Was geschah im August 1931

  • < 1930
  • 8.1931
  • 1932 >

Wetterstationen August 1931

1.8.1931, Samstag

Gegenüber dem Vorsitzenden der DNVP, Alfred Hugenberg, rügt Reichspräsident Paul von Hindenburg dessen Bündnis mit der NSDAP.

In Wien endet der am 25. Juli eröffnete vierte Kongress der Sozialistischen Arbeiter-Internationale (SAI) mit Vertretern von 37 Parteien aus 29 Ländern.

Die Münchener Brüder Franz und Toni Schmid, die mit dem Fahrrad nach Zermatt angereist sind, ersteigen als erste die Matterhorn-Nordwand.

Bei 3,99 Millionen Erwerbslosen – am 15. Juli war mit 3,956 Millionen der Jahrestiefstand erreicht worden – überschreitet die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen im Deutschen Reich mit 1,027 Millionen erstmals die Millionengrenze.

Der Diskontsatz der Reichsbank, der am 16. Juli auf 10% festgesetzt worden war, wird auf 15% erhöht.

In zahlreichen Städten des Deutschen Reiches hält die KPD Anti-Kriegs-Kundgebungen ab. In Berlin wird dabei ein Polizist lebensgefährlich verletzt.

Im Deutschen Reich werden Grundsätze über die öffentliche Fürsorge erlassen. Darin sind einige Paragraphen wegen der steigenden Zahl von Wohlfahrtsarbeitslosen revidiert.

2.8.1931, Sonntag

Das Zentralkomitee der KPdSU drosselt die Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft. Eine hundertprozentige Kollektivierung wird nicht mehr angestrebt, vielmehr sollen Bauernwirtschaften zu 68 bis 70% und die Saatfläche in den einzelnen Regionen zu 75 bis 80% kollektiviert sein.

Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz gewinnt vor rund 200 000 Zuschauern mit einem Stundendurchschnitt von 185,77 km/h in 1:35:07 h das über 294,5 km führende Berliner AWS-Rennen vor Hans-Joachim von Morgen auf Bugatti.

Die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Männer und Frauen enden nach zweitägiger Dauer in Berlin und Magdeburg. Bei diesen ersten gemeinsamen Meisterschaften der Sportler und Turner gewinnen die Turner bei den Herren drei der 23 Meistertitel und bei den Damen zwei der zwölf Titel.

3.8.1931, Montag

Im Deutschen Reich wird der freiwillige Arbeitsdienst für Erwerbslose zu einer öffentlichen Einrichtung.

Der dem Deutschen Reich am 25. Juni gewährte internationale Kredit von umgerechnet knapp 420 Millionen Reichsmark wird um drei Monate verlängert.

4.8.1931, Dienstag

Reichskanzler Heinrich Brüning spricht im Rundfunk zur deutschen Bevölkerung und beschreibt die Ursachen der Finanzkrise.

Die Verordnung über die Devisenbewirtschaftung vom 1. August tritt in Kraft. Der Erwerb ausländischer Zahlungsmittel gegen Reichsmark ist nur noch von oder durch die Reichsbank möglich.

5.8.1931, Mittwoch

Eine Verordnung über das Sparkassenwesen ermächtigt die Reichsregierung zu Satzungsänderungen und Eingriffen in die Sparkassenorganisation und verbietet den Sparkassen bis auf weiteres die Kreditvergabe an Kommunen und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Im Deutschen Reich nehmen die Kreditinstitute wieder ihren normalen Zahlungsverkehr auf.

Die “Deutsche Zeitung” veröffentlicht einen von rechtsstehenden Intellektuellen, darunter den Dichtern Hans Grimm, Hanns Johst, Erwin Guido Kolbenheyer und Will Vesper, unterschriebenen Aufruf zugunsten des Preußen-Volksentscheids vom 9. August.

Die “Vossische Zeitung” veröffentlicht Auszüge aus einer Rede des NSDAP-Gauleiters im Rheinland, Robert Ley, über angebliche Blutmorde von Juden.

7.8.1931, Freitag

Die offiziöse litauische Zeitung “Lietuvos Aidas” weist Gerüchte über einen wachsenden Einfluss von Nationalsozialisten in dem vor allem von Volksdeutschen bewohnten Memelland zurück.

Die Landesbank der Rheinprovinz stellt infolge kurzfristiger Kommunalausleihungen vorübergehend die Zahlungen ein. Preußen und das Reich gewähren zur Überbrückung einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Reichsmark.

8.8.1931, Samstag

Die preußische Staatsregierung zwingt die in Preußen erscheinenden rund 2500 Tageszeitungen zum kostenlosen Abdruck einer Stellungnahme gegen den Volksentscheid vom 9. August.

Reichskanzler Heinrich Brüning beendet seinen Besuch bei der italienischen Regierung in Rom und wird von Papst Pius XI. empfangen.

Bei einem Sprengstoffanschlag auf den FD-Zug Basel- Berlin zwischen Grüna und Luckenwalde werden vier Reisende schwer und weitere elf leicht verletzt. Für die Ergreifung des Täters wird eine Belohnung von 100 000 Reichsmark ausgesetzt.

Die deutschen Sparkassen dürfen Guthaben auf Sparkonten und Sparbüchern nur bis 300 Reichsmark ohne Kündigung auszahlen. Beträge ab 300 RM sollen einen Monat und über 1000 RM drei Monate vor Abhebung gekündigt werden.

9.8.1931, Sonntag

Beim Volksentscheid über die vorzeitige Auflösung des preußischen Landtages stimmen nur 37,1% der Wahlberechtigten mit Ja.

Nach einwöchiger Dauer enden in Hamburg die Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland.

In einer Denkschrift schlägt der Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium Wilhelm Lautenbach eine Kreditaufnahme von mehreren Milliarden Reichsmark zur Arbeitsbeschaffung vor. Die Leitung der Reichsbank und die Reichsregierung lehnen dies jedoch ab.

Auf dem Berliner Bülowplatz (später Luxemburgplatz) werden die Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenk von Kommunisten erschossen.

Am Deutschen Eck in Koblenz veranstaltet das republikanisch orientierte Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold eine Verfassungsfeier. Zu den Rednern gehören Preußens Innenminister Carl Severing (SPD) und Ernst Lemmer (DDP).

10.8.1931, Montag

Durch Änderung der Presse-Notverordnung vom 17. Juli dürfen nur noch oberste Reichs- oder Landesbehörden, nicht mehr nachgeordnete Stellen eine Gegendarstellung erzwingen.

Wegen der Polizistenmorde vom 9. August wird das Erscheinen des KPD-Organs “Die Rote Fahne” für 14 Tage verboten und das Karl-Liebknecht-Haus, in Berlin das Hauptquartier der KPD, bis zum 20. August polizeilich besetzt. Über den Bülowplatz wird eine zwölftägige Polizeisperre verhängt.

11.8.1931, Dienstag

Das Deutsche Reich begeht den Verfassungstag. Die Feier der Reichsregierung steht im Zeichen des Gedenkens an den Reformer Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757 1831).

In London unterzeichnet eine Sachverständigenkonferenz ein Protokoll über das Hoover-Moratorium. Es befreit das Deutsche Reich für ein Jahr von der Zahlung der Reparationen.

Der preußische Kultusminister Adolf Grimme billigt eine neue Satzung der Akademie der Künste in Berlin, die der 1696 gegründeten Einrichtung neue Aufgaben im Rahmen der staatlichen Kunstverwaltung zuweist.

12.8.1931, Mittwoch

New Yorks Oberbürgermeister James J. Walker wird in Berlin zu einem Freundschaftsbesuch empfangen.

Der Diskontsatz der Reichsbank, der am 1. August auf 15% erhöht worden war, wird auf 10% gesenkt. Der Lombardsatz wird von 20% auf 15% herabgesetzt, am 18. August erfolgt eine weitere Senkung auf 12%.

13.8.1931, Donnerstag

Die Reichsregierung informiert die Mitglieder des Reichsrats über die Maßnahmen zur Behebung der Finanzkrise. Reichsfinanzminister Hermann Robert Dietrich beziffert die Steuerausfälle aufgrund der Einschränkung des Zahlungsverkehrs im Monat Juli auf 236 Millionen Reichsmark.

Der Vorstand des Deutschen Städtetages gibt auf einer Tagung in Berlin den Mehraufwand für die Wohlfahrtserwerbslosen im Jahr 1931 mit 800 Millionen Reichsmark an.

14.8.1931, Freitag

Bei Kämpfen zwischen Reichsbanner und NSDAP in Itzehoe werden ein Nationalsozialist und drei Reichsbannerleute schwer verletzt. Wegen der wiederholten Unruhen wird eine Abteilung Schutzpolizei aus Altona nach Itzehoe verlegt.

Das Sekretariat des Völkerbundes in Genf veröffentlicht ein österreichisches Hilfsgesuch, in dem dringend um die Gewährung einer Auslandsanleihe gebeten wird.

15.8.1931, Samstag

Auf einer Tagung der Deutschen Staatspartei in Berlin beziffert Preußens Finanzminister Hermann Höpker-Aschoff das für das Haushaltsjahr 1931/32 zu erwartende Defizit der preußischen Gemeinden auf rund 1,6 Milliarden Reichsmark.

Auf einer SPD-Kundgebung im Berliner Sportpalast verteidigt Preußens Ministerpräsident Otto Braun den umstrittenen Aufruf seiner Regierung zum Volksentscheid am 9. August.Braun erklärt, die Wähler hätten Anspruch darauf gehabt zu erfahren, wie die Regierung über den Volksentscheid zur Landtagsauflösung denke.

In der UdSSR wird durch ein Gesetz die Unterrichtspflicht für alle Analphabeten zwischen 16 und 50 Jahren verordnet.

16.8.1931, Sonntag

Anlässlich des elften Jahrestages des Sieges über die Sowjetarmee findet in Posen ein zweitägiger Generalappell der polnischen Reservisten statt, wobei die deutschen Wünsche nach einer Revision des Versailler Friedensvertrages von 1919 zurückgewiesen werden.

In Bielefeld verbessert Grete Heublein (Barmen) ihren eigenen Kugelstoß-Weltrekord auf 13,70 m.

17.8.1931, Montag

Im Ostteil des US-Bundesstaates Texas werden aufgrund des Preisverfalls für Öl die neu erschlossenen Fördergebiete zwangsweise geschlossen.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung findet in Berlin die Trauerfeier für die beiden am 9. August erschossenen Polizeioffiziere statt.

18.8.1931, Dienstag

Der Vorsitzende der Reichspartei des deutschen Mittelstandes – Wirtschaftspartei, Hermann Drewitz, legt sein Amt nieder. Nachfolger von Drewitz, gegen den Vorwürfe wegen Unterschlagung laut geworden waren, wird der Reichstagsabgeordnete Johann Victor Bredt.

Auf einer Tagung der nord- und mitteldeutschen Länder in Oldenburg wird beschlossen, angesichts der bedrohlichen Entwicklung der Kassenlage das Reich um Unterstützung zu bitten.

19.8.1931, Mittwoch

Aufgrund des am Vortag vorgelegten Layton-Berichts über die deutsche Finanzlage wird in Basel ein Stillhaltevertrag gegen den Abzug kurzfristiger Auslandskredite unterzeichnet.

Der Berliner Magistrat beschließt die Entlassung von 220 Junglehrern, die infolge der Erhöhung der Pflichtstundenzahl an den Volks- und Mittelschulen überflüssig geworden sind.

Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und der freigewerkschaftliche Afa-Bund für Angestellte legen dem Reichswirtschaftsministerium Richtlinien für die Errichtung eines Bankenamtes zur Kontrolle der im Deutschen Reich tätigen Kreditinstitute vor.

In Bayreuth enden die am 21. Juli eröffneten Festspiele zum Gedenken an Richard Wagner.

20.8.1931, Donnerstag

Der Berliner Polizeipräsident Albert Grzesinski verbietet bis zum 26. August das Erscheinen des NSDAP-Organs “Der Angriff” wegen der Behauptung, das Attentat auf den FD-Zug Basel – Berlin am 8. August sei ein Werk der Schutzformation (Schufo) des Reichsbanners gewesen.

Die spanische Regierung sperrt per Dekret das Verfügungsrecht der Kirchen über ihre Güter und reagiert damit auf einen Aufruf der Kirchenführung, Kirche und Klöster sollten vor einer Beschlagnahme ihr Eigentum verkaufen.

21.8.1931, Freitag

Der Reichsverband der Deutschen Industrie übergibt Reichskanzler Heinrich Brüning Vorschläge zur Besserung der Finanz- und Wirtschaftslage und regt darin eine Reduzierung der Steuern sowie der Lohnkosten und der Tarife für die Energieversorgung an.

In Berlin beginnt die achte Große Deutsche Funkausstellung. Zu den Attraktionen gehört der erste elektronische Fernsehempfänger mit Braunscher Röhre, ein Erzeugnis der Firma Loewe.

In Bremen beginnt die Gläubigerversammlung des Nordwolle-Konzerns. Die Konkurs-Eröffnungsbilanz weist u.a. freie Aktiva von 38,45 Millionen Reichsmark und ungesicherte Verbindlichkeiten in Höhe von 235,20 Millionen RM aus.

22.8.1931, Samstag

Wegen des Überfalls auf zwei SPD-Mitglieder in Charlottenburg werden in Berlin vier Nationalsozialisten zu Gefängnisstrafen zwischen einem und vier Jahren verurteilt. Es ist der dritte Prozess gegen Angehörige des Charlottenburger SA-Sturms 33 seit Jahresbeginn.

Im Deutschen Reich werden die Löhne der Gemeindearbeiter durch einen Schiedsspruch bis zunächst 31. Oktober um 4% gesenkt.

In Ungarn bildet der bisherige Außenminister Julian Graf Károlyi von Nagykárolyi ein neues Kabinett, nachdem am 19. August István Graf Bethlen von Bethlen zurückgetreten war.

Der von über 20 000 jungen Sozialdemokraten besuchte 6. Deutsche Arbeiter-Jugend-Tag in Frankfurt am Main steht im Zeichen des “Kampfes gegen Wirtschaftsnot und Faschismus”.

23.8.1931, Sonntag

Der südafrikanische Premierminister James Barry Munnick Hertzog erklärt sich unter der Voraussetzung, dass alle anderen betroffenen Länder dem folgen, zum Verzicht auf alle deutschen Reparationsleistungen bereit.

Die polnische Regierung schlägt der UdSSR einen Nichtangriffspakt vor. Die Sowjetregierung erklärt dazu, der Vorschlag sei nicht annehmbar, weil er die früheren Wünsche Polens – einen Nichtangriffspakt zwischen der UdSSR und ihren westlichen Randstaaten unter Führung Polens – wieder aufnehme.

24.8.1931, Montag

In seinem Urlaubsort Dietramszell unterzeichnet Reichspräsident Paul von Hindenburg eine Notverordnung, die die Landesregierungen ermächtigt, zur Deckung der Haushalte der Länder und Gemeinden die Personal- und sonstigen Ausgaben auch abweichend von geltendem Landesrecht zu senken.

Sowjetische und französische Regierungsvertreter paraphieren in Paris einen Nichtangriffspakt.

Auf Kuba wird der am 9. August begonnene Aufstand gegen die Herrschaft des liberalen Präsidenten General Gerardo Machado Morales niedergeschlagen.

25.8.1931, Dienstag

Die deutschen Börsenvorstände geben die Wiedereröffnung der seit dem 14. Juli geschlossenen Börsen zum 3. September bekannt.

Auf Initiative von König Georg V. bildet in Großbritannien der am Vortag als Premierminister demissionierte James Ramsey MacDonald ein Allparteienkabinett.

Die oppositionelle chinesische Regierung in Kanton ruft zu einem Boykott deutscher Kaufleute auf, nachdem der Kapitän des Hamburger Frachters “H. C. Rickmers” ursprünglich für die Kanton-Regierung bestimmtes Kriegsmaterial gegen Bezahlung der Regierung in Nanking übergeben hat.

26.8.1931, Mittwoch

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur United Press fordert Reichskanzler Heinrich Brüning eine internationale Kooperation gegen weiteren Preisverfall.

Die am 18. Juli verfügte Zwangsabgabe für deutsche Auslandstouristen in Höhe von 100 Reichsmark wird aufgehoben.

Nach zweitägiger Dauer flaut im Überschwemmungsgebiet des Jangtsekiang ein Taifun ab, der die Folgen des seit Tagen steigenden Hochwassers noch verschlimmert hat.

In Lissabon wird nach neunstündigen Kämpfen der Versuch eines Militärputsches niedergeschlagen.

27.8.1931, Donnerstag

Reichskanzler Heinrich Brüning empfängt den Führer der Deutschnationalen, Alfred Hugenberg, zu einem dreistündigen Gespräch über die Lage der öffentlichen Finanzen.

Als erste Kommune geht der Kreis Dramburg (Hinterpommern) dazu über, zur Bezahlung von Gemeindesteuern Naturalleistungen anzunehmen.

Das deutsche Flugboot Dornier DO X landet nach mehr als neunmonatiger Reise über Amsterdam, Lissabon und Rio de Janeiro von Miami kommend in New York.

Bei den Rad-Weltmeisterschaften in Kopenhagen (22.- 30. 8.) wird der deutsche Fahrer Walter Sawall Steher-Weltmeister der Berufsfahrer.

28.8.1931, Freitag

In Berlin erklärt der führende KPD-Funktionär Hermann Remmele, seine Partei plane in absehbarer Zeit keinen bewaffneten Aufstand.

Karl Ritter von Halt übernimmt die Leitung der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik.

In Frankfurt am Main wird die Braunschweiger Schriftstellerin Ricarda Huch mit dem Goethepreis ausgezeichnet.

Mit der Trockenlegung des Wieringermeer-Polders ist der erste Abschnitt der Landgewinnung in der niederländischen Zuidersee beendet.

Die Bank von England erhält aus New York und Paris Anleihen in Höhe von jeweils 200 Millionen US-Dollar (rund 838 Millionen Reichsmark). Am 1. August hatte die Bank bereits Kreditzusagen von gleicher Seite in Höhe von insgesamt 100 Millionen Pfund (rund 1,2 Milliarden RM) erhalten.

Der preußische Ministerpräsident Otto Braun (SPD) ruft in Königsberg alle Republikaner auf, nach dem aus seiner Sicht positiven Ausgang des Preußen-Volksentscheids vom 8. August, die Gegner der Republik noch weiter zurückzuschlagen.

In einer Stellungnahme für den Genfer Völkerbund gibt Reichsaußenminister Julius Curtius Auskunft über die deutsche Rüstung.

29.8.1931, Samstag

Der indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi reist von Bombay zur Indienkonferenz nach London ab.

Die Generalversammlung der Dresdner Bank billigt in Dresden die Übereinkunft über die Erhöhung des Aktienkapitals auf 400 Millionen Reichsmark und die finanzielle Beteiligung des Reiches, über die am 31. Juli Einigung erzielt worden war.

30.8.1931, Sonntag

Brasilien verfügt ein Teilmoratorium für die Zahlung der Schuldzinsen.

Vor 30 000 Zuschauern im Berliner Poststadion werden Hein Müller im Schwergewicht und Hein Domgörgen (beide Köln) im Mittelgewicht Europameister der Berufsboxer.

In Paris enden nach achttägiger Dauer die III. Schwimm-Europameisterschaften. Der deutsche Rückenschwimmer Gerhard Deutsch sowie die Kunstspringer Olga Jordan (Nürnberg) und Ewald Riebschläger (Zeitz) sind siegreich.

31.8.1931, Montag

Mit einem von über 100 000 Menschen besuchten Festgottesdienst endet in Nürnberg der am 26. August eröffnete 70. Deutsche Katholikentag.

Ein Gericht in Kowno spricht den früheren litauischen Ministerpräsidenten Augustin Voldemaras vom Vorwurf des Hochverrats frei.

In Berlin hat der Film “Bomben auf Monte Carlo” von Hanns Schwarz mit Hans Albers und Heinz Rühmann in den Hauptrollen Premiere.