Was geschah im August 1966

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1.8.1966, Montag

Die Euratom-Kommission gibt bekannt, dass Gerhard Ritter, der seit 1960 als Generaldirektor die Kernforschungsanlage der Europäischen Gemeinschaft in Ispra (Oberitalien) geleitet hat, die drei europäischen Gemeinschaften (EWG, Euratom, Montanunion) auf der Weltausstellung 1967 in Montreal als Generalkommissar vertreten wird.

Im südafrikanischen Johannesburg kommt es im Anschluss an ein Zugunglück bei dem drei Afrikaner getötet und 248 verletzt werden, zu den schwersten Rassenunruhen seit Jahren: Schwarze, die das Betriebspersonal für den Unfall verantwortlich machen, greifen den Lokführer an, weiße Polizisten machen von der Schusswaffe Gebrauch.

Lachen als Produktivkraft” fordert das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” in einem Artikel über die moderne Kulturszene von den 700 Laienkabaretts der DDR. Eindeutige Parteilichkeit sei gefragt und nicht politische oder moralische Doppelbödigkeit, so das SED-Blatt.

33 Spezialisten der amerikanischen Flugzeugfirma Lockheed treffen auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich bei Düren ein. Die für ein Jahr verpflichteten Experten sollen den Wartungsdienst für die von der Bundeswehr verwendeten und heftig kritisierten “Starfighter” F-104 G neu organisieren.

Die britische Regierung zieht einen “administrativen Schlussstrich” unter die imperiale Epoche Englands: Das Kolonialministerium wird als “Abteilung für abhängige Territorien” ins Commonwealth-Ministerium eingegliedert.

In Nigeria übernimmt der Generalstabschef der Armee, Yakubu Gowon, nach einem Militärputsch die Macht. Er stürzt die Regierung unter Aguiyi Ironsi.

2.8.1966, Dienstag

Die australische Luftwaffe erlässt nach dem Absturz ihres 39. Mirage-Flugzeugs ein generelles Startverbot für den Überschalljäger. Erst wenn alle Maschinen überprüft sind, dürfen die Mirage wieder fliegen.

In Austin (US-Bundesstaat Texas) tötet der 24-Jährige Architekturstudent Charles Joseph Whitman Frau und Mutter, klettert anschließend auf den Turm der Universität und erschießt zwölf Menschen. 30 weitere Personen werden zum Teil schwer verletzt.

Der sowjetische Ministerpräsident Alexei N. Kossygin wird in Moskau für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Damit wird gleichzeitig Gerüchten der Boden entzogen, an der Regierungsspitze stünde ein Wechsel bevor.

3.8.1966, Mittwoch

Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) kündigt ein umfassendes Reformwerk der finanz- und wirtschaftspolitischen Gesetzgebung an. In der Presse wird die Initiative der Regierung als Reaktion auf die Wahlniederlage der CDU in Nordrhein-Westfalen gewertet.

Bundespräsident Heinrich Lübke eröffnet in Hamburg den VII. Internationalen Ernährungskongress. Eines der wichtigsten Themen ist die gerechte Verteilung der Nahrungsmittel in der Welt. 2000 Teilnehmer aus 90 Ländern nehmen an der Zusammenkunft teil.

Mit tumultartigen Protesten erzwingen afrikanische und deutsche Studenten während der Berliner Erstaufführung mehrmals die Unterbrechung des Films “Africa Addio”. Die Demonstranten werfen dem Streifen eine Verherrlichung der Kolonialzeit und eine Diffamierung der jungen Nationalstaaten in Afrika vor.

4.8.1966, Donnerstag

Im chilenischen Portillo beginnen die zehntägigen alpinen Ski-Weltmeisterschaften.

Zwei Bergsteiger kommen bei einem Schneesturm am Montblanc, dem mit 4807 m höchsten Berg Europas, ums Leben. Zahlreiche Alpinisten geraten in Bergnot.

Die USA und die Sowjetunion erreichen nach langwierigen Verhandlungen eine weitgehende Einigung über die Erforschung und Nutzung des Weltraums. Die Gesprächspartner legen fest, dass die Himmelskörper und der Mond nicht für die Stationierung militärischer Einrichtungen genutzt werden. Über die noch strittigen Punkte soll bis zur nächsten Generalsitzung der Vereinten Nationen Klarheit erzielt werden.

5.8.1966, Freitag

Während der Diskussion eines Regierungsentwurfs zur Stabilisierung der bundesdeutschen Wirtschaft (Stabilisierungsgesetz) fordert Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) im Bundesrat die Länder zum “gemeinsamen Zusammenstehen” auf. Er lehnt u.a. eine Lockerung der “Kreditbremse” ab.

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe lehnt eine Verfassungsbeschwerde des “Spiegel” ab. Das Hamburger Nachrichtenmagazin war gegen die Haft- und Durchsuchungsbefehle der Bundesanwaltschaft vom Oktober 1962, die wegen Verdachts des Landesverrats erlassen worden waren, gerichtlich vorgegangen.

In einem Interview mit dem bulgarischen Fernsehen tritt Nicolae Ceausescu, Generalsekretär des ZK der rumänischen Kommunisten, für eine engere Kooperation der Balkanländer ein.

Die internationale Martin-Buber-Gesellschaft stiftet in London einen deutsch-jüdischen und einen arabisch-israelischen Friedenspreis. Der Gesellschaft gehören Persönlichkeiten wie Igor Strawinsky und Yehudi Menuhin an.

In Salzburg findet die Uraufführung der Oper “Die Bassariden” von Hans Werner Henze statt.

6.8.1966, Samstag

In Lissabon wird die Brücke über den Tejo, die “Ponte Salazar”, eingeweiht. Sie ist mit 2277,64 m die längste für den kombinierten Straßen- und Schienenverkehr genutzte Brücke.

7.8.1966, Sonntag

Franz-Josef Kemper von Preußen Münster stellt bei den 66. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Hannover einen Europarekord über 800 m auf: In 1:44,9 min übertrifft er die elf Jahre alte Bestleistung des Belgiers Roger Moens um acht Zehntelsekunden.

Der Australier Jack Brabham gewinnt auf seinem Repco-Brabham den Großen Automobilpreis von Deutschland auf dem Nürburgring. Er feiert vor 150 000 Zuschauern seinen vierten Grand-Prix-Sieg in Folge und sichert sich vorzeitig den Weltmeister-Titel.

In Kolumbien findet die feierliche Amtseinführung des liberalen Präsidenten Carlos Lleras Restrepo statt.

Bei Rassenunruhen in Chicago wird u.a. Friedensnobelpreisträger Martin Luther King, der einen Protestmarsch von 800 Bürgerrechtlern anführt, durch einen Steinwurf verletzt.

8.8.1966, Montag

Die indisch-pakistanischen Beziehungen verschärfen sich: Vor dem Parlament in Neu-Dehli erklärt der indische Verteidigungsminister Yashwantrao Chavan, die pakistanischen Truppenkonzentrationen stellten “eine große Gefahr für die indische Sicherheit” dar.

Mihajlo Mihajlov, Dozent an der Universität Zadar, wird festgenommen. In einem Interview in der Grazer Zeitschrift “Wort in der Zeit” hat sich der jugoslawische Schriftsteller u.a. für ein Mehrparteiensystem in Jugoslawien ausgesprochen.

Mit 96% aller abgegebenen Stimmen wird in Mauretanien Moktar Ould Daddah für eine weitere Amtsdauer von fünf Jahren zum Präsidenten gewählt.

Bundesernährungsminister Hermann Höcherl (CSU) trifft zu einem fünftägigen Besuch in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo ein. Er will sich vor allem über die landwirtschaftliche Entwicklung des südamerikanischen Landes informieren.

9.8.1966, Dienstag

In Brüssel endet nach neun Tagen der fünfte Jüdische Weltkongress. Zum ersten Mal in der 30-Jährigen Geschichte der Veranstaltung kam es zu einem deutsch-jüdischen Dialog.

Die österreichischen Behörden reagieren auf Terroraktionen in Südtirol und einen versuchten Anschlag auf einen Güterzug in der Nähe des Brennerpasses mit einem bewaffneten Geleitschutz sämtlicher Personen- und Güterzüge von Innsbruck zur österreichisch-italienischen Grenze.

10.8.1966, Mittwoch

Im “Ostberliner Fluchthelferprozess” verhängt das Oberste Gericht der DDR gegen drei Bundesbürger hohe Freiheitsstrafen.

Das deutsche Hospitalschiff “Helgoland” läuft von Hamburg nach Saigon aus. Im Rahmen der Vietnam-Hilfe der Bundesrepublik soll das schwimmende Krankenhaus 150 bis 170 Kranke und Verletzte versorgen.

Der britische Premierminister Harold Wilson bildet überraschend sein Kabinett um. Die konservative Opposition hält die Maßnahme des Regierungschefs für einen Schachzug, um von seiner umstrittenen Wirtschaftspolitik abzulenken.

11.8.1966, Donnerstag

In Jakarta unterzeichnen der stellvertretende malaysische Ministerpräsident Tun Abdul Razak und der indonesische Außenminister Adam Malik ein Abkommen über die Normalisierung der Beziehungen ihrer beiden Staaten. Seit drei Jahren führen diese einen nicht erklärten Krieg.

Von London aus fliegen die “Beatles” zu ihrer dritten Tournee durch die USA. In den Vereinigten Staaten war es zuvor zu einer Boykottwelle gegen die britischen Popmusiker gekommen, nachdem John Lennon in einem Interview behauptet hatte, sie seien populärer als Jesus.

12.8.1966, Freitag

In der japanischen Hauptstadt Tokio wird die sechste Weltjugend-Versammlung eröffnet. 300 ausländische Delegierte aus 95 Ländern nehmen an dem Treffen teil, das die UNESCO 1949 ins Leben gerufen hat.

13.8.1966, Samstag

Die Errichtung der Berliner Mauer vor fünf Jahren wird in Ost-Berlin mit einer Parade der “Kampfgruppen der Arbeiterklasse” gefeiert. In der Bundesrepublik verurteilen Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt (SPD), die “unmenschliche Mauer”, die “nicht die Stärke, sondern die Schwäche des Kommunismus auf deutschem Boden” gezeigt habe.

14.8.1966, Sonntag

Der Stuttgarter Gerhart Mitter gewinnt vor 30 000 Zuschauern den Großen Preis von Hockenheim für Prototypen und Sportwagen auf einem Werks-Porsche. Mitter siegt in beiden Wertungsläufen über je 250 km.

15.8.1966, Montag

Die Verlagszeitung der US-amerikanischen Zeitung “New York Herald Tribune” gibt bekannt, ihr Blatt, das seit dem 24. April bestreikt wird, werde auch nach Abschluss des Ausstands nicht mehr erscheinen. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Produktion von 19 Tageszeitungen in verschiedenen US-amerikanischen Großstädten eingestellt worden.

16.8.1966, Dienstag

Die vom Malteser Hilfsdienst organisierte Einrichtung für ein Krankenhaus in Vietnam wird im Hamburger Hafen auf das französische Motorschiff “Tayga” verladen.

China lockert die Einreisebedingungen für Touristen aus der Bundesrepublik und West-Berlin. Ab sofort können Reisen gebucht werden, ohne dass wie bislang neben dem Visum eine Genehmigung aus Peking vorliegt.

Die deutsche Journalistin Martina Kischke wird während einer Privatreise durch die UdSSR verhaftet. Die sowjetischen Behörden werfen ihr Spionage vor.

17.8.1966, Mittwoch

In Washington beginnt das Gremium zur Untersuchung “unamerikanischer Umtriebe” ein Hearing über Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg. Dem Ausschuss liegt ein Gesetzentwurf vor, der Aktionen gegen die US-Armee unter Strafe stellt.

Zum 21. Jahrestag der Unabhängigkeit Indonesiens kündigt der weitgehend entmachtete Staatspräsident Achmed Sukarno vor 80 000 Menschen in Jakarta eine Fortsetzung seiner Politik der “gelenkten Demokratie” an.

18.8.1966, Donnerstag

Auf dem “Platz des himmlischen Friedens” in Peking findet die erste Massenkundgebung der “Roten Garden” zur Feier der Kulturrevolution statt. Verteidigungsminister Lin Piao spricht im Namen des Parteivorsitzenden der chinesischen KP Mao Zedong und demonstriert damit seinen wachsenden Einfluss in der Partei.

Das sowjetische Verteidigungsministerium droht im Falle einer Ausweitung US-amerikanischer Bombenangriffe auf Nordvietnam mit dem Einsatz seiner Luftwaffe.

Der Ost-West-Dialog auf der Genfer Abrüstungskonferenz bricht zusammen, nachdem sich der sowjetische Delegierte Alexei Roschtschin weigert, die westlichen Argumente auch nur anzuhören.

Der “kulturpolitische Informationsdienst” veröffentlicht die Zahl der Studenten in der Bundesrepublik: 266 648 Studierende waren im Sommersemester an Universitäten und Hochschulen eingeschrieben.

Der Ludwigshafener Wilhelm Herz stellt auf der abgesperrten Autobahn bei Kaiserslautern einen Weltrekord für Zweiräder bis 350 ccm auf: Mit 226,8 km/h verbessert er die alte Bestmarke um 14,6 km/h.

19.8.1966, Freitag

Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) und der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß treffen sich im Bungalow des Kanzlers am Tegernsee zu einem “Vier-Augen-Gespräch”. Hauptthemen sind das sog. Stabilisierungsgesetz und die politische Entwicklung der Regierungsparteien.

In der Türkei erschüttert das schwerste Erdbeben seit 1943 den Osten des Landes. 3000 Menschen kommen ums Leben.

Die US-amerikanische Mondsonde “Lunar Orbiter I” funkt Fotos vom “Mare Smythii”, das in der Nähe des Mondäquators liegt, zur Erde. Darüber hinaus liefert die “Lunar” erstmals Aufnahmen des gesamten Erdballs.

20.8.1966, Samstag

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundeswehr kritisiert ein Inspekteur öffentlich “sein” Ministerium: Luftwaffeninspekteur Werner Panitzki wirft dem Verteidigungsministerium in einem Interview der “Neuen Ruhr-Zeitung” u.a. mangelnde Organisation und Arbeitsweise vor.

21.8.1966, Sonntag

Zum Abschluss des Pommern-Treffens betont der Sprecher der Landsmannschaft Eggert in der Kieler Ostseehalle, die Pommern würden den Anspruch auf ihre Heimat nicht aufgeben. 80 000 Menschen nahmen an den Veranstaltungen der Vertriebenenorganisation teil.

Mit einer Aufführung der “Cantate academica” von Benjamin Britten werden die Edinburgher Festspiele eröffnet, die bis zum 10. September dauern.

22.8.1966, Montag

Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel suspendiert den Inspekteur der Luftwaffe, Werner Panitzki, vom Dienst.

In Bremen treffen der thailändische König Bhumibol Adulyadej Rama IX. und Königin Sirikit auf Einladung von Bundespräsident Heinrich Lübke zu einem siebentägigen Privatbesuch in der Bundesrepublik ein. Das Herrscherpaar ist der erste königliche Besuch in der Hansestadt, seit 1733 als König Christian VI. von Dänemark in Bremen haltmachte.

23.8.1966, Dienstag

Mit dem Rücktritt von General Heinz Trettner, Generalinspekteur der Bundeswehr, erreicht die Krise der Bundeswehr einen Höhepunkt.

In einem von Weißen bewohnten Vorort Chicagos kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und demonstrierenden Bürgerrechtlern, die gegen die Rassendiskriminierung auf dem Wohnungsmarkt protestieren. 1500 Weiße bewerfen 150 meist schwarze Demonstranten mit Steinen und schleudern Feuerwerkskörper in die Menge.

24.8.1966, Mittwoch

Die Salzburger Festspiele werden eröffnet. Die mit Ausnahme der Jahre 1924 und 1944 seit 1920 jährlich stattfindende Musikveranstaltung präsentiert bis zum 30. August Opern-, Konzert- und Schauspielaufführungen.

Die Sowjetunion startet die Mondsonde “Luna 11”, die Bilder von der Mondoberfläche schießen soll.

Das Parlament von Uruguay billigt die Wiedereinführung des Präsidialsystems. Danach wird der 1951 nach Schweizer Vorbild eingeführte Regierungsrat, der aus neun Mitgliedern besteht, abgeschafft und wieder ein einzelnes Staatsoberhaupt eingesetzt.

Bundespostminister Richard Stücklen (CSU) eröffnet die Hannoversche Nationale Postwertzeichen-Ausstellung, kurz “Hana-Posta” genannt. 400 Sammler präsentieren auf der größten nationalen Briefmarken-Ausstellung 15 000 Wertzeichen im Gesamtwert von rund 20 Mio. DM.

Daimler-Benz und das Volkswagenwerk gründen die “Deutsche Automobilgesellschaft mbH”. Aufgabe der Gesellschaft ist eine Förderung der Kooperation beider Autohersteller, vor allem im Bereich der technischen Entwicklung.

Der US-amerikanische Oberbefehlshaber in Süd-Vietnam General William Westmoreland, “bedauert” die erheblich gestiegenen Verluste unter der Zivilbevölkerung. Die “irrtümlichen” Angriffe der US-Streitkräfte gegen die Bevölkerung lösten beim amerikanischen Oberkommando in Saigon “Beunruhigung” aus.

US-Präsident Lyndon B. Johnson erklärt während eines Pressegesprächs im Weißen Haus in Washington, er werde eine Konferenz der asiatischen Staaten zur Beilegung des Vietnam-Konflikts unterstützen.

Der Deutsche Touring Automobil Club (DTC) teilt mit, dass nur 10% der 10 Mio. Personenkraftwagen in der Bundesrepublik Deutschland bisher mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind.

25.8.1966, Donnerstag

In der indonesischen Hauptstadt Jakarta stürmen 5000 Studenten das Parlamentsgebäude und fordern u.a. eine weitergehende Entmachtung von Präsident Achmed Sukarno.

Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) ernennt Ulrich de Maizière, Inspekteur des Heeres, anstelle des zurückgetretenen Werner Panitzki zum neuen Generalinspekteur der Bundeswehr. Mit der Neuorganisation der Führung will Hassel die Krise der Bundeswehr bewältigen.

26.8.1966, Freitag

Ein US-amerikanischer Bomberpilot wirft versehentlich 45 km nördlich von Saigon mehrere Napalm-Bomben auf ein US-Bataillon. 20 amerikanische Soldaten werden getötet bzw. verletzt.

Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt erklärt in einem Interview mit der Tageszeitung “Die Welt”, momentan stünden – angesichts der “gegenwärtigen Führungskrise in Bonn” – ebensowenig eine Große Koalition wie eine Allparteienregierung zur Diskussion.

Das Bundeskabinett beschließt den Bundeshaushalt 1967, der mit 73,9 Mrd. DM um 5 Mrd. DM im Vergleich zum Vorjahr ansteigen soll.

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle trifft im Rahmen seiner Weltreise im afrikanischen Dschibuti ein. Sein dreitägiger Aufenthalt ist von heftigen Tumulten begleitet.

27.8.1966, Samstag

Die 27. Internationalen Filmfestspiele von Venedig werden mit dem US-amerikanischen Skandalfilm “Die wilden Engel” (Regie: Roger Corman) eröffnet. Das Rockerdrama enthält eine Reihe von Gewaltszenen, die große Empörung beim Publikum auslösen.

In Offenbach wird die Internationale Lederwarenmesse eröffnet.

28.8.1966, Sonntag

Der deutsche Radrennfahrer Rudi Altig wird auf dem Nürburgring Weltmeister der Berufsstraßenfahrer.

29.8.1966, Montag

Vor der sowjetischen Botschaft in Peking findet eine Massenkundgebung statt. Die chinesische Kulturrevolution erhält damit einen antisowjetischen Akzent.

DDR-Grenzsoldaten erschießen einen 40-Jährigen West-Berliner, der in den Ostsektor der Stadt schwimmen wollte.

30.8.1966, Dienstag

Die bayerischen Automobilfirmen BMW und Hans Glas GmbH vereinbaren eine enge Zusammenarbeit. Die Kooperation führt zwar noch nicht zu einer “Verkaufsgemeinschaft”, ist aber ein erster Schritt auf dem Weg zu einer noch viel intensiveren Zusammenarbeit.

Im Nep-Stadion der ungarischen Hauptstadt Budapest werden vor 35 000 Zuschauern die achten Leichtathletik-Europameisterschaften eröffnet. An den Wettkämpfen nehmen Aktive aus 31 Verbänden teil.

31.8.1966, Mittwoch

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle trifft in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh mit Nguyên Thuong, einem Vertreter des nordvietnamesischen Staatschefs Ho Chi Minh, zusammen. Nguyên Thuong überreicht eine persönliche Botschaft Ho Chi Minhs. Über den Inhalt des Schreibens wird allerdings nichts verlautet.

Rückwirkend zum 1. April 1966 wird das Soldatenversorgungsgesetz geändert. Danach erhalten jetzt Düsenpiloten der Bundeswehr nach einem Unfall beim Ausscheiden aus dem Dienst eine einmalige Unfallentschädigung von 80 000 DM, wenn sie zu diesem Zeitpunkt um mehr als 90% in ihrer Erwerbstätigkeit beeinträchtigt sind. Die Hinterbliebenen eines tödlich Verunglückten erhalten 40 000 DM.