Was geschah im August 1933

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Wetterstationen August 1933

1.8.1933, Dienstag

Bei dem Versuch, Flugblätter für den Antikriegstag am 1. August zu verteilen, werden in Berlin 36 Kommunisten verhaftet.

In Altona werden die wegen Mordes an zwei SA-Leuten zum Tode verurteilten Kommunisten August Lüttgens, Walter Möller, Karl Wolff und Bruno Tesch enthauptet. Keinem der vier konnte die Tat nachgewiesen werden.

An der Universität Halle beginnt der erste rassehygienische Kurs für Ärzte.

2.8.1933, Mittwoch

Die preußische Staatsregierung billigt ein Strafvollzugsgesetz, das die Haftbedingungen verschärft.

Die SA-Gruppe Ostland in Königsberg gibt die Aufdeckung einer Kurierorganisation der illegalen KPD bekannt, die den Vertrieb der Zeitung “Echo des Ostens” betrieben hatte. Über 50 KPD-Mitglieder werden verhaftet, darunter der Hauptkassierer des Zentralkomitees der KPD, Walter Behling.

Nach 20monatiger Bauzeit gibt die Sowjetregierung die Eröffnung des Weißmeer-Ostsee-Kanals bekannt. Er verbindet auf einer Länge von 227 km den Onega-See mit dem Weißen Meer und wurde vorwiegend von Zwangsarbeitern ausgehoben.

3.8.1933, Donnerstag

In Brüssel endet ein am 30. Juli eröffneter Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Er stand im Zeichen des Kampfes gegen den Faschismus.

Die Wiener Polizei verhaftet 25 Personen, die mit der Tarnorganisation der “Gesellschaft für kulturelle Zusammenarbeit für Ost- und Südeuropa in Wien” die NSDAP fortführen wollten.

4.8.1933, Freitag

Nürnberg untersagt als erste größere deutsche Stadt Juden die Benutzung der öffentlichen Bäder sämtlicher städtischen Badeanstalten.

Als Reaktion auf die Verhaftungen von NSDAP-Anhängern am Vortag in Wien werden mehrere Österreicher aus dem Deutschen Reich ausgewiesen. Der Korrespondent der Wiener “Neuen Freien Presse” in Berlin, Paul Goldmann, wird verhaftet.

In Bayreuth endet eine am 1. August eröffnete illegale Tagung des Zentralkomitees des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands. Die 40 Teilnehmer beschließen die Gründung illegaler Zellen in den Lagern des Arbeitsdienstes und in den legalen Jugendverbänden.

Der Königsberger Student Kurt Schmidt stellt am Frischen Haff in Ostpreußen mit einer Flugzeit von 36,5 Stunden einen Weltrekord im Segelfliegen auf.

5.8.1933, Samstag

Der Ullstein-Verlag stellt das Erscheinen der Berliner Abendzeitung “Tempo” ein.

In der UdSSR werden 12 484 Strafgefangene entlassen, weiteren 59 516 wird ein Straf-Erlass gewährt.

Eine Statistik des französischen Innenministeriums beziffert die Zahl der deutschen Emigranten in Frankreich auf 40 000.

6.8.1933, Sonntag

Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden endet eine am 4. Juni eröffnete Führertagung der NSDAP. Reichskanzler Adolf Hitler bezeichnet die Arbeitsbeschaffung als wichtigste Aufgabe seiner Regierung, deren Erfüllung einen “Gewinn an Autorität” bedeute.

In Aachen endet der am 30. Juli eröffnete 16. Deutsche Studententag. Gerhard Krüger, der Führer der Deutschen Studentenschaft, fordert von seinen Kommilitonen, das Studium als eine “soldatische Pflicht” aufzufassen.

In der Pause einer Rundfunkübertragung von Richard Wagners “Die Meistersinger von Nürnberg” aus Bayreuth spricht Reichspropagandaminister Joseph Goebbels über Wagners Bedeutung für die Gegenwart. Sein Werk sei “wohlgeborgen” im Schutz der gegenwärtigen Reichsregierung.

In München gewinnt die Auswahl Bayerns den erstmals ausgespielten Hitler-Pokal gegen die Berliner Fußballauswahl 6:1 (0:0). 30 000 Zuschauer erbringen eine Einnahme von 65 000 Reichsmark für die von Adolf Hitler initiierte Stiftung “Opfer der Arbeit”.

7.8.1933, Montag

Der am 15. Dezember 1932 gegründete Kampfbund für gewerblichen Mittelstand der NSDAP wird aufgegliedert in die nationalsozialistische Handwerks-,Handels- und Gewerbeorganisation (Hago) und in den Gesamtverband des deutschen Handwerks, Handels und Gewerbes in der Deutschen Arbeitsfront.

Die Regierungen der USA und Haitis unterzeichnen einen Vertrag, der den Abzug der US-Truppen bis zum 1. Oktober 1934 vorsieht. Zur Unterdrückung von Unruhen waren im Juli 1915 US-Truppen in Haiti gelandet, das durch den Vertrag vom 16. September 1915 Protektorat der USA wurde.

Bei einem Schusswechsel an der deutsch-österreichischen Grenze bei Kufstein wird nach Angaben der österreichischen Polizei der Hilfspolizist Michael Schwaninger erschossen. Die Schüsse sollen Angehörige des deutschen Arbeitsdienstes abgegeben haben.

Die Kreisleitung Breslau der NSDAP verbietet geschminkten Frauen grundsätzlich den Zutritt zu ihren Parteiveranstaltungen.

Der SPD-Funktionär Felix Fechenbach, 1918 Sekretär des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) und 1922 wegen angeblichen Landesverrats zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt, wird bei der Überführung von Detmold nach Dachau bei Warburg (Westfalen) von seinen Bewachern “auf der Flucht erschossen”.

Die deutsche Reichsregierung weist die Einsprüche Frankreichs und Großbritanniens gegen ihre antiösterreichische Propaganda zurück.

8.8.1933, Dienstag

Vier prominente frühere Rundfunkangestellte und drei führende Funktionäre der SPD werden ins Konzentrationslager Oranienburg gebracht.

Vor dem Danziger Volkstag würdigt Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP) das am 5. August unterzeichnete Abkommen mit Polen. Darin verpflichtet sich Warschau, den polnischen Güterumschlag über den Danziger Hafen zu erhöhen. Ferner wird u.a. die gegenseitige Anerkennung der Schulabschlüsse und das Recht der polnischen Minderheit zum Gebrauch ihrer Sprache im Verkehr mit Behörden vereinbart.

9.8.1933, Mittwoch

Aufgrund einer Weisung des preußischen Kultusministers Bernhard Rust wird das am 29. Juni für KPD-Anhänger ergangene Verbot des Hochschulbesuchs auch auf “marxistisch und antinational” eingestellte Studenten ausgedehnt.

Ein Erlass des preußischen Innenministeriums sieht die Nichtbestätigung von neugewählten Gemeindebeamten vor, die mit nichtarischen Frauen verheiratet sind.

Der am 28. Februar emigrierte deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht kauft ein Haus in Skovsbostrand bei Svendborg auf der dänischen Insel Fünen. Brecht lebt dort bis April 1939.

10.8.1933, Donnerstag

In der Städtischen Galerie in München wird eine Ausstellung mit Werken des norwegischen Zeichners Olaf Gulbransson aus politischen Gründen geschlossen.

Im Namen des Lehrerkollegiums erklärt Ludwig Mies van der Rohe in einem Brief an die Studierenden das 1919 gegründete Bauhaus für aufgelöst.

Bei einer Großrazzia in München werden 68 Funktionäre der illegalen KPD verhaftet und ins KZ Dachau gebracht.

Das Konzentrationslager Breslau-Dürrgoy wird aufgelöst. Die 343 Schutzhäftlinge, darunter seit dem 4. August auch der frühere Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD), werden in ein neues Lager bei Osnabrück abtransportiert.

11.8.1933, Freitag

Der evangelische Landesbischof von Mecklenburg-Schwerin, Heinrich Rendtorff, der am 2. Mai 1933 der NSDAP beigetreten war, wird aufgrund von kritischen Äußerungen über die Partei von der Landesregierung gezwungen, seine Beurlaubung einzureichen.

Bei der IV. Internationalen Lehrerkonferenz in Santander (Spanien) werden die reichsdeutschen Delegierten ausgeschlossen, weil sie nach Auflösung der freien Gewerkschaften keine freien Erzieherverbände vertreten.

12.8.1933, Samstag

Der rund 2000 Einwohner zählende Ort Sczedrzik im Landkreis Oppeln wird in Hitlersee umgetauft. Es ist die erste nach Adolf Hitler benannte Gemeinde.

Als Reaktion auf den am 7. August begonnenen Generalstreik flüchtet der seit 1925 amtierende Präsident Kubas, Gerardo Machado y Morales, auf die Bahamas. Provisorischer Staatspräsident wird Oberst Carlos Manuel de Céspedes y Ortiz.

Der italienische Luftfahrtminister Marschall Italo Balbo und sein Flugbootgeschwader landen nach ihrer spektakulären Atlantiküberquerung wieder in Rom.

13.8.1933, Sonntag

In New York findet zum 40. Mal ein Deutscher Tag statt, an dem rund 300 000 deutschstämmige US-Bürger teilnehmen. Wegen der Weigerung der Veranstalter, neben der schwarzweißroten auch die Hakenkreuzflagge zu zeigen, nimmt der deutsche Generalkonsul nicht teil.

In Hamburg enden die am 5. August eröffneten Internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland. In den Einzelfinals und im Mixed siegen die deutschen Spitzenspieler Hilde Krahwinkel und Gottfried von Cramm.

In Köln gehen die zweitägigen Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Männer zu Ende.

Der Österreicher Gregor Hradetzky wird Deutscher Meister im Faltbootfahren.

14.8.1933, Montag

Die in Wien erscheinende christlichsoziale Zeitung “Reichspost” veröffentlicht Dokumente über die Einflussnahme der Berliner NSDAP-Führung auf die illegale Parteiarbeit in Österreich.

Bei den Weltmeisterschaften (11. 15. 8.) der Radsportler in Frankreich gewinnt der Franzose Georges Speicher das Straßenrennen der Berufsfahrer.

15.8.1933, Dienstag

Im Zuge einer großangelegten Luftschutzkampagne beginnt in Berlin eine Entrümpelungsaktion auf Dachböden als Maßnahme zum Schutz vor Brandbomben.

Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen und NSDAP-Gauleiter Erich Koch meldet die Provinz als arbeitslosenfrei. Die Erwerbslosen sind unter großem Propagandaaufwand zu meist überflüssigen und schlecht bezahlten Erdarbeiten zwangsverpflichtet worden.

16.8.1933, Mittwoch

Das Geheime Staatspolizeiamt für Preußen in Berlin gibt die Festnahme der KPD-Funktionäre Walter Dittberner und Karl Pinnow bekannt. In Bremen werden 81 Funktionäre der illegalen KPD verhaftet.

Die Landesverbände des monarchistisch orientierten Frauenbundes Königin Luise werden in die Regionalverbände der NS-Frauenschaft überführt.

Die Regierung Österreichs ermöglicht durch eine Gesetzesänderung die Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft als Sanktion gegen staatsfeindliche Handlungen im Ausland. Dies richtet sich vor allem gegen emigrierte Angehörige der illegalen NSDAP.

Der italienische Passagierdampfer “Rex” erzielt mit dem Stundenmittel von 28,92 Knoten (53,56 km/h) eine Rekordzeit auf der Südroute des transatlantischen Schiffsverkehrs. Die “Rex” wird dafür mit dem “Blauen Band” ausgezeichnet.

17.8.1933, Donnerstag

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels beruft Rainer Schloesser, den kulturpolitischen Schriftleiter des “Völkischen Beobachters”, zum Reichsdramaturgen in sein Ministerium. Am Tag zuvor war der Schauspieler Werner Krauss zum stellvertretenden Präsidenten der Reichstheaterkammer ernannt worden, die von Otto Laubinger geführt wird.

18.8.1933, Freitag

Im Bezirk Tempelhof wird die erste öffentliche Luftschutzübung in Berlin durchgeführt. Erprobt wird die Bekämpfung von Giftgasbomben.

In Berlin beginnt die bis zum 27. August dauernde 10. Große Deutsche Funk-Ausstellung, in deren Mittelpunkt der Volksempfänger VE 301 steht.

Auf Weisung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré, wird die Operette “Der fidele Bauer” von Leo Fall im Deutschen Reich nicht mehr aufgeführt. Bei einer Aufführung in Bad Wörishofen hatte Darré an dem Stück Anstoß genommen wegen “der satirisch-abfälligen Behandlung des Bauerntums” und der überspitzten Hervorhebung von Klassenunterschieden.

19.8.1933, Samstag

Auf Weisung des Polizeipräsidenten wird in allen Gaststätten Erfurts den Frauen das Rauchen verboten.

Auf Weisung des Geheimen Staatspolizeiamtes wird das Erscheinen der “Jüdischen Rundschau” bis zum 15. Februar 1934 verboten. Zum 25. August wird das Verbot wieder aufgehoben.

Auf einer Führertagung von SA, SS und Stahlhelm in Bad Godesberg bekräftigt Reichskanzler Adolf Hitler die militärische Präferenz der Reichswehr und lehnt jede “Germanisierung” fremder Rassen ab.

20.8.1933, Sonntag

In Brandenburg an der Havel wird im dortigen Zuchthaus ein Lager für politische Gefangene eingerichtet. Wegen seiner Baufälligkeit war das Zuchthaus schon längere Zeit unbenutzt geblieben.

Unter Hinweis auf die parteiinterne Kritik erklärt Friedrich Stampfer im “Neuen Vorwärts”, die Exilführer der SPD wollten einer gründlichen Untersuchung der Gründe für den Zusammenbruch der Partei keinesfalls ausweichen.

In Riccione (Italien) endet ein zweitägiges Treffen zwischen Österreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß und Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini. Das Thema der Gespräche war Italiens Beitrag zum Erhalt der Unabhängigkeit Österreichs.

In Paris entsteht durch Verschmelzung des 1932 gegründeten Weltkomitees gegen den imperialistischen Krieg und des im Juni 1933 ins Leben gerufenen Zentralkomitees der Antifaschistischen Arbeitervereinigung Europas das KP-nahe Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus unter Leitung von Henri Barbusse.

In Weimar enden die am Vortag begonnenen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Frauen.

Bei den ersten Kanu-Europameisterschaften in Prag gewinnen die deutschen Teilnehmer vier Gold-, zwei Silber- und sechs Bronzemedaillen.

21.8.1933, Montag

Die Regierung des Freistaats Irland erklärt die rechtsextreme Nationalgarde für illegal.

Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, führt bis auf weiteres auch die NS-Frauenschaft.

22.8.1933, Dienstag

Der KPD-Funktionär Franz Stenzer aus Pasing, Instrukteur der illegalen KPD in Süddeutschland, wird im Konzentrationslager Dachau “auf der Flucht erschossen”. Stenzer war seit Ende Mai in Haft.

Zum 1. September wird das Singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes in preußischen Gaststätten wegen der Gefahr des Missbrauchs verboten.

Zur “Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung” verbietet das Geheime Staatspolizeiamt die in Berlin erscheinende “C.V.-Zeitung”, das Organ des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bis zum 2. September.

Auf Weisung des Reichsstandes der Deutschen Industrie, vertreten durch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, wird in allen angeschlossenen Betrieben der “Deutsche Gruß” verbindlich.

23.8.1933, Mittwoch

Das Reichsinnenministerium entzieht 33 emigrierten Gegnern des NS-Staates ihre deutsche Staatsbürgerschaft. Die erste Ausbürgerungsliste wird am 25. August im Reichs- und preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht.

Der am 1. August verhaftete indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi wird aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes aus der Haft entlassen.

24.8.1933, Donnerstag

Im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg werden auf Weisung der Staatspolizeistelle Dortmund die Radiogeräte von KPD-Sympathisanten beschlagnahmt, mit denen Auslandssender empfangen werden können. Dies soll das Abhören von Radio Moskau unterbinden.

25.8.1933, Freitag

In Paris endet eine am 21. August eröffnete Konferenz der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Die Delegierten fordern u.a. zum Kampf gegen den Faschismus auf.

Der frühere SPD-Reichstagsabgeordnete Karl Hildenbrand wird in Berlin-Steglitz verhaftet. In und um Dresden nimmt die Polizei 95 Funktionäre und Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei fest.

Das “Prager Tagblatt” veröffentlicht Angaben der Exil-SPD zur Zahl der Konzentrationslager. Demnach gibt es im Reichsgebiet 65 KZ mit rund 45 000 Häftlingen. Die größten sind Dachau mit rund 3500 sowie Oranienburg, Osnabrück und Heuberg (Württemberg) mit je etwa 2000 Häftlingen.

26.8.1933, Samstag

Der Erlass des preußischen Kultusministers Bernhard Rust über die Beziehungen zwischen Schule und Hitlerjugend (HJ) erklärt die HJ neben Schule und Elternhaus zur dritten Erziehungsinstanz.

Bei Eragny südlich von Pontoise (Frankreich) endet eine Blockade der Oise durch über 200 Schleppkähne. Die Schiffer protestieren gegen eine Bevorzugung der schnelleren Motorkähne durch die Wasserstraßenordnung.

27.8.1933, Sonntag

Bei der Tannenbergfeier zur Erinnerung an den deutschen Sieg über die russische Armee 1914 gibt Reichskanzler Adolf Hitler die Übertragung der Domänen Langenau und Forst Preußenwald auf das Gut Neudeck des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg bekannt. Solange es sich in Familienbesitz befindet, bleibt es abgabenfrei.

Im Damen-Endspiel der Internationalen Tennis-Meisterschaften der USA in Forest Hills muss die siebenfache Meisterin Helen Wills-Moody aufgrund einer Zerrung beim Stand von 6:8, 6:3, 0:3 gegen Helen Jacobs (beide USA) aufgeben.

28.8.1933, Montag

In Paris endet die am Vortag begonnene Konferenz unabhängiger sozialistischer Parteien. Die 39 Delegierten aus elf Ländern erzielen keine Einigung über die Gründung einer neuen Internationale und berufen zunächst eine Kommission.

29.8.1933, Dienstag

In Essen wird die illegale Führung der kommunistischen Roten Hilfe für das Ruhrgebiet von der Polizei ausgehoben. Leiter der Organisation waren Herta Geffke und Bernhard Saritzki.

30.8.1933, Mittwoch

In Marienbad (Tschechoslowakei) wird der emigrierte deutsche Philosoph Theodor Lessing Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags.

Der seit Juni im Gefängnis in Innsbruck einsitzende NSDAP-Gauleiter für Tirol und Vorarlberg, Franz Hofer, wird von drei Gesinnungsgenossen befreit. Ihnen gelingt die Flucht nach Italien.

In Prag endet die Generaldebatte des am 21. August eröffneten 18. Zionistenkongresses. Am 24. August forderte der Kongress vom Völkerbund, sich für die Wiederherstellung der Rechte der deutschen Juden und für eine Erhöhung der jüdischen Einwanderung nach Palästina einzusetzen. Ein Antrag der von Vladimir Jabotinsky geführten Revisionisten, zum Boykott gegen Deutschland aufzurufen, findet keine Mehrheit.

31.8.1933, Donnerstag

In Fulda endet eine am 29. August eröffnete Plenarkonferenz der deutschen katholischen Bischöfe. Die Oberhirten sprechen sich in einem Schreiben an den Vatikan für eine baldige Ratifizierung des Konkordats aus und bringen zugleich ihre Sorge um den Erhalt der katholischen Vereine und der katholischen Presse zum Ausdruck.

In Salzburg enden die am 28. Juli eröffneten Festspiele.