Was geschah im August 1988

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1.8.1988, Montag

In Washington trifft Zyperns Präsident Jeorjios Wassiliu mit US-Präsident Ronald Reagan zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Bemühungen um die Wiedervereinigung der geteilten Insel.

Die polnische Regierung genehmigt die Wiederaufnahme der Arbeit polnischer Schriftsteller im internationalen Autorenverband PEN. Der Sektion waren vor sieben Jahren im Rahmen des Kriegsrechts internationale Kontakte verboten worden.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Frank Carlucci trifft in Moskau zu einem viertägigen Arbeitsbesuch ein. Carlucci wird im Rahmen vertrauensbildender Maßnahmen u.a. geheime Anlagen der sowjetischen Luftwaffe und Marine besichtigen.

2.8.1988, Dienstag

Bei Geheimverhandlungen über die Krisenregion Angola/Namibia in Genf erklärt die südafrikanische Delegation ihre Bereitschaft zum Truppenabzug aus Angola. Bedingung sei der gleichzeitige Abzug der rund 50 000 kubanischen Soldaten.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele kommen die “Sieben Gesänge der Salome” für Sopran und Orchester des italienischen Komponisten Hubert Stuppner zur Uraufführung.

Eine bulgarische Verkehrsmaschine stürzt kurz nach dem Start vom Flughafen Sofia ab. Bei dem Unglück sterben 23 Passagiere.

3.8.1988, Mittwoch

Die DDR-Regimekritiker Bärbel Bohley und Werner Fischer kehren nach sechsmonatigem Aufenthalt in Großbritannien nach Berlin (Ost) zurück. Sie waren am 25. Januar wegen angeblicher “landesverräterischer Beziehungen” verhaftet worden und hatten auf Vermittlung des evangelischen Konsistorialpräsidenten Manfred Stolpe die Erlaubnis zu einem “Studienaufenthalt” im Ausland erhalten.

Der deutsche Sportflieger Mathias Rust, der 1987 mit einer einmotorigen Cessna auf dem Roten Platz in Moskau gelandet war, wird nach einem Jahr Haft begnadigt.

Nach zähen Verhandlungen legen die Daimler-Benz AG und die Dornier-Flugzeugbaugesellschaft ihren Konflikt über die Beteiligung bei MBB bei. Damit ist die Entwicklung des zweimotorigen Verkehrsflugzeuges Dornier Do 328 gesichert, die am Streit zwischen dem Automobilkonzern und den Dornier-Erben zu scheitern drohte.

4.8.1988, Donnerstag

In Bonn beschließt die Bundesregierung, das geplante Deutsche Historische Museum nach dem Entwurf des Italieners Aldo Rossi in Berlin zu bauen. Der Architekt hatte bei einem internationalen Wettbewerb um die Gestaltung des Museums den ersten Preis gewonnen.

Der US-Senat in Washington verabschiedet ein neues Handelsgesetz. Die Bestimmungen sind eine Reaktion auf das wachsende Handelsdefizit der amerikanischen Wirtschaft gegenüber der EG und Japan, das im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 170 Mrd. US-Dollar (306 Mrd. DM) erreicht hat. Geplant sind u.a. Schutzzölle zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von US-Produkten.

5.8.1988, Freitag

Vertreter der Gewerkschaftsverbände der Bundesrepublik und der DDR treffen in Berlin (Ost) erstmals zu offiziellen Gesprächen zusammen. Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) wird vom Bundesvorsitzenden Roland Issen, die DDR-Einheitsgewerkschaft FDGB von Vorstandsmitglied Werner Heilemann vertreten.

In den USA tritt ein Gesetz in Kraft, das die Zahlung einer Entschädigung an während des Zweiten Weltkriegs in Lagern internierten US-Bürgern japanischer Abstammung regelt. Die rund 60 000 Betroffenen erhalten bis zu 60 000 US-Dollar (108 000 DM) pro Person.

6.8.1988, Samstag

Beim Untergang einer überfüllten Fähre auf dem Ganges im indischen Bundesstaat Bihar kommen mehr als 350 Menschen ums Leben.

7.8.1988, Sonntag

In Indien schließen sich sieben Oppositionsparteien zur sog. Nationalen Front zusammen. Ziel ist die Bildung einer Einheitsliste bei den bevorstehenden Parlamentswahlen zur Ablösung des regierenden Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi (Kongresspartei).

Bei der 6. Gipfelkonferenz der Westafrikanischen Währungsunion (UMOA) werden umfassende Reformen des Bank- und Finanzsystems der beteiligten Staaten beschlossen.

Die sudanesische Regierung verhängt nach verheerenden Überschwemmungen den Ausnahmezustand. Bei der Katastrophe sind mehrere hundert Menschen ums Leben gekommen.

Das 93. Deutsche Traberderby auf der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf endet mit dem Sieg des Hengstes “Tornado Hannover” mit Gottlieb Jauß im Sulky. Das Preisgeld beträgt 320 000 DM.

8.8.1988, Montag

Die Herzogin von York, Sarah Ferguson, wird in London von einer Tochter entbunden. Ihr Gemahl, Prinz Andrew, ist der jüngste Sohn der britischen Königin Elisabeth II.

In Düsseldorf ordnet der nordrhein-westfälische Umweltminister Klaus Matthiesen die sofortige Notschlachtung von 14 000 Kälbern an. In mehreren landwirtschaftlichen Betrieben war der massive Missbrauch von Hormonspritzungen bei der Mast entdeckt worden.

Ein Gutachten der Universität Tübingen belegt, dass der Gebrauch von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) massiv zum Waldsterben in der Bundesrepublik beiträgt.

Der Bürgerkrieg in Angola wird durch einen von der UNO vermittelten Waffenstillstand beendet. Die Konfliktparteien UNITA und MPLA einigen sich auf die Abhaltung von freien Wahlen nach dem Abzug südafrikanischer und kubanischer Truppen.

9.8.1988, Dienstag

Der US-amerikanische Kongress verabschiedet die Regierungsvorlage zum US-amerikanisch-kanadischen Freihandelsabkommen. US-Präsident Ronald Reagan nennt das Projekt eine “historische Leistung seiner Präsidentschaft”, das Tausende neuer Arbeitsplätze schaffe und die Wirtschaft beider Länder belebe.

In Belfast (Nordirland) protestieren Tausende von Menschen gegen die vor 17 Jahren von der britischen Regierung erlassenen Gesetze gegen Sympathisanten der Terrororganisation IRA. Die Polizei nimmt 42 Personen fest.

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher beendet eine elftägige Auslandsreise, die sie u.a. nach Bahrein, Oman, Singapur, Thailand und Australien führte. Im Mittelpunkt standen dabei die Lage in der Golfregion sowie wirtschaftliche Fragen.

10.8.1988, Mittwoch

US-Außenminister George Shultz trifft zum Abschluss seiner Reise in neun Staaten Lateinamerikas in Buenos Aires ein. Gegenüber der argentinischen Führung sichert Shultz die Hilfe der USA beim Abbau der Staatsverschuldung in Höhe von 54 Mrd. US-Dollar (97 Mrd. DM) zu.

Der kanadische Eishockeyspieler Wayne Gretzky wechselt für die Rekordtransfersumme von 20 Mio. US-Dollar (36 Mio. DM) von den Edmonton Oilers zu den Los Angeles Kings. Gretzky hatte maßgeblichen Anteil an Edmontons Gewinn des Stanley-Cups, der Meisterschaft in der nordamerikanischen Profiliga NHL.

11.8.1988, Donnerstag

Erstmals dürfen Offiziere der Bundeswehr als offizielle Beobachter an einem Manöver von Truppen der sowjetischen Roten Armee und der Nationalen Volksarmee der DDR teilnehmen. Die Inspektion wird durch das Inkrafttreten der Schlussakte der Stockholmer Konferenz für Vertrauensbildung und Abrüstung in Europa (KVAE) ermöglicht. Im Gegenzug werden NVA-Offiziere bei Manövern der Bundeswehr zugelassen.

Der ADAC und das Verkehrskombinat Potsdam unterzeichnen in München ein Abkommen über Verbesserungen im Pannenhilfsdienst auf den Transitautobahnen von Berlin (West) ins Bundesgebiet. Der ADAC stellt 15 Hilfsfahrzeuge zur Verfügung, die – besetzt mit speziell ausgebildeten DDR-Mechanikern – auf den Autobahnen eingesetzt werden.

In der Gießener Universitätsklinik wird einem neugeborenen Kind ein fremdes Herz implantiert. Es ist die erste Operation dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland.

12.8.1988, Freitag

Vor dem Hintergrund blutiger Straßenschlachten tritt nach nur 17-tägiger Amtszeit der birmanische Staatspräsident und Chef der sozialistischen Einheitspartei, General Sein Lwin, von seinem Amt zurück.

Der US-amerikanische Rückenschwimmer David Berkhoff stellt in Austin mit 54,91 sec einen Weltrekord über 100 m auf.

13.8.1988, Samstag

Auf den Philippinen fordert Vizepräsident Salvador Laurel Präsidentin Corazón Aquino zum Rücktritt auf. Die Zunahme der Korruption und der Verfall der öffentlichen Ordnung machten unverzügliche Neuwahlen unumgänglich.

Die äthiopische Regierung verweigert dem Roten Kreuz den Zugang in den Landesteil Ogaden, in dem mehr als 300 000 somalische Bürgerkriegsflüchtlinge von jeder Versorgung abgeschnitten sind.

14.8.1988, Sonntag

In Brazzaville verkündet der kongolesische Staatspräsident Denis Sassou-Nguesso eine Amnestie für 463 z.T. seit 1963 inhaftierte Regimegegner.

15.8.1988, Montag

Der Oberbefehlshaber der NATO, General John Galvin, lehnt bei einem Besuch in Berlin (West) eine Reduzierung der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten US-Streitkräfte kategorisch ab.

Die DDR und die Europäische Gemeinschaft nehmen diplomatische Beziehungen auf.

In Oberschlesien treten Bergleute in den Streik, um die Zulassung der unabhängigen polnischen Gewerkschaft Solidarität zu erzwingen.

16.8.1988, Dienstag

Die kambodschanische Regierung schlägt die Bildung einer Allparteienregierung unter Führung von Prinz Norodom Sihanouk zur Beendigung des Bürgerkrieges vor. Voraussetzung sei jedoch der beschleunigte Abzug der noch im Land stationierten vietnamesischen Truppen. Vietnam lehnt den Vorschlag unter Hinweis auf die Gefahr einer erneuten Machtübernahme durch die Roten Khmer ab.

In Polen kommt es zu einer Streikwelle gegen staatlich verordnete Preiserhöhungen und das Verbot der unabhängigen Gewerkschaft Solidarität. Am 31. August ruft Gewerkschaftsführer Lech Walesa nach einem Gespräch mit der Regierung zur Beendigung des Ausstandes auf.

Die Terrorgruppe Ein Tirol unternimmt einen Bombenanschlag auf das norditalienische Wasserkraftwerk Lana. Mit ihren Aktionen – es ist seit Mai 1988 bereits der 14. Anschlag – will die Gruppierung den Anschluss Südtirols an Österreich erzwingen.

Im westfälischen Gladbeck nehmen Bankräuber mehrere Geiseln. Bei der Verfolgungsjagd durch die Bundesrepublik und die Niederlande kommen drei Menschen ums Leben.

17.8.1988, Mittwoch

Der pakistanische Staatspräsident Mohammad Zia ul-Haq kommt bei einem Anschlag unbekannter Täter ums Leben. Er ist mit einem Sonderflugzeug unterwegs, als eine Bombe die Maschine nahe der indischen Grenze zerfetzt. Die Nachfolge des für eine strikte Islamisierung des Landes eingetretenen Präsidenten tritt Ghulam Ishaq Khan an.

Bei dem internationalen Grand-Prix-Sportfest in Zürich stellt der US-Amerikaner Harry “Butch” Reynolds mit 43,29 sec einen Weltrekord über 400 m auf. Er verbessert die seit 20 Jahren bestehende Bestmarke seines Landsmannes Lee Evans um 0,57 sec.

18.8.1988, Donnerstag

Der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine (SPD) trifft auf Schloss Hubertusstock am Werbellinsee mit DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker zusammen. Am folgenden Tag hält er vor einem Plenum von Wissenschaftlern und Militärs einen Vortrag zum Thema “Die Gesellschaft der Zukunft”.

Unter Vorsitz des schwedischen Ministerpräsidenten Ingvar Carlsson beginnt in Stockholm eine Konferenz über die Verunreinigung von Nord- und Ostsee. Die Umweltorganisation Greenpeace weist im Vorfeld der unter Beteiligung von Vertretern aus 14 Staaten stattfindenden Veranstaltung darauf hin, dass jährlich über 700 t Chlorverbindungen, 100 t Zink und ca. 32 t Blei über Industrieabwässer in die Meere gelangen.

19.8.1988, Freitag

Auf dem Parteitag der Republikanischen Partei in New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana) wird der amtierende Vizepräsident George Bush von den Delegierten zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im November nominiert. Bush soll im Kampf um die Nachfolge von Ronald Reagan gegen den Demokraten Michael Dukakis antreten.

Im Rahmen der Salzburger Festspiele wird das Klavierkonzert des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski uraufgeführt. Solist ist Krystian Zimerman.

Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) sagt in Hannover vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages zur Klärung der sog. Spielbankaffäre aus.

20.8.1988, Samstag

Nach acht Jahren Krieg zwischen Iran und Irak tritt der von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenstillstand in Kraft.

Bei einem Bombenanschlag der Terrororganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) auf einen Militärbus kommen bei Belfast/Nordirland acht britische Soldaten ums Leben. 28 Personen werden z.T. schwer verletzt.

21.8.1988, Sonntag

Ein schweres Erdbeben im Gebiet des Himalaja an der Grenze zwischen Indien und Nepal fordert mehr als 1000 Todesopfer.

22.8.1988, Montag

In Berlin (Ost) treffen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und der DDR Vereinbarungen über gemeinsame Forschungsprojekte. In den Bereichen Kernenergie, Physik, Bauwesen und Gesellschaftswissenschaften sollen gemischte Forschergruppen gebildet werden.

Ein Stammeskrieg im afrikanischen Staat Burundi fordert über 5000 Todesopfer. Der Aufstand von Angehörigen der Hutu, die in Burundi die Mehrheit bilden, wird von der vom Stamm der Tutsi kontrollierten Armee blutig niedergeschlagen. Die Regierungstruppen setzen gegen die mit Speeren und Macheten bewaffneten Aufständischen modernste Waffen ein.

Der Trabrennfahrer Heinz Wewering erzielt in Dinslaken seinen 7000. Sieg.

23.8.1988, Dienstag

In den baltischen Sowjetrepubliken Estland, Litauen und Lettland demonstrieren mehr als 100 000 Menschen für die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Sie erinnern mit ihrem Protest an den 49. Jahrestag des sog. Hitler-Stalin-Paktes, der zur Annektierung des Baltikums durch die Sowjetunion geführt hatte.

24.8.1988, Mittwoch

Das Landratsamt Schwandorf lehnt den Antrag der Betreiber der atomaren Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf DWK auf Baugenehmigung für das Hauptgebäude ab. Die Errichtung der Anlage ist seit Jahren umstritten.

25.8.1988, Donnerstag

Ein Großbrand in Lissabon führt zur Zerstörung von Teilen der historischen Altstadt.

Aus gesundheitlichen Gründen beendet der 80-Jährige österreichische Dirigent Herbert von Karajan seine 24-Jährige Tätigkeit im Direktorium der Salzburger Festspiele.

Das Wiesbadener Verwaltungsgericht untersagt nach Einsprüchen von Anwohnern die geplante Stationierung einer US-Hubschrauberstaffel auf dem Flughafen Wiesbaden-Erbenheim.

26.8.1988, Freitag

Bei einem Rock-Festival in Schweinfurt kommt es unter den Besuchern zu schweren Ausschreitungen. Mehr als 100 Personen werden verletzt; 78 von der Polizei festgenommen.

27.8.1988, Samstag

Die chilenische Militärregierung unter General Augusto Pinochet Ugarte erklärt den 1973 verhängten Ausnahmezustand für beendet. Während der Herrschaft Pinochets sind Tausende Regimegegner ermordet, gefoltert oder interniert worden.

In Paris einigen sich auf Vermittlung von Staatspräsident François Mitterrand die neukaledonischen Organisationen RPCR und FLNKS auf die Abhaltung einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des französischen Überseeterritoriums. Die RPCR tritt im Gegensatz zur FLNKS für den Verbleib der Besitzung bei Frankreich ein.

28.8.1988, Sonntag

In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul beginnt der 53. internationale PEN-Kongress. Das sechstägige Treffen der Schriftstellervereinigung ist von Diskussionen über die Einhaltung der Menschenrechte in Südkorea geprägt.

Die DDR-Führung sichert sechs DDR-Bürgern, die sich zur Erzwingung ihrer Ausreise seit drei Tagen in der ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Berlin (Ost) aufhalten, Straffreiheit zu. Die Betroffenen verlassen daraufhin das Gebäude. Weitere 16 Personen, die sich in der britischen Botschaft aufhalten, geben ihr Unternehmen am folgenden Tag auf.

Beim Schauflug einer italienischen Kunstflugstaffel auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein kommt es zu einer Kollision in der Luft. Drei Düsenjäger stürzen ab, einer davon in die Zuschauermenge. 70 Menschen kommen ums Leben.

29.8.1988, Montag

Die im Rahmen des INF-Vertrages zwischen den USA und der Sowjetunion zum Abbau der atomaren Mittelstreckenraketen vereinbarte Bestandsaufnahme der Arsenale ist abgeschlossen. Mit der Verschrottung der Raketen und Sprengköpfe wird am 8. September begonnen.

30.8.1988, Dienstag

In der nicaraguanischen Hauptstadt Managua diskutieren 320 Delegierte aus sieben amerikanischen Staaten im Rahmen eines dreitägigen Kongresses über die Rechte der Indianer. In einer Resolution wird die Förderung der materiellen Grundlagen der amerikanischen Ureinwohner beschlossen.

Auf dem Messegelände unter dem Funkturm in Berlin (West) öffnet die 26. Übersee-Import-Messe “Partner des Fortschritts” ihre Tore. Geboten werden Exponate von 895 Ausstellern aus 72 Nationen.

31.8.1988, Mittwoch

In Münster beschließt die SPD im Rahmen ihres 33. Bundesparteitags eine sog. Frauenquote.

Die Bundesregierung verabschiedet ein Sonderprogramm in Höhe von 750 Mio. DM zur Erhöhung der Leistungen zur Unterbringung und Eingliederung von deutschstämmigen Aussiedlern aus osteuropäischen Ländern. Allein für 1988 werden 200 000 Menschen aus diesen Gebieten erwartet. Der größte Teil der Gelder soll dem Bau von 15 000 Wohnungen zugutekommen.

In Peking unterzeichnet der japanische Ministerpräsident Noboru Takeschita zum Abschluss eines siebentägigen China-Besuches ein Handelsabkommen, das der japanischen Industrie Vorzugskonditionen beim Rohstoffkauf sichert. Im Gegenzug gewährt Tokio China einen Kredit über 810 Mrd. Yen (rund 10 Mrd. DM).

Die NATO beginnt in Europa ihre Herbstmanöver “Autumn Forge 88”. An der bis Ende Oktober dauernden, zum größten Teil in Norwegen und der Bundesrepublik abgehaltenen Übung nehmen rund 250 000 Soldaten teil.

In Helsinki besiegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem ersten Qualifikationsspiel zur 1990 in Italien stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft Finnland 4:0.