Was geschah im August 1912

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Wetterstationen August 1912

1.8.1912, Donnerstag

In Kiel wird das erste mit Turbinen ausgerüstete Linienschiff, die “Kaiser”, in Dienst gestellt. Die erste Probefahrt am 27. August ist erfolgreich.

Mit der Abfahrt eines festlich geschmückten Zuges wird mittags um 12.00 Uhr die 3457 m hoch gelegene schweizerische Bahnstation im Jungfraujoch-Tunnel dem Verkehr übergeben.

Bei einer Bombenexplosion im Basar von Kotschana (Kocani) in der makedonischen Provinz Kossovo werden 47 Menschen getötet und über 100 verletzt. Ursache dieses Anschlags in dem zum Osmanischen Reich gehörenden Gebiet sind Auseinandersetzungen zwischen der christlichen und der islamischen Bevölkerung. Die Opfer des Attentats sind vorwiegend bulgarische Christen.

2.8.1912, Freitag

Der Berliner Bildhauer Hugo Lederer hat das Modell für ein Denkmal Heinrich Heines fertiggestellt und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Aufstellung des Denkmals ist in der Stadt Hamburg geplant.

3.8.1912, Samstag

Die osmanische Regierung in Konstantinopel gewährt den Albanern beschränkte Autonomierechte. Die albanische Sprache wird Amts- und Unterrichtssprache.

Das Abgeordnetenhaus in Konstantinopel nimmt mit großer Mehrheit eine Forderung der jungtürkischen Partei an den Kriegsminister Nasim Pascha an, wonach sich dieser wegen Begünstigung der traditionellen Offiziersliga verantworten soll. Diese Aktion ist ein Versuch der aus der Regierung verdrängten Jungtürken, über den parlamentarischen Weg Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Der US-amerikanische Senat verabschiedet eine Anordnung, die ausländischen Schifffahrtsgesellschaften die Errichtung von Niederlassungen auf US-Territorium untersagt. Dieser Beschluss wird damit begründet, dass solche Einrichtungen im Kriegsfall als Stützpunkte dienen könnten.

4.8.1912, Sonntag

Im Auftrag des türkischen Kriegsministers Nasim Pascha werden in Konstantinopel mehrere jungtürkische Offiziere verhaftet. Ihnen wird politische Tätigkeit vorgeworfen, was dem militärischen Führungspersonal seit kurzem verboten ist.

Wie die “Vossische Zeitung” berichtet, wurden auf der Sonderbundausstellung in Köln bis zum 31. Juli Kunstwerke im Wert von 145 000 Mark verkauft. Darunter befinden sich Gemälde von Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Pablo Picasso, Paula Modersohn und Wilhelm Hoetger.

Viel Beifall erhält die Aufführung der Oper “Cosi fan tutte” von Wolfgang Amadeus Mozart anlässlich der Münchner Mozartfestspiele im Residenztheater. Die musikalische Leitung hat der Dirigent Bruno Walter.

5.8.1912, Montag

Das türkische Abgeordnetenhaus wird zwei Monate nach seiner Einberufung aufgelöst. Ursache dafür ist die Tatsache, dass die im Widerspruch zur Regierung stehenden Jungtürken innerhalb des Parlaments über eine Mehrheit verfügen. Am gleichen Tag verhängt der Sultan den im Juli vom Parlament aufgehobenen Belagerungszustand über Konstantinopel (Istanbul) erneut.

6.8.1912, Dienstag

In Berlin beraten die Mitglieder der vor zwei Wochen gegründeten Kinoschauspieler-Genossenschaft den Statutenentwurf.

Von jubelnden Zuschauern wird auf dem Flugplatz Gatchina bei Petersburg (Leningrad) der russische Pilot Igor J. Abramowitsch nach seiner Landung begrüßt. Er war am 14. Juli in Berlin gestartet und konnte trotz mehrerer technischer Pannen die weite Strecke bezwingen.

7.8.1912, Mittwoch

Zwei irische Frauenrechtlerinnen, Gladys Evans und Mary Leigh, werden von einem Gericht in Dublin zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Sie hatten während eines Besuchs des Premierministers Herbert Henry Asquith am 18. Juli in Dublin versucht, das Theater in Brand zu stecken.

Der italienische Tenor Enrico Caruso unterschreibt einen Vertrag für ein Gastspiel an der argentinischen Nationaloper in Buenos Aires. Für jede der dort vereinbarten zwölf Vorstellungen erhält er eine Gage von 28 000 Mark.

Gegen den Direktor des Neuen Schauspielhauses in Berlin, Adolf Lantz, ist ein Antrag auf Konkurseröffnung gestellt worden, da er seit einiger Zeit keine Miete mehr zahlt und zudem etwa 150 000 Mark Schulden bei der Anstalt für Aufführungsrechte hat.

8.8.1912, Donnerstag

In Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. findet in der Villa Hügel bei Essen die Feier zum 100-Jährigen Bestehen der Firma Krupp statt.

Eine Schlagwetterexplosion in der Bochumer Zeche “Lothringen” fordert 114 Menschenleben.

9.8.1912, Freitag

Die Großherzogin von Luxemburg, Marie Adelheid, verabschiedet ein neues Schulgesetz, das u.a. den allgemeinen Volksschulunterricht regelt.

Die älteste Zeitung der Welt, die in China verbreitete “King-Bao”, stellt ihr Erscheinen ein. Nach Berichten aus Peking hat es sie bereits im Jahr 400 gegeben, seitdem soll sie ununterbrochen erschienen sein. Anfangs druckte man die Zeitung auf zehn gelben Seidenblättern mit Lettern aus Blei und Silber. Interessante Dokumente zur Geschichte der Publikation enthält die Hofbibliothek des Kaisers von China.

Die Teilnehmer einer Versammlung des Vereins der Berliner Kraftwagenbesitzer sprechen sich gegen die Einführung eines Fahrtrichtungsanzeigers aus. In der Begründung dazu heißt es, dass der Fahrer die nötige Sicherheit beim Lenken verlöre, wenn er auch noch auf die richtige Schaltung des Anzeigers achten müsse.

Der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré trifft zu einem Besuch Russlands in Kronstadt ein. Während seines einwöchigen Aufenthalts in Petersburg (Leningrad) und Moskau macht er der russischen Regierung das Zugeständnis, dass Frankreich Russlands Balkanpolitik unterstützen werde.

Die britische Regierung genehmigt eine weitere finanzielle Unterstützung für Persien, damit Teheran die Unruhen in Südpersien wirkungsvoll bekämpfen kann.

10.8.1912, Samstag

Der Dramatiker Frank Wedekind entzieht dem Münchner Lustspielhaus die Aufführungserlaubnis für sein Stück “Franziska”. Er begründet diese Maßnahme mit der Tatsache, dass die Theaterleitung die Freigabe des Dramas durch die Zensurbehörde nur aufgrund von Verstümmelungen erreichte.

Ein Erdbeben am Marmarameer zerstört mehrere Ortschaften; etwa 1000 Menschen werden Opfer der Naturkatastrophe.

11.8.1912, Sonntag

Die Delegierten des 59. Deutschen Katholikentages in Aachen (bis 15.8.) fordern die Aufhebung des Jesuitengesetzes von 1872, das den Jesuiten sämtliche Aktivitäten innerhalb des Deutschen Reichs verbietet.

In Berlin trifft eine Delegation der Gesellschaft deutsch-amerikanischer Lehrer aus den USA ein. Sie unternehmen eine Rundreise durch das Deutsche Reich, um schulische Einrichtungen zu besichtigen.

Im Rahmen einer Zeichen- und Lehrmittelausstellung für den Schulunterricht wird in Dresden der vierte internationale Kongress für den Kunstunterricht eröffnet, an dem Vertreter aus zwölf Ländern teilnehmen.

12.8.1912, Montag

Der chinesische Revolutionär Sun Yat-sen gründet die Nationale Volkspartei Chinas, die Kuomintang.

Der marokkanische Sultan Abd Al Hafis überreicht der französischen Militärverwaltung sein Abdankungsschreiben und empfiehlt seinen Bruder Mulai Jusuf als Nachfolger. Dessen Ernennung zum Sultan erfolgt am Tag darauf. Mit seinem Rücktritt gibt Abd Al Hafis zugleich die Verantwortung für die Kämpfe gegen die aufständischen Berberstämme ab.

In Paris stirbt im Alter von 70 Jahren der Komponist Jules Massenet. Zu einer seiner bekanntesten Opern gehört “Manon”, entstanden 1884.

13.8.1912, Dienstag

Die Metropolitan-Oper in New York veröffentlicht einen Bericht über die neue Spielsaison. Darin enthalten sind auch die geplanten finanziellen Ausgaben für das Ensemble.

Überall in Bulgarien finden Protestveranstaltungen gegen Gewaltakte von seiten islamischer Türken statt. Anlass dafür ist das Bombenattentat am 1. August in Kotschana (Kocani) in Makedonien gegen dort lebende bulgarische Christen.

14.8.1912, Mittwoch

US-amerikanische Truppen besetzen Nicaragua, um, wie sie es international begründen, einer europäischen Intervention zuvorzukommen. Zugleich sollen die Soldaten die nicaraguanische Regierung im Kampf gegen Aufständische unterstützen.

Der Kongress in Washington schlägt einen Kompromis in der Gebührenfrage für die Fahrt durch den Panama-Kanal vor. Von den Kosten soll lediglich die US-amerikanische Küstenschifffahrt befreit werden, um Auseinandersetzungen mit Großbritannien zu vermeiden.

Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des Kaisers, feiert seinen 50. Geburtstag. Die in den deutschen Zeitungen veröffentlichten Glückwünsche heben die Verdienste des Prinzen als Förderer der Kriegsflotte hervor.

15.8.1912, Donnerstag

Der Außenminister von Österreich-Ungarn, Leopold Graf Berchtold, schlägt eine Konferenz der europäischen Mächte zur Verhinderung eines Balkankrieges vor. Die angesprochenen Regierungen halten dies jedoch nicht für notwendig.

Aus Montenegro wird bekannt, dass es an der Grenze Albaniens zu Montenegro zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Anhängern des islamischen Glaubens und Christen gekommen ist.

In Lille findet der erste nationale Freidenkerkongress statt.

16.8.1912, Freitag

Wegen fortgesetzter Meutereien der Matrosen in der russischen Kriegsflotte erklärt das russische Marineministerium für den Hafen und die Festung von Kronstadt am Finnischen Meerbusen den Kriegszustand.

Die Regierung der chinesischen Republik lässt den General Tsang-tsen aus Wutschang verhaften und vor ein Militärgericht stellen. Wegen Verrats wird er zum Tode verurteilt. Das Vorgehen löst in China Empörung aus, die Nationalversammlung fordert eine detaillierte Aufklärung über die Vorgänge. Dies jedoch lehnt Ministerpräsident Yüan Shih-k’ai ab.

17.8.1912, Samstag

Am Opernhaus in Frankfurt am Main findet die Uraufführung der Oper “Der ferne Klang” des österreichischen Komponisten Franz Schreker statt.

Infolge der sich verstärkenden Spannungen auf dem Balkan gibt der Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee die Einberufung aller beurlaubten Offiziere bekannt.

In Berlin tritt eine neue Droschkenordnung in Kraft. In ihr ist u.a. festgelegt, dass die Kraftdroschken einen dunkelblauen oder dunkelgrünen, mit schmalen roten Streifen abgesetzten Anstrich tragen müssen.

18.8.1912, Sonntag

Spanische Truppen besetzen die marokkanische Stadt Arzila. Mit solchen militärischen Operationen verfolgt die Regierung in Madrid das Ziel, ihren Ansprüchen in Marokko Geltung zu verschaffen.

In Wien begeht Franz Joseph I., Kaiser von Österreich und König von Ungarn, seinen 82. Geburtstag. Aus diesem Anlass finden überall im Kaiserreich Feiern statt.

Auf dem Manöverfeld bei Moulinaux startet der schweizerische Pilot Edmond Audemars zu einem Fernflug Paris- Wanne-Eickel- Berlin. Tags darauf landet er auf dem Berliner Flughafen Johannisthal.

Erfolgreichster Leichtathlet bei den Deutschen Meisterschaften in Duisburg ist der Sprinter Richard Rau vom SC Charlottenburg; er gewinnt die 100 und die 200 m.

Ruder-Europameister auf dem Genfer See wird der Belgier Polydore Beinmann. Das Zweier-Rennen gewinnt Mailand, die Titel im Vierer und Achter gehen an Grasshoppers Zürich. Deutsche Boote sind nicht am Start.

19.8.1912, Montag

Prinz Heinrich von Preußen tritt in Kiel eine Reise nach Japan an, um dort im Auftrag seines Bruders, des deutschen Kaisers, an den Beisetzungsfeierlichkeiten für Kaiser Mutsuhito teilzunehmen.

Der “Bayerische Kurier” veröffentlicht eine Eingabe der bayerischen Bischöfe an den Bundesrat des Deutschen Reiches, in der diese um die Aufhebung des Jesuitenverbots von 1872 ersuchen.

20.8.1912, Dienstag

In London stirbt der Begründer und erste General der Heilsarmee, William Booth, im Alter von 83 Jahren.

In der spanischen Stadt Saragossa beginnt ein Streik der Gewerkschaften des Bauhandwerks. Die Arbeiter fordern mehr Lohn und eine Verkürzung der bisherigen teilweise zehnstündigen Arbeitszeit. Der Ausstand ist Teil einer umfangreichen Protestbewegung, bei der es im Laufe des Monats zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Unternehmern und der spanischen Regierung kommt, ohne dass die Arbeiter jedoch wesentliche Erfolge erreichen können.

21.8.1912, Mittwoch

Nach seiner Rückkehr aus Russland berichtet der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré in Dünkirchen von den Gesprächen mit der russischen Regierung. Dabei bekräftigt er die Festigkeit des Bündnisses zwischen der französischen Republik und dem Zarenreich.

In Anwesenheit des bayerischen Prinzen Ludwig beginnt in München der 53. Allgemeine Deutsche Genossenschaftstag (bis 23.8.).

Nachdem am 19. August der Innenminister der Türkei zurückgetreten ist, reicht nun auch der Justizminister seine Entlassung ein. Ursache dafür sind Auseinandersetzungen innerhalb des Kabinetts über die Relegierung von Jungtürken.

22.8.1912, Donnerstag

Nach Bekanntwerden erneuter Matrosenmeutereien, nun auch im Schwarzmeerhafen Sewastopol auf der Krim, setzt in Russland eine Verhaftungswelle ein.

23.8.1912, Freitag

In dem schweizerischen Ort Caux beginnen erste Gespräche über Friedensverhandlungen zwischen osmanischen und italienischen Unterhändlern.

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen der Freien Volksbühne in Berlin und dem zuständigen Oberpräsidenten über ein von der Zensurbehörde ausgesprochenes Aufführungsverbot, das trotz der Beschwerde des Theaters aufrechterhalten wird.

24.8.1912, Samstag

In Peking treffen Sun Yat-sen und Ministerpräsident Yüan Shih-k’ai zu Gesprächen zusammen. Ziel Yüan Shih-k’ais ist die Schaffung einer Einheitspartei.

Russische Zeitungen veröffentlichen Zahlen über den Umfang der Auswanderung von Juden. In den vergangenen zwölf Jahren verließen 765 531 Juden das Land – das sind 40% aller Auswanderer aus Russland.

In Anwesenheit des norwegischen Königs Håkon wird in Kristiania (Oslo) der 25. Kongress für internationales Recht eröffnet.

25.8.1912, Sonntag

Zu schweren Unruhen kommt es in Makedonien, als die türkische Regierung beginnt, in dem zum Osmanischen Reich gehörenden Land islamische Albaner anzusiedeln. Die bulgarische christliche Bevölkerung bittet daraufhin die Regierung in Sofia um Unterstützung.

Im Ostseebad Heiligendamm findet ein vom Deutschen Fliegerbund veranstalteter Wasserflugmaschinen-Wettbewerb statt.

Der US-amerikanische Präsident William H. Taft unterzeichnet das Gesetz über die Benutzerrechte am Panamakanal.

Das Bühnenhaus des Theater des Westens in Berlin wird durch einen Brand völlig zerstört.

26.8.1912, Montag

Der Sozialdemokrat Eduard Bernstein veröffentlicht in den “Sozialistischen Monatsheften” eine Übersicht der Vorschläge für eine neue Taktik der Sozialdemokratie bei den Landtagswahlen. Bernstein will u.a. eine Auseinandersetzung über die Zusammenarbeit mit liberalen Parteien.

Im zum Osmanischen Reich gehörenden Libanon kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Drusen.

Großbritannien, Russland und Frankreich warnen in Botschaften an die griechische Regierung vor einer Besetzung der osmanischen Insel Samos, da dies eine Gefahr für den Frieden im Mittelmeerraum bedeute.

Die Regierung der chinesischen Republik beschließt die Einführung republikanischer Adelstitel.

In Berlin wird die Charlottenburger Synagoge eingeweiht. Es ist das siebte jüdische Gotteshaus in der Reichshauptstadt.

27.8.1912, Dienstag

Anhaltende Regenfälle in den letzten Wochen haben in Großbritannien einen Großteil der Ernte zerstört.S. 150

28.8.1912, Mittwoch

Ein britisches und ein französisches Kriegsschiff nehmen Kurs auf die Insel Samos im Mittelmeer, um eine eventuelle Besetzung von Griechen und Kretern zu verhindern.

Wilhelm II. lässt eine Botschaft an die Bevölkerung des Deutschen Reiches zu seinem 25. Regierungsjubiläum 1913 veröffentlichen. Darin bittet er, von persönlichen Geschenken abzusehen und stattdessen die dafür vorgesehenen finanziellen Mittel wohltätigen, gemeinnützigen oder auch patriotischen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Das von Moslems bewohnte albanische Dorf Zovice bei Kolasin wird von Montenegrinern überfallen und ausgeplündert. In der Folgezeit kommt es an der Grenze zwischen Montenegro und dem Osmanischen Reich wiederholt zu Auseinandersetzungen.

29.8.1912, Donnerstag

Nach einer Meuterei im Pionierbataillon von Taschkent in Russland werden 14 Soldaten hingerichtet.

Eine als geisteskrank bezeichnete Frau greift mit einem Messer den US-amerikanischen Präsidenten William H. Taft während seiner Wahlreise in Columbus (Ohio) an. Das Attentat kann jedoch verhindert werden.

In Tschita (Sibirien) entgleist der Expresszug, in dem Prinz Heinrich von Preußen und sein Gefolge nach Japan unterwegs sind, so dass ein zwölfstündiger Aufenthalt in Kauf genommen werden muss.

Anlässlich des 50. Geburtstages des belgischen Dramatikers Maurice Maeterlinck wird in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin “Aglavaine und Selysette” von Maeterlinck aufgeführt.

30.8.1912, Freitag

Der bekannte deutsche Maler Max Liebermann stiftet dem Kupferstichkabinett Berlin eine Sammlung von 65 Blättern des französischen Künstlers Honoré Daumier.

31.8.1912, Samstag

Bei dem Festmahl nach der Parade des Gardekorps und des dritten Armeekorps in Berlin hält Wilhelm II. eine Rede auf die Provinz Brandenburg, deren 500-Jähriges Bestehen Grund zu den Feierlichkeiten ist.

Das Deutsche Schauspielhaus in Berlin wird mit der Aufführung des Dramas “Egmont” von Johann Wolfgang von Goethe eröffnet. Die Spielstätte befindet sich im Gebäude der ehemaligen Komischen Oper.