Was geschah im Dezember 1900

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Wetterstationen Dezember 1900

1.12.1900, Samstag

Der Schweizer Bundesrat in Bern fällt das Schiedsurteil in der zwischen Frankreich und Brasilien umstrittenen Guayana-Frage.

Die USA und Nicaragua schließen in Washington einen Vertrag, in dem Nicaragua den USA die Privilegien zum Bau eines Kanals in Nicaragua verleiht.

Der preußische “Reichs- und Staatsanzeiger” veröffentlicht einen königlichen Erlass an den Kultusminister über die Reform der höheren Schulen (obligatorische Einführung des Englischunterrichts, Gleichstellung der Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen u.a.).

Der neue Leuchtturm Yu-nui-san bei Tsingtau im deutschen Pachtgebiet in der Kiautschou-Bucht in China wird in Betrieb genommen.

Im Deutschen Reich und in der Schweiz werden Volkszählungen durchgeführt. Danach hat die Schweiz 3 327 207 ortsanwesende Einwohner, 13,4% mehr als vor zwölf Jahren. Das Deutsche Reich hat 5 6345 014 Einwohner, 7,78% mehr als vor fünf Jahren.

Der im März 1900 zum Hauptmann beförderte preußische Offizier und Afrikareisende Adolf Graf von Götzen wird zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt als Nachfolger Eduard von Lieberts, der am 23. Juni zurückgetreten ist.

2.12.1900, Sonntag

Paulus “Ohm” Krüger, der Präsident der am 1. September von Großbritannien annektierten Südafrikanischen Republik, wird in Köln, wo er nicht offiziell empfangen worden ist, gefeiert.

3.12.1900, Montag

Aus Berlin wird gemeldet, dass anlässlich des 200-Jährigen Jubiläums der preußischen Monarchie am 18. Januar 1901 für vier Millionen Mark Zweimarkstücke und für eine halbe Million Mark Fünfmarkstücke in besonders schöner Ausstattung und mit einer entsprechenden Aufschrift als Gedenkmünzen geprägt und ausgegeben werden.

US-Präsident William McKinley geht in seiner Kongressbotschaft vor allem auf die Spannungen in China und auf den Burenkrieg ein.

In dem mit Schweden in Personalunion verbundenen Norwegen wird eine Volkszählung durchgeführt. Das Land hat 2 231 395 Einwohner.

Die Nacht vom 2. auf den 3. Dezember ist die erste Frostnacht des nahenden Winters. Die Seen im Berliner Tiergarten sind am Morgen von einer dünnen Eisschicht überzogen, die bereiften Bäume und Bänke des Parks machen einen winterlichen Eindruck.

4.12.1900, Dienstag

In einer Reichstagsdebatte über die Kohlenteuerung im Deutschen Reich bezeichnen Zentrumsabgeordnete die Grubenbesitzer, das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat und den Handel, aber auch die Streiks und den Arbeitermangel, z. B. in den schlesischen Staatsgruben, als Ursachen. Sprecher der Regierung führen den gestiegenen Bedarf der deutschen Industrie und den Ausfall ausländischer Kohle an.

Infolge des Tiberhochwassers lösen sich Teile des Quai Anguillara in Rom auf einer Länge von rund 300 m und stürzen ins Wasser. Die benachbarten Häuser werden geräumt.

5.12.1900, Mittwoch

Paulus “Ohm” Krüger, der Präsident der am 1. September von Großbritannien annektierten Südafrikanischen Republik wird in Amsterdam begeistert empfangen.

Bei den Landtagswahlen im Königreich Württemberg ändert sich das Verhältnis der Parteien nur unwesentlich, stärkste Fraktion bleibt die Volkspartei vor dem Zentrum. Bemerkenswert ist jedoch der Stimmenzuwachs der Sozialdemokraten, denen fünf Mandate zufallen.

Bei den Wahlen zum Steuerausschuss des Landsting in Kopenhagen, der Ersten Kammer Dänemarks, werden acht ministerielle und sieben antiministerielle Abgeordnete gewählt. Das konservative Ministerium Hannibal Sehested befindet sich seit Monaten in einer Krise. Von 69 Gesetzentwürfen, die seit Oktober dem dänischen Reichstag vorgelegt worden sind, wird bis zum Jahresende nur ein einziger, relativ bedeutungsloser, verabschiedet.

Der Deutsche Reichstag in Berlin berät über einen Antrag des Zentrums, nach dem jedem Reichsangehörigen innerhalb des Reichsgebiets volle Freiheit des Religionsbekenntnisses, der Vereinigung zu Religionsgemeinschaften sowie der gemeinsamen häuslichen und öffentlichen Religionsausübung zugestanden werden soll. Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow erklärt, dass die Annahme eines solchen Antrags die verfassungsmäßige Selbständigkeit der Bundesstaaten beeinträchtigen würde. Der Antrag wird an eine Kommission verwiesen.

6.12.1900, Donnerstag

In London tritt das am 15. Oktober neugewählte britische Parlament zusammen. In ihrer Thronrede geht Königin Victoria nicht auf Einzelereignisse ein. Für die Kriege in Südafrika und China soll das Parlament 16 Millionen Pfund Sterling (rund 320 Millionen Mark) bewilligen. Diese Summe wird zwar am 12. Dezember vom Parlament bewilligt, doch muss die konservative Regierung scharfe Worte der Kritik seitens der Opposition über sich ergehen lassen.

Die beiden Kammern des niederländischen Parlaments in Den Haag sprechen Paulus “Ohm” Krüger, dem Präsidenten der am 1. September von Großbritannien annektierten Südafrikanischen Republik, ihre Sympathie aus. Krüger ist von Köln nach Den Haag weitergereist.

Der britische Premierminister Robert Arthur Talbot Gascoyne-Cecil 3. Marquess of Salisbury erklärt im Oberhaus in London, die Haltung der britischen Regierung sei absolut unverändert, was Südafrika betreffe: Die Forderung der “burischen Guerillasa nach Unabhängigkeit von Transvaal (Südafrikanische Republik) und Oranjefreistaat werde nicht erfüllt.

In Kopenhagen beginnt der Parteitag der dänischen Konservativen, der bis zum 9. Dezember dauert. Die seit Monaten zerstrittene Regierungspartei verabschiedet nach kontroversen Debatten eine Resolution, in der die Hoffnung zum Ausdruck gebracht wird, dass der Regierung die Durchführung der umstrittenen Steuerreform gelingen werde.

7.12.1900, Freitag

Der deutsche Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow erklärt in der Budgetkommission des Reichstags in Berlin, dass er Indemnität für alle durch die chinesische Expedition entstandenen Kosten anstrebe.

Eine Versammlung von 3000 Delegierten der Afrikaander in Worcester in der Kapkolonie kritisiert scharf die von den Briten während des Burenkriegs begangenen Grausamkeiten und wendet sich gegen die die Selbstverwaltung der Kapkolonie bedrohende Politik des britischen Gouverneurs Alfred Milner.

8.12.1900, Samstag

Die niederländische Königin Wilhelmina empfängt in Den Haag Paulus “Ohm” Krüger, den Präsidenten der am 1. September von Großbritannien annektierten Südafrikanischen Republik, in nichtoffizieller Audienz.

Auf einem Bankett in Lissabon feiern der portugiesische Ministerpräsident Ernst Rudolf Hintze-Ribeiro und der britische Gesandte die engen Beziehungen zwischen beiden Staaten, die sich auch während des Burenkriegs bewahrt hätten.

9.12.1900, Sonntag

Im Kreis Ruhrort und in Barmen treten wieder Fälle von Ruhr auf. Bereits 1899 waren im Kreis Ruhrort 100 und in Barmen 66 Menschen an dieser Krankheit gestorben.

10.12.1900, Montag

Im Deutschen Reichstag in Berlin beginnt eine viertägige Haushaltsdebatte. Zur Sprache kommen auch der Nichtempfang von Paulus “Ohm” Krüger am 2. Dezember, das Verhältnis zu Großbritannien und die Agitationsgelder. Am 13. Dezember wird der Etat an die Budgetkommission weitergeleitet.

Der liberale Abgeordnete David Lloyd George bringt im britischen Unterhaus den Antrag ein, Minister sollten weder direkt noch indirekt an Firmen beteiligt sein, die sich um Staatsaufträge bewerben. Der Antrag, der sich vor allem gegen Kolonialminister Joseph Chamberlain richtet, wird mit 269 zu 127 Stimmen abgelehnt.

11.12.1900, Dienstag

Der Dampfer “Köln” trifft mit den ersten aus China zurückkehrenden deutschen Soldaten in Wilhelmshaven ein.

Michael Hicks-Beach, der Kanzler der britischen Schatzkammer, legt dem Unterhaus in London die Nachtragsforderung von 16 Millionen Pfund Sterling (rund 320 Millionen Mark) für das Heer vor. Der Antrag wird am folgenden Tag mit der großen Mehrheit von 284 zu 8 Stimmen angenommen.

Die niederländische Zweite Kammer in Den Haag debattiert über die Spannungen zwischen den Niederlanden und Portugal. Anfang Dezember hat die portugiesische Regierung dem niederländischen Konsul das Exequatur (die Zulassung) entzogen. Die Gesandten in Lissabon und Den Haag waren daraufhin beurlaubt worden.

12.12.1900, Mittwoch

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. erlässt zur Urkunde für die 1898 gestiftete Rote-Kreuz-Medaille einen Nachtrag, durch den Mitgliedern der freiwilligen Krankenpflege, die diese Auszeichnung anlässlich eines Feldzugs erhalten haben, die Berechtigung erteilt wird, auf dem Band der Medaille eine Spange mit der Bezeichnung des Feldzugs zu tragen.

Die Wahlen zum österreichischen Reichsrat beginnen.

13.12.1900, Donnerstag

Der Deutsche Reichstag in Berlin geht in die Weihnachtsferien. Sie dauern bis zum 8. Januar.

Die Schweizer Bundesversammlung in Bern wählt Ernst Brenner zum Bundespräsidenten für 1901 als Nachfolger von Walter Hauser.

Großbritannien proklamiert in Kapstadt die Ernennung Alfred Milners, des Gouverneurs der Kapkolonie, zum Administrator der neuen Kolonien Orange River Colony (des früheren Oranjefreistaats) und von Transvaal (der früheren Südafrikanischen Republik).

14.12.1900, Freitag

Der deutsche Physiker Max Planck trägt auf einer Sitzung der Physikalischen Gesellschaft in Berlin seine Quantentheorie vor.

Die russischen Soldaten in der Mandschurei erhalten die Erlaubnis sich im Land niederzulassen. Sie erhalten von der Direktion der Ostchinesischen Bahn freie Wohnung und eine Anstellung.

Im ungarischen Abgeordnetenhaus in Pest polemisiert Gábor von Ugron gegen den 1882 zwischen Österreich-Ungarn, dem Deutschen Reich und Russland geschlossenen Dreibund, in dem die Donaumonarchie eine untergeordnete Stellung einnehme und vom Deutschen Reich wirtschaftlich ausgenutzt werde. Ministerpräsident Koloman Széll erwidert, im Dreibund bestehe vollständige Parität der Partner.

Der burische Guerillaführer Christiaan Rudolph Dewet vereinigt seine 3000 Mann starke Armee bei Senekal mit den Guerillas des von Großbritannien am 28. Mai annektierten Oranjefreistaats.

16.12.1900, Sonntag

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. empfängt in Berlin von der ostasiatischen Expedition in China zurückkehrende Soldaten.

Das deutsche Schulschiff “Gneisenau” sinkt im Hafen von Málaga in einem Sturm. 41 Mann ertrinken.

17.12.1900, Montag

Burische Guerillatrupps fallen erstmals in die britische Kapkolonie ein..

Papst Leo XIII. hält im Konsistorium im Vatikan eine Ansprache über den Konflikt zwischen dem Heiligen Stuhl und dem italienischen Staat.

18.12.1900, Dienstag

Auf einer Parteiversammlung der Konservativen in London betont der britische Premierminister Robert Arthur Talbot Gascoyne-Cecil 3. Marquess of Salisbury, dass keine Anstrengung gescheut werden dürfe, um den Ruhm und die Aufrechterhaltung des britischen Weltreichs zu sichern.

19.12.1900, Mittwoch

Die französische Abgeordnetenkammer in Paris genehmigt zwei Amnestievorlagen. Mit Ausnahme der Verurteilungen wegen Hochverrats und der Verurteilungen durch den Staatsgerichtshof sollen alle politischen Verurteilungen der letzten Jahre aufgehoben werden. Ferner sollen alle im Zusammenhang mit der Dreyfus-Affäre begangenen Straftaten als nicht geschehen erklärt werden.

20.12.1900, Donnerstag

Aus London wird gemeldet, von den 260 Aktiengesellschaften in Russland seien rund 250 in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts gegründet worden. Wichtigste Kapitalgeber seien Frankreich, Belgien, das Deutsche Reich und Großbritannien.

Die verbündeten Kolonialmächte legen China am Ende des Boxeraufstands in einer Note ihre Friedensbedingungen vor.

21.12.1900, Freitag

Der US-Senat in Washington genehmigt den am 5. Februar zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien geschlossenen Vertrag über den Bau des Nicaragua-Kanals.

Der italienische Schatzminister Giulio Rubini tritt zurück, nachdem die Haushaltskommission einen von ihm vorgelegten Entwurf über die Neuregelung des Geldumlaufs auf unbestimmte Zeit vertagt hat.

Nach 39-tägiger Verhandlungsdauer geht in Berlin der Skandalprozess Sternberg zu Ende.

Gerhart Hauptmann, einer der Hauptvertreter des deutschen Naturalismus macht in dem Drama “Michael Kramer”, das im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt wird, das Verhältnis zwischen absolutem Kunstanspruch und der verständnislosen Mittelmäßigkeit der bürgerlichen Gesellschaft zum Thema.

Der oldenburgische Landtag bewilligt mit 19 zu 17 Stimmen die Erhöhung der großherzoglichen Zivilliste um 145 000 Mark.

22.12.1900, Samstag

Anlässlich des Todes des preußischen Generalfeldmarschalls Leonhard Graf von Blumenthal, der im Alter von 90 Jahren in Quellendorf bei Köthen in Anhalt stirbt, bestimmt Kaiser Wilhelm II. u.a., dass alle Offiziere acht Tage lang Trauer tragen müssen. Das Füsilier-Regiment Nr. 36, dessen Chef Blumenthal war, erhält den Namen “Graf Blumenthal”.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. überreicht in Berlin Reichskanzler Bernhard Graf von Bülow persönlich den Schwarzen Adlerorden, den an Zivil- und Militärpersonen verliehenen höchsten preußischen Orden.

24.12.1900, Montag

Die chinesischen Unterhändler in Peking erhalten die Friedensnote der Kolonialmächte.

In Leipzig wird die erste Nummer der “Iskra” gedruckt, des Parteiorgans der im Exil lebenden russischen Sozialdemokraten.

Papst Leo XIII. beschließt das Heilige Jahr in Rom. Die Heiligen Pforten der Peterskirche werden vermauert.

25.12.1900, Dienstag

In der Weihnachtsbeilage der “Neuen freien Presse” wird die Erzählung “Lieutenant Gustl” von Arthur Schnitzler veröffentlicht.

26.12.1900, Mittwoch

Arme und alleinstehende Kranke werden in Berlin durch die neugegründete Krankenküche versorgt, einen Wohltätigkeitsverein, der sieben verschiedene Gerichte in Thermophorgefäßen frei in die Wohnungen liefert.

27.12.1900, Donnerstag

Der badische Innenminister Karl Schenkel gibt einen in nationalliberalen Kreisen heftig kritisierten Erlass über die Wahlrechtsfrage heraus. Danach ist die großherzogliche Regierung bereit, an der Einführung des direkten, allgemeinen und geheimen Wahlrechts mitzuwirken.

Der Vatikan verlängert das Heilige Jahr für die außerhalb Roms lebenden Katholiken um sechs Jahre.

Generalleutnant Horatio Herbert Kitchener, der britische Oberbefehlshaber in Südafrika, erlässt eine Proklamation an die Buren. Alle Buren, die sich freiwillig ergeben, erhalten das Recht, mit ihren Familien in von Großbritannien errichteten “Lagerplätzen” zu leben, bis es die Kriegslage gestattet, dass sie in ihre Siedlungen zurückkehren.

Der chinesische Hof protestiert gegen die Schleifung der Taku-Forts und die Zulassung von Gesandtschaftswachen durch die Kolonialmächte.

28.12.1900, Freitag

Der italienische Außenminister Emilio Marchese Visconti-Venosta erklärt im Senat in Rom, Italien verfolge in China keine Abenteurerpolitik, sondern nehme die Interessen des Staats und seiner Angehörigen wahr.

29.12.1900, Samstag

In Paris wird die Comédie-Française, die am 8. März niedergebrannt war, neu eröffnet.

Der Ausschuss des Schwäbischen Schillervereins beschließt auf einer Konferenz in Stuttgart, den preisgekrönten Entwurf des Architektenteams Eisenlohr & Weigle für ein Schillerarchiv in Marbach zur Ausführung bringen zu lassen. Der Grundstein für den mit 212 000 Mark veranschlagten Bau soll am 29. Mai 1901 gelegt werden, die Eröffnung soll im Sommer 1902 stattfinden.

Der preußische Kultusminister Konrad Studt erlässt eine Verfügung über medizinische Versuche an Menschen.

Der Verleger August Scherl bringt in Berlin die Zeitung “Tag” heraus. Wegen des zweifarbigen Titels wird sie “Roter Tag” genannt.

30.12.1900, Sonntag

Horatio Herbert Kitchener, der britische Oberbefehlshaber in Südafrika gibt bekannt, dass der britische Posten in Helvetia, einer Stellung an der Bahn von Machadodorp nach Lydenburg, von den Buren erobert worden sei. 50 Briten seien getötet oder verwundet worden, 200 in Gefangenschaft geraten.

31.12.1900, Montag

Der chinesische Soldat, der den deutschen Gesandten in Peking, Klemens Freiherr von Ketteler, am 20. Juni ermordet hat, wird in Peking hingerichtet.

Die “Wiener Zeitung” veröffentlicht sechs Verordnungen der österreichischen Regierung aufgrund des Notverordnungsparagraphen 14, darunter das Rechnungsgesetz für 1900 und den provisorischen Haushalt für das erste Halbjahr 1901.

Im Kaisertum Österreich wird eine Volkszählung durchgeführt. Die Bevölkerung beträgt nun 26 107 304 anwesende Personen, 9,3% mehr als nach der letzten Zählung von 1890. Da der Geburtenüberschuss im vergangenen Jahrzehnt 2 633 879 Personen betrug, sind in diesem Zeitraum folglich 421 988 Menschen ausgewandert.

In der westsibirischen Stadt Tomsk wird das erste Polytechnikum Sibiriens eingeweiht.