Was geschah im August 1946

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1.8.1946, Donnerstag

Auf Veranlassung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland wird im Ostsektor Berlins die Deutsche Verwaltung des Inneren gegründet. Die Leitung des Amtes übernimmt Erich Reschke.

Auf der Pazifikinsel Celebes endet eine Konferenz über die Zukunft der niederländischen Kolonien im Südpazifik, an der seit dem 16. Juli Vertreter der betroffenen Gebiete und Abgesandte der niederländischen Regierung teilgenommen haben. Es wird die Gründung der “Vereinigten Staaten von Indonesien”, bestehend aus Sumatra, Java, Borneo und Bali, beschlossen.

Im sowjetischen Sektor von Berlin wird die Akademie der Wissenschaften wiedereröffnet.

Bei einem Schwimmfest in der niederländischen Stadt Den Haag stellt Nellie van Vliet (Niederlande) mit einer Zeit von 1:19,0 min einen Weltrekord über 100 m Brustschwimmen auf.

2.8.1946, Freitag

In der Münchener “Neuen Zeitung” erscheint ein offener Brief des in der Schweiz lebenden deutschen Schriftstellers Hermann Hesse, in dem er eine Rückkehr nach Deutschland ablehnt.

Die sowjetische Besatzungsmacht in Österreich richtet in Wien eine Außenstelle der sowjetischen Staatsbank ein die den Zahlungsverkehr der sowjetisch kontrollierten Unternehmen in Österreich abwickeln soll.

In Moskau wird der sowjetische General Andrej A. Wlassow hingerichtet. Er war 1942 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten und hatte in der Folgezeit Rotarmisten zum Überlaufen aufgefordert sowie eine Freiwilligenarmee aus sowjetischen Kriegsgefangenen zum Sturz der Sowjetregierung gebildet. 1945 wurde er von US-Truppen gefangengenommen und an die UdSSR ausgeliefert.

In der belgischen Hauptstadt Brüssel stellt Ministerpräsident Kamiel Huysmans von der sozialistischen Partei sein neues Kabinett vor, dem Sozialisten, Kommunisten und Liberale angehören. Huysmans löst seinen Parteifreund Achille van Acker ab.

Auf der seit dem 15. Juli in London tagenden Konferenz über die Vertretung deutscher Patente, an der u.a. Delegationen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden teilnehmen, wird ein Abkommen geschlossen, das die unentgeltliche Nutzung deutscher Patente in den Unterzeichnerstaaten vorsieht.

3.8.1946, Samstag

In einem Boxkampf um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht schlägt der Herausforderer Hein ten Hoff in Hamburg vor 30 000 Zuschauern den Titelverteidiger Walter Neusel in zwölf Runden nach Punkten.

Der bayerische Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eröffnet in München die erste Exportschau der bayerischen Wirtschaft seit Kriegsende, an der sich über 4000 Firmen beteiligen.

Vom Automobilwerk Fallersleben (Wolfsburg) werden die ersten Personenwagen der Marke Volkswagen an deutsche Behörden ausgeliefert; bislang hatte das Werk nur für britische Militärdienststellen produziert.

Das Hauptquartier der britischen Mandatstruppen in Palästina mit Sitz in Jerusalem gibt den Abschluss einer Fahndungsaktion gegen jüdische Untergrundkämpfer bekannt, in deren Verlauf rund 1400 Männer und Frauen verhaftet worden sind.

Das britische Unterhaus in London beschließt die Aufhebung des Eheverbots für britische Soldaten und Frauen aus den früheren Feindstaaten Großbritanniens.

4.8.1946, Sonntag

Der Ministerpräsident von Groß-Hessen Karl Hermann Geiler, legt in Stuttgart dem Länderrat der US-amerikanischen Besatzungszone Deutschlands “Vorschläge für den organisatorischen Aufbau bei einer Vereinheitlichung von Besatzungsgebieten” zur Diskussion vor.

5.8.1946, Montag

In Bonn stirbt der deutsche Zentrumspolitiker und frühere Reichskanzler Wilhelm Marx (* 15.1. 1863, Köln).

Zwischen Hannover und Berlin wird ein regelmäßiger Interzonen-Linienbusverkehr aufgenommen. Die Fahrzeit beträgt einschließlich der Grenzkontrollen sechs Stunden.

Von Frankfurt am Main aus wird der von der nationalsozialistischen deutschen Regierung während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmte Goldschatz der ungarischen Nationalbank in die ungarische Hauptstadt Budapest zurücktransportiert. Sein Wert wird auf 32 Millionen US-Dollar geschätzt.

Nach Angaben des Zentralamtes für Ernährung und Landwirtschaft mit Sitz in Hamburg hat der Umfang der deutschen Fischereiflotte bereits ein Drittel des Vorkriegsstandes erreicht.

6.8.1946, Dienstag

Die “Schweizer Europa-Union” in Basel vermittelt ab sofort Paketsendungen an Deutsche über deren Angehörige oder Freunde im Ausland.

In Lindau am Bodensee beginnt die erste Tagung der Verleger und Buchhändler aus der französischen Besatzungszone Deutschlands. Auf der bis zum 8. August dauernden Konferenz werden Probleme der Lizenzierungspraxis besprochen.

7.8.1946, Mittwoch

Nach Mitteilung des US-amerikanischen Kriegsministeriums in Washington wurden Testflüge mit ferngesteuerten Militärmaschinen über dem Pazifik zwischen Hawaii und der Westküste der USA erfolgreich abgeschlossen.

In der britischen Besatzungszone Deutschlands werden auf Anordnung der Militärregierung die Lebensmittelrationen für die Einwohner der Städte um 200 Kalorien auf täglich 1337 Kalorien pro Kopf erhöht.

8.8.1946, Donnerstag

In Hamburg äußert sich der Leiter des Zentralamtes für Landwirtschaft und Ernährung, Hans Schlange-Schöningen, optimistisch über die diesjährige Ernte und die künftige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft.

Die Außenminister Polens und der Tschechoslowakei, Vinzenz Rzymowski und Jan Masaryk, vereinbaren in Warschau ungeachtet der territorialen Streitpunkte – insbesondere um die Stadt Teschen (Cieszyn/Ceský Tešín) in Schlesien – den Abschluss eines Freundschafts- und Beistandspaktes.

Die iranische Regierung in Teheran fordert in einer Note an Großbritannien den sofortigen Rückzug der britischen und indischen Truppen aus dem südiranischen Erdölgebiet Basra. Die Regierung in London hatte zur Sicherung der Erdöllieferungen Streitkräfte in diese Region entsandt.

Das erste seit Kriegsende in den Vereinigten Staaten entwickelte Militärflugzeug vom Typ Boeing “B 36” absolviert im US-Bundesstaat Kalifornien seinen Jungfernflug.

9.8.1946, Freitag

In Berlin wird vor ausgewähltem Publikum “Der große Diktator”, eine Filmparodie des seit 1914 in Hollywood (USA) lebenden britischen Schauspielers Charlie Chaplin auf den früheren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, erstmals in Deutschland aufgeführt.

Auf einer Pressekonferenz in der schweizerischen Stadt Genf teilt der Generaldirektor der United Nations Relief and Rehabilitation Administration, Fiorello Henry La Guardia, mit, dass seit Gründung der Hilfsorganisation 1943 weltweit rund 200 Millionen Menschen unterstützt worden sind.

In der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands werden 70 Industrieunternehmen, darunter die Leunawerke bei Halle an der Saale, unter die direkte Kontrolle der sowjetischen Besatzungsmacht gestellt.

10.8.1946, Samstag

Vertreter der britischen und der US-amerikanischen Militärregierung einigen sich in Minden auf ein Wirtschaftsabkommen, das u.a. den Warenaustausch zwischen beiden Zonen regelt.

11.8.1946, Sonntag

Karl Hermann Geiler, der Ministerpräsident von Groß-Hessen, spricht sich bei einem Besuch in Weimar zusammen mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Hugo Paul für eine Zusammenführung aller vier Besatzungszonen Deutschlands und gegen eine Zwei-Zonen-Lösung aus.

12.8.1946, Montag

In München wird das Kabarett “Simplicissimus” wiedereröffnet.

Die ungarische Nationalversammlung in Budapest verabschiedet ein Gesetz über die Verstaatlichung der Elektrizitätswerke des Landes.

Die britische Regierung in London erklärt ihre Entschlossenheit, den Zustrom illegaler jüdischer Immigranten nach Palästina zu stoppen und von sofort an alle Juden ohne Einwanderungserlaubnis auf der Mittelmeerinsel Zypern zu internieren.

13.8.1946, Dienstag

Auf einer Tagung in Stockholm beschliest der Exekutivausschuss des internationalen Transportarbeiterverbandes die Wiederaufnahme der deutschen Transportarbeitergewerkschaften in die Vereinigung.

In London stirbt der britische Schriftsteller H. G. (Herbert George) Wells (* 21.9. 1866, London). Er wurde vor allem durch seine zahlreichen utopischen Romane, darunter “Die Zeitmaschine” (1895), bekannt.

14.8.1946, Mittwoch

In Preßburg (CSR) verurteilt ein Gericht den ehemaligen slowakischen Ministerpräsidenten Vojtech Tuka wegen Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zum Tode.

15.8.1946, Donnerstag

In München erscheint die erste Ausgabe der kulturpolitischen Zeitschrift “Der Ruf”.

In Berlin gelangen die ersten Lebensmittelpakete, die im Rahmen der CARE-Hilfe nach Deutschland geschickt wurden, zur Verteilung.

16.8.1946, Freitag

Auf der in Genf (Schweiz) tagenden Konferenz der United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) wird eine Resolution verabschiedet, die eine Weiterführung der Arbeit der UNRRA durch Unterorganisationen der Vereinten Nationen fordert.

Nach einer Mitteilung des US-Handelsministeriums in Washington wird Österreich von der Liste der ehemaligen Feindstaaten, für die Handelsbeschränkungen bestehen, gestrichen.

In Neustadt an der Weinstraße beschließt die Schulkonferenz der französischen Besatzungszone Deutschlands die Beibehaltung der traditionellen drei Schultypen, des humanistischen Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberrealschule.

17.8.1946, Samstag

Die niederländische Schwimmerin Nellie van Vliet stellt in Bilthoven (Niederlande) einen Weltrekord über 200 m Brust auf Sie benötigt für die Strecke 2:52,6 min.

Die niederländische Regierung in Den Haag kündigt an, dass bis zum Oktober insgesamt 25 000 Internierte freigelassen werden sollen, die während der Zeit des Zweiten Weltkrieges mit der deutschen Besatzungsmacht kollaboriert haben.

Mit einem 5-kW-Mittelwellensender nimmt im britischen Sektor von Berlin eine Außenstelle des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg ihren Sendebetrieb auf.

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland ordnet für ihre Besatzungszone die Gleichstellung von Männern, Frauen und Jugendlichen bei der Arbeitsentlohnung an.

Auf der konstituierenden Sitzung der Demokratischen Volkspartei Südwürttembergs in Tübingen wird Wilhelm Wirthle zum ersten Parteivorsitzenden gewählt.

18.8.1946, Sonntag

Der Berliner Landesverband der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands veranstaltet unter dem Vorsitz von Paul Löbe seinen dritten Nachkriegsparteitag. Er fordert die Festigung der Selbständigkeit der Parteiorganisation gegenüber der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.

Die polnische Regierung veröffentlicht in Warschau eine Statistik, derzufolge seit Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als drei Millionen Deutsche aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße ausgewiesen worden sind. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Million folgen.

Die ersten Familienangehörigen von Mitgliedern der britischen Besatzungsstreitkräfte in Deutschland treffen in Berlin ein.

19.8.1946, Montag

Der britische Militärgouverneur in Deutschland, Marschall Sir Sholto Douglas, ordnet in Bad Oeynhausen an, dass die deutsche Eisen- und Stahlindustrie in der britischen Zone unter direkte Kontrolle der Militärregierung gestellt wird.

Die Weigerung der indischen Moslemliga, gemeinsam mit Vertretern der Hindus des Subkontinents eine Interimsregierung zu bilden, führt in Kalkutta zu schweren Zusammenstößen zwischen den Religionsgemeinschaften, bei denen rund 2000 Menschen ums Leben kommen.

Der Führer der kommunistischen iranischen Tudeh-Partei, Hussein Lankerani wird in Teheran auf Anweisung von Ministerpräsident Ahmad Qawam os-Saltana unter dem Vorwurf umstürzlerischer Tätigkeit verhaftet.

20.8.1946, Dienstag

Die australische Regierung in Canberra stimmt den Vorschlägen des Commonwealth of Nations zu, jährlich 70 000 Personen die Einwanderung nach Australien zu gestatten.

Das Hauptquartier der chinesischen Kommunisten in Yenan gibt den Befehl zu einer Großoffensive gegen die nationalchinesischen Truppen.

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland mit Sitz in Berlin erlässt ein Gesetz durch das die deutsche Wehrmacht offiziell für aufgelöst erklärt wird.

21.8.1946, Mittwoch

Die Sowjetische Militäradministration richtet in Sachsen 65 Industrieverwaltungen für die von ihr verstaatlichten Betriebe ein, denen bis zu 25 Fabriken unterstellt sind.

22.8.1946, Donnerstag

Jugendliche, die nach dem 1. Januar 1919 geboren worden sind, werden durch einen Erlass der britischen Militärregierung von der Strafverfolgung im Rahmen der Entnazifizierung ausgenommen, sofern sie keiner Kriegsverbrechen beschuldigt werden.

In Bremerhaven trifft eine Lieferung von 40 000 Ballen Baumwolle aus Brasilien und den Vereinigten Staaten ein, die zur Verarbeitung in der britischen Besatzungszone bestimmt ist.

Im Neuen Stadthaus in Berlin wird die Ausstellung “Berlin im Aufbau” eröffnet; sie dauert bis zum 30. September.

23.8.1946, Freitag

Der erste österreichische Nachkriegsspielfilm, “Schicksal in Ketten” von Eduard Hoesch, hat in Wien Premiere. Die Hauptrollen spielen Maria Andergast, Hans Holt und Rudolf Prack.

Aufgrund einer Anordnung der britischen Besatzungsmacht in Deutschland erhält die frühere preußische Provinz Schleswig-Holstein den Status eines Landes zuerkannt.

Ein von der britischen Besatzungsmacht in Deutschland am 23. Juli erlassenes Gesetz zur Schaffung des Landes Nordrhein-Westfalen tritt in Kraft.

24.8.1946, Samstag

In Tokio erklärt der US-amerikanische Militärgouverneur in Japan, General Douglas MacArthur, dass Japan zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen 504 Industriebetriebe zur Verfügung zu stellen habe.

Der britische König Georg Vl. bestätigt die Ernennung einer neuen Interimsregierung für Britisch-Indien unter Ministerpräsident Louis Mountbatten; stellvertretender Ministerpräsident ist Jawaharlal Pandit Nehru, Mitglied des Indian National Congress.

25.8.1946, Sonntag

In Frankfurt am Main gehen die zweitägigen Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten zu Ende, an denen Sportler aus der französischen, britischen und der US-amerikanischen Besatzungszone teilgenommen haben. Am gleichen Tag veranstalten in Berlin Sportler aus der sowjetischen Zone Leichtathletikwettkämpfe.

In der norwegischen Hauptstadt Oslo enden nach dreitägiger Dauer die Leichtathletik-Europameisterschaften. Dabei stellte Schweden die erfolgreichste Mannschaft.

In Dresden öffnet die sechswöchige Allgemeine deutsche Kunstausstellung ihre Tore, auf der Werke von Künstlern aus allen vier Besatzungszonen Deutschlands gezeigt werden, darunter Arbeiten von Karl Hofer, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

26.8.1946, Montag

Der Deutsche Boxmeister im Weltergewicht, Gustav Eder, verteidigt seinen Titel gegen Ferdi Räschke durch K. o. in der dritten Runde.

Nach einer Meldung von Radio Moskau sind in der Nähe der Stadt Uljanowsk am Mittellauf der Wolga große Erdölvorkommen entdeckt worden, mit deren Ausbeutung in wenigen Wochen begonnen werden soll.

Zwischen München und Dortmund wird die erste durchgehende Nord-Süd-Reisezugverbindung in Deutschland wiederhergestellt.

Der stellvertretende sowjetische Außenminister Maxim M. Litwinow wird in Moskau seines Amtes enthoben.

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland verfügt die Enteignung des Besitzes von deutschen Kriegsverbrechern in Mecklenburg.

27.8.1946, Dienstag

Der Leiter der US-amerikanischen Informationskontrollbehörde in Deutschland, General Robert T. McClure, fordert in einer Note an die französische und die sowjetische Militärregierung den ungehinderten Austausch von Zeitungen und Zeitschriften zwischen den vier Besatzungszonen Deutschlands.

Vertreter der Preiskontrollbehörden der vier Besatzungsmächte in Deutschland beschließen in Berlin die Beibehaltung der Preisfestsetzung für eine Reihe von Verbrauchsgütern.

28.8.1946, Mittwoch

In Frankfurt am Main wird der diesjährige Goethepreis in Abwesenheit des Preisträgers an den in den Schweiz lebenden deutschen Schriftsteller Hermann Hesse verliehen. Das letzte große Werk des in Calw geborenen Hesse ist “Das Glasperlenspiel” (1943).

Der US-amerikanische Innenminister Julius Krug schlägt in Washington vor, Hawaii und Alaska als 49. und 50. Staat in die USA aufzunehmen.

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) stellt der Reichsbahndirektion in Halle an der Saale einen Betrag von einer Million Reichsmark für den Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigten Leipziger Hauptbahnhofs zur Verfügung.

Auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main trifft die erste Maschine mit Luftpost aus dem Ausland für deutsche Zivilpersonen ein.

29.8.1946, Donnerstag

Vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur Ahndung von NS-Straftaten halten die Anklagevertreter ihre Schlussplädoyers.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschließt in der britischen Hauptstadt London die Aufnahme von Afghanistan, Island und Schweden als Vollmitglieder in die Weltorganisation.

30.8.1946, Freitag

Das Hauptquartier der US-amerikanischen Streitkräfte in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main gibt bekannt, dass bis zum 15. August dieses Jahres insgesamt 2,4 Millionen der im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppten Personen (“Displaced Persons”) in ihre Heimat zurückgebracht worden sind.

Der französische Militärgouverneur in Deutschland General Marie Pierre Koenig, ordnet die Bildung des Landes Rheinland-Pfalz mit der Hauptstadt Mainz an.

Bauarbeiter entdecken bei den Wiederherstellungsarbeiten am Fundament des Kölner Doms die Überreste einer Kirche aus der Zeit der Karolinger.

31.8.1946, Samstag

Die vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg angeklagten NS-Verbrecher sprechen nach 402 Sitzungstagen ihre Schlussworte.

Die britische Militärregierung beauftragt den parteilosen Oberpräsidenten der preußischen Provinz Westfalen, Rudolf Amelunxen, mit der Bildung einer Landesregierung für Nordrhein-Westfalen.