Was geschah im August 1922

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Wetterstationen August 1922

1.8.1922, Dienstag

Luigi Facta, der am 22. Juli zurückgetretene italienische Ministerpräsident, bildet ein neues Kabinett, an dem alle italienischen Parteien mit Ausnahme der Sozialisten und Faschisten beteiligt sind.

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Bericht des Osteuropa-Institutes in Breslau über die Entwicklung des russischen Außenhandels in den letzten Jahren und hebt dabei den Anteil der deutschen Exporte hervor.

Auf der Hauptversammlung der Kommunalpolitischen Vereinigung der Zentrumspartei in Bonn nimmt Zentrumsführer Wilhelm Marx Stellung zur Auseinandersetzung um die Bekenntnisschulen. Er betont, dass bei Einführung eines interkonfessionellen Schulsystems auf jeden Fall das Recht der gläubigen Eltern auf Weiterbestehen getrennter religiöser Erziehung gewahrt werden müsste.

In Kanada stirbt der Erfinder des modernen Telefons, Alexander Graham Bell, im Alter von 75 Jahren.

Die britische Regierung veröffentlicht die sog. Balfournote. In dieser Note unterbreitet der britische Politiker James Arthur Balfour den Vereinigten Staaten von Amerika den Vorschlag, einen Großteil der Schulden im Interesse eines Wiederaufbaus der europäischen Wirtschaft zu erlassen.

2.8.1922, Mittwoch

Das Erscheinen des “Berliner Lokalanzeigers” wird vom Innenministerium entsprechend dem Paragraphen 21 des Republikschutzgesetzes für drei Wochen verboten. Anlass dafür ist ein Artikel des Anzeigers, worin Regierungsmitglieder beschimpft werden.

An den deutschen Börsen herrscht Panikstimmung, da der Dollarkurs inzwischen auf eine Höhe von 860 Mark gestiegen ist.

Aus Protest gegen die Erhöhung der Lustbarkeitssteuer schließen die Besitzer von Lichtspielhäusern in Köln ihre Kinos für eine Woche.

3.8.1922, Donnerstag

Das preußische Innenministerium verfügt in Absprache mit dem Finanzministerium die Entfernung der früheren monarchischen Hoheitszeichen von staatlichen und kommunalen Dienstgebäuden überall im Land.

Nach einem mehrwöchigen Informationsaufenthalt im Deutschen Reich verlässt die interalliierte Reparationskommission Berlin.

In Berlin stirbt im Alter von 80 Jahren Minna Cauer, eine der ersten deutschen Kämpferinnen für die Gleichberechtigung der Frauen.

4.8.1922, Freitag

Die Reichspostverwaltung gibt bekannt, dass sie die Zahl der öffentlichen Fernsprechstellen bedeutend vergrößern wird. Gleichzeitig wird ein neuer Telefonautomat eingeführt.

Franz Gürtner (DNVP) wird zum bayerischen Justizminister ernannt. Damit ist die Erweiterung der Regierungskoalition durch Mitglieder der Deutschnationalen, der Bayerischen Mittelpartei und der Deutschen Volkspartei endgültig vollzogen.

5.8.1922, Samstag

Die Reichsbank gibt bekannt, dass sie aufgrund des erhöhten Geldumlaufs eine Hilfsbanknote über 500 Mark ausgeben wird.

Im Berliner Sportpalast wird erstmalig eine Musikfachausstellung eröffnet. Sie dauert bis zum 13. August.

In Los Angeles findet die Uraufführung des Films “Blood and Sand” mit dem Schauspieler und Tänzer Rudolph Valentino in der Hauptrolle statt.

6.8.1922, Sonntag

In einem Aufruf an die Öffentlichkeit bittet der Direktor des Berliner Zoos, Franz Hermann Meißner, um Unterstützung für den Tiergarten.

Das Wiederholungsspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem HSV und dem 1. FC Nürnberg endet in Leipzig wiederum unentschieden (1:1).

7.8.1922, Montag

In London beginnt die Konferenz der alliierten Staaten über den von der deutschen Regierung beantragten Aufschub der Reparationszahlungen. Die Konferenz endet am 14. August, ohne dass eine Einigung über ein Moratorium zustande kommt. Es scheitert an der kompromisslosen Haltung des französischen Ministerpräsidenten Raymond Poincaré. Frankreich fordert “produktive Pfänder” für die ausgebliebenen Zahlungen.

Die neue italienische Regierung unter Luigi Facta verhängt wegen durch die Faschisten verursachten Unruhen den Belagerungszustand über Ober- und Mittelitalien.

In Genf starten zehn Freiballone aus sieben Ländern zum elften Gordon-Bennett-Ballonwettbewerb.

8.8.1922, Dienstag

Infolge eines Diebstahls von Leitungsdraht aus Kupfer in größerem Umfang ist die Telefonleitung zwischen Wien und Budapest für mehrere Tage unterbrochen. Der dadurch entstandene Schaden geht in die Millionen.

9.8.1922, Mittwoch

Unter Teilnahme von Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) beginnen in Berlin dreitägige Gespräche zwischen der Reichsregierung und dem bayerischen Ministerpräsidenten Hugo Max Graf von Lerchenfeld über die Übernahme des Republikschutzgesetzes in Bayern.

In Berlin wird das Rauchen in den Straßenbahnwaggons zunächst versuchsweise zugelassen. Man erhofft sich so mehr Fahrgäste.

In Moskau endet der am 14. Juni begonnene Prozess gegen 14 Sozialrevolutionäre wegen Mordversuchs an Führern der Sowjetregierung mit der Todesstrafe für die Angeklagten. Die Urteile werden jedoch nicht vollstreckt.

In Kopenhagen beginnt der zweitägige protestantische Kirchenkongress. Hauptthema der Veranstaltung ist das Problem der deutschen Minderheiten.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele wird in der österreichischen Festspielstadt auch ein Kammermusikfest veranstaltet (7.- 11.8.). u.a. gelangen Werke von Anton von Webern und Paul Hindemith zur Aufführung.

11.8.1922, Freitag

Anlässlich des Jahrestages der Weimarer Verfassung finden überall im Deutschen Reich auf Anweisung des Reichspräsidenten Verfassungsfeiern statt.

Neues Kleingeld gelangt in den Geldverkehr des Deutschen Reiches – als erstes der Taler (3 Mark). Zunächst sollen 200 Mio. Stück davon geprägt werden.

12.8.1922, Samstag

Bis zum heutigen Tag werden aus Elsass-Lothringen auf Anordnung der französischen Regierung 500 Deutsche ausgewiesen. Sie dürfen lediglich Handgepäck und den Gegenwert von 10 000 Mark für eine Familie mitnehmen.

Arthur Griffith, Regierungschef des irischen Freistaats, stirbt in der Hauptstadt Dublin.

In Breslau beginnen die Gerhart-Hauptmann-Festspiele zum 60. Geburtstag des Schriftstellers. Sie dauern insgesamt eine Woche.

13.8.1922, Sonntag

Anlässlich der Salzburger Festspiele findet die Uraufführung des “Salzburger Großen Welttheaters” von Hugo von Hofmannsthal unter der Regie von Max Reinhardt statt.

Bei den Deutschen Schwimmeisterschaften in Georgenthal siegt über 500 m Freistil überraschend der Kölner Ernst Vierkötter vor Herbert Heinrich vom Leipziger Schwimmklub.

Die am Vortag begonnenen Deutschen Rudermeisterschaften gehen in Trier zu Ende.

In Anwesenheit des Reichskunstwarts Edwin Redslob wird in Hamburg das Museum für hamburgische Geschichte eröffnet.

Für das preußische Staatsgebiet wird die in München erscheinende radikal-alldeutsche Zeitschrift “Deutschlands Erneuerung” für die kommenden sechs Monate verboten. Dieses Verbot wird durch das Republikschutzgesetz vom 18. Juli möglich.

14.8.1922, Montag

Auf einer Sitzung des Zentralvorstandes der Faschistenpartei in Mailand fordert Benito Mussolini die Auflösung des italienischen Parlaments.

Der deutsche Anthroposoph Rudolf Steiner nimmt an einem in der britischen Universitätsstadt Cambridge bis 21. August stattfindenden Ferienkurs zum Thema “Geistige Werte in Erziehung und sozialem Leben” als Vortragender teil.

15.8.1922, Dienstag

Die deutsche Regierung erklärt ihre Unfähigkeit zur Zahlung der fälligen Reparationsrate von zwei Mio. Pfund (etwa 9,2 Mrd. Mark). Sie sieht sich lediglich in der Lage, ein Drittel der Summe zu zahlen.

Die französische Regierung verlangt vom Deutschen Reich kategorisch die volle Zahlung der fälligen Reparationszahlungsrate und droht mit diplomatischen Strafmaßnahmen (Resortionen) bei Nichterfüllung.

16.8.1922, Mittwoch

Mehr als 50 Menschen sind das Opfer eines Bombenabwurfs auf dem polnischen Flugplatz bei Putzig. Das Unglück geschah, als ein Pilot während einer öffentlichen Flugschau eine Bombe versehentlich statt wie vorgesehen über der Ostsee, über der Zuschauermenge abwarf.

Der frühere Erbprinz Georg von Sachsen-Meiningen, der z. Z. am Amtsgericht in Camburg an der Saale kommissarisch das Richteramt ausübt, erklärt seine Loyalität gegenüber der Republik. Das Thüringer Justizministerium hatte von ihm ein solches Bekenntnis verlangt.

Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) bezeichnet in einem Interview mit britischen Journalisten den Ausgang der Londoner Konferenz (7.- 14.8.) als eine Katastrophe für Deutschland.

Die Interalliierte Rheinlandkommission enthebt den Regierungspräsidenten von Wiesbaden seines Amtes. Diese Einmischung in die Verwaltungsangelegenheiten im besetzten deutschen Gebiet hat den Protest aller deutschen Parteien zur Folge.

17.8.1922, Donnerstag

In Bridgman (US-Bundesstaat Michigan) beginnt der bis 22. August dauernde Parteitag der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten.

In Anwesenheit von Reichspräsident Friedrich Ebert wird in Hamburg eine Überseewoche eröffnet. Sie dauert bis zum 24. August.

In Berlin beginnt ein bis zum 23. August dauernder Telegrafisten-Wettstreit; 144 Telegrafenbeamte aus 143 Ländern nehmen daran teil.

Nach langen Diskussionen lehnen die bayerischen Regierungsparteien das sog. Berliner Protokoll ab. Eine endgültige Einigung mit der Reichsregierung über das Republikschutzgesetz erfolgt erst am 24. August.

18.8.1922, Freitag

Die italienische Regierung entlässt 60 Telegrafenbeamte und 111 im Staatsdienst stehende Eisenbahner wegen ihrer Teilnahme am Generalstreik Ende Juli. 50 000 Eisenbahnern wird die Gehaltserhöhung aus dem selben Grund gestrichen.

Der französische Physiker Jean Lecarme begibt sich auf die Fahrt zum Gipfel des Montblanc, um dort mit einer Reihe von Experimenten zu beginnen, die der Kontrolle der Einsteinschen Relativitätstheorie dienen sollen.

Ein sog. Bergungsleichter läuft auf der Werft von Boizenburg an der Elbe vom Stapel. Dieses Schiff wurde speziell für die Bergung von versunkenen Schiffen konstruiert.

In Duisburg beginnen die bis Sonntag dauernden Deutschen Leichtathletikmeisterschaften.

19.8.1922, Samstag

Die Zeitung der Kommunistischen Partei Deutschlands, die “Rote Fahne”, wird für drei Wochen verboten. Als Grund gibt die preußische Regierungsstelle Verstöße gegen das Republikschutzgesetz an.

Bei einem Brand in den Werkstätten der ungarischen Staatsbahn in Budapest werden u.a. 32 Personenwagen vernichtet, darunter auch der einstige Salonwagen von Elisabeth, Kaiserin von Österreich (1837- 1898).

20.8.1922, Sonntag

Der österreichische Bundeskanzler Ignaz Seipel begibt sich auf eine sieben Tage dauernde Reise nach Prag, Berlin und Verona, um dort mit Regierungsvertretern die gegenwärtige politische Lage in Mitteleuropa zu diskutieren und eine gemeinsame Lösung aus der Wirtschaftsmisere zu finden.

Vor etwa 20 000 Zuschauern werden in Paris die ersten Frauen-Weltspiele in den leichtathletischen Disziplinen ausgetragen.

Die anlässlich der in Hannover beginnenden Deutschen Radsportwoche ausgetragene Fliegermeisterschaft der Berufsfahrer endet mit dem Sieg von Karl Lorenz vor Walter Rütt.

Unter der Überschrift “National und international” veröffentlicht die Berliner “Vossische Zeitung” einen Leitartikel von Thomas Mann zum nationalen Charakter von Kunst.

21.8.1922, Montag

Die litauische Regierung in Kowno (Kaunas) fordert von der Botschafterkonferenz die Übergabe des Memelgebietes an Litauen.

Die sich rapide fortsetzende Inflation im Deutschen Reich wird am stark fallenden Wert der Mark sichtbar. Für einen US-Dollar erhält man mittlerweile 1738 Mark.

22.8.1922, Dienstag

Der Chef der provisorischen Regierung des Freistaates Irland, Michael Collins, wird Opfer eines Attentats. Sein Nachfolger wird William T. Cosgrave.

Die finnische Regierung teilt den Staaten des Warschauer Bündnisses (Polen und die baltischen Länder) mit, dass sie den am 17. März gemeinsam geschlossenen Vertrag nicht ratifizieren werde, da Finnland künftig die Neutralität anstrebe.

Durch die rasch sich ausbreitende Inflation in Sowjetrussland sieht sich die Regierung in Moskau veranlasst, die maximale Höhe von Gehaltszahlungen auf 600 Mio. Rubel monatlich festzulegen.

Der schweizerische Radiosender auf dem Champ-de-l’Air nimmt den Betrieb auf.

23.8.1922, Mittwoch

Bei einer von den österreichischen Kommunisten organisierten Demonstration gegen die Arbeitslosigkeit in Wien kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, als die Teilnehmer versuchen, in das Parlamentsgebäude einzudringen.

Der sächsische Landtag, in dem die sozialistischen Parteien über eine Mehrheit verfügen, verweist ein von den bürgerlichen Parteien initiiertes Volksbegehren auf Auflösung des Parlaments sowie einen sozialdemokratischen Antrag auf eine befristete Auflösung an den Rechtsausschuss.

24.8.1922, Donnerstag

Der deutsche Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) empfängt in Berlin Gewerkschaftsvertreter, um mit ihnen einen Ausweg aus der drohenden Wirtschaftskatastrophe zu suchen. Man einigt sich darauf, dass auf jeden Fall versucht werden müsse, die Brotversorgung im gesamten Deutschen Reich zu sichern.

Der in der Freien Stadt Danzig eingesetzte Oberkommissar des Völkerbundes teilt der polnischen Regierung mit, dass diese nicht berechtigt sei, eine ausländische Flotte in den Danziger Gewässern offiziell zu begrüßen.

In der österreichischen Stadt Innsbruck tauchen Plakate auf, auf denen die Bevölkerung aufgefordert wird, keine französischen Urlaubsgäste aufzunehmen.

Der serbische Prinz Georg wird aus der Armee des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) wegen Befehlsverweigerung und Verschwendung entlassen.

Die Berliner “Vossische Zeitung” veröffentlicht einen Bericht über die Auseinandersetzung um die Dombauhütte von Peter Behrens auf der Münchner Gewerbeausstellung. Vertreter der katholischen Kirche wenden sich vor allem gegen eine moderne Kruzifix-Darstellung von Ludwig Gies in dem Gebäude. Sie sehen in dem Kunstwerk eine Missachtung des Glaubens.

Auf der Wasserkuppe endet der am 9. August begonnene Rhön-Segelflugwettbewerb. Mit einem mehr als dreistündigen Flug erreicht der Hannoveraner Hermann Hentzen einen neuen Weltrekord im Dauerflug.

25.8.1922, Freitag

Die französische Regierung ordnet das vorläufige Ende der Ausweisung von Deutschen aus Elsass-Lothringen sowie der Beschlagnahme von Gütern und Betrieben an. Eine Entscheidung über die Fortführung soll nach weiteren Verhandlungen über die Reparationszahlungen des Deutschen Reiches erfolgen.

Die deutsche Reichsregierung wendet sich gegen das in ausländischen Zeitungen geäußerte Gerücht, dass das Deutsche Reich die sowjetrussische Armeeflotte mit U-Boot-Dieselmaschinen beliefere.

Im Kurt-Wolff-Verlag München erscheint das 20 000. Exemplar der expressionistischen Lyrikanthologie “Menschheitsdämmerung”, herausgegeben von Kurt Pinthus.

In Pressemeldungen wird von einer Erfindung der Deutschen Farbbaum-Edelholz-Gesellschaft berichtet, mit der das Holz der Bäume bereits vor dem Schlagen gefärbt werden kann.

26.8.1922, Samstag

Türkische Truppen beginnen mit massiven Angriffen gegen die griechische Armee bei Afyonkarahisar.

27.8.1922, Sonntag

Zu einer bis zum 31. August dauernden Konferenz treffen die Vertreter der Kleinen Entente in Prag und in Marienbad zusammen. Bei dieser Gelegenheit erfährt das 1920/21 entstandene Bündnis zwischen der Tschechoslowakei, dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Jugoslawien) sowie Rumänien eine Erweiterung durch neue Abkommen zwischen der Tschechoslowakei und Jugoslawien.

In Leipzig beginnt die bis zum 2. September dauernde Herbstmesse.

Bei einer in Schweden durchgeführten Volksabstimmung über ein Alkoholverbot votieren 897 521 Bürger für und 937 423 gegen das Verbot.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gendarmen und streikenden Arbeitern in der französischen Stadt Le Havre werden drei Arbeiter getötet.

In München wird der 62. Katholikentag eröffnet, zu dessen Vorsitzenden der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer gehört. Das Treffen endet am 30. August.

28.8.1922, Montag

Erstmals wird eine Werbesendung über den Rundfunk ausgestrahlt. Die New Yorker hören an fünf Tagen hintereinander Reklame für ein Apartmenthaus.

29.8.1922, Dienstag

Bei den von der spanischen Armee wiederaufgenommenen Kämpfen gegen die Rifkabylen in Spanisch-Marokko erringen die spanischen Soldaten bei Arimidar einen Sieg.

Siegfried Wagner, ein Sohn des Komponisten Richard Wagner, kündigt eine Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika an, um dort von Gönnern der Wagnerschen Musik finanzielle Unterstützung für die Fortsetzung der Bayreuther Festspiele zu erhalten.

30.8.1922, Mittwoch

Die durch die sprunghaft angewachsene Inflation entstandene Geldknappheit zwingt die Deutsche Reichsbank zu einer vorübergehenden Rationierung der Geldmittel.

Der deutsche Industrielle Hugo Stinnes und der Senator der im Weltkrieg zerstörten nordfranzösischen Gebiete, Marquis Odon de Lubersac, verhandeln über ein Abkommen über langfristige Sachlieferungen der deutschen Industrie an Frankreich unter Ausschaltung der Reichsregierung.

Das deutsche Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium erlassen eine Verordnung, wonach die Ausfuhrabgabe um 60% erhöht wird.

31.8.1922, Donnerstag

Bei Ausgrabungen in der Stiftskirche von Bad Hersfeld stoßen die Archäologen auf bedeutende Funde aus der Karolingerzeit.