Was geschah im August 1930

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Wetterstationen August 1930

1.8.1930, Freitag

Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald (Zentrum) lässt eine Erklärung veröffentlichen, dass künftig die Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Firmen unterbleiben soll, die Massenentlassungen vornehmen. In den vorangegangenen Monaten hatten besonders in der Metall- und Autoindustrie zahlreiche Arbeiter aufgrund der schlechten Auftragslage ihre Arbeitsplätze verloren.

Im Rahmen des Reichstagswahlkampfes veranstalten Sozialdemokraten und Kommunisten in Berlin Großkundgebungen unter dem Motto “Nie wieder Krieg”. An der SPD-Veranstaltung im Lustgarten nehmen rund 30 000 Sozialdemokraten teil, zur Demonstration der Kommunisten auf dem Winterfeldplatz versammeln sich etwa 15 000 Parteianhänger.

In Salzburg werden zum zehnten Mal die Theater- und Opernfestspiele eröffnet.

In Berlin wird die “Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeit” gegründet. Die vom Reich kontrollierte Gesellschaft soll mit Krediten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fördern.

Der Leiter der Dessauer Hochschule für Gestaltung Bauhaus, Hannes Meyer, wird aus seinem Amt entlassen. Vor allem die Rechtspresse, aber auch ein Teil seiner Kollegen, hatten ihn wegen seiner sozialistischen Grundhaltung angefeindet.

2.8.1930, Samstag

In der belgischen Stadt Antwerpen wird die 17. Konferenz des Komitees für internationales Seerecht eröffnet. Tagungsthemen sind u.a. die Durchsetzung einer weltweiten Zwangsversicherung der Passagiere durch die Schiffsgesellschaften sowie die Frage der rechtlichen Zuständigkeit bei Schiffszusammenstößen auf hoher See.

Vertreter der italienischen Regierung und des Vatikans unterzeichnen in Rom eine Münzkonvention. Danach darf der Vatikan italienisches Geld – eine Mio. Lire pro Jahr – ausgeben.

3.8.1930, Sonntag

Bei Freiburg im Breisgau wird die Schauinsland-Bahn in Betrieb genommen. Die von der Saarbrücker Gesellschaft für Förderungsanlagen Ernst Heckel erbaute Bahn ist die erste Personen-Seilbahn mit Rundlauf der Wagen über zwei parallel geführte Tragseile.

In der “Frankfurter Zeitung” erscheinen Inserate, in denen der Zeitungsverlag den Lesern ein sog. Wahlabonnement anbietet: “In der Zeit vor den Wahlen braucht jeder Klarheit über die politische und wirtschaftliche Situation, um zu einem unvoreingenommenen Urteil zu kommen”.

4.8.1930, Montag

Bei einem Streik der Arbeiterschaft in der sowjetischen Hafenstadt Odessa eröffnen Regierungstruppen das Feuer auf die Streikenden. 200 Menschen werden getötet.

In Bayreuth stirbt der Dirigent, Komponist und Regisseur Siegfried Wagner, Sohn des deutschen Komponisten Richard Wagner, im Alter von 61 Jahren. Die Leitung der Bayreuther Festspiele übernimmt seine Frau Winifred Wagner.

5.8.1930, Dienstag

In einem Prozess gegen einen Nationalsozialisten gibt ein Hamburger Gericht dem Befangenheitsantrag des Angeklagten statt. Er lehnte einen Schöffen ab, weil dessen Vater Jude ist. Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses angekündigt, er werde das Gericht nicht akzeptieren, falls sich “Jesuiten, Juden und Freimaurer” unter seinen Mitgliedern befänden.

Bei einem Wirbelsturm über der größten japanischen Insel Hondo werden 50 Menschen getötet. In Tokio zerstört der Sturm 4000, in Osaka 1000 Häuser.

Der Bürgermeister der US-amerikanischen Stadt Williamsport (US-Bundesstaat Georgia) verfügt eine Strafe von umgerechnet 2000 RM für Ehemänner, die mit Frauen spazierengehen, mit denen sie nicht verheiratet sind.

Die US-amerikanische Fliegerin Florence Lone Barnes aus Los Angeles stellt mit 314 km/h einen neuen Fluggeschwindigkeitsrekord für Frauen auf.

6.8.1930, Mittwoch

Die US-amerikanische Regierung veröffentlicht das Ergebnis der jüngsten Volkszählung: 122 728 873 Menschen leben in den Vereinigten Staaten.

In Genf beginnt der dreitägige Dritte Internationale Beamtenkongress mit 300 Vertretern aus 10 Ländern. Die Delegierten, die rund 400 000 Verbandsmitglieder vertreten, beraten die Gründung von Beamtengewerkschaften, die auf internationaler Ebene eng miteinander kooperieren sollen.

Der Wiener Forscher Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, erhält den mit 10 000 RM dotierten Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main.

7.8.1930, Donnerstag

Der Versuch der DVP, mit anderen Parteien für die Reichstagswahlen am 14. September einen Block der gemäßigten Parteien gegen Kommunisten und Nationalsozialisten zu bilden, scheitert. Nachdem die Christlichnationale Bauern- und Landvolkpartei den Beitritt zu einem gemeinsamen Wahlaufruf ablehnt, ziehen sich auch die Wirtschaftspartei und die Konservative Volkspartei zurück.

Ein Bombayer Gericht verurteilt den indischen Nationalistenführer Vallabhbhai Jhaverabhai Patel wegen “antibritischer Tätigkeit” zu drei Monaten Gefängnis. Patel ist ein enger Mitarbeiter des Führers der indischen Unabhängigkeitsbewegung Mohandas Karamchand “Mahatma” Gandhi.

8.8.1930, Freitag

Sieben Reichstagsabgeordnete der DNVP treten aus der Partei aus. Sie missbilligen den rechtskonservativen Kurs des Parteivorsitzenden Alfred Hugenberg.

Das badische Unterrichtsministerium in Karlsruhe gibt Disziplinarmaßnahmen gegen Lehrer bekannt, die aktive Nationalsozialisten sind, zwei Lehrer, die wegen Agitation im Unterricht angezeigt wurden, entlässt das Ministerium.

Nach dem Rücktritt des kanadischen Premierministers William Lyon Mackenzie King am 28. Juli wird Richard Bedford Bennett zum neuen Regierungschef gewählt.

9.8.1930, Samstag

Der US-amerikanische Präsident Herbert Clark Hoover kündigt anlässlich der seit Juli andauernden Dürre in weiten Teilen des Landes ein Notprogramm für die Landwirtschaft an. Um Geld für die Unterstützung der US-Farmer aufzubringen, soll das Budget der US-Marine für 1930 drastisch gekürzt werden. Eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 45 hat vor allem im Nordwesten der USA die Ernten vernichtet.

10.8.1930, Sonntag

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) errichtet auf den Strecken München – Garmisch-Partenkirchen und Murnau – Oberammergau – Oberau versuchsweise die ersten Pannentelefone.

Bei den Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg besiegt der Franzose Christian Boussus im Finale den Japaner Ohta 1:6, 8:6, 2:6, 6:4 und 6:4.

Die Gemeindeverwaltung von Großdubrau bei Bautzen gibt bekannt, dass zwei Drittel der 1350 Einwohner des Ortes arbeitslos sind. Die Hauptarbeitgeber des Ortes, zwei Eisenhütten, waren infolge der Wirtschaftskrise stillgelegt worden.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm findet die “Skandinavische antifaschistische Konferenz” statt. 154 Delegierte vornehmlich kommunistischer Parteien und Jugendverbände bilden ein Komitee zur “Koordinierung des Kampfes gegen den Faschismus”. Sie richten sich damit in der Hauptsache gegen die Ausbreitung rechtsextremistischer Bewegungen in Nordeuropa.

Am Berliner Schlossplatz reißen bei einer Demonstration rund 400 Nationalsozialisten die Fahnen der Republik herunter. Die wegen des geltenden Uniformverbots mit weißen Hemden bekleideten Rechtsextremisten werden von der Polizei festgenommen.

11.8.1930, Montag

Im Deutschen Reichstag in Berlin wird in einer Feierstunde der Verfassungstag der am 11. August 1919 in Kraft getretenen Weimarer Reichsverfassung begangen. In seiner Festrede appelliert Reichsinnenminister Joseph Wirth (Zentrum) an alle Bürger, trotz der politischen und wirtschaftlichen Probleme nicht der radikalen Propaganda zu folgen.

In Darmstadt gehen die Akademischen Weltspiele zu Ende, die am 1. August begonnen hatten. 600 Studenten aus 33 Ländern haben an den sportlichen Wettkämpfen teilgenommen.

12.8.1930, Dienstag

Türkische Truppen eröffnen eine Offensive gegen kurdische Rebellen, die von persischem Gebiet aus zahlreiche Überfälle auf türkisches Territorium verübt haben. Die Kurden, die in Persien, der Türkei, dem Irak, der UdSSR und Syrien eine Bevölkerungsminderheit darstellen, kämpfen für ihre politische Autonomie.

Der-deutsche Literaturhistoriker Friedrich Gundolf erhält als erster den 1929 von der Hansestadt Hamburg gestifteten Lessing-Preis.

In Berlin wird der Film “Der Sohn der weißen Berge” von Mario Bonnard uraufgeführt. Luis Trenker spielt die Hauptrolle in dem Alpendrama.

13.8.1930, Mittwoch

US-Nachrichtenagenturen melden, dass die UdSSR Landmaschinen im Wert von umgerechnet 200 Mio. RM in den USA bestellt habe. Die Aufträge wurden während eines zweimonatigen Aufenthaltes einer sowjetischen Landwirtschaftskommission in den USA vergeben.

14.8.1930, Donnerstag

Die kanadische Regierung stoppt wegen der hohen Arbeitslosenzahl vorläufig die Einwanderung aus Europa.

Bei einer Wahlkampfrede im Berliner Sportpalast spricht der Vorsitzende der DNVP, Alfred Hugenberg, über das kommende “Dritte Reich”. Seit dem Erscheinen des gleichnamigen Buches von Arthur Moeller van den Bruck im Jahre 1923 fassen konservative, deutschnationale und rechtsextreme Kreise ihre Kritik an der Weimarer Republik oft in der Forderung nach einem starken, autoritär geführten Einheitsstaat, dem “Dritten Reich”, zusammen.

In der UdSSR wird die allgemeine Grundschulpflicht eingeführt. Die politische Führung in Moskau will damit das Analphabetentum in der Sowjetunion bekämpfen. Bisher sind noch fast 50% der Erwachsenen Analphabeten.

15.8.1930, Freitag

Der hessische Innenminister Wilhelm Leuschner (SPD) erlässt ein Umzugsverbot für radikale Parteien. Damit sollen vor allem blutige Straßenschlachten zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten verhindert werden.

In Peshawar, in der britischen Kolonie Indien, wird das Kriegsrecht verhängt, nachdem es am Vortag zu blutigen Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der indischen Unabhängigkeitsbewegung gekommen ist.

16.8.1930, Samstag

In Berlin wird der Film “Dreyfus” mit Fritz Kortner in der Hauptrolle uraufgeführt. Der unter der Regie von Richard Oswald gedrehte Film behandelt den Fall des 1894 zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilten jüdischen Hauptmanns im französischen Generalstab, Alfred Dreyfus.

Das staatliche Bodenamt der Tschechoslowakei enteignet rund 40 000 ha Grundbesitz des Fürstentums Liechtenstein und 9000 ha des Deutschen Ritterordens. Das Land – historischer Herrschaftsbesitz – geht vor allem in den Besitz von Gemeinden und staatlichen Siedlungsgesellschaften über. Die Entschädigungssummen von insgesamt rund 10 Mio. RM betragen nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes der Ländereien.

17.8.1930, Sonntag

In Moskau werden vier Männer wegen des Aufkaufes von Silbermünzen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Das zuständige Gericht führte als Begründung des Urteils aus, dass sich mit dem Aufkauf von Silbermünzen vornehmlich “Konterrevolutionäre” beschäftigten.

Schwere Überschwemmungen infolge einer Sturmflut fordern im Unterelbegebiet ein Menschenleben und vernichten einen Großteil der Ernte.

Der Revuefilm “King of Jazz” (König des Jazz) des britischen Regisseurs John Murray Anderson begeistert das Publikum in den USA. Die Filmmusik stammt von Paul Whiteman.

18.8.1930, Montag

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Salzburger Festspiele verleiht die Philosophische Fakultät der Universität Frankfurt am Main dem österreichischen Regisseur und Mitbegründer der Festspiele Max Reinhardt den Ehrendoktortitel.

Die Jahreslose der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie werden teurer: Statt 120 RM kosten sie ab sofort 200 RM. Die Erhöhung kann durchgesetzt werden, weil das Interesse am Lotteriespiel trotz Wirtschaftskrise gewachsen ist.

In der Dominikanischen Republik übernimmt General Rafael Leonidas Trujillo y Molina durch einen Militärputsch die Macht. Der bisherige Oberbefehlshaber der Streitkräfte wurde bei den US-amerikanischen Streitkräften ausgebildet, die das Land von 1916 bis 1924 besetzt hielten.

19.8.1930, Dienstag

Vor einem neueröffneten New Yorker Arbeitsamt kommt es zu Prügeleien. Mehr als 10 000 Arbeitslose hatten die ganze Nacht gewartet, um sich auf eine der insgesamt 125 freien Stellen zu bewerben. So warteten die meisten vergeblich.

20.8.1930, Mittwoch

In Bayern tritt die Regierung unter Ministerpräsident Heinrich Held (Bayerische Volkspartei) zurück, nachdem der Landtag die per Verordnung durchgesetzte Schlachtsteuer wieder aufgehoben hat.

Durch eine Behördenschlamperei ist Berlin ohne Polizeistundenverordnung. Die alte Verordnung lief am 1. Juli aus und wurde nicht ersetzt. Einige Gastwirte halten ihre Lokale bis nach drei Uhr morgens geöffnet, ohne dass die Polizei einschreiten kann.

21.8.1930, Donnerstag

Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung kündigt die Reichspost Aufträge an deutsche Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von 200 Millionen RM an.

Die 1930 turnusgemäß im Deutschen Reich anstehende Volkszählung wird auf Vorschlag der preußischen Regierung um zwei Jahre verschoben. Hintergrund ist die allgemeine Finanzmisere der öffentlichen Haushalte im Deutschen Reich.

Auf dem schottischen Schloss Glamis wird Margaret Rose, Prinzessin von Großbritannien und Nordirland geboren. Sie ist nach über 300 Jahren das erste Mitglied des britischen Königshauses, das in Schottland geboren wird.

22.8.1930, Freitag

Bei einem dreisten Raubüberfall auf das Lohnbüro des Bezirksamtes in Berlin-Wilmersdorf erbeutet ein Räuber rund 25 000 RM. Der Täter, der nach einer längeren Verfolgungsjagd von Beamten dingfest gemacht werden kann, war am hellichten Tag über eine Leiter in das Lohnbüro im ersten Stock eingedrungen. Er riß bereits abgezähltes Geld von einem Tisch blitzschnell an sich und flüchtete.

Kopenhagener Zeitungen melden, dass die Leichen des schwedischen Forschers Salomon August Andrée und seiner Begleiter im Polargebiet gefunden wurden. Andrée hatte 1897 zusammen mit zwei Begleitern versucht, mit einem Ballon den Nordpol zu erreichen und war seitdem verschollen.

Im sog. Roentgentaler Nationalsozialisten-Prozess werden vor einem Berliner Gericht 13 Angeklagte zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie waren wegen eines Überfalls auf Mitglieder des SPD-nahen Kampfverbandes Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold angeklagt. Bei dem Überfall war ein Reichsbannermitglied getötet worden.

In Berlin wird die Funk- und Phonoschau 1930 eröffnet. In seiner Eröffnungsrede hebt der Physiker Albert Einstein die Bedeutung des Rundfunks als Mittel der Völkerverständigung hervor.

23.8.1930, Samstag

In Bunzlau in Schlesien kommt es bei einer Wahlversammlung der Nationalsozialisten zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Anhängern der KPD. Dabei werden drei Menschen getötet und zehn schwer verletzt. Die Kommunisten hatten versucht, gewaltsam in den bereits überfüllten Versammlungssaal einzudringen.

Das Bonner Stadttheater wird wegen finanzieller Schwierigkeiten geschlossen.

24.8.1930, Sonntag

Mit der Veröffentlichung der “Programmerklärung der KPD zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes” beginnt die heiße Phase des Reichstagswahlkampfes im Deutschen Reich.

Papst Pius XI. ernennt den bisherigen Administrator des Bistums Berlin, Christian Schreiber, zum Bischof von Berlin. Schreiber ist der erste Bischof im Bistum Berlin, dessen Errichtung 1929 im Konkordat zwischen Preußen und dem Vatikan vereinbart wurde.

25.8.1930, Montag

In Polen wird Marschall Jósef Klemens Pilsudski zum Ministerpräsidenten gewählt. Pilsudski hatte bereits 1926 durch einen Staatstreich die Macht in Polen übernommen und bis 1928 diktatorisch geherrscht. Seit 1928 übt er als Verteidigungsminister und Generalinspekteur der Streitkräfte die tatsächliche Macht in Polen aus.

In Berlin wird der erste Tonfilm des deutschen Regisseurs Robert Siodmak “Abschied”, uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Aribert Moog und Brigitte Horney.

Die Spruchkammer des Westdeutschen Spielverbandes belegt den Fußballverein Schalke 04 mit 1000 RM Strafe. Der Verein zahlte an seine Spieler Geldbeträge und verstieß damit gegen die Amateurbestimmungen. 14 Schalker Spieler werden zu Profis erklärt und können deshalb nicht mehr in der Meisterschaft für den Fußballverein eingesetzt werden.

26.8.1930, Dienstag

Der deutsche Pilot Wolfgang von Gronau erreicht nach gut 44 Flugstunden New York. Er erkundete dabei mit seinem Dornier-Flugboot “Wal” eine Route über den Nordatlantik zwischen Europa und New York.

27.8.1930, Mittwoch

In Peru kann sich General Luis Sánchez Cerro als neuer starker Mann durchsetzen. Cerro hat am 25. August zusammen mit anderen hohen Offizieren den seit 1919 mit diktatorischen Vollmachten herrschenden Präsidenten Bernardino Augusto Leguía gestürzt.

28.8.1930, Donnerstag

Das Reichskabinett einigt sich über den Finanzplan für 1931. Die Vorlage sieht Kürzungen der Staatsausgaben sowie ein Programm für den Wohnungsbau und zur Förderung ländlicher Siedlungen vor.

In London sterben 24 Menschen infolge einer Hitzewelle. Mit bis zu 35 werden die höchsten Temperaturen seit 1911 gemessen.

29.8.1930, Freitag

Die deutsche und die finnische Regierung einigen sich in Helsinki auf einen Handelsvertrag. Wesentlicher Bestandteil des Abkommens ist eine Regelung des Austausches von Agrarprodukten zwischen beiden Ländern.

Im staatlichen Schauspielhaus in Dresden wird die Komödie “Sturm im Wasserglas” des deutschen Schriftstellers Bruno Frank uraufgeführt.

30.8.1930, Samstag

In der Nacht zum Sonntag demoliert in Berlin ein Trupp von Anhängern der “Revolutionären Nationalsozialisten” unter Otto Strasser eine Geschäftsstelle der NSDAP. Strasser war im Juli nach langwierigen Streitigkeiten wegen seiner antikapitalistischen Ansichten aus der NSDAP ausgeschlossen worden.

31.8.1930, Sonntag

In Leipzig wird die Herbstmesse eröffnet. Auf 144 541 m² präsentieren sich 7653 Aussteller, davon 678 aus dem Ausland.

Im Atlantischen Ozean entdeckt das italienische Bergungsschiff “Artiglio” das 1922 gesunkene britische Passagier- und Frachtschiff “Egypt”. Das Wrack birgt einen Schatz von umgerechnet 21 Mio. RM.

Erich Möller aus Hannover siegt bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Brüssel im Steher-Wettbewerb.