Was geschah im April 1991

  • < 1990
  • 4.1991
  • 1992 >

1.4.1991, Montag

Durch eine weitere Preisliberalisierung werden in Rumänien die Grundnahrungsmittel um bis zu 300% teurer.

In der Sowjetunion treten drastische Preiserhöhungen für Nahrungsmittel und Konsumgüter in Kraft. Die Bevölkerung reagiert mit Hamsterkäufen und Plünderungen.

In den neuen Bundesländern werden die Arzneimittelpreise auf Westniveau angehoben.

Der Präsident der Berliner Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, wird in seinem Haus bei Düsseldorf durch einen Mordanschlag getötet, zu dem sich die Rote-Armee-Fraktion bekennt.

2.4.1991, Dienstag

Mit dem Vertrag über den sowjetischen Truppenabzug und das zugehörige Überleitungsabkommen ratifiziert das sowjetische Parlament die beiden noch ausstehenden Vereinbarungen mit der Bundesrepublik Deutschland.

Aus Enttäuschung über den Ausgang der ersten freien Wahlen in Albanien, bei denen am 31. März die ehemaligen Kommunisten eine Zweidrittelmehrheit gewonnen hatten, kommt es in der Stadt Shkoder zu blutigen Unruhen.

3.4.1991, Mittwoch

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet eine Resolution, die dem Irak Bedingungen für eine formelles Ende des Golfkrieges stellt. Das Parlament in Bagdad akzeptiert die Resolution am 6. April, so dass am 12. April der Waffenstillstand formal in Kraft treten kann.

Der englische Schriftsteller Graham Greene, der sich u.a. mit den Romanen “Orient-Express” (1932), “Die Kraft und die Herrlichkeit” (1940), “Der Dritte Mann” (1950) und “Unser Mann in Havanna” (1958) weltweit einen Namen machte, stirbt 86jährig in Vevey am Genfer See.

4.4.1991, Donnerstag

Der bisherige Regierungschef des afrikanischen Staates Benin, Nicéphore Soglo, wird als Staatspräsident seines Landes vereidigt. Er hatte sich bei der Wahl im März gegen den bisherigen Amtsinhaber General Mathieu Kérékou durchgesetzt.

Max Frisch, einer der bedeutendsten Vertreter der Schweizer Nachkriegsliteratur, stirbt kurz vor seinem 80. Geburtstag in Zürich. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane “Stiller” (1954), “Homo Faber” (1957), “Mein Name sei Gantenbein” (1964), die das Problem der Identität thematisieren, sowie die als politische Lehrstücke angelegten Dramen “Herr Biedermann und die Brandstifter” (1958) und “Andorra” (1961).

5.4.1991, Freitag

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt in einer Resolution die Unterdrückung der Kurden und anderer Minderheiten im Irak und ruft die Völkergemeinschaft zur Hilfe für die bedrohten Bevölkerungsgruppen auf.

Der russische Parlamentspräsident Boris Jelzin wird vom Kongress der Volksdeputierten der Russischen Föderation mit exekutiven Sondervollmachten ausgestattet.

Mit den Stimmen von SPD und Grünen wählt der hessische Landtag den Sozialdemokraten Hans Eichel zum Ministerpräsidenten.

Bei einem Flugzeugabsturz in den USA kommen 23 Menschen ums Leben. Unter den Opfern sind der frühere republikanische Senator John Tower und der Astronaut Manley Lanier Carter.

6.4.1991, Samstag

Der in Diensten des SSC Neapel stehende argentinische Fußballstar Diego Armando Maradona wird wegen Vergehens gegen die Dopingbestimmungen vom italienischen Fußballverband für 15 Monate gesperrt.

In Frankfurt am Main wird mit einem Festakt die wiederaufgebaute Alte Oper eingeweiht. Das Gebäude war 1987 durch Brandstiftung zerstört worden.

7.4.1991, Sonntag

Bei den Stichwahlen zum albanischen Parlament gewinnt die kommunistische Partei der Arbeit weitere sieben Mandate und erreicht damit eine Zweidrittelmehrheit. Der bisherige Staatspräsident, Ramiz Alia, wird am 30. April in seinem Amt bestätigt.

Erstmals seit der Bundestagswahl im Dezember 1990 reist Bundeskanzler Helmut Kohl in die neuen Bundesländer.

8.4.1991, Montag

Bei Reisen nach Deutschland, Frankreich, Italien und in die Benelux-Staaten entfällt für polnische Staatsbürger die Visumpflicht.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft sprechen sich in Luxemburg für die Einrichtung von Sicherheitszonen für die Kurden auf irakischem Gebiet aus.

Die US-amerikanische Raumfähre “Atlantis” setzt das Gammastrahlen-Observatorium (GRO) im All aus.

9.4.1991, Dienstag

Der polnische Staatspräsident Lech Walesa beginnt einen zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich, in dessen Verlauf ein Freundschafts- und Solidaritätsvertrag unterzeichnet wird.

Die Sowjetunion beginnt mit dem Abzug ihrer etwa 50 000 Soldaten aus Polen.

Das georgische Parlament beschließt einstimmig die Wiederherstellung der Unabhängigkeit der kaukasischen Sowjetrepublik. Bei einer Volksabstimmung am 1. April hatten sich 99% der Stimmberechtigten für diesen Schritt ausgesprochen.

10.4.1991, Mittwoch

Die italienische Fähre “Moby Prince” stößt vor Livorno mit dem Öltanker “Agip Abruzzo” zusammen und geht in Flammen auf. 141 Menschen kommen ums Leben. Einen Tag später explodiert vor Genua der zyprische Öltanker “Haven” und bricht auseinander.

Im Streit um das geplante atomare Endlager Schacht Konrad verpflichtet das Bundesverfassungsgericht die niedersächsische Landesregierung, einer Weisung von Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) zu folgen und die Planungsunterlagen auszulegen.

Im Automobilwerk Eisenach rollt der letzte Mittelklassewagen der Marke Wartburg vom Band. Seit 1898 wurden in der thüringischen Stadt etwa 1,8 Mio. Fahrzeuge gebaut.

11.4.1991, Donnerstag

Aus Furcht vor einem möglichen Angriff der jugoslawischen Armee stellt die nach Unabhängigkeit strebende Teilrepublik Kroatien eine eigene Nationalgarde auf.

Mit der Unterzeichnung eines Verwaltungsabkommens zwischen dem Bund und dem Land Brandenburg fällt der Startschuss für den Bau der ersten staatlich geförderten Sozialwohnungen in den neuen Bundesländern.

12.4.1991, Freitag

Nach tagelangen regimefeindlichen Demonstrationen, die mindestens 26 Menschenleben gefordert haben, billigt das Parlament von Togo die Zulassung von Parteien und eine Amnestie für politische Häftlinge.

In Uganda beschließt die Regierung die Entlassung von 60 000 der 170 000 Staatsbediensteten, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

In Frankfurt am Main beginnt der Prozess gegen sieben ehemalige Manager des Einzelhandelskonzerns co op. Die Anklage wirft ihnen u.a. Untreue und Betrug vor.

13.4.1991, Samstag

In Rom wird das 50. italienische Nachkriegskabinett vereidigt. Ministerpräsident wird der Christdemokrat Giulio Andreotti.

Birgit Breuel (CDU), ehemalige Finanzministerin des Landes Niedersachsen, wird als Nachfolgerin des ermordeten Detlev Karsten Rohwedder zur Präsidentin der Berliner Treuhandanstalt ernannt.

Bundesbildungsminister Rainer Ortleb wird mit 143 von 161 Stimmen zum neuen Vorsitzenden der FDP in Mecklenburg-Vorpommern gewählt.

14.4.1991, Sonntag

In Göteborg verteidigt der britische Springreiter John Whitaker auf Milton erfolgreich den Weltcup. Der Mühlener Otto Becker auf Pamina wird als bester Deutscher Vierter.

Als letztes Land der Europäischen Gemeinschaft führt Spanien eine Visumpflicht für Algerier, Marokkaner und Tunesier ein.

Vertreter Frankreichs und Spaniens einigen sich in Andorra la Vella, der Hauptstadt von Andorra, auf die Ausarbeitung einer Verfassung für den Kleinstaat in den Pyrenäen, der seit dem Mittelalter von den beiden großen Nachbarländern regiert wird.

15.4.1991, Montag

Der mauretanische Präsident Maaouya Ould Sid’ Ahmed Taya kündigt die Einführung eines Mehrparteiensystems sowie freie Wahlen für 1992 an.

Die Regierung in Ankara öffnet ihre Grenzen für kurdische Flüchtlinge, die im irakisch-türkischen Grenzgebiet ausharren.

Die Europäische Gemeinschaft hebt die letzten der 1986 gegen Südafrika verhängten Wirtschaftssanktionen auf.

Die Treuhandanstalt genehmigt den Erwerb von zehn ostdeutschen Zeitungen durch mehrere Verlage in den alten Bundesländern.

In einem Sondergutachten rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bis zum Jahresende in den neuen Bundesländern mit einer Verdoppelung der Arbeitslosenzahlen auf 1,7 Mio. und weiterhin 2 Mio. Kurzarbeitern.

Als zweiter Rundfunksatellit des privaten Betreibers Société Européenne des Satellites nimmt Astra 1B seinen Betrieb auf.

Der mit rund 12 Mio. DM verschuldete Hamburger Sportverein gründet nach einem Beschluss seiner Mitgliederversammlung als erster Bundesligaclub eine Aktiengesellschaft. Das Unternehmen, mit dem der Verein saniert werden soll, scheitert jedoch.

16.4.1991, Dienstag

Der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow trifft zu einem viertägigen Staatsbesuch in Japan ein, der von der ungeklärten Kurilenfrage überschattet ist.

Als dritte neue Banknote bringt die Deutsche Bundesbank den 10-DM-Schein in Umlauf.

Das 32 m lange Gemälde “Zug der Volksvertreter” von Johannes Grützke wird in der Frankfurter Paulskirche feierlich enthüllt.

17.4.1991, Mittwoch

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in Osteuropa nimmt in London ihre Arbeit auf.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung legt einen Bericht vor, wonach die Ostsee durch Nährstoffeinleitungen und Witterungsbedingungen vom Erstickungstod bedroht ist. Im flachen westlichen Bereich beginnt die lebensfreie Zone schon 14 m unter der Wasseroberfläche.

18.4.1991, Donnerstag

Als erster westlicher Staatschef seit dem Sturz des Diktators Nicolae Ceausescu im Dezember 1989 trifft der französische Staatspräsident François Mitterrand zu einem offiziellen Besuch in Rumänien ein.

Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird in Athen für seinen Einsatz bei der deutschen Vereinigung mit dem Onassis-Preis für Mensch und Menschheit ausgezeichnet.

19.4.1991, Freitag

Ein sowjetischer Wachsoldat an einem Munitionslager in Altengrabow bei Magdeburg schießt nach Warnschüssen auf drei Bundeswehroffiziere, die das Depot “in dienstlichem Auftrag” beobachten. Ein Major wird am Arm getroffen. Nach sowjetischer Darstellung hat der Soldat sich gemäß den Vorschriften verhalten. Deutsche Behörden sprechen von rechtswidrigem Handeln.

Mathias Rust (23), der wegen seines spektakulären Kremlflugs in die Schlagzeilen geraten war, wird in Hamburg wegen versuchten Totschlags zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Rust stach als Zivildienstleistender am 23. November 1989 eine 19-Jährige Schwesternschülerin nieder.

Im Berliner Martin-Gropius-Bau wird die Ausstellung “Metropolis” eröffnet, die Auskunft über die Kunsttendenzen der 90er Jahre geben will.

Der viermalige Fußball-Europapokalsieger FC Liverpool wird sechs Jahre nach der Katastrophe im Brüsseler Heyselstadion, die 38 Menschen das Leben kostete, wieder für die europäischen Pokalwettbewerbe zugelassen.

20.4.1991, Samstag

Aus den Parlamentswahlen auf Island geht die konservative Selbständigkeitspartei, die 26 der 63 Mandate erringt, als Siegerin hervor. Die bisherige Oppositionspartei bildet mit den Sozialdemokraten eine Koalitionsregierung. Ministerpräsident wird David Oddsson.

Bei der Neubildung der kuwaitischen Regierung nach Ende des Golfkrieges erhalten nur noch fünf statt bisher sieben Angehörige der Herrscherfamilie As-Sabah einen Posten im Kabinett.

16 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges vereinbaren die USA und Vietnam die Einrichtung eines US-Verbindungsbüros in Hanoi.

Das 1954 gegründete Kuratorium Unteilbares Deutschland stellt seine Arbeit mit einer Veranstaltung im Berliner Reichstagsgebäude offiziell ein.

Der ehemalige Box-Weltmeister im Schwergewicht, George Foreman, verliert in Atlantic City gegen den amtierenden Champion Evander Holyfield nach Punkten.

Über 13 000 begeisterte Zuschauer verfolgen in der Dortmunder Westfalenhalle den ersten Auftritt japanischer Sumo-Ringer in Deutschland.

21.4.1991, Sonntag

Die USA beginnen im Norden des Irak mit der Errichtung eines Lagers für Kurden, das sie unter militärischen Schutz stellen.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Richard von Weizsäcker beginnt in Berlin das 1. Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen, bei dem eine Woche lang herausragende Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden zu sehen sind.

Der britische Geistliche George Carey wird in der Kathedrale von Canterbury als Oberhaupt der anglikanischen Kirche inthronisiert.

Aus der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gehen die Sozialdemokraten als Sieger hervor. Neuer Ministerpräsident und Chef einer Koalitionsregierung mit den Liberalen wird Rudolf Scharping.

22.4.1991, Montag

Das äthiopische Parlament stimmt prinzipiell der Einführung eines Mehrparteiensystems zu.

Die sowjetische Regierung legt ein Programm zur Überwindung der Wirtschaftskrise vor, das u.a. Zwangsmaßnahmen gegen Streiks beinhaltet.

Die Gesundheitsminister von Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela einigen sich auf die Errichtung eines Regionalfonds gegen die Cholera, an der in den letzten Wochen bereits mehr als 1400 Menschen gestorben sind.

23.4.1991, Dienstag

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet, dass die im deutsch-deutschen Einigungsvertrag erfolgte Anerkennung der sog. Bodenreform in der damaligen sowjetischen Besatzungszone verfassungsgemäß ist und deshalb die Opfer der Enteignungen keinen Anspruch auf Rückgabe ihrer Besitzungen haben.

Der mit 60 000 DM dotierte Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung geht an Wolf Biermann.

Ein Comebackversuch des schwedischen Tennisprofis Björn Borg nach achtjähriger Pause beim Turnier in Monte Carlo scheitert in der ersten Runde.

24.4.1991, Mittwoch

Der Franzose Christoph Auguin gewinnt das Rennen “Rund um die Welt” der Einhandsegler in der Rekordzeit von 120 Tagen und 22:36:35 Stunden.

Die UN-Friedenstruppe UNIKOM bezieht an der irakisch-kuwaitischen Grenze Stellung. Die Soldaten haben die Aufgabe, den Waffenstillstand zwischen den Golfkriegsalliierten und dem Irak zu überwachen.

In Leipzig wird die älteste Buchmesse der Welt eröffnet (bis 29.04.). Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das Leipziger Messeamt erklären, dass die Zukunft der Traditionsschau gesichert sei.

Das russische Parlament verabschiedet das Gesetz über die erste Präsidentenwahl in der Sowjetrepublik.

Das niederländische Königspaar trifft zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Deutschland ein. Aufsehen erregt der TV-Unterhalter Hape Kerkeling, der die Sicherheitsbeamten und Fotografen mit seiner perfekten Verkleidung als Königin Beatrix täuscht.

25.4.1991, Donnerstag

Über den Norden von Sri Lanka wird ein unbefristeter Ausnahmezustand verhängt, nachdem bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und tamilischen Rebellen allein im April über 500 Menschen ums Leben gekommen sind.

Das ungarische Parlament beschließt Teilentschädigungen für den 1949 von den Kommunisten enteigneten Grundbesitz.

Einstimmig ratifiziert der Bundestag die Verträge über gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit der Sowjetunion. Die Vereinbarung verpflichtet beide Seiten zum Verzicht auf Gebietsansprüche und Gewaltanwendung.

CDU, CSU, FDP und SPD einigen sich auf Regeln zum Umgang mit den Akten des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Stasi-Opfer sollen, so der Beschluss, ihre Unterlagen einsehen können.

26.4.1991, Freitag

Das albanische Parlament verabschiedet in Tirana eine demokratische Verfassung. Der Staatsname des Landes wird in “Republik Albanien” geändert.

Als erster Bundesverteidigungsminister besucht Gerhard Stoltenberg (CDU) in Wünsdorf das Oberkommando der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Der Landtag von Brandenburg verabschiedet ein Schulgesetz, das u.a. die Gesamtschule als Regelschule vorsieht und die Gymnasialzeit auf 13 Jahre verlängert.

27.4.1991, Samstag

Die Staatsanwaltschaft beim Berliner Kammergericht erhebt Anklage gegen den früheren Minister des DDR-Staatssicherheitsdienstes, Erich Mielke. Ihm werden u.a. Amtsanmaßung, Untreue und illegale Telefonüberwachung vorgeworfen.

28.4.1991, Sonntag

Die bayerische SPD wählt Bundestagsvizepräsidentin Renate Schmidt zur neuen Landesvorsitzenden. Sie löst Rudolf Schöfberger ab.

Bei den Vorstandsneuwahlen der Grünen setzt sich in Neumünster überraschend der gemäßigt linke Flügel gegen die sog. Realos durch. Die Radikalökologen um Jutta Ditfurth kündigen ihren Parteiaustritt an.

Bei blutigen Stammesunruhen in den südafrikanischen Schwarzensiedlungen Soweto und Alexandra kommen innerhalb von zwei Tagen mindestens 41 Menschen ums Leben.

29.4.1991, Montag

In Seoul, der Hauptstadt von Südkorea, protestieren Zehntausende Studenten gegen den Tod eines Kommilitonen, der drei Tage zuvor durch Schläge von Polizeieinheiten ums Leben gekommen ist.

Ein verheerender Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 235 Stundenkilometern und eine 6 m hohe Flutwelle verwüsten die Küstenregion von Bangladesch.

Ein schweres Erdbeben im georgischen Teil des Kaukasus fordert über 100 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Etwa 100 000 Menschen werden durch die Katastrophe obdachlos.

Nachdem in mehreren Fällen die hohe Belastung von Schlacke auf Sport- und Spielplätzen mit Dioxinrückständen festgestellt worden ist, vereinbart eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern Vorsorgemaßnahmen gegen diese Verseuchungen.

30.4.1991, Dienstag

Die Militärregierung des afrikanischen Königreichs Lesotho wird durch einen unblutigen Putsch gestürzt.

Das Kabinett in Bonn billigt eine Verbotsverordnung, wonach das vor allem bei der Wärmedämmung eingesetzte Treibgas FCKW, das den Ozonschild der Erde angreift, bis 1995 endgültig vom Markt verschwinden muss.

Bei der Sachsenring Automobil GmbH in Zwickau läuft der letzte Pkw des Typs Trabant vom Band. In fast 35 Jahren sind hier über 3 Mio. Personenwagen gebaut worden.

Auf der Madrider Sonderkonferenz über den Schutz der Antarktis einigen sich die Vertreter aus 39 Ländern auf ein zunächst für 50 Jahre geltendes Verbot des Abbaus von Bodenschätzen im Südpolargebiet.

Die rd. 100 Jahre alte Speicherstadt im Hamburger Freihafen wird unter Denkmalschutz gestellt.