Was geschah im August 1945

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Wetterstationen August 1945

1.8.1945, Mittwoch

Die deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße werden mit Ausnahme des Nordteils von Ostpreußen unter polnische Verwaltung gestellt.

Der Bremer Senator für Wohlfahrt, der Sozialdemokrat Wilhelm Kaisen, wird zum Präsidenten des Senats der Stadt ernannt.

In Frankfurt am Main erscheint als erste von der US-amerikanischen Besatzungsmacht lizenzierte Zeitung die “Frankfurter Rundschau”.

Die schweizerische Regierung in Bern gibt die Demobilisierung der Armee des Landes bekannt.

2.8.1945, Donnerstag

Auf Schloss Cecilienhof in Potsdam endet die sog. Potsdamer Konferenz, an der US-Präsident Harry Spencer Truman, der britische Premierminister Clement Richard Attlee und der sowjetische Staats- und Parteichef Josef W. Stalin teilgenommen haben.

Im Berliner Postverkehr wird die Benutzung der deutschen (Sütterlin-)Schrift von der alliierten Kommandantur der Stadt verboten.

In Südamerika stellt ein US-Flugzeug vom Typ “Shooting Star” (Sternschnuppe) einen Geschwindigkeitsrekord auf: Der düsengetriebene Jäger legt eine 950 km lange Strecke in nur 62 Minuten zurück; das entspricht 917 km/h.

3.8.1945, Freitag

Die französische Regierung beginnt in Deutschland mit der Anwerbung von Fremdarbeitern zum Wiederaufbau ihrer kriegsgeschädigten Industrie.

In Berlin erscheint die erste Ausgabe des Parteiorgans der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands, “Der Morgen”; die Zeitung wird mit sowjetischer Lizenz herausgegeben.

Nach Angabe des US-Admirals Chester William Nimitz sind als Blockademaßnahme sämtliche japanischen und koreanischen Häfen von den USA vermint worden.

4.8.1945, Samstag

In Berlin nimmt das American Forces Network (AFN), der Militärsender für die US-amerikanischen Truppen in der Stadt, seinen Sendebetrieb auf.

Bei einer Großrazzia im US-amerikanischen Sektor Berlins arbeiten erstmals deutsche Polizisten mit US-Armeeangehörigen zusammen.

Im Hafen der südfranzösischen Stadt Toulon ist das französische 25 000 t-Schlachtschiff “Strasbourg” wieder einsatzbereit gemacht worden. Es war 1942 zusammen mit 60 weiteren Schiffen von der französischen Armee angesichts der herannahenden deutschen Wehrmacht dort versenkt worden.

5.8.1945, Sonntag

In München findet eine Trauerfeier für die Opfer des Konzentrationslagers Dachau statt, bei der die Urnen von 4111 ums Leben gekommenen Häftlingen beigesetzt werden.

In Berlin ordnet das Hauptamt für Arbeitseinsatz an, alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren zum Arbeitseinsatz heranzuziehen. Sie sollen bei einer Bezahlung von 72 Pfennigen pro Tag sechs bis acht Stunden bei der Trümmerbeseitigung helfen.

6.8.1945, Montag

Die US-Luftwaffe wirft über der japanischen Stadt Hiroshima die erste Atombombe ab. Dabei sterben etwa 110 000 Menschen, rund 80% der Stadt werden völlig zerstört.

In einer Rundfunkansprache an das deutsche Volk legt der US-amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Dwight D. Eisenhower die Grundlagen der Besatzungspolitik der USA in Deutschland dar.

7.8.1945, Dienstag

Die provisorische französische Regierung erklärt sich mit dem Inhalt des Potsdamer Protokolls vom 2. August mit Ausnahme der Abschnitte, die sich auf die Erhaltung der Einheit Deutschlands beziehen, einverstanden.

Der frühere deutsche Reichstagsabgeordnete Reinhold Maier erhält von der US-Militärregierung den Auftrag zur Bildung einer Regierung für das Land Württemberg-Baden.

In der britischen Besatzungszone Deutschlands sind bislang 700 000 deutsche Kriegsgefangene entlassen worden, darunter rund 18 000 Bergleute und 25 000 Landarbeiter.

In Berlin wird die erste Zigarettenration seit Kriegsende ausgegeben; jeder empfangsberechtigte Einwohner erhält zunächst zwölf Zigaretten.

8.8.1945, Mittwoch

Vertreter der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs (USA, Großbritannien, UdSSR und Frankreich) beschließen in London die Einrichtung eines Internationalen Militärgerichtshofes zur Aburteilung deutscher Kriegsverbrecher.

Die UdSSR erklärt Japan den Krieg und lässt ihre Truppen in Korea und in die Mandschurei einmarschieren.

Auf einer Pressekonferenz in London wendet sich der jugoslawische König Peter II. Karadordevic scharf gegen die Ankündigung von Ministerpräsident Marschall Josip Tito, Jugoslawien in eine Republik umzuwandeln.

Der Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands in der Sowjetzone wählt den Schriftsteller Johannes R. Becher zu seinem Präsidenten; Generalsekretär wird Heinz Willmann.

In Berlin gibt die US-amerikanische Besatzungsmacht die erste Ausgabe der “Allgemeinen Zeitung” heraus.

9.8.1945, Donnerstag

Die US-amerikanische Luftwaffe wirft eine zweite Atombombe über Japan ab: In Nagasaki sterben 36 000 Menschen, 40 000 werden verletzt.

In Berlin wird das Wasser wieder gechlort, um eine Verbreitung von Seuchen zu verhindern.

In der schweizerischen Hauptstadt Bern erklären die Baseler Handelsbank und die Bundesbank in Chur ihre Zahlungsunfähigkeit. Die beiden Banken hatten große Kapitalmengen in Deutschland investiert und sind jetzt durch die Einstellung des deutsch-schweizerischen Zahlungsverkehrs in Schwierigkeiten gekommen.

In Frankfurt am Main wird die Getreidebörse wiedereröffnet. Damit ist die traditionsreiche Frankfurter Börse zumindest teilweise wieder in Betrieb.

Die Streitkräfte der Sowjetunion beginnen in der Mandschurei eine Offensive gegen die japanische Kwantung-Armee.

In Misburg bei Hannover hat kürzlich die größte Erdölraffinerie Deutschlands die Produktion aufgenommen. Die während des Zweiten Weltkriegs durch 13 Bombenangriffe fast völlig zerstörte Deurag erzeugt bereits wieder eine Million Liter Brenn- und Treibstoff.

10.8.1945, Freitag

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland bezieht in Berlin im ehemaligen Gebäude des Volksgerichtshofes sein neues Domizil; gleichzeitig gibt er sich ein Organisationsstatut.

Die japanische Regierung unterbreitet den Alliierten ein Kapitulationsangebot, in dem als Bedingung für ein Strecken der Waffen u.a. gefordert wird, Kaiser Hirohito als souveränen Herrscher Japans anzuerkennen.

In München öffnet erstmals wieder seit Kriegsende die Börse ihre Pforten.

Die französische Besatzungsmacht erlaubt in ihrer Zone die erste deutsche Zeitung. Das “Badener Tageblatt” soll zweimal wöchentlich in Baden-Baden erscheinen.

In Berlin findet die deutsche Erstaufführung des sowjetischen Spielfilms “Iwan der Schreckliche” (Iwan Grosny; Regie: Sergei M. Eisenstein) statt.

In München wird erstmals das neue Heilmittel Penicillin von den US-Militärbehörden zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten zur Verfügung gestellt.

11.8.1945, Samstag

Die Alliierten billigen das japanische Kapitulationsangebot und fordern, dass Kaiser Hirohito für die Durchführung der Potsdamer Kapitulationsbeschlüsse verantwortlich sein soll.

In Belgrad beschließt das provisorische jugoslawische Parlament eine allgemeine Amnestie. Den Angehörigen der gegen Marschall Josip Tito kämpfenden jugoslawischen Organisationen wird Straffreiheit versprochen.

In Nordchina schließen sich die kommunistischen Truppen unter dem Befehl von Mao Zedong der sowjetischen Offensive an und nähern sich den Städten Schanghai und Nanking.

Auf Anordnung der örtlichen US-Besatzungsbehörden müssen in Mannheim künftig alle ehemaligen Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei einen Tag in der Woche unentgeltlich Aufräumungsarbeiten leisten.

12.8.1945, Sonntag

Im Gebäude des Berliner Rundfunks findet die erste Großkundgebung der Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien in der sowjetischen Zone statt.

Die Ergebnisse der ersten Volkszählung in Berlin seit dem Krieg werden bekanntgegeben: Danach beträgt die Einwohnerzahl der Stadt derzeit 2 807 405 gegenüber 4 338 756 im Jahre 1939.

Eine US-amerikanische Marineexpedition beginnt in Nordalaska mit dem Bau eines Bohrturms; Wissenschaftler vermuten dort große Ölvorkommen, die zur Sicherung des Ölbedarfs der Vereinigten Staaten ausgebeutet werden sollen.

13.8.1945, Montag

In Paris beschließt die französische Regierung die Entrichtung einer bis zu 20% hohen Vermögensabgabe, die dem Wiederaufbau des Landes dienen soll.

Die Schweizer Regierung gewährt Italien einen Kredit über 80 Millionen Schweizer Franken. Im Gegenzug erhält die Schweiz ein Nutzungsrecht für die Häfen von Genua und Savona.

Der deutsche Schriftsteller Walter von Molo fordert in einem offenen Brief den 1933 emigrierten deutschen Literaturnobelpreisträger Thomas Mann zur baldigen Rückkehr nach Deutschland auf.

14.8.1945, Dienstag

In Berlin gründet der ehemalige Boxeuropameister im Schwergewicht, Arno Kölblin, die “Gruppe Berufsboxsport”, die einen Neuaufbau des deutschen Boxsports organisieren soll.

In Paris wird Marschall Philippe Pétain, der Präsident des während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg in Vichy residierenden Regimes, wegen Kollaboration mit den Deutschen zum Tode verurteilt.

In der britischen Besatzungszone Deutschlands werden verschiedene Parteien wieder zugelassen.

Die japanische Regierung in Tokio nimmt die Kapitulationsbedingungen der Alliierten an und tritt zurück. Neuer Regierungschef wird am 17. August Prinz Norihiko Higaschikuni.

15.8.1945, Mittwoch

In den USA und in Großbritannien wird der “VJ-Day” (VJ = Victory over Japan), der Sieg über Japan gefeiert.

Vor einem Wiener Gericht beginnt der erste Kriegsverbrecherprozess in Österreich. Angeklagt wegen 102fachen Mordes sind vier ehemalige Angehörige der “Sturmabteilung” (SA).

Der Rhein zwischen Köln und Mainz wird wieder für die Schifffahrt freigegeben.

Der japanische Kaiser Hirohito befiehlt in einer Rundfunkansprache allen Streitkräften seines Landes die sofortige Feuereinstellung.

16.8.1945, Donnerstag

Zwischen Polen und der UdSSR wird ein Grenzvertrag unterzeichnet, der die polnische Ostgrenze auf die 1920 festgelegte “Curzon-Linie” festschreibt.

In Österreich wird der Reiseverkehr zwischen den drei westlichen Besatzungszonen für Zivilpersonen freigegeben.

Die Berliner Polizei nimmt bei einer Großrazzia gegen Schwarzhändler am Brandenburger Tor rund 1000 Personen fest.

US-Militärangehörige entdecken in Nürnberg unter den Trümmern eines Hauses die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die von den Nationalsozialisten aus der Schatzkammer der Wiener Hofburg nach Nürnberg geschafft worden war.

17.8.1945, Freitag

In Groß-Felda bei Alsfeld (Hessen) finden Offiziere des US-Nachrichtendienstes in einer Scheune 2000 kg Personalakten der “Schutzstaffel” (SS).

General Achmed Sukarno, der Führer der Freiheitsbewegung Indonesiens, ruft in Jakarta die Unabhängigkeit des Landes aus.

18.8.1945, Samstag

Der deutsche Schriftsteller Frank Thieß fordert in einem in der “Münchener Zeitung” veröffentlichten Artikel Verständnis für diejenigen Künstler, die nach 1933 im Deutschen Reich geblieben waren und nicht den Weg der Emigration wählten.

19.8.1945, Sonntag

Auf der Insel Ie Schima treffen japanische Unterhändler mit dem US-amerikanischen Oberkommando zusammen, um über die Landung von Truppen der Vereinigten Staaten auf der japanischen Hauptinsel Hondo zu sprechen.

20.8.1945, Montag

Die britische Regierung kündigt die Beschleunigung der Demobilisierung der britischen Streitkräfte an; pro Monat sollen ab sofort rund 170 000 Soldaten ins Zivilleben entlassen werden.

In der australischen Hauptstadt Canberra beschließt die Regierung des Landes, insgesamt 17 000 Waisenkinder aus ganz Europa im Alter zwischen sechs und 14 Jahren aufzunehmen.

In New York stirbt der österreichische Schriftsteller Alexander Roda Roda (* 13. April 1897, Puszta Zdenci/Slawonien).

21.8.1945, Dienstag

Die katholischen Bischöfe Deutschlands treten in Fulda unter dem Vorsitz des Kölner Erzbischofs Josef Frings zur ersten Bischofskonferenz seit Kriegsende zusammen.

Das japanische Oberkommando in der Mandschurei ergibt sich den angreifenden sowjetischen Truppen.

22.8.1945, Mittwoch

In der US-Hauptstadt Washington legt der Ministerpräsident der provisorischen französischen Regierung, General Charles de Gaulle, seine Forderung nach Abtretung des Rheinlands und Angliederung des Saarlands an Frankreich sowie nach einer Internationalisierung des Ruhrgebiets vor.

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland gestattet in ihrer Zone die Bildung von Gewerkschaften und Betriebsräten.

Die britische Besatzungsmacht in Deutschland legt in Bremen einen Bericht über das “Bandenunwesen” ehemaliger ins Deutsche Reich verschleppter Zwangsarbeiter vor.

Sowjetische Einheiten landen in der Stadt Port Arthur (Mandschurei) und auf den Kurileninseln.

23.8.1945, Donnerstag

Mit einem sinfonischen Konzert wird die Deutsche Staatsoper im während des Krieges unzerstört gebliebenen Berliner Admiralspalast feierlich wiedereröffnet.

In der französischen Hauptstadt Paris endet nach 14-tägiger Dauer die Viermächtekonferenz der UdSSR, der USA, Frankreichs und Großbritanniens über die 1940 von Spanien besetzte internationale Zone von Tanger (Marokko). Spanien muss das Gebiet räumen.

Die deutsche katholische Bischofskonferenz veröffentlicht in Fulda ein Schuldbekenntnis, in dem sie die Mitverantwortung vieler Deutscher an den Naziverbrechen eingesteht.

Nationalchinesische Streitkräfte unter Marschall Chiang Kai-shek besetzen Nanking und Schanghai.

24.8.1945, Freitag

In Berlin wird das erste Nachkriegskursbuch der Deutschen Reichsbahn herausgegeben; es hat einen Umfang von insgesamt 25 Seiten.

Das US-amerikanische Kriegsministerium in Washington gibt bekannt, dass alle 400 000 deutschen Kriegsgefangenen, die sich in den Vereinigten Staaten befinden, bis Anfang 1946 in ihre Heimat zurückkehren sollen.

In London beschließt das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Mitglieder des IOC schriftlich über den Austragungsort der nächsten Olympischen Spiele zu befragen.

25.8.1945, Samstag

Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland wird in der Sowjetzone mit den Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs einschließlich der Ausarbeitung neuer Lehrpläne begonnen.

In der bayerischen Ortschaft Teisendorf entdecken Angehörige der US-amerikanischen Besatzungstruppen ein geheimes Lager mit 3600 Kisten dringend benötiger Medikamente das von der I.G. Farbenindustrie während des Zweiten Weltkriegs angelegt worden war.

26.8.1945, Sonntag

Sowjetische Landungstruppen beenden nach vier Tagen die Besetzung der Kurileninseln.

Die US-amerikanische Militärverwaltung in Berlin ordnet für ihren Stadtsektor die Impfung der gesamten Bevölkerung gegen Typhus an; die drei anderen Besatzungsmächte schließen sich dieser Vorsorgemaßnahme an.

In Beverly Hills im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien stirbt der 1938 emigrierte österreichische Schriftsteller Franz Werfel (* 10.9. 1890, Prag).

27.8.1945, Montag

In der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt wird der Politiker Diego Martínez Barrio von im Exil lebenden Vertretern der republikanischen Parteien Spaniens zum Exilpräsidenten von Spanien gewählt.

Die bisher geltenden Reisebeschränkungen für die deutsche Bevölkerung in der US-amerikanischen Besatzungszone werden aufgehoben.

Die US-amerikanische Besatzungsmacht in Deutschland gestattet den deutschen Parteien in ihrer Zone die Aufnahme der politischen Tätigkeit auf Kreisebene.

Auf Befehl der sowjetischen Besatzungsbehörden in Deutschland müssen sich alle ehemaligen Angehörigen der deutschen Wehrmacht vom Range eines Leutnants an registrieren lassen.

28.8.1945, Dienstag

Der frühere Reichstagsabgeordnete der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Kurt Schumacher, formuliert mit den “Politischen Richtlinien” ein erstes Programm für die Sozialdemokratie in den Westzonen Deutschlands, worin er sich für eine Verbindung von Demokratie und Sozialismus ausspricht.

Die sowjetischen Verbände schließen die Besetzung des Südteils der japanischen Insel Sachalin ab.

Dem deutschen Physiker Max Planck wird der diesjährige Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main verliehen; weil keine Eisenbahnzüge verkehren, kann der in Göttingen lebende Planck den Preis jedoch nicht selbst in Empfang nehmen.

29.8.1945, Mittwoch

Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands in der sowjetischen Zone, die “Deutsche Volkszeitung”, startet mit ihrer heutigen Ausgabe eine Kampagne zur Durchführung einer Bodenreform in der Sowjetzone.

In der britischen Besatzungszone Deutschlands werden die ehemaligen Generalfeldmarschälle der deutschen Wehrmacht, Walter von Brauchitsch und Erich von Manstein, von den Besatzungsbehörden verhaftet.

30.8.1945, Donnerstag

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland gibt in Berlin die sog. Proklamation Nr. 1 heraus, in der er die Grundzüge seiner künftigen Arbeit festlegt.

Das Saarland wird von der französischen Besatzungszone Deutschlands abgetrennt und einem französischen Hochkommissariat unterstellt.

Das ehemalige nationalsozialistische Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar wird von der sowjetischen Besatzungsmacht in Deutschland als Internierungslager betrieben.

US-amerikanische Streitkräfte besetzen die japanische Stadt Yokohama und die Umgebung von Tokio.

31.8.1945, Freitag

Führende Repräsentanten der evangelischen Kirche in Deutschland treten in Treysa zu ihrer ersten Konferenz seit Kriegsende zusammen. Bei diesem Treffen beschließen sie die Einrichtung eines Rates der Evangelischen Kirchen Deutschlands.

US-amerikanische Truppen ziehen in Tokio ein.