufgefunden. Der 57-Jährige hatte Selbstmord begangen.

Die Regierung Südafrika nimmt die Empfehlung eines Parlamentsausschusses an, das gesetzliche Liebes- und Eheverbot für Menschen verschiedener Rassen aufzuheben.

Als erster Deutscher und vierter Nicht-Amerikaner gewinnt der 27 Jahre alte Anhausener Bernhard Langer das Masters-Golfturnier in Augusta.

16.4.1985, Dienstag

DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker erlaubt dem in Hamburg erscheinenden Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” die Wiedereröffnung eines Büros in der DDR. Das erste Ostberliner “Spiegel”-Büro war Anfang 1978 von den DDR-Behörden wegen des Abdrucks eines regimekritischen “Manifests” geschlossen worden.

Unter dem Titel “Freiheit und Demokratie – jetzt” veröffentlicht in Santiago de Chile die Opposition des Landes – von den Christdemokraten bis zu den Kommunisten – erstmals eine gemeinsame Erklärung. Sie bekunden darin ihren Willen, ungeachtet ideologischer Differenzen für die Respektierung der Menschenrechte kämpfen zu wollen.

17.4.1985, Mittwoch

Die deutsche Fußball-Nationalelf gewinnt in Augsburg gegen Bulgarien 4:1. Am selben Tag besiegt die DDR-Auswahl Norwegen in Frankfurt an der Oder 1:0, Österreich verliert gegen Ungarn 0:3 in Wien und die Schweiz trennt sich in Bern von der UdSSR 2:2.

Die Hannover-Messe wird eröffnet. Mehr als 7100 Firmen aus 56 Ländern präsentieren hier bis zum 24. April ihre Erzeugnisse. Mit 850 000 Besuchern wird ein Rekord in der 38-Jährigen Messegeschichte verzeichnet.

Die Regierung Islands gibt bekannt, dass Kriegsschiffen mit Kernwaffen an Bord das Befahren isländischer Gewässer nicht mehr gestattet werde.

Das italienische Parlament in Rom billigt ein Abkommen zwischen Italien und dem Vatikan über die Finanzierung der katholischen Kirche und den Status der kirchlichen Körperschaften. Künftig wird die Regierung alljährlich eine Liste derjenigen Körperschaften und Institutionen vorlegen, die Steuervorteile genießen.

18.4.1985, Donnerstag

Bei einer Versteigerung in London erzielt das Gemälde “Die Anbetung der Könige” von Andrea Mantegna mit umgerechnet 31,35 Mio. DM einen Rekordpreis.

Als erstes NATO-Land lehnt Norwegen eine Beteiligung an den US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem im Weltraum ab.

19.4.1985, Freitag

Der Deutsche Bundestag billigt mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP ein “Beschäftigungsförderungsgesetz”, durch das bis 1990 befristete Arbeitsverträge mit einer Dauer von bis zu 18 Monaten zugelassen werden. Die Bundesregierung sieht darin einen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit.

In Bonn beginnt auf Initiative der Partei Die Grünen eine dreitägige Konferenz zu Fragen der Gen- und Reproduktionstechnik. Die Veranstalterinnen sehen in der Gentechnik die Gefahr der Kommerzialisierung der Struktur des weiblichen Körpers.

20.4.1985, Samstag

Santiago Carrillo, einer der führenden Vertreter des “Eurokommunismus”, wird nach Auseinandersetzungen mit seinem Nachfolger als Parteichef, Gerardo Iglesias, aus der Kommunistischen Partei Spaniens ausgeschlossen.

21.4.1985, Sonntag

Im Beisein von Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl findet auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen eine internationale Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Lagers 1945 statt.

Nach dem Tod des gewählten Präsidenten Tancredo de Almeida Neves wird dessen Vizepräsident José de Ribamar Sarney neues Staatsoberhaupt von Brasilien.

Der US-Amerikaner Conrad Homfeld gewinnt auf Abdullah in Berlin (West) den Weltpokal der Springreiter.

In Rotterdam und London stellen der Portugiese Carlos Lopes mit 2:07,11 h und die Norwegerin Ingrid Kristiansen mit 2:21,06 h Marathon-Weltrekorde auf.

22.4.1985, Montag

In Budapest scheitert der Versuch von zwei prominenten Dissidenten – Laszlo Rajk, Sohn des 1949 hingerichteten ungarischen Innenministers gleichen Namens, und Miklos Tamas-Gaspar -, sich als Kandidaten für die Parlamentswahlen im Juni aufstellen zu lassen. Sie verfehlen in ihren Wahlbezirken die Zahl der für die Nominierung notwendigen Stimmen.

Im antarktischen Weddell-Meer entdecken norwegische Forscher eine bisher unbekannte 2500 m hohe Gebirgskette.

Die westindische Stadt Ahmedabad, wo es bei Kastenunruhen 59 Tote gab, steht unter Armeekontrolle.

Jean-Claude Duvalier, Präsident von Haiti, legt einen Plan für einen “institutionellen Pluralismus” vor, der u.a. vorsieht, dass die seit 1957 verbotenen Oppositionsparteien wieder zugelassen werden. Im Juli lässt der Diktator ein Referendum veranstalten. Mit einer Zustimmung von offiziell 99,89% wird ihm dadurch das Recht zuerkannt, seinen Nachfolger selbst zu bestimmen.

23.4.1985, Dienstag

Auf einer Sondersitzung lehnt der Nordrhein-Westfälische Landtag in Düsseldorf einen Antrag der CDU-Opposition ab, Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) und zwei seiner Minister wegen des Baues des umstrittenen Großklinikums Aachen vor dem Verfassungsgericht des Landes anzuklagen.

Der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker trifft zu einem zweitägigen Besuch Italiens in Rom ein. Es ist der erste Aufenthalt Honeckers in einem NATO-Land. Er trifft auch mit Papst Johannes Paul II. zusammen.

Das US-Repräsentantenhaus lehnt mit 248 gegen 180 Stimmen eine Vorlage der Regierung ab, den oppositionellen Contras in Nicaragua eine humanitäre Hilfe in Höhe von 14 Mrd. US-Dollar (knapp 43 Mrd. DM) zu bewilligen.

24.4.1985, Mittwoch

Mit dem FC Bayern München scheidet der letzte deutsche Fußballklub aus den europäischen Pokalwettbewerben aus. Nach dem 0:0 im Hinspiel verlieren die Münchener beim FC Everton in Liverpool mit 1:3.

Auf Einladung von Nancy Reagan findet im Weißen Haus in Washington ein Treffen von “First Ladies” aus 18 Staaten statt. Es ist der Bekämpfung des Drogenmissbrauchs gewidmet.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hält die Neuordnung des Kriegsdienstverweigerungsrechts, wonach Ersatzdienstleistende fünf Monate länger Dienst tun müssen als Wehrpflichtige bei der Bundeswehr für mit dem Grundgesetz vereinbar.

25.4.1985, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag billigt das Gesetz gegen die sog. Auschwitz-Lüge, wonach die Leugnung von NS-Gewalttaten künftig von Amts wegen als Beleidigung verfolgt wird.

In Berlin (West) eröffnet Bundespräsident Richard von Weizsäcker die 18. Bundesgartenschau (bis 20. 10.).

Auf Java (Indonesien) enden die 30-Jahr-Feiern der Bewegung der Blockfreien aus Anlass ihrer Gründung. 80 Staaten in Afrika und Asien verpflichten sich in der “Bandung-Deklaration” zu noch engerer Zusammenarbeit im Kampf für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung.

In Anwesenheit des jordanischen Königs Husain II. weiht Ägyptens Präsident Husni Mubarak am Jahrestag der Rückgabe des Sinai durch Israel 1979 den neuen Hafen Nuweiba ein.

Am Schaumainkai in Frankfurt am Main wird das Museum für Kunsthandwerk eröffnet. Die Konzeption stammt von dem New Yorker Architekten Richard Meier.

26.4.1985, Freitag

Der Deutsche Bundestag billigt eine Rentenerhöhung zum 1. Juli 1985 in Höhe von effektiv 1,41%.

Auf einer Gipfelkonferenz in Warschau verlängern die Mitglieder des Warschauer Pakts die Geltungsdauer des am 14. Mal 1955 geschlossenen Abkommens um 20 Jahre.

In Südafrika werden 17 000 Grubenarbeiter entlassen. Sie sollen sich – so die Erklärung der beiden Minengesellschaften – an spontanen Arbeitsniederlegungen beteiligt haben.

27.4.1985, Samstag

Nach fünftägiger Dauer gehen in Oberhausen die 31. Westdeutschen Kurzfilmtage zu Ende. Der Große Preis der Stadt Oberhausen geht an den brasilianischen Beitrag “Povo da Luna, Povo do Sangue” von Marcello G. Tassara.

Der Dramatiker Heiner Müller aus der DDR erhält den mit 30 000 DM dotierten Georg-Büchner-Preis.

28.4.1985, Sonntag

In den von den israelischen Truppen aufgegebenen Küstenstreifen südlich von Beirut dringen drusische Milizen ein. Auch moslemische und christliche Soldaten rücken den Israelis in das geräumte Gebiet nach.

29.4.1985, Montag

Angehörige der Revolutionären Zellen verüben Bombenanschläge auf das Gebäude des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall sowie eine Niederlassung des Chemiekonzerns Hoechst in Köln und die Hauptniederlassung der Deutschen Bank in Düsseldorf.

Der Achte Senat des Finanzgerichtes Köln entscheidet, dass sog. verdeckte Parteispenden, die vor 1984 geleistet worden sind, auch Betriebsausgaben sein können und damit von der Steuer abgesetzt werden können. Das Urteil steht im Widerspruch zum Bundesverfassungsgericht.

In der südalgerischen Stadt Medea werden 85 moslemische Fundamentalisten wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Verteilung regimefeindlicher Flugblätter zu Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren verurteilt.

30.4.1985, Dienstag

In Luxemburg erklärt Angola als 66. Staat seinen Beitritt zum sog. Lomé-Abkommen. Durch diesen Pakt erhalten Entwicklungsländer in Afrika, der Karibik und im Pazifik (AKP-Staaten) Zugang zu den Märkten der EG-Staaten.

In Genf tagt der Exekutivausschuss der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC). Die beteiligten Staaten einigen sich auf eine Beibehaltung der täglichen Förderquote von 16 Mio. Barrel (1 Barrel = 159 l).

Die deutsche Fußball-Nationalelf gewinnt in Prag das Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen die CSSR 5:1.