Was geschah im August 1955

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1.8.1955, Montag

Die Volksrepublik China lässt elf Piloten der US-Luftwaffe frei, die 1953 während des Koreakrieges über chinesischem Gebiet abgeschossen und unter dem Vorwurf der Spionage gefangengenommen worden waren. China und die USA hatten sich im Juli über die Freilassung geeinigt.

In der schweizerischen Stadt Genf nehmen der US-amerikanische Botschafter Alexis Johnson und sein chinesischer Amtskollege Wang Ping-nan Verhandlungen über die Rückführung US-amerikanischer Zivilisten, die während des Koreakrieges (1950- 53) in der Volksrepublik China interniert worden waren, auf.

In Riga (Sowjetrepublik Estland) stellt die sowjetische 4×800-m-Staffel mit 7:26,4 min einen Weltrekord auf.

Nach hohen Verlusten im Aktiengeschäft muss die größte Bank von Monaco, die monegassische Bank- und Edelmetallgesellschaft, wegen Zahlungsunfähigkeit ihren Schalterbetrieb einstellen.

2.8.1955, Dienstag

In Peking verabschiedet der Nationale Volkskongress, das chinesische Parlament, ein Gesetz über die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in China.

Auf Beschluss des Rats der Nationalliga des italienischen Fußballverbandes wird die Mannschaft des A-Liga-Klubs Udinese wegen jetzt bekanntgewordener Manipulationen aus der obersten Liga verbannt. 1953 war das Ergebnis eines Spieles mit dem Gegner abgesprochen worden.

In Washington billigen beide Häuser des US-amerikanischen Kongresses einen Gesetzentwurf der Regierung, der den Bau von 45 000 Wohnungen aus Staatsmitteln bis Mitte 1956 vorsieht.

3.8.1955, Mittwoch

Der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin berichtet vor dem Obersten Sowjet in Moskau über Verlauf und Ergebnisse der Genfer Viermächtekonferenz. Die Verhandlungen hätten Fortschritte auf dem Weg zu einem von der UdSSR vorgeschlagenen europäischen Sicherheitssystem gebracht. Allerdings bestünden zwischen der UdSSR und den Westmächten weiterhin tiefe Meinungsverschiedenheiten, u.a. über die politische Situation in Osteuropa und in der Frage der Wiedervereinigung Deutschlands.

Die Bundesregierung beschließt in Bonn, dass der erste deutsche Atomreaktor bei Karlsruhe errichtet werden soll.

Bei einem Grubenbrand auf der Zeche “Dahlbusch” in Gelsenkirchen kommen 41 Bergleute ums Leben. Über 30 Menschen erleiden zum Teil schwere Verletzungen.

In Oslo verbessert der belgische Läufer Roger Moens mit 1:45,7 min den vor 16 Jahren von dem Deutschen Rudi Harbig aufgestellten Weltrekord über 800 m um 9/10 sec.

4.8.1955, Donnerstag

Die Sowjetunion beginnt auf ihrem Versuchsgelände in Semipalatinsk (Kasachstan) mit einer mehrtägigen Serie von Kernwaffenversuchen.

In Bonn unterzeichnen Vertreter der Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarns ein Abkommen über den Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern. Das Abkommen sieht für 1956 die Einfuhr ungarischer Produkte in die Bundesrepublik im Gesamtwert von 26 Mio. US-Dollar (109 Mio. DM) vor.

5.8.1955, Freitag

In Paris unterzeichnen Vertreter der französischen Regierung und der Bundesregierung ein Handelsabkommen zwischen ihren beiden Ländern, das den gegenseitigen Warenaustausch für den Zeitraum von 3 Jahren regelt.

Im Wolfsburger Volkswagen-Werk läuft der millionste “VW-Käfer” vom Band.

6.8.1955, Samstag

Der Zentralbankrat der Bank Deutscher Länder beschließt in Frankfurt am Main die Erhöhung des Diskontsatzes von 3% auf 3,5% und des Lombardsatzes von 4% auf 4,5%. Durch diese Maßnahme soll inflationären Tendenzen entgegengewirkt werden.

7.8.1955, Sonntag

Das Deutsche Rote Kreuz teilt in seiner “Suchdienst-Zeitung” mit, dass es Kontakt zum Sowjetischen Roten Kreuz aufgenommen habe, um das Schicksal vermisster Wehrmachtsangehöriger zu klären.

Im Frankfurter Waldstadion enden nach drei Tagen die 55. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften.

Am Rothenbaum in Hamburg gewinnt Art Larsen (USA) durch einen 3:2-Satzerfolg über Wladimir Skonecki (Polen) die 49. Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften. Das Finale der Damen gewinnt die Australierin Berryl Penrose durch einen glatten Zweisatz-Sieg über Erika Vollmer.

8.8.1955, Montag

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR (SSD), der sich in die Bundesrepublik Deutschland abgesetzt hatte, wird von SSD-Angehörigen aus der süddeutschen Ortschaft Heubach in die DDR entführt.

Mit einer Ansprache des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld, wird in Genf (Schweiz) eine zwölftägige Konferenz über die friedliche Nutzung der Atomenergie eröffnet, an der rund 1200 Delegierte aus über 72 Ländern teilnehmen.

Der Bundesrat in Bonn stimmt einer Gesetzesvorlage über die Besoldung der Freiwilligen für die aufzustellenden deutschen Streitkräfte zu. Danach soll der Sold für einen Gefreiten 239 DM, für einen Feldwebel 298 DM, für einen Brigadegeneral 1633 DM betragen.

Als dritte deutsche Partei im Saarland konstituiert sich in Saarbrücken die Christlich-Demokratische Union.

Die “Organisation Gehlen”, der Nachrichtendienst des ehemaligen deutschen Generalleutnants Reinhard Gehlen, wird der direkten Kontrolle des Bundeskanzleramtes unterstellt.

9.8.1955, Dienstag

Nach einer Erhebung des US-amerikanischen “Atomindustrie-Forums” sind derzeit weltweit 42 Atomreaktoren in Betrieb. Davon stehen 29 in den USA, fünf in Frankreich und einer in der UdSSR.

In Luzern (Schweiz) wird zum Zeichen dafür, dass sich in dem Gefängnis der Stadt zum ersten Mal seit Jahren kein Häftling mehr befindet, über dem Gefängnisgebäude eine weiße Fahne gehißt.

10.8.1955, Mittwoch

Das Bundeswirtschaftsministerium in Bonn verfügt eine Liefersperre von Erzeugnissen der Eisenindustrie in die DDR. Begründet wird diese Maßnahme mit der zunehmenden Verschuldung der DDR und der Nichteinhaltung von Terminen im innerdeutschen Handel.

Nach einem Beschluss der sowjetischen Regierung dürfen Einwohner der UdSSR künftig Auslandsreisen unternehmen. Allerdings können sie nur die sozialistischen Staaten des Ostblocks, China sowie Schweden und Finnland besuchen.

Das Düsseldorfer Oberverwaltungsgericht verfügt die sofortige Schließung mehrerer Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, deren Betrieb, so die Begründung des Gerichts, gegen das gesetzliche Verbot von Glücksspielen verstieße.

11.8.1955, Donnerstag

Die Vereinten Nationen stimmen in New York (USA) dem Antrag Japans auf Aufnahme in das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) zur Regelung des internationalen Handels zu.

Beim Absturz zweier US-amerikanischer Militär-Transportflugzeuge im Kreis Freudenstadt kommen 67 US-Soldaten ums Leben. Die beiden Maschinen waren in der Luft zusammengestoßen.

Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) erlässt für alle Funktionäre ein Verbot, an Veranstaltungen in der DDR und den Staaten des Ostblocks teilzunehmen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Befürchtung, dass die Anwesenheit westdeutscher Gewerkschafter von den Kommunisten zu Propagandazwecken missbraucht werden könnte.

In Indonesien bildet nach dem Rücktritt des linksorientierten Kabinetts unter Ministerpräsident Ali Sastroamidjojo der Fraktionsvorsitzende der mohammedanischen Masjumi-Partei, Burhanuddin Harahap, eine neue Koalitionsregierung. Dieser gehören Vertreter von zwölf Parteien an.

Regierungsvertreter Frankreichs und Libyens unterzeichnen in der libyschen Hauptstadt Tripolis einen Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern, der den Rückzug französischer Truppen aus der libyschen Provinz Fessan und die Einrichtung von Stützpunkten für die französischen Luftstreitkräfte in dem nordafrikanischen Land vorsieht.

12.8.1955, Freitag

Der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl (SED), gibt vor der Volkskammer in Berlin (Ost) eine Regierungserklärung ab, in der er der Bonner Bundesregierung Verhandlungen über den Abbau der Spannungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik anbietet. Grundlage sei die Anerkennung der Existenz zweier deutscher Staaten durch die Bundesregierung.

Bei Hoyerswerda (DDR) wird der erste Spatenstich für den Bau einer Wohnanlage für 12 000 Menschen gemacht. Die Siedlung soll von Arbeitern des Braunkohlekombinates “Schwarze Pumpe” bewohnt werden, mit dessen Bau am 31. August begonnen wird.

Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann (*6.6. 1875 in Lübeck) stirbt in Zürich (Schweiz) im Alter von 80 Jahren.

13.8.1955, Samstag

Der Ministerpräsident des autonomen, wirtschaftlich an Frankreich angeschlossenen Saarlandes, Johannes Hoffmann (Christliche Volkspartei), spricht sich auf einer Kundgebung in Saarbrücken für die Annahme des Saarstatuts aus, das einen provisorischen Status des Saarlandes innerhalb der Westeuropäischen Union vorsieht. Am Rande der Veranstaltung kommt es zu Zusammenstößen zwischen Gegnern des Statuts und der Polizei.

Die Sowjetunion übergibt nach Beendigung der Besatzungsherrschaft in Österreich offiziell die ehemaligen deutschen Vermögenswerte und Ölförderstätten in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone an die österreichische Regierung.

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS teilt den Beschluss der Regierung der UdSSR mit, bis Mitte Dezember 1955 den Effektivbestand der sowjetischen Streitkräfte um 640 000 Mann herabzusetzen.

Angehörige der Irisch-Republikanischen Armee, die für die Unabhängigkeit Nordirlands von Großbritannien eintritt, überfallen in Arborfield (Grafschaft Berkshire) ein britisches Armeedepot.

14.8.1955, Sonntag

Der US-Amerikaner Budge Patty gewinnt mit 6:3, 6:3, 6:3 gegen seinen Landsmann Art Larsen die internationalen Tennismeisterschaften von Bayern.

15.8.1955, Montag

In der portugiesischen Kolonie Goa kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und indischen Demonstranten, die den Anschluss Goas an Indien fordern.

In der DDR erlässt das Staatssekretariat für Erfassung und Aufkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse eine Anordnung, welche die Bevölkerung zur Sammlung von Kastanien und Eicheln verpflichtet. Die Früchte sollen als Futtermittel in der Tierhaltung eingesetzt werden.

Auf Beschluss der Bundesregierung wird der Deutsche Wetterdienst ab sofort die radioaktive Belastung der Luft über dem Bundesgebiet messen. Dieser Schritt ist nach den Worten des Verkehrsministers Hans-Christoph Seebohm notwendig geworden, da infolge der zahlreichen Atombombentests die Radioaktivität in der Atmosphäre stark gestiegen ist.

16.8.1955, Dienstag

Das Parlament des Sudan verabschiedet in Khartum eine Resolution, in der die Autonomie des britisch-ägyptischen Kondominiums Sudan und der Abzug der ausländischen Truppen innerhalb von 90 Tagen gefordert werden.

17.8.1955, Mittwoch

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Wiederaufbau bewilligt in Düsseldorf 10 Mio. DM für den Aufbau einer nach neuesten Gesichtspunkten geplanten Kleinstadt in der Nähe von Bielefeld. In der Ortschaft, die den Namen “Sennestadt” tragen und in etwa fünf Jahren fertiggestellt sein soll, wird es keine Straßenkreuzungen geben.

In San Marino, der kleinsten Republik der Welt, finden Parlamentswahlen statt, aus denen die Christlichen Demokraten als stärkste Partei hervorgehen.

Die Sowjetunion entlässt die ersten österreichischen Spezialisten in ihre Heimat, die nach Beendigung ihrer Kriegsgefangenschaft in der UdSSR zur Mitarbeit in sowjetischen Forschungsinstituten verpflichtet worden waren. Nach österreichischen Schätzungen befinden sich noch rund 200 Dienstverpflichtete in der UdSSR.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele wird die Oper “Irische Legende” von Werner Egk uraufgeführt.

18.8.1955, Donnerstag

Nach einer Untersuchung des US-amerikanischen Amtes für Arbeitsstatistik beträgt in den USA die wöchentliche Arbeitszeit für rund 15% der Arbeitnehmer bereits weniger als 40 Stunden.

Der Verband deutscher Mopedhersteller erklärt seine Absicht, durch Änderung der Konstruktionen die Höchstgeschwindigkeit von Mopeds auf 40 km/h zu begrenzen. Dadurch soll ein Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet werden.

Das Handelsministerium der Republik Korea (Südkorea) teilt in Seoul mit, dass Südkorea jeglichen Handelsverkehr mit Japan eingestellt habe, da Japan auch mit kommunistischen Staaten wie der Volksrepublik Korea (Nordkorea) Wirtschaftsbeziehungen unterhalte.

In Antigua (Guatemala) beginnt die erste Konferenz der Organisation der zentralamerikanischen Staaten, an der die Außenminister von Honduras, Costa Rica, Guatemala, Nicaragua und El Salvador teilnehmen. Auf der Tagesordnung steht u.a. der Kampf gegen kommunistische Bewegungen in den Ländern Zentralamerikas.

19.8.1955, Freitag

Die portugiesische Regierung gibt in Lissabon den Abbruch sämtlicher diplomatischer Beziehungen zu Indien bekannt. Hintergrund dieser Maßnahme sind die seit Wochen anhaltenden Unruhen in der portugiesischen Besitzung Goa an der Westküste des indischen Subkontinents.

Nach Angaben des Deutschen Industrie- Instituts sind in den letzten zwölf Monaten rund 72 000 Deutsche, davon rund 45% im berufsfähigen Alter, aus der Bundesrepublik Deutschland ausgewandert.

In der französischen Hafenstadt Nantes kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen mehreren tausend streikenden Werftarbeitern und der Polizei, bei denen über 60 Personen zum Teil schwer verletzt werden. Die Streikenden fordern höhere Löhne und soziale Verbesserungen.

Nach Angaben des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen fehlen im Ruhrbergbau zur Zeit rund 17 000 Bergleute. Der Arbeitskräftemangel hat bereits zu einem Rückgang der Fördermenge geführt.

Ein aus der Arena ausgebrochener Kampfstier läuft in Madrid Amok, wobei neun Menschen verletzt werden.

20.8.1955, Samstag

In den französischen Kolonialgebieten Marokko und Algerien kommt es zu blutigen Unruhen, bei denen rund 600 Menschen getötet werden.

Im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika kommen bei einer Überschwemmungskatastrophe 165 Menschen ums Leben.

21.8.1955, Sonntag

Die deutsche Fußballnationalmannschaft unterliegt in Moskau vor 80 000 Zuschauern der sowjetischen Auswahl mit 2:3.

22.8.1955, Montag

Vor dem Hintergrund anhaltender Unruhen in Marokko beginnen in Aix-les-Bains (Frankreich) französisch-marokkanische Verhandlungen über eine Beilegung der Konflikte. Bei den Gesprächen wird u.a. die Bildung einer neuen Regierung in Marokko unter Einschluss nationalistischer Politiker vereinbart.

In Hamburg treten rund 11 500 Werftarbeiter in einen Streik, mit dem sie ihre Forderung nach einer Teuerungszulage um 20 Pf pro Stunde durchsetzen wollen. Der Ausstand endet am 2. September 1955, nachdem sich die Werksleitungen zur Erhöhung der Stundenlöhne um 13 Pf bereit erklärt haben.

23.8.1955, Dienstag

Der rumänische Ministerpräsident Gheorghe Gheorghiu-Dej bietet der Bundesregierung die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Rumänien und der Bundesrepublik Deutschland an. Bonn weist das Angebot mit der Begründung, der Austausch von Botschaftern mit Rumänien würde die Anerkennung der deutschen Teilung bedeuten, zurück.

Nach einem Beschluss der Bank Deutscher Länder mit Sitz in Frankfurt am Main dürfen deutsche und ausländische Reisende vom 1. September 1955 an bei der Ausreise 1500 DM statt bisher 300 DM mitführen.

24.8.1955, Mittwoch

Aufgrund akuter Versorgungsengpässe wird in China die Abgabe von Weizenmehl an die städtische Bevölkerung rationiert.

Nach elfjähriger Haft in den USA trifft der deutsche Spion Erich Gimpel in der Bundesrepublik Deutschland ein. Der Kurzwellentechniker Gimpel hatte während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Nationalsozialisten in den Vereinigten Staaten in der Rüstungsindustrie spioniert.

25.8.1955, Donnerstag

In der finnischen Hauptstadt Helsinki beginnt eine sechstägige Konferenz der Interparlamentarischen Union. Während der Exekutivausschuss der Organisation den Beitritt der Sowjetunion, Albaniens und Spaniens befürwortet, lehnt er das Ersuchen der DDR um Aufnahme ab.

US-Außenminister John F. Dulles erklärt in einer Rede in Washington die Bereitschaft der Vereinigten Staaten, im Zuge einer Lösung des Nahost-Problems sowohl Israel als auch seinen arabischen Nachbarstaaten Sicherheitsgarantien zu gewähren.

26.8.1955, Freitag

In Düsseldorf öffnet die “Große Deutsche Rundfunk-, Fernseh- und Phonoausstellung” ihre Pforten. Firmen aus aller Welt zeigen die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Funk- und Fernsehtechnik.

27.8.1955, Samstag

DDR-Außenminister Lothar Bolz beantragt in einem Schreiben an die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris die Aufnahme der DDR in die UNESCO.

Zwischen den Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik Deutschland und der DDR werden Verhandlungen über die Entsendung einer gesamtdeutschen Mannschaft zu den 1956 in Melbourne (Australien) stattfindenden Olympischen Spielen aufgenommen.

28.8.1955, Sonntag

Der deutschen Schriftstellerin Annette Kolb wird in der Frankfurter Paulskirche der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt verliehen.

Der belgische Radrennfahrer Stan Ockers gewinnt in Frascati bei Rom die Straßenweltmeisterschaft der Profis vor dem Luxemburger Jempy Schmitz.

In Göteborg (Schweden) schlägt Ingemar Johannson den deutschen Schwergewichtsboxer Hein ten Hoff durch K. o. in der ersten Runde. Ten Hoff erklärt daraufhin seinen Rücktritt vom Boxsport.

29.8.1955, Montag

Die Außenminister Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei kommen in London zu einer Konferenz zusammen, in deren Mittelpunkt politische und militärische Fragen des östlichen Mittelmeergebiets und der Konflikt um die sowohl von Griechenland als auch von der Türkei beanspruchte Insel Zypern stehen.

30.8.1955, Dienstag

Die Regierung der Tschechoslowakei gibt in Prag den Beschluss bekannt, die Streitkräfte des Landes bis Ende Dezember 1955 um 34 000 Mann zu verringern. Sie begründet diesen Schritt mit der Verbesserung der internationalen Beziehungen im Gefolge der Genfer Viermächtekonferenz. Auch Rumänien verpflichtet sich, seine Truppen innerhalb der nächsten Monate um 40 000 Mann zu reduzieren.

An der israelisch-ägyptischen Demarkationslinie bei Gaza kommt es zwischen Ägyptern und Israelis zu Schießereien, bei denen mehrere Menschen getötet werden.

31.8.1955, Mittwoch

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums teilt in Bonn mit, dass bis zum 1. August 1955 152 166 Freiwilligenmeldungen für die aufzustellenden bundesdeutschen Streitkräfte bei seinem Ministerium eingegangen seien.

Der Staatspräsident der DDR, Wilhelm Pieck, richtet ein Schreiben an den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjet, Kliment J. Woroschilow, in dem er um die Entlassung aller deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion und um ihre Rückführung in die Heimat ersucht.

Der Minister für Schwerindustrie der DDR, Fritz Selbmann, macht bei Hoyerswerda in der Niederlausitz den ersten Spatenstich zur Errichtung des Braunkohlekombinates “Schwarze Pumpe”.

Die französische Regierung gibt in Paris die Ablösung des Generalresidenten in Marokko, General Gilbert Grandval, bekannt. Zu seinem Nachfolger wird General Pierre Boyer de la Tour berufen.