Was geschah im April 1989

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1.4.1989, Samstag

In der Bundesrepublik tritt die im Juli 1988 beschlossene Änderung der Postgebühren in Kraft. Das Porto für einen Standardbrief wird von 0,80 DM auf 1 DM erhöht. Ferngespräche werden z.T. billiger.

In Namibia beginnt die Übergangsphase, die unter UNO-Aufsicht zur Unabhängigkeit führen soll, mit schweren Kämpfen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung SWAPO und Sicherheitskräften.

Namhafte Filmemacher und Produzenten aus West- und Osteuropa gründen in Berlin die Gesellschaft für den Europäischen Film und wählen den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman zum Präsidenten.

Hamburg und Kiel werden in den sog. kleinen Grenzverkehr mit der DDR einbezogen, der u.a. Tagesreisen mit weniger Formalitäten ermöglicht.

2.4.1989, Sonntag

In Tunis wählt der Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO den langjährigen PLO-Chef Jasir Arafat zum Präsidenten des im November 1988 ausgerufenen unabhängigen Staates Palästina.

Bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in Tunesien wird Amtsinhaber Zine Al Abidine Ben Ali, der als einziger Kandidat angetreten war, mit über 99% der Stimmen bestätigt. Bei den gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen gewinnt die regierende Partei Demokratische Sammlung für die Verfassung alle 141 Parlamentssitze. Aufgrund dieser Wahlergebnisse wachsen die Zweifel an der Redlichkeit von Ben Alis Demokratisierungsversprechen.

Auf Haiti scheitert ein Putschversuch ranghoher Offiziere gegen Staatspräsident General Prosper Avril. Er hatte sich am 17. September 1988 nach einem Militärputsch gegen Staatspräsident General Henri Namphy zum neuen Staatschef ausrufen lassen. Avril ließ im März 1989 die von seinem Vorgänger für ungültig erklärte Verfassung von 1987 wieder in Kraft setzen und freie Wahlen ankündigen.

Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow trifft als erster Kremlführer seit über 15 Jahren zu einem dreitägigen Staatsbesuch auf Kuba ein.

3.4.1989, Montag

Auf ihrer zweitägigen Frühjahrstagung in Washington billigen die Gremien des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank grundsätzlich die Vorstellungen von US-Finanzminister Nicholas F. Brady, die Schuldenkrise der Entwicklungsländer möglicherweise auch durch eine Reduzierung ihrer Auslandsschulden zu lindern.

Bei einem Zugunglück im süditalienischen San Severo werden acht Menschen getötet und 17 verletzt.

4.4.1989, Dienstag

Der Landkreis Osnabrück untersagt dem Unternehmer Dietrich Fürstenberg die kommerzielle Vermittlung von Kindern zur Adoption. Gegen Fürstenberg laufen bereits Ermittlungen wegen illegalen Organhandels.

Der Journalist Hans Heigert wird in München zum Präsidenten des Goethe-Instituts gewählt. Heigert, der u.a. beim Bayerischen Rundfunk und der “Süddeutschen Zeitung” tätig war, ist Nachfolger von Klaus von Bismarck.

In Peking endet nach über zweiwöchiger Dauer die 2. Tagung des VII. Nationalen Volkskongresses. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Diskussion über die schlechte Wirtschaftslage Chinas.

Im NATO-Hauptquartier in Brüssel findet anlässlich des 40-Jährigen Gründungsjubiläums des westlichen Militärpakts ein Festakt statt. Am 4. April 1949 war der Nordatlantikpakt in Washington von zehn westeuropäischen Staaten, den USA und Kanada gegründet worden. NATO-Generalsekretär Manfred Wörner erklärt in einer Festansprache, er halte die Politik der UdSSR unter Michail Gorbatschow für friedlich.

5.4.1989, Mittwoch

Nach neunwöchigen Verhandlungen unterzeichnen Regierung und Opposition in Polen ein Abkommen über politische und wirtschaftliche Reformen.

Das Bundeskabinett in Bonn beschließt schärfere Einreisebestimmungen für Polen sowie die Aufhebung der Visumfreiheit für Ausländer unter 16 Jahren. Die Maßnahmen sollen den “Asylmissbrauch” eindämmen.

6.4.1989, Donnerstag

Die Hamburger Illustrierte “stern” veröffentlicht einen Bericht über die Beteiligung bundesdeutscher Firmen an der Errichtung eines Raketenzentrums im Irak. Danach wird wegen des Verdachts illegaler Militärexporte gegen eine Tochterfirma des Konzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm ermittelt.

7.4.1989, Freitag

Der brasilianische Staatspräsident José de Ribamar Sarney verkündet ein Programm zur Erhaltung der Amazonas-Regenwälder. Es sieht die Schaffung von Naturschutzgebieten und die Einrichtung einer Umweltstiftung vor. Die Abholzung des Urwalds soll in Zukunft nicht mehr subventioniert, der Export von unbearbeitetem Holz verboten werden.

Ein sowjetisches Atom-U-Boot gerät im Nordmeer vor der norwegischen Küste in Brand und sinkt. 42 der 69 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.

In Wien wird eine Mordserie in einem Krankenhaus aufgedeckt. Drei Hilfspflegerinnen und eine Krankenschwester sollen seit 1983 mindestens 49 alte und schwerkranke Patienten getötet haben.

8.4.1989, Samstag

In Hamburg beginnt ein Gewerkschaftstag, auf dem der Zusammenschluss der IG Druck und Papier und der Gewerkschaft Kunst zur IG Medien beschlossen wird.

Der schwedische Skiläufer Ingemar Stenmark beendet mit einer Abschiedsveranstaltung im schwedischen Sälen seine Karriere.

In den Kölner Messehallen wird die Ausstellung “Bilderstreit” eröffnet, in der Werke aus der Zeit von 1960 bis zur Gegenwart zu sehen sind.

Otfried Hennig, Parlamentarischer Staatssekretär im Innerdeutschen Ministerium, wird zum CDU-Vorsitzenden von Schleswig-Holstein gewählt. Sein Vorgänger, Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg, hat nicht wieder kandidiert.

In Tiflis/Georgien fordern Demonstranten die nationale Unabhängigkeit der Sowjetrepublik, nachdem die muslimische autonome Abchasische Sowjetrepublik die Ausgliederung aus dem überwiegend christlichen Georgien gefordert hatte. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften kommen mindestens 20 Menschen ums Leben.

9.4.1989, Sonntag

Bei Nachwahlen zum Unterhaus in der kanadischen Provinz Alberta zieht mit einer Kandidatin der 1987 gegründeten rechtsgerichteten Reform Party erstmals seit Jahrzehnten wieder eine neue Partei in das kanadische Bundesparlament in Ottawa ein.

Überraschungssieger im Herrendoppel bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Dortmund werden die beiden Düsseldorfer Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner.

10.4.1989, Montag

Der Bundesgerichtshof erklärt die Einschleusung ausländischer Frauen zwecks Heiratsvermittlung für strafbar.

11.4.1989, Dienstag

In Ost-Berlin beginnt eine zweitägige Außenministerkonferenz der Staaten des Warschauer Pakts. In einem Appell “Für eine Welt ohne Kriege” verlangen die Außenminister verstärkte Anstrengungen für die Erhaltung des Friedens und fordern die NATO zu baldigen Verhandlungen über eine Reduzierung der taktischen Kernwaffen in Europa auf.

Das Exekutivkomitee der europäischen Fußballunion UEFA beschließt die Wiederzulassung der englischen Fußballclubs zu den europäischen Pokalwettbewerben zur Saison 1990/1991. England war nach der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion (29. Mai 1985) ausgeschlossen worden, bei der während des Europacupfinales zwischen Juventus Turin und FC Liverpool 38 Menschen getötet worden waren.

12.4.1989, Mittwoch

Der bundesdeutsche Energiekonzern VEBA kündigt eine Zusammenarbeit mit der französischen COGEMA bei der atomaren Wiederaufbereitung in La Hague in der Normandie an. Die geplante Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf wird damit überflüssig.

Die Fußball-Auswahl der DDR unterliegt in Magdeburg vor 23 000 Zuschauern der Türkei 0:2.

Der rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu gibt bekannt, dass sein Land sämtliche Auslandsschulden bezahlt habe. In einem Zeitraum von 14 Jahren seien insgesamt 21 Mrd. US-Dollar (rd. 36,75 Mrd. DM) an den Westen zurückgezahlt worden.

13.4.1989, Donnerstag

Helmut Kohl trifft zum ersten Schweizbesuch eines deutschen Bundeskanzlers in Bern ein.

In Frankfurt am Main konstituiert sich eine rot-grüne Koalition mit Oberbürgermeister Volker Hauff (SPD) an der Spitze.

14.4.1989, Freitag

Der SPD-Vorstand beschließt die endgültige Einstellung des traditionsreichen Parteiblattes “Vorwärts” und dessen Zusammenlegung mit dem “sozialdemokrat magazin”.

Die Umweltminister von Bund und Ländern vereinbaren eine Ausrüstungspflicht für alle ab 1. Oktober 1991 zugelassenen benzingetriebenen Neuwagen mit einem geregelten Drei-Wege-Katalysator.

Asylbewerber aus dem Ostblock müssen in ihr Heimatland zurückkehren, wenn ihr Asylantrag rechtskräftig abgelehnt wurde. Damit hebt das Bundesinnenministerium bisherige Sonderregelungen auf.

Der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf wird dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch verliehen.

15.4.1989, Samstag

Im englischen Sheffield ereignet sich die bislang größte Katastrophe in der europäischen Sportgeschichte. Als bei einem Pokalspiel im Fußballstadion etwa 4000 Fußballfans ohne Eintrittskarten auf eine bereits überfüllte Tribüne drängen, werden 95 Zuschauer getötet.

Der Tod des als liberaler Reformer geltenden früheren chinesischen Parteichefs Hu Yaobang (1980- 1987) löst in China die größte Demonstrationswelle seit mehr als zehn Jahren aus.

16.4.1989, Sonntag

Bei einer Volksabstimmung in Uruguay votiert eine knappe Mehrheit für die Beibehaltung des 1986 beschlossenen Amnestiegesetzes, wonach Menschenrechtsverstöße von Sicherheitskräften im Kampf gegen den Terrorismus nicht geahndet werden sollen.

Im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme werden rund 1000 Menschen während der Bergung eines mit hochgiftigen Chemikalien beladenen Güterzugs aus ihren Wohnungen evakuiert. Der Zug war am Vorabend entgleist.

17.4.1989, Montag

Nach siebenjähriger Untergrundtätigkeit wird die seit 1981 verbotene polnische Gewerkschaft Solidarität wieder legalisiert.

18.4.1989, Dienstag

Der saudiarabische Geschäftsmann Adnan Kashoggi wird aufgrund eines US-amerikanischen Haftbefehls in Bern festgenommen.

Eine seit sieben Jahren anhängige Klage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegen die hohe Neuverschuldung im Haushaltsgesetz der damaligen SPD/FDP-Regierung wird vom Bundesverfassungsgericht abgewiesen.

Bei einem gemeinsamen Manöver von Truppen der DDR und der Sowjetunion haben Medienvertreter aus dem Westen erstmals Gelegenheit zur Berichterstattung.

19.4.1989, Mittwoch

Bei der Explosion eines Geschützturms auf dem US-Schlachtschiff “USS Iowa” kommen 47 Seeleute ums Leben. Das Unglück ereignet sich bei einem Manöver nordöstlich von Puerto Rico.

Das Basketballteam der BG Bayreuth gewinnt nach dem Pokal auch die deutsche Meisterschaft.

20.4.1989, Donnerstag

Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein Gesetz zur Neuordnung der Bundespost (sog. Postreform 1). Die Post wird in drei öffentliche Unternehmen aufgegliedert.

Die Deutsche Bundesbank erhöht den Diskont- und Lombardsatz um jeweils 0,5% auf 4,5% bzw. 6,5%. Sie reagiert damit auf die außerplanmäßige Steigerung der Geldmenge.

Ohne eine Einigung über die von den USA geforderte Modernisierung der atomaren Kurzstreckenraketen in Europa endet die zweitägige 45. Tagung der Nuklearen Planungsgruppe der NATO in Brüssel. Die Bundesrepublik will nicht vor 1991/92 über eine Modernisierung der US-amerikanischen Kurzstreckenwaffen entscheiden.

Das Bundeskartellamt untersagt den geplanten Zusammenschluss der Daimler-Benz AG mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm.

21.4.1989, Freitag

In Bonn werden im Rahmen einer Regierungsumbildung acht neue Bundesminister vereidigt.

Mit 209 gegen 151 Stimmen bei einer Enthaltung nimmt der Deutsche Bundestag ein neues Gesetz zur Verschärfung des Demonstrationsrechtes an und billigt die probeweise Einführung der sog. Kronzeugenregelung.

Das portugiesische Parlament billigt eine Verfassungsreform, die in Portugal ansässigen Ausländern das kommunale Wahlrecht einräumt.

22.4.1989, Samstag

Nach fünftägigen Verhandlungen beschließen die EG-Landwirtschaftsminister die Agrarpreise 1989/90. Bei den meisten Produkten wurden die Garantiepreise auf dem Stand des Vorjahres eingefroren, bei einigen Erzeugnissen wie Zucker, Butter oder Hartweizen gesenkt.

6000 Schweizer demonstrieren in Bern für die Stilllegung der fünf Atomkraftwerke des Landes in Beznau (zwei Blöcke), Mühleberg, Gösgen und Leibstadt. Der Atomstromanteil liegt in der Schweiz bei 41%.

23.4.1989, Sonntag

Während eines Unwetters kommen 100 illegale Goldsucher beim Einsturz einer Goldmine im zentralafrikanischen Burundi ums Leben.

Das Formel-1-Rennen um den Großen Preis von San Marino auf der 297,26 km langen Strecke von Imola gewinnt der Brasilianer Ayrton Senna auf McLaren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 201,939 km/h.

24.4.1989, Montag

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) fordern in Washington “baldige Verhandlungen” mit Moskau über eine Verringerung der atomaren Kurzstreckenraketen in Europa.

Der private Fernsehsender SAT 1 startet eine Serie mit dem elektronisch erzeugten Max Headroom.

Herbert von Karajan, künstlerischer Leiter (seit dem 03.03.1955) der Berliner Philharmoniker auf Lebenszeit, legt sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wählt das Orchester am 8. Oktober 1989 den Italiener Claudio Abbado.

Wegen Krawallen in der Nacht zum 13. April wird den Bewohnern des umstrittenen Wohnprojekts in der Hamburger Hafenstraße fristlos gekündigt.

In Jordanien kommt es nach der Ankündigung drastischer Preiserhöhungen für Waren wie Benzin, Tabak, Alkohol und staatliche Dienstleistungen zu massiven, z.T. gewalttätigen Demonstrationen. Die Anhebung der Verbraucherpreise um bis zu 50% ist Teil eines vom Internationalen Währungsfonds als Gegenleistung für neue Kredite ausgehandelten Programms zur Sanierung des Staatshaushalts.

25.4.1989, Dienstag

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag wählt Wolfgang Bötsch als Nachfolger des zum Bundesfinanzminister berufenen Theo Waigel zu ihrem Vorsitzenden.

Der japanische Ministerpräsident Noboru Takeshita kündigt an, dass er nach der Verabschiedung des Haushalts zurücktreten werde. Er zieht damit die Konsequenzen aus seiner Verstrickung in die Recruit-Finanzaffäre und löst eine mehrwöchige Regierungskrise aus. Zu seinem Nachfolger wird am 2. Juni der bisherige Außenminister Sosuke Uno gewählt.

Das Zentralkomitee der KPdSU wird verjüngt. Zu den 74 ZK-Mitgliedern, die aus Altersgründen ausscheiden, gehört auch der frühere Staatschef Andrei A. Gromyko. Parteichef Michail Gorbatschow begründet dies mit den Erfordernissen der sog. Perestroika (Umgestaltung).

26.4.1989, Mittwoch

Der Stadtrat der südafrikanischen Metropole Johannesburg hebt die Rassentrennung in Bussen auf.

In einem Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel in Rotterdam trennen sich die Niederlande und die bundesdeutsche Fußballelf 1:1.

In Kiew schlägt die sowjetische Fußballnationalmannschaft die DDR 3:0.

27.4.1989, Donnerstag

Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) trifft zu einem dreitägigen Besuch in der DDR ein. Albrechts Gesprächsthemen mit Vertretern der DDR- Regierung sind u.a. die Errichtung eines Umweltfonds und die Schaffung eines dritten Grenzübergangs zwischen Niedersachsen und der DDR.

Die Korsika-Rallye gewinnen die Franzosen Didier Auriol und Bernard Occelli auf Lancia Delta Integrale.

In Bangladesch fallen über 1300 Menschen einem Wirbelsturm zum Opfer. Mindestens 30 000 Personen sind obdachlos.

Gegen den Willen von Chiles Staats- und Regierungschef Augusto Pinochet Ugarte bleibt Innenminister Carlos Caceres Contreras im Amt. Pinochet hatte die Regierung umbilden wollen, als Caceres mit der politischen Opposition in Chile verhandelt hatte. Die Regierungsjunta und die rechtsgerichtete Partei für nationale Erneuerung stellten sich hinter Caceres.

28.4.1989, Freitag

Papst Johannes Paul II. tritt seine fünfte Afrikareise an. Sie führt ihn bis zum 6. Mai nach Madagaskar, auf die Insel Réunion, nach Sambia und nach Malawi.

Im Prozess um die Fußballkatastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion am 29. Mai 1985 werden 14 britische Rowdies zu je drei Jahren Haft, teilweise mit Bewährung, verurteilt. Das Gericht spricht ihnen die Schuld am Tod von 38 Menschen zu.

29.4.1989, Samstag

7000 Menschen demonstrieren in Le Puy im französischen Zentralmassiv gegen ein Staudammprojekt an der Loire.

30.4.1989, Sonntag

In Phnom Penh beschließt die Nationalversammlung von Kamputschea (Kambodscha) die Änderung des Staatstitels von Sozialistische Volksrepublik in Staat Kambodscha. Auch Staatsflagge und Nationalhymne werden geändert, der Buddhismus wird zur Staatsreligion erklärt und die Todesstrafe abgeschafft. Eine privatwirtschaftliche Betätigung wird Ärzten und Rechtsanwälten erlaubt – ebenso wie die Gründung von Privatschulen.

Bei der Eishockey-WM in Stockholm wird das Team der Sowjetunion zum 21. Mal Weltmeister. Die bundesdeutsche Mannschaft erreicht durch einen 2:0-Sieg über Polen den siebten Rang und entgeht damit dem Abstieg.

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