Was geschah im August 1969

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1.8.1969, Freitag

An der Bayerischen Staatsoper in München wird die einaktige Oper “Das Spiel von Liebe und Tod” von Jan Cikker unter der musikalischen Leitung von Vacláv Neumann und der Regie von Günther Rennert uraufgeführt. Das Libretto schrieb Jan Cikker nach dem Schauspiel von Romain Rolland.

In der Öffentlichkeit werden Zweifel am Sinn sog. Erdteilkämpfe der Leichtathleten laut. Zum zweiten Erdteilkampf zwischen Europa und Amerika (30.- 31.7. in Stuttgart) traten die Amerikaner mit einer nur mittelmäßig besetzten Mannschaft an.

2.8.1969, Samstag

Bei Demonstrationen gegen das Ausfliegen von Wehrdienstverweigerern kommt es in Berlin (West) zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

US-Präsident Richard M. Nixon trifft zu einem als politische Sensation gewerteten zweitägigen Besuch in Rumänien ein. Damit reist erstmals seit der Konferenz von Jalta 1945 ein US-Präsident in ein kommunistisches Land. Allerdings geht Rumänien unter Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu innerhalb des Ostblocks einen Sonderweg.

In Hannover finden bis zum 3. August die deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathletik statt. Im Zehnkampf der Männer siegt der Mainzer Hans-Joachim Walde mit 7956 Punkten, im Fünfkampf der Essener Wolfgang Tilly (3524 Punkte). Deutsche Meisterin im Fünfkampf wird Karin Mack (München; 4665 Punkte).

Zum vorläufig letzten Mal strahlt die ARD die populäre Quizsendung “Einer wird gewinnen” mit dem Moderator Hans-Joachim Kulenkampff aus. Rund 25 Millionen Zuschauer in Europa verfolgen diese 43. Sendung von “EWG”.

Die IG Metall und der Unternehmerverband “Gesamtmetall” unterzeichnen einen neuen Tarifvertrag für die fast vier Millionen Beschäftigten in der Metallindustrie. Ab 1. September sind eine Lohn- und Gehaltserhöhung um 8% sowie eine stufenweise Verlängerung des Jahresurlaubs vorgesehen.

3.8.1969, Sonntag

Den Großen Automobilpreis von Deutschland für Formel-1-Rennwagen auf dem Nürburgring gewinnt der Belgier Jackie Ickx auf Brabham. Er erreicht bei einer Gesamtstrecke von 319,7 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 174,498 km/h.

4.8.1969, Montag

Der neue pakistanische Staatschef Aga-Muhammad Yahya Khan erweitert sein bisher nur aus vier Militärs bestehendes Kabinett um einen siebenköpfigen zivilen Ministerrat. Das Kriegsrecht bleibt bestehen.

5.8.1969, Dienstag

In Italien bildet der Christdemokrat Mariano Rumor nach einmonatiger Regierungskrise ein christdemokratisches Minderheitskabinett. Nach der am 9. August verlesenen Regierungserklärung sucht der alte und neue Ministerpräsident die Unterstützung der Mitte-Links-Parteien. Am 10. August spricht ihm die Abgeordnetenkammer in Rom mit 346 gegen 245 Stimmen bei 6 Enthaltungen das Vertrauen aus.

Der Bayerische Ministerrat beschließt den Bau eines neuen Großflughafens für München bei Erding. Die Kosten für den 28 km vom Stadtzentrum entfernt gelegenen Flughafen München II werden auf 1,4 Milliarden DM geschätzt.

6.8.1969, Mittwoch

In Bukarest beginnt der X. Parteitag der rumänischen KP (bis 12.8.). Er demonstriert die unumstrittene Führungsrolle von Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu.

Das Bundeskabinett beschließt Förderungsmaßnahmen für den Saarkohlenbergbau, die der Saarbergwerke AG zu einer Umstrukturierung ihres Produktionsprogramms verhelfen sollen. Die Saarbergwerke AG erhalten u.a. eine Bürgschaft von 300 Millionen DM für Investitionen außerhalb des Kohlebereichs.

7.8.1969, Donnerstag

Die drei Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich schlagen der Sowjetunion neue diplomatische Initiativen zur Lösung der Berlin-Frage vor. Vor allem die Spannungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland sollen ausgeräumt werden.

Mit ausgesprochen knapper Mehrheit bewilligt der US-Senat nach heftigen Debatten die erste Baustufe des umstrittenen Raketenabwehrsystems ABM.

8.8.1969, Freitag

Der Landesvorstand der bremischen SPD fordert den früheren Fraktionsvorsitzenden Richard Boljahn zur Niederlegung seines Bürgerschaftsmandats auf. Die Forderung steht im Zusammenhang mit der Bauland-Affäre in Bremen.

Unter Vorsitz von Staatspräsident Georges Pompidou beschließt der französische Ministerrat in einer außerordentlichen Sitzung eine Abwertung des Franc um 12,5%. Am 10. August wird ein bis zum 15. September befristeter Preisstopp verordnet.

In der Nacht vom 8. auf den 9. August ereignet sich in einer Villa in Los Angeles ein spektakulärer fünffacher Mord, bei dem u.a. die US-Filmschauspielerin Sharon Tate auf grausame Weise getötet wird.

Beim Nationenpreis in der irischen Hauptstadt Dublin siegt die bundesdeutsche Springreiter-Equipe in der Besetzung Lutz Merkel, Alwin Schockemöhle, Hartwig Steenken und Hans Günter Winkler. Sie verweisen im Stechen Großbritannien und Italien auf die Plätze. Nach ihren Siegen in Rom, Aachen und London gewinnen die bundesdeutschen Reiter damit bereits den vierten Nationenpreis in diesem Jahr.

9.8.1969, Samstag

Eine offizielle chilenische Handelsmission unter Führung des früheren Senators Baltazar Castro beginnt einen Besuch in Kuba (bis 24.8.). Die auf Einladung des kubanischen Staatschefs Fidel Castro zustande gekommene Reise dient Vorbereitungen zur Wiederaufnahme von Handelsbeziehungen.

Mit Beginn der Fußball-Punktspielsaison 1969/70 führen die drei bundesdeutschen Lotto- und Totogesellschaften die sog. Elfer-Wette ein. Bei dieser Ergebniswette – sie ersetzt die bisherige Zwölferwette – genügen neun richtige Voraussagen über den Spielausgang für einen Gewinn im dritten Rang.

10.8.1969, Sonntag

Der 26-Jährige Niederländer Harm Ottenbros gewinnt die 36. Straßenweltmeisterschaft auf einem Automobilrundkurs in Zolder (Belgien). Vor 200 000 Zuschauern schlägt Ottenbros nach der 2628 km langen Wettfahrt im Spurt Julien Stevens und wird damit Nachfolger des Italieners Vittorio Adorni. Der favorisierte Tour-de-France-Sieger Eddy Merckx aus Belgien enttäuscht und beendet das Rennen vorzeitig.

11.8.1969, Montag

Sambias Staatschef Kenneth Kaunda gibt einen Regierungsbeschluss bekannt, nach dem eine Aktienmehrheit von 51% an den Kupferminen in Sambia in Staatsbesitz übergehen soll. Zur Begründung erklärt Kaunda, es lasse sich nicht mit der Würde eines Staates vereinbaren, seine Bodenschätze auf unbegrenzte Zeit ausländischen Kapitalisten zu überlassen.

Das kambodschanische Staatsoberhaupt Norodom Sihanouk beauftragt nach dem Rücktritt des bisherigen Kabinetts General Lon Nol mit der Bildung einer neuen Regierung. Nach der Vorstellung des neuen Kabinetts am 12. August formuliert Lon Nol in seiner Regierungserklärung u.a. die Ziele der nationalen Unabhängigkeit und der strikten Neutralität.

Der Australier Tony Roche gewinnt mit 6:1, 5:7, 7:5 und 8:6 gegen den Niederländer Tom Okker das Endspiel der internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland am Hamburger Rothenbaum. Bei den Damen siegt die Australierin Judy Tegart im Einzel mit 6:3, 6:4 gegen die Essenerin Helga Niessen.

12.8.1969, Dienstag

In Nordirland eskalieren die Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken. Am 19. August wird der britischen Armee die Verantwortung für die Sicherheit in diesem Krisengebiet übertragen.

Erneut kommt es in der chinesischen Provinz Sinkiang zu Grenzgefechten mit sowjetischen Truppenteilen. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, den Zwischenfall verursacht zu haben.

13.8.1969, Mittwoch

Nach der Errichtung eines Dammes durch die Donau am sog. Eisernen Tor (Donau-Durchbruch in den Südkarpaten an der Grenze zwischen Jugoslawien und Rumänien) können die Arbeiten am ersten Bauabschnitt eines neuen Flusskraftwerks beginnen. Im Schutz des Fangdammes wird der mittlere Teil des bis zu 60m hohen Staudammes errichtet. Das als rumänisch-jugoslawisches Gemeinschaftsunternehmen konzipierte Flusskraftwerk – das drittgrößte der Welt – wird am 16. Mai 1972 eingeweiht.

Ein Zugunglück bei Meckelfeld nahe Hamburg fordert vier Todesopfer und 33 Verletzte, als ein Eilzug aus Bremen mit großer Wucht auf einen Fernzug aus München prallt.

14.8.1969, Donnerstag

Nach der CDU startet auch die SPD in die “heiße Phase” des Bundestagswahlkampfes.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den katholischen Weihbischof Matthias Defregger im Zusammenhang mit der Erschießung von italienischen Geiseln im Zweiten Weltkrieg werden eingestellt. Defregger tritt später von seinem Amt als Regionalbischof zurück.

Der Mannheimer Schwimmer Hans Faßnacht erzielt im US-amerikanischen Louisville über 400 m Freistil in 4:04,0 min einen Weltrekord. Am 17. August verbessert der US-Schwimmer Mike Burton an gleicher Stelle die Freistilweltrekorde über 800 m und 1500 m auf 8:28,8 min bzw. 16:04,5 min.

15.8.1969, Freitag

DDR-Innenminister Friedrich Dickel protestiert in einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister von Berlin (West), Klaus Schütz (SPD), gegen Transporte von Kriegsdienstgegnern aus West-Berlin in die Bundesrepublik. Im Auftrag der DDR-Regierung spricht er dabei die Erwartung aus, dass der Westberliner Senat in Zukunft den “Erfordernissen eines entmilitarisierten Status West-Berlins Rechnung trägt”.

16.8.1969, Samstag

290 000 Zuschauer besuchen die neun Spiele beim Start der Bundesliga-Saison 1969/70.

Der US-Amerikaner Darry Greenamyer stellt in Kalifornien mit 776,449 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord für Propeller-Flugzeuge auf.

Nach dem Tod des prominentesten Patienten mit einem fremden Herzen, des Südafrikaners Philip Blaiberg, flammen wieder Diskussionen um den Sinn von Herzverpflanzungen auf.

Indonesiens Staatspräsident Kemusu Suharto gibt den Anschluss Westirians (Irian Jaya, früher Holländisch-Westneuguinea) an Indonesien bekannt. Vorausgegangen war ein umstrittener “Volksentscheid” unter den rund 800 000 wahlberechtigten Einwohnern Westirians (vorwiegend Papuas). In Pressekommentaren wird der demokratische Charakter des unter massiver militärischer Aufsicht stattfindenden Referendums stark bezweifelt. Westirian steht seit 1963 unter indonesischer Verwaltung.

In den USA und Ungarn wird eine Vereinbarung bekannt, die u.a. die Errichtung eines ungarischen Handelsbüros in New York und eine personelle Aufstockung der Botschaften beider Staaten beinhaltet. Das jährliche Handelsvolumen zwischen den Vereinigten Staaten und Ungarn beträgt rund 15 Millionen US-Dollar (60 Mio. DM).

17.8.1969, Sonntag

Rumänien und Israel beschließen, die diplomatischen Vertretungen beider Länder in den Rang von Botschaften zu erheben. Daraufhin brechen verschiedene arabische Staaten, u.a. der Irak, Ägypten und der Sudan, ihre Beziehungen zu Rumänien ab.

In den USA geht das Woodstock-Festival nach drei Tagen zu Ende.

Der Schweizer Xaver Kurmann wird im tschechoslowakischen Brno (Brünn) neuer Radweltmeister im 4-km-Verfolgungsfahren. Enttäuschend ist dagegen das Abschneiden des Olympiasiegers von 1968, Daniel Rebillard (Frankreich), der nach einer Halbfinal-Niederlage gegen Kurmann nur Dritter wird. Titelverteidiger Mogens Frey (Dänemark) ist nicht am Start.

Im Düsseldorfer Rheinstadion gehen die bundesdeutschen Leichtathletikmeisterschaften zu Ende.

18.8.1969, Montag

Der stellvertretende Landesvorsitzende der bremischen CDU und Bürgerschaftsabgeordnete Hans Ludwig Kuhlenkampff tritt im Zusammenhang mit der Bauland-Affäre von seinen Parteiämtern zurück und legt sein Mandat nieder.

Bei einem Schiffsunglück auf dem Genfer See kommen 24 Menschen ums Leben. Ein zum Ausflugsdampfer umgebauter Schlepper kentert beim Anlegemanöver, nur 70 Meter vom Ufer entfernt.

19.8.1969, Dienstag

Mehrere hundert Menschen kommen durch den Hurrikan “Camille” ums Leben, der weite Gebiete in den US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi verwüstet. Am 17. August waren mehr als 200 000 Menschen aus den betroffenen Gebieten vor dem Hurrikan geflohen.

Der sowjetrussische Leichtathlet Wladimir Dudin erreicht in Kiew mit 8:22,2 min einen Weltrekord im 3000-m-Hindernislauf.

20.8.1969, Mittwoch

Bei Präsidentschaftswahlen in Indien siegt der vom linken Flügel der regierenden Kongresspartei sowie von Regierungschefin Indira Gandhi unterstützte Varahagiri Venkatagiri Giri.

Der UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigt sich auf Antrag der Republik Irland mit der Situation in Nordirland. Der irische Außenminister Patrick Hillery spricht sich für die Entsendung einer UN-Friedenstruppe in das von gewalttätigen Auseinandersetzungen erschütterte Gebiet aus. Die nach einstündiger Debatte erfolgende Vertagung bedeutet nach Ansicht von Kommentatoren, dass der Sicherheitsrat das Nordirland-Problem als innerbritische Angelegenheit betrachtet.

21.8.1969, Donnerstag

Anlässlich des ersten Jahrestages der Besetzung der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Paktes kommt es in Prag zu Demonstrationen gegen die Besatzungstruppen. Bei Militäreinsätzen gegen die Demonstranten sterben fünf Menschen. 600 Protestierende werden verhaftet; zahlreiche Journalisten, die über die Protestaktionen berichten, werden ausgewiesen.

Die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem wird durch Brandstiftung schwer beschädigt. Die Tat löst in der arabischen Welt heftige Empörung aus.

22.8.1969, Freitag

SPD-Fraktionschef Helmut Schmidt und seine Stellvertreter Alex Möller und Egon Franke beenden einen dreitägigen Moskau-Besuch. Dabei kommt Schmidt zu politischen Gesprächen mit Außenminister Andrei A. Gromyko und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dimitri S. Poljanski zusammen.

In Moskau unterzeichnen die Sowjetunion und Ungarn ein Abkommen über den Bau einer direkten Erdölleitung von Uzgorod nach Ungarn. Es handelt sich um die zweite derartige Leitung. Im Gegensatz zur ersten führt sie nicht über tschechoslowakisches Gebiet.

Im tschechoslowakischen Brno (Brünn) sichern sich die vier schwedischen Brüder Gösta, Sture, Erik und Tomas Pettersson den Weltmeistertitel im Mannschaftsfahren auf der Straße. Sie hatten den WM-Titel auch in den beiden Vorjahren gewonnen.

23.8.1969, Samstag

Auf dem Düsseldorfer Messegelände beginnt die sog. Teenage-Fair. Neun Tage lang zeigen 116 Unternehmen Waren, die auf jugendliche Konsumenten zielen. Eine Protestdemonstration gegen die Warenschau wird von der Polizei gewaltsam beendet. Die Teenage-Fair wird von insgesamt rund 300 000 Personen besucht.

24.8.1969, Sonntag

Zu heftigen Protesten kommt es anlässlich einer Veranstaltung der rechtsextremen NPD mit ihrem Vorsitzenden Adolf von Thadden in Bielefeld. Am 22. August gab es in Flensburg ebenfalls Demonstrationen gegen eine NPD-Kundgebung.

Auf der griechischen Insel Santorin werden die prähistorischen Anlagen der Stadt Akrotiri freigelegt.

In Budapest und Würzburg werden erstmals die Wettbewerbe des Schwimm-Europapokals ausgetragen.

Straßenweltmeister der Amateure wird im tschechoslowakischen Brno (Brünn) der 22-Jährige Däne Leif Mortensen. Auf der 181,2 km langen Strecke siegt er vor den Belgiern Jean Pierre Monsere und Gustaff von Roosboeck.

25.8.1969, Montag

Die 33. Strafkammer des Kleinen Landgerichts in Berlin (West) setzt in einer Berufungsverhandlung die Strafe für Beate Klarsfeld auf vier Monate Gefängnis mit Bewährung herab. Die 30-Jährige Angeklagte war am 7. November 1968 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie auf einem CDU-Parteitag Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger geohrfeigt hatte. Nach ihrer Ansicht spielte Kiesinger unter dem NS-Regime eine bedeutende Rolle.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad werden 15 Menschen hingerichtet. Die irakische Regierung beschuldigt sie der Spionage für Israel bzw. den US-amerikanischen Geheimdienst. Damit sind seit Anfang des Jahres im Irak 51 Todesurteile vollstreckt worden.

Mit dem Eintreffen einer chinesischen Handelskarawane in Pakistan ist ein Teil der “Seidenstraße” zwischen beiden Staaten wieder eröffnet. 1949 hatte China diesen Teil des berühmten, bereits von Marco Polo berittenen Handelsweges geschlossen. Die Ankunft der Karawane im pakistanischen Grenzort Misgar wird mit einem Volksfest gefeiert.

26.8.1969, Dienstag

In Helsinki unterzeichnen die Sowjetunion und Finnland ein fünfjähriges Handelsabkommen. Es sieht die Steigerung des Handelsvolumens zwischen beiden Staaten um 33% vor. Bisher umfasst der Handel mit der Sowjetunion rund 15% des finnischen Außenhandels.

27.8.1969, Mittwoch

Israelische Truppen greifen ein regionales Hauptquartier der ägyptischen Armee bei Asyut am Nil an. Israel setzt bei dem Angriff nach eigener Darstellung schwere Granatwerfer ein.

28.8.1969, Donnerstag

Nach fast 19-Jähriger Amtszeit kündigt der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn (SPD) aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt an.

In London unterzeichnen Großbritannien und Polen ein Kreditabkommen im Wert von 20 Millionen britischen Pfund (192 Mio. DM). Es sieht vor, dass Polen in Großbritannien u.a. elektronische Anlagen sowie Werkzeug-, Bau- und Straßenmaschinen erwirbt.

Anhänger der Volksfront für die Befreiung Palästinas entführen ein Verkehrsflugzeug der US-amerikanischen Fluggesellschaft TWA nach Syrien.

29.8.1969, Freitag

In Ghana finden die ersten freien Wahlen seit der Abstimmung über die Unabhängigkeit 1956 statt. Aus ihnen geht die von dem Soziologieprofessor Kofi Abrefa Busia geführte Progress Party (Fortschrittspartei) mit 105 von 140 Sitzen als Siegerin hervor. Kofi Abrefa Busia wird am 3. September als Ministerpräsident vereidigt.

Auf einer Konferenz von Universitätsprofessoren und -dozenten in Wien wird die Errichtung eines internationalen Universitätszentrums für den Frieden in der österreichischen Hauptstadt beschlossen. Außerdem fordert die Konferenz den Aufbau von Friedensforschungszentren in allen Ländern.

30.8.1969, Samstag

Ein 4 km langer Ölstreifen verschmutzt die französische Atlantikküste vor Le Havre. Der Ölfilm entstand, als ein griechischer Kapitän auf offener See die Tanks seines Schiffes reinigen ließ.

31.8.1969, Sonntag

Liselott Linsenhoff wird in Wolfsburg Europameisterin im Dressurreiten. Zusammen mit Reiner Klimke und Josef Neckermann gewinnt sie auch den Mannschaftswettbewerb.