Was geschah im April 2010

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1.4.2010, Donnerstag

Die deutschen Verbraucher erhalten mehr Rechte gegenüber Auskunfteien wie der Schufa. Sie können einmal jährlich kostenlos einen Auszug der über sie gespeicherten Daten anfordern und gegebenenfalls Korrekturen verlangen.

2.4.2010, Freitag

Drei deutsche Soldaten fallen bei heftigen Kämpfen mit radikalislamischen Taliban in Afghanistan.

3.4.2010, Samstag

Der chinesische Kohlefrachter »Shen Neng 1« richtet im Great Barrier Reef vor der australischen Küste erhebliche Schäden an.

In seiner Heimatstadt Ludwigshafen feiert der »Kanzler der Einheit« Helmut Kohl seinen 80. Geburtstag.

4.4.2010, Sonntag

Auf der Internationalen Raumstation ISS trifft eine neue Langzeitbesatzung, zwei russische Kosmonauten und eine US-Astronautin, ein. Die drei sollen u. a. an einem Erdbeben-Frühwarnsystem arbeiten.

Nach dem Mord an dem weißen Rechtsextremistenführer Eugene Terreblanche wächst in Südafrika die Furcht vor rassistisch motivierter Gewalt. Als mutmaßliche Täter werden zwei schwarze Farmarbeiter festgenommen, die sich mit Terreblanche um angeblich ausstehende Löhne gestritten hatten.

5.4.2010, Montag

Niederländische Marinesoldaten befreien den deutschen Frachter »MS Taipan« vor der somalischen Küste aus der Hand von Piraten. Die Seeräuber werden festgenommen und später an Deutschland ausgeliefert.

6.4.2010, Dienstag

Mindestens 229 Menschen kommen in der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro ums Leben, nachdem sintflutartige Regenfälle mehrere Erdrutsche ausgelöst haben.

Der Bau der Ostseepipeline »Nord Stream« beginnt. Durch sie soll russisches Erdgas nach Westeuropa fließen.

7.4.2010, Mittwoch

Bundesaußenminister Guido Westerwelle und der Chef des Entwicklungshilferessorts, Dirk Niebel (beide FDP), starten gemeinsam zu einer Reise durch drei afrikanische Staaten.

Die Regierungschefs von Polen und Russland, Donald Tusk und Wladimir Putin, gedenken in Katyn gemeinsam der Opfer eines Massakers des russischen Geheimdienstes an polnischen Offizieren vor 70 Jahren.

In der kirgisischen Hauptstadt Bischkek übernimmt die Opposition in einem blutigen Umsturz die Macht. Staatschef Kurmanbek Bakijew lehnt einen Rücktritt zunächst ab, geht dann aber ins Exil nach Weißrussland.

8.4.2010, Donnerstag

Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan startet der Klimasatellit »CryoSat-2« der Europäischen Weltraumagentur ESA ins All. Er soll die Eisdecken auf der Erde vermessen.

Die Bürger von Sri Lanka favorisieren bei der Parlamentswahl das Parteienbündnis UPFA (United People’s Freedom Alliance) von Präsident Mahinda Rajapakse, das nur knapp die Zweidrittelmehrheit verfehlt.

In Prag unterzeichnen die Präsidenten Russlands und der USA, Dmitri Medwedew und Barack Obama, ein Abkommen über eine Reduzierung ihrer jeweiligen Atomwaffenarsenale.

9.4.2010, Freitag

Im niedersächsischen Selsingen nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals an der Trauerfeier für deutsche Soldaten teil, die beim Einsatz in Afghanistan getötet wurden.

10.4.2010, Samstag

Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski und weitere führende Persönlichkeiten des Landes sterben bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe der russischen Stadt Smolensk.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok eskalieren die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Dabei werden nach offiziellen Angaben zehn Menschen getötet und mindestens 500 verletzt.

11.4.2010, Sonntag

Mit einer Feierstunde im KZ Buchenwald bei Weimar wird der Befreiung des Lagers vor 65 Jahren gedacht. Zu den Teilnehmern zählen etwa 50 ehemalige Häftlinge, die als Kinder in Buchenwald festgehalten wurden.

Der seit 1993 amtierende Staatschef des Sudan, Omar Hassan Ahmad al-Bashir, erhält – so die Nationale Wahlkommission am 26. April – bei der Präsidentenwahl rd. 68% der Stimmen. Die Beteiligung bei den ersten Mehrparteienwahlen im Land seit 1986 liegt bei über 60%. Der Urnengang entsprach nach Einschätzung von Beobachtern allerdings nicht internationalen Standards.

Die Parlamentswahl in Ungarn erbringt einen Erdrutschsieg für den rechtskonservativen »Bürgerbund« Fidesz.

12.4.2010, Montag

Einen Rekordfund machen Drogenfahnder im Hamburger Hafen. In einer Ladung Holzbriketts aus Paraguay entdecken sie 1,3t Kokain. Das Rauschgift hat einen Schwarzmarktwert von rd. 40 Mio. €.

In Bonn startet die Bundesnetzagentur die Versteigerung weiterer Mobilfunkfrequenzen.

Auf einem Gipfeltreffen mit fast 50 Regierungschefs in Washington fordert US-Präsident Barack Obama die Staatengemeinschaft auf, radioaktive Materialien besser abzusichern. Es müsse verhindert werden, dass diese in die Hände von Terrororganisationen gelangen könnten.

13.4.2010, Dienstag

Trotz der hohen Staatsschulden möchte die FDP die Bundesbürger steuerlich um 16 Mrd. € entlasten. Profitieren sollen davon vor allem kleine und mittlere Einkommen. Dies sieht das Steuerkonzept vor, das die Partei vier Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen präsentiert.

In Bremen sagt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) seinen Kollegen aus den Bundesländern 100 Mio. € an Soforthilfe für die Beseitigung von Schlaglöchern und anderen Frostschäden an den Straßen zu. Die Kommunen rechnen allerdings mit Reparaturkosten in Milliardenhöhe.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und sein kosovarischer Amtskollege Bajram Rexhepi unterzeichnen in Berlin ein Rückübernahmeabkommen für Flüchtlinge aus dem Kosovo. Flüchtlingsorganisationen und Kirchenvertreter kritisieren, die meisten Betroffenen seien Angehörige von Minderheiten wie der Roma und müssten im Kosovo mit Verfolgung und Diskriminierung rechnen.

2700 Todesopfer fordert ein schweres Erdbeben im Osten des tibetischen Hochlands.

Gewaltige Aschewolken aus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull bringen den Flugverkehr in Nord- und Mitteleuropa zeitweilig zum Erliegen.

15.4.2010, Donnerstag

Das Arbeitsgericht Stuttgart weist die Klage einer Frau ab, die sich durch den Vermerk »Ossi« auf ihren Bewerbungsunterlagen diskriminiert fühlt.

Bei zwei Anschlägen in der Nähe der nordafghanischen Stadt Baghlan werden vier Bundeswehrsoldaten getötet.

16.4.2010, Freitag

Das Amtsgericht Regensburg verurteilt den aus Großbritannien stammenden Bischof der katholischen Piusbruderschaft, Richard Williamson, wegen Leugnung des Holocausts zu einer Geldstrafe von 10 000 €.

17.4.2010, Samstag

Bei zwei Selbstmordanschlägen vor einem Flüchtlingslager im Norden Pakistans kommen mindestens 38 Menschen ums Leben. Zu den Attentaten bekennt sich eine Gruppe, die den pakistanischen Taliban nahesteht.

Zwischen Montabaur und Limburg verliert ein ICE eine Tür, die in einen entgegenkommenden Zug prallt. Sechs Reisende werden leicht verletzt. Nach Angaben der Bahn hat sich an der Tür eine Stellmutter gelöst.

18.4.2010, Sonntag

Das Museum der bildenden Künste in Leipzig zeigt eine umfangreiche Werkschau des Malers Neo Rauch mit dem Titel »Begleiter«.

Bei einem Besuch in Malta trifft Papst Benedikt XVI. zu Gesprächen mit einer Gruppe von Missbrauchsopfern zusammen. Das Kirchenoberhaupt sei von der Begegnung tief bewegt, teilt der Vatikan mit.

In der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern bestimmen die Wähler den konservativen Hardliner Dervis Eroglu zu ihrem Präsidenten.

19.4.2010, Montag

Die überirdische Schienenbahn »People Mover« geht in Venedig offiziell in Betrieb. Sie verbindet auf einer Länge von 857 m das Autoterminal der Isola del Tronchetto mit den Kais der Kreuzfahrtschiffe und der Piazzale Roma mit dem Bahnhof. In den vier roten Waggons können stündlich bis zu 3000 Passagiere transportiert werden.

Wie die Bundesbank mitteilt, sind die Staatsschulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen im Jahr 2009 auf 1,7 Billionen € angewachsen, ein Plus von 116 Mrd. €. Zum starken Schuldenanstieg trugen Hilfen für die Banken wegen der Finanzmarktkrise mit 45 Mrd. € bei.

20.4.2010, Dienstag

Durch die Havarie der Ölplattform »Deepwater Horizon« im Golf von Mexiko vor der US-amerikanischen Küste entsteht eine Umweltkatastrophe, die das in diesem Bereich bekannte Maß übersteigt.

21.4.2010, Mittwoch

In zweitägigen Verhandlungen erzielen Arbeitgeber und Gewerkschaften einen Tarifabschluss für die rd. 550 000 Beschäftigten der Chemiebranche. Statt einer prozentualen Erhöhung erhalten sie eine Einmalzahlung von rd. 550 €.

22.4.2010, Donnerstag

Der Augsburger Bischof Walter Mixa bietet seinen Rücktritt an, um – wie es heißt – weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden und einen Neuanfang zu ermöglichen.

Auf Antrag der Opposition nimmt im Bundestag ein Untersuchungsausschuss zur Einrichtung eines Atommülllagers im Salzstock Gorleben die Arbeit auf. Er soll klären, ob 1983 die damalige Bundesregierung möglicherweise Druck auf die Experten ausgeübt hat, die eine Entscheidung für Gorleben empfahlen.

23.4.2010, Freitag

Bei der Verleihung der Deutschen Filmpreise gehen zehn der 16 Auszeichnungen an den Film »Das weiße Band« des österreichischen Regisseurs Michael Haneke.

Im US-Bundesstaat Arizona wird ein umstrittenes Einwanderungsgesetz unterzeichnet.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad kommen bei mehreren Sprengstoffanschlägen mindestens 76 Menschen ums Leben.

24.4.2010, Samstag

Russland und die Ukraine einigen sich über verbilligte Erdgaslieferungen und die weitere Stationierung der Schwarzmeerflotte auf der Krim.

Die deutsche Kunstturnriege der Männer gewinnt im britischen Birmingham den Mannschafts-Europameistertitel – zum ersten Mal in der Geschichte dieses Wettbewerbs.

Mit einer 120 km langen Menschenkette zwischen den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel an der Elbe protestieren Atomkraftgegner gegen Pläne der schwarz-gelben Bundesregierung, die Laufzeit der deutschen Atommeiler zu verlängern.

25.4.2010, Sonntag

Die Hannover Scorpions sichern sich unter Trainer Hans Zach erstmals den Titel des Deutschen Eishockeymeisters.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer wird mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.

26.4.2010, Montag

Die USA liefern den früheren Diktator von Panama, Manuel Noriega, an Frankreich aus.

Die belgische Regierungskoalition zerbricht am Sprachensteit zwischen Flamen und Wallonen. König Albert II. nimmt das Rücktrittsgesuch von Yves Leterme an.

27.4.2010, Dienstag

Mit Aygül Özkan, die in Niedersachsen als Sozialministerin vereidigt wird, übernimmt erstmals eine türkischstämmige Frau in Deutschland ein Regierungsamt.

Nach Griechenland gerät auch Portugal an den Finanzmärkten unter Druck und wird von einer Ratingagentur in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft. Am Tag darauf wird auch Spanien von einer Agentur abgewertet.

Vor der Nordseeinsel Borkum geht der erste deutsche Offshore-Windpark »Alpha Ventus« in Betrieb.

Die Südkoreanerin Oh Eun Sun bezwingt den Gipfel des Annapurna und erklärt sich damit zur ersten Frau, die alle 14 Achttausender der Welt bestiegen hat.

28.4.2010, Mittwoch

Bei der Präsentation des Berufsbildungsberichts warnt Bundesbildungsministerin Annette Schavan vor einem Fachkräftemangel. Trotz aller Bemühungen sei jeder siebte Bundesbürger zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss.

Das belgische Parlament verabschiedet einstimmig bei wenigen Enthaltungen ein Gesetz, das Ganzkörperverschleierungen im öffentlichen Raum verbietet.

In Straßburg kritisiert der Europarat die italienische Praxis bei der Abschiebung afrikanischer Bootsflüchtlinge nach Libyen als »unwürdig« und »Verstoß gegen sämtliche humanitäre Grundsätze«. Halbverhungerte Bootsflüchtlinge würden auf dem Meer abgefangen und nach Libyen geschickt, wo ihnen Folter und Misshandlungen drohten.

29.4.2010, Donnerstag

Die Jugendkammer des Amtsgerichts Ansbach verurteilt einen 19-Jährigen wegen versuchten Mordes in 47 Fällen zu neun Jahren Haft. Außerdem verfügt sie die unbefristete Einweisung in die Psychiatrie. Der Mann hatte im September 2009 schwer bewaffnet seine Schule gestürmt und 15 Menschen verletzt.

30.4.2010, Freitag

Im Berliner Martin-Gropius-Bau wird die bislang umfassendste Frida-Kahlo-Retrospektive in Europa eröffnet. Bis zum 9. August sehen über 235 000 Besucher die 150 Werke der mexikanischen Künstlerin. Anschließend geht die Schau ins Kunstforum Wien.

Bundespräsident Horst Köhler verleiht 141 Sportlerinnen und Sportlern das Silberne Lorbeerblatt. Die höchste staatliche Auszeichnung für sportliche Spitzenleistungen geht an die Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2010 in Vancouver sowie der Deaflympics (Weltspiele der Gehörlosen) von Taipeh 2009 und Salt Lake City 2007.

Die Zahl der Erwerbslosen sinkt im April in Deutschland überraschend deutlich auf 3,406 Mio. Das sind 178 000 weniger als im April 2009.