Was geschah im April 1987

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1.4.1987, Mittwoch

In der Bundesrepublik wird mit der Ausgabe der neuen maschinenlesbaren und fälschungssicheren Personalausweise begonnen.

Das britische Unterhaus lehnt mit 342 gegen 230 Stimmen die Wiedereinführung der Todesstrafe ab. Premierministerin Margaret Thatcher, die persönlich für die Todesstrafe eintritt, hatte den Abgeordneten ihrer Partei bei der Abstimmung freie Wahl gelassen.

Die Bundesrepublik eröffnet in Washington ein Historisches Institut, das die Zusammenarbeit von Historikern beider Länder fördern soll.

Etwa 20 000 Bauern demonstrieren in Bonn gegen die Agrarpolitik der Europäischen Gemeinschaft (EG) und fordern von der Bonner Regierung Maßnahmen für den Erhalt der Familienbetriebe.

2.4.1987, Donnerstag

Sechs sowjetische Bürger, darunter drei Diplomaten, werden aus Frankreich ausgewiesen. Sie stehen unter dem Verdacht, zu einem Spionagering zu gehören, dessen Aufgabe es u.a. ist, Unterlagen der Triebwerke für die europäische “Ariane”-Rakete zu beschaffen. Die Regierung in Moskau reagiert darauf mit der Ausweisung von sechs Franzosen – darunter vier Diplomaten – aus der UdSSR.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hebt die erste Teilerrichtungsgenehmigung für die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf auf, die das bayerische Umweltministerium im September 1985 erteilt hatte. Dennoch geht der Bau der Anlage weiter.

3.4.1987, Freitag

In Portugal wird die sozialdemokratische Minderheitsregierung von Aníbal Cavaco Silva wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Bei den vorgezogenen Neuwahlen am 19. Juli werden Cavaco Silva und seine Partei jedoch mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Der französische Verteidigungsminister André Giraud droht Libyen mit dem Eingreifen französischer Truppen im Norden des Tschad, sollte Tripolis weiter die Oase Wadi Dum bombardieren.

Das griechische Parlament in Athen beschließt trotz heftiger Proteste seitens der Kirche die Verstaatlichung von Besitztümern der griechisch-orthodoxen Kirche.

In Briefen an Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) unterbreiten die Regierungen der DDR und der CSSR der Bundesrepublik einen neuen Abrüstungsvorschlag, dessen zentraler Punkt die Schaffung eines atomwaffenfreien Korridors in Mitteleuropa ist.

In Bonn unterzeichnen die Ministerpräsidenten der Bundesländer nach langjährigen Auseinandersetzungen den Medienstaatsvertrag.

Die Vertreter der Banken, die dem Wohnungsbaukonzern Neue Heimat Kredite in einer Höhe von mehr als 1 Mio. DM gewährt haben, einigen sich auf ein Stillhalteabkommen bis 1988, um dem Gewerkschaftsunternehmen die Möglichkeit zur Durchführung eines Sanierungskonzeptes zu geben.

4.4.1987, Samstag

Der Seenot-Rettungskreuzer “Theodor Heuss” beginnt in Bremen seine letzte Fahrt. Das Schiff wird rheinaufwärts, den Main entlang und über Land bis nach München transportiert, wo es im Deutschen Museum seinen letzten Platz finden wird.

Im Leipziger Kunstmuseum wird aus Anlass von Wolfgang Mattheuers 60. Geburtstag eine Ausstellung mit seinen Grafiken eröffnet. Mattheuer gehört zu den populärsten Künstlern der DDR.

5.4.1987, Sonntag

Auf ihrem zweitägigen Treffen in Turnhout (Belgien) stimmen die EG-Außenminister der Nullösung für atomare Mittelstreckenraketen zu.

In einer Volksabstimmung sprechen sich die Schweizer für eine Verschärfung des Asylrechts in ihrem Land aus.

Bei der hessischen Landtagswahl wird die CDU mit 42,1% der Stimmen mit ihrem Spitzenkandidaten Walter Wallmann stärkste Partei und bildet mit der FDP eine Koalition. Damit wird erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der hessische Ministerpräsident nicht von der SPD gestellt.

6.4.1987, Montag

Ein Großbrand im Münchener Hofbräukeller verursacht einen Sachschaden in Höhe von etwa 14 Mio. DM. Ursache des Unglücks ist ein technischer Defekt.

In Genf veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Bericht, wonach die Masern gegenwärtig die Krankheit mit der höchsten Todesrate sind. Weltweit sterben jährlich etwa 2 Mio. Kinder daran.

Bei den Parlamentswahlen in Ägypten gewinnt die regierende Nationaldemokratische Partei von Staatspräsident Husni Mubarak trotz leichter Verluste wieder die absolute Mehrheit.

Der israelische Staatspräsident Chaim Herzog trifft zu einem fünftägigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland ein. Es ist der erste offizielle Besuch eines israelischen Staatsoberhauptes in Deutschland.

7.4.1987, Dienstag

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) beginnt eine einwöchige Reise durch Lateinamerika, die ihn nach Venezuela, Costa Rica und El Salvador führen wird. Ziel der geplanten Gespräche ist eine friedliche Lösung des Nicaragua-Problems.

Die sowjetische Regierung gibt 30 bisher verbotene Filme zur Aufführung frei, darunter auch den Streifen “Reue” des georgischen Regisseurs Tengis Abuladse über die Stalin-Ära. Der Kommission, die über die Freigabe entscheidet, gehören u.a. der Regisseur Elem Klimow und der Kritiker Andrei Plachow an.

8.4.1987, Mittwoch

In Südkorea teilen die beiden führenden Oppositionspolitiker Kim Dae Jung und Kim Young Sam vor der Presse mit, sie hätten sich von der größten Oppositionspartei gelöst und die Gründung einer eigenen Partei beschlossen, der Partei für Wiedervereinigung und Demokratie (PRD).

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet, dass Privatschulen grundsätzlich Anspruch auf materielle Förderung durch den Staat haben. Dabei ist eine unterschiedliche Behandlung konfessioneller und weltanschaulich ungebundener Schulen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

Nach achttägiger Dauer geht die diesjährige Industriemesse in Hannover zu Ende.

In Genf wird die Oper “La Forêt” des schweizerischen Komponisten und Intendanten der Hamburger Oper, Rolf Liebermann, uraufgeführt.

9.4.1987, Donnerstag

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Wolfgang Mischnick, spricht sich bei einem Besuch in Weimar für offizielle Kontakte zwischen dem Bundestag und der DDR-Volkskammer aus.

Das Europaparlament in Straßburg fordert die Sowjetunion in einer Entschließung auf, ausreisewilligen Juden das Verlassen des Landes zu ermöglichen und den in der UdSSR lebenden Juden das Recht auf ihre eigene Kultur zuzubilligen.

10.4.1987, Freitag

Mit der Ankündigung der Regierung von Sri Lanka, die Luft- und Bodenangriffe auf die tamilischen Rebellen für zehn Tage auszusetzen, beginnen Bemühungen, den seit vier Jahren schwelenden Konflikt zwischen Tamilen und Singhalesen auf dem Verhandlungsweg zu lösen.

In der Mainzer Universitätsklinik stirbt die Siebenkämpferin Birgit Dressel. Todesursache ist ein Allergieschock, der mit Doping in Zusammenhang gebracht wird.

11.4.1987, Samstag

Das niederländische Parlament verabschiedet ein neues Asylrecht, das am 15. April in Kraft treten wird.

Eine Kammer des Hamburger Arbeitsgerichts lehnt den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab, mit der eine Gruppe von Häftlingen der Strafanstalt Fuhlsbüttel die Erlaubnis zur Wahl eines Betriebsrates erzwingen wollte.

Der Reiseveranstalter TUI chartert von der Deutschen Seereederei in Rostock für 111 Tage das DDR-Kreuzfahrtschiff “Arkona”, das als “Traumschiff” in der gleichnamigen Fernsehserie bundesweit populär wurde.

12.4.1987, Sonntag

Papst Johannes Paul II. beendet seine 33. Pastoralreise, die ihn seit dem 31. März u. a. durch die südamerikanischen Länder führte.

Nach den Weltmeisterschaften im Springreiten, in der Dressur und der Military gewinnt auch den Weltcup der Springreiter eine Frau, die US-Amerikanerin Katharine Burdsall.

13.4.1987, Montag

Bewaffnete chilenische Rebellen, die sich auch zu einem gescheiterten Attentat auf Präsident Augusto Pinochet Ugarte im vergangenen Jahr bekennen, besetzen vorübergehend fünf Radiosender des Landes sowie das Büro der Nachrichtenagentur in Santiago und verlesen eine Erklärung, in der sie das Ende der von ihnen anlässlich des Papstbesuchs einseitig erklärten Waffenpause bekannt geben. Die Rebellen fordern eine Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse in Chile und den Rücktritt Pinochets.

Die Tarifpartner der Chemieindustrie einigen sich in Frankfurt am Main auf eine Regelung der Teilzeitbeschäftigung.

14.4.1987, Dienstag

In Brüssel überreicht der türkische Staatsminister für Europafragen, Ali Bozer, das Beitrittgesuch seines Landes zur Europäischen Gemeinschaft (EG).

Die in Berlin erscheinende “Tageszeitung” (taz) berichtet, dass die Stadt Heidelberg den schweizerischen Graffiti-Künstler Harald Naegeli beauftragt, unbeabsichtigt entfernte Wandbilder wieder aufzusprühen.

15.4.1987, Mittwoch

Die Regierungen Ägyptens und der Sowjetunion vereinbaren, ihre Kooperation im militärischen Bereich wiederaufzunehmen. Das betrifft vor allem die Lieferung von sowjetischen Ersatzteilen sowie die Rückzahlung der ägyptischen Militärschulden.

Die Bundesrepublik und Australien schließen nach langjährigen Verhandlungen ein gegenseitiges Auslieferungsabkommen. Danach ist es nicht erforderlich, dass zusammen mit dem Auslieferungsbegehren auch die Schuld des Verdächtigen nachgewiesen wird.

Wissenschaftlern des Pasteur-Institutes in Paris gelingt die Entschlüsselung des genetischen Codes des zweiten bislang entdeckten Aids-Virus’.

16.4.1987, Donnerstag

Der mit etwa 4000 Belegschaftsmitgliedern größte Arbeitgeber in der Oberpfalz, die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg, muss Konkurs anmelden.

Das Drama “Der Müll, die Stadt und der Tod” von Rainer Werner Fassbinder, das 1985 wegen antisemitischer Tendenzen in Frankfurt am Main vom Spielplan abgesetzt werden musste, wird an einem New Yorker Theater uraufgeführt.

17.4.1987, Freitag

Bei Terroranschlägen separatistischer Tamilen auf Busse und Lastkraftwagen kommen im Osten von Sri Lanka 127 Singhalesen ums Leben. Vier Tage später werden bei einem Bombenanschlag auf den zentralen Busbahnhof in Colombo mehr als 100 Menschen, zumeist Singhalesen, getötet. Die Regierung reagiert darauf mit Angriffen auf die Stützpunkte der tamilischen Rebellen im Norden und Osten des Landes.

Die US-amerikanische Regierung verhängt gegen elektronische Produkte aus Japan Strafzölle. Anlass sind japanische Verstöße gegen ein im September 1986 abgeschlossenes Abkommen über Computerchips.

18.4.1987, Samstag

Der Christdemokrat Giulio Andreotti, der als Nachfolger des am 3. März als Ministerpräsident zurückgetretenen Sozialisten Bettino Craxi vorgesehen war, kann keine Einigung über eine neue Koalitionsregierung erzielen. Staatspräsident Francesco Cossiga beauftragt deshalb den 79-Jährigen Senatspräsidenten Amintore Fanfani mit der Bildung eines Übergangskabinetts. Am 14. Juni sollen Neuwahlen stattfinden.

Das Fußball-Länderspiel zwischen Italien und der Bundesrepublik endet in Köln 0:0. Die Fernsehübertragung wird von der Firma Agfa gesponsert.

19.4.1987, Sonntag

Ein Putschversuch des Militärs in Argentinien kann durch Präsident Raúl Alfonsín friedlich beendet werden. Die Vertreter der Armee verlangen Straffreiheit für diejenigen, die während der Militärdiktatur an Gewalttaten gegen die Bevölkerung Argentiniens beteiligt waren.

20.4.1987, Montag

An den traditionellen Ostermärschen in der Bundesrepublik beteiligen sich etwa 300 000 Menschen. Auf den abschließenden Kundgebungen wird von der Bundesregierung vor allem die Zustimmung zur Nullösung für Mittelstreckenraketen gefordert.

21.4.1987, Dienstag

Nach fünf Jahre dauernden juristischen Streitereien wird der wegen Kriegsverbrechen in der Sowjetunion zum Tod verurteilte 67-Jährige Karl Linnas von den USA an die UdSSR ausgeliefert. Der ehemalige Leiter eines Konzentrationslagers in der estnischen Stadt Tartu (Dorpat) hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen abgesetzt und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

Zum vierten Mal innerhalb eines Monats kommt es zu einem Zwischenfall in einem französischen Atomkraftwerk. Der zweite Block des Kraftwerks Fessenheim im Elsass muss abgeschaltet werden, nachdem drei Stunden lang radioaktiver Dampf in die Atmosphäre entwichen ist.

22.4.1987, Mittwoch

Der italienische Regisseur und Theaterleiter Giorgio Strehler erhält in New York den Erwin-Piscator-Preis. Die Auszeichnung, benannt nach dem deutschen Theatermann (1893-1966), der während der Emigration in New York lebte, wird von der Elysium Theater Company verliehen.

Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber (CDU) unterzeichnet in Moskau ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Die staatliche Transportbehörde Südafrikas entlässt 17 500 schwarze Arbeiter aufgrund eines seit sechs Wochen andauernden Streiks. Bei den Unruhen, die infolge dieser Maßnahme ausbrechen, werden sechs Eisenbahner von der Polizei erschossen.

Als erster offizieller Vertreter des DGB, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hält der stellvertretende DGB-Vorsitzende Gustav Fehrenbach eine Rede auf dem Kongress des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) der DDR in Berlin (Ost).

23.4.1987, Donnerstag

Die Parlamentswahlen in Indonesien gehen wie erwartet mit einem Sieg der Regierungspartei zu Ende. Die Wähler konnten zwischen drei Parteien entscheiden, die sich vor der Zulassung zur Wahl zu den sog. fünf Prinzipien bekennen mussten (Glaube an einen Gott, nationale Einheit des Landes, humanitäre Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und “gelenkte Demokratie”). Zudem mussten die zugelassenen Parteien die Zusage geben, Präsident Kemusu Suharto im April 1988 ein fünftes Mal in sein Amt zu wählen.

Das Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Masur beginnt eine bis zum 26. Mai dauernde Tournee durch die USA und Japan.

24.4.1987, Freitag

Wie aus der Vernehmung von zwei früheren Landesinnenministern durch den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Niedersächsischen Landtag hervorgeht, hatte der niedersächsische Verfassungsschutz die Sprengung eines Loches in die Außenmauer des Celler Gefängnisses am 25. Juli 1976 direkt mit Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) abgesprochen. Mit dieser sog. Aktion Feuerzauber wollte man V-Leute in den inneren Kreis der Terrorszene einschleusen.

Auf Antrag der CDU beschließt die baden-württembergische Landesregierung die Errichtung eines Forschungszentrums für Solar- und Wasserstofftechnologie in Stuttgart, das als Stiftung des privaten Rechts betrieben werden soll.

25.4.1987, Samstag

Vor dem Kapitol in Washington demonstrieren 75 000 Menschen gegen die Außenpolitik Ronald Reagans. Sie protestieren gegen die Unterstützung der Contras in Nicaragua und fordern einen Abbruch der Beziehungen zu Südafrika, solange die Regierung dort die Apartheid praktiziert.

Bei den Parlamentswahlen in Island verlieren die konservativ-liberalen Regierungsparteien ihre bisherige Mehrheit. Mehr als 10% der Stimmen erhält die 1983 gegründete Frauenpartei und 17% die sozialdemokratische Bürgerpartei, die gemeinsam mit den bisherigen Koalitionsparteien auch die künftige Regierung bildet.

26.4.1987, Sonntag

Der polnische Sicherheitsdienst führt eine großangelegte Einschüchterungsaktion gegen Oppositionelle durch. Im Rahmen dieser Maßnahme werden mit 537 Personen “warnende Gespräche” geführt, es kommt zu Hausdurchsuchungen, vorübergehenden Festnahmen und zur Beschlagnahme von Schriften.

In Algier endet die am 20. April begonnene 18. Sitzung des Nationalrats der Palästinensischen Befreiungsorganisation, auf der sich PLO-Chef Jasir Arafat mit innerparteilichen Widersachern versöhnt.

27.4.1987, Montag

US-Präsident Ronald Reagan gibt bekannt, dass Österreichs Bundespräsident Kurt Waldheim wegen seiner Kriegsvergangenheit als Privatmann nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen darf.

28.4.1987, Dienstag

Auf der Tagung der Westeuropäischen Union (WEU) in Luxemburg kommt es entgegen den Erwartungen zu keiner gemeinsamen Stellungnahme zum Vorschlag einer doppelten Nullösung bei Mittelstreckenraketen. Während Italien und die Benelux-Staaten sie befürworten, wenden sich Frankreich, Großbritannien und die Bundesrepublik dagegen.

In Moskau unterzeichnen Vertreter der Staaten, die dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, Comecon) angehören, einen Vertrag über die Gründung der Interoceanmetal-Gesellschaft, deren Aufgabe die Suche und Förderung mineralischer Rohstoffe im Meeresboden ist.

29.4.1987, Mittwoch

Auf ihrer Tagung in Brüssel beschließen die Innen- und Justizminister der Europäischen Gemeinschaft eine Intensivierung der gemeinsamen Terrorismusbekämpfung.

Die Bundesrepublik und die USA wollen den Jugendaustausch verstärken. 1986 reisten nach Angaben der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes 5400 junge US-Amerikaner in die BRD und 6700 deutsche Jugendliche in die USA.

30.4.1987, Donnerstag

Als erster konservativer Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt der Führer der konservativen Sammlungsbewegung, Harri Holkeri, die Regierungsverantwortung in Finnland.

Papst Johannes Paul II. kommt zu einem fünftägigen Besuch in die Bundesrepublik. Dabei wird er zwei Opfer des Nationalsozialismus, die Karmeliterin Edith Stein und den Jesuitenpater Rupert Mayer, seligsprechen.

Mit einem Festakt im Internationalen Congress Centrum werden die Feiern zum 750-Jährigen Jubiläum der Stadt in Berlin (West) offiziell eröffnet. Im Ostteil der Stadt wird die Nationalgalerie nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet.